Globuli von C bis C

Croton tiglium Globuli

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Croton tiglium oder Purgierbaum ist eine Pflanze der Gattung Croton aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), die in Südostasien als kleiner Baum oder Strauch anzutreffen ist. Zur Herstellung von Naturheilmitteln oder homöopathischen Anwendungen wird aus den Samen (Purgierkörner) durch kalte Pressung Crotonöl gewonnen. Dieses ist ein altbekanntes Hautreizmittel und löst in substanziellen Dosierungen ein ausgeprägtes Bläschenekzem aus. Die sehr wirksame Gabe als Abführmittel (Laxans) ist schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund schwerer Nebenwirkungen wie Darmreizung oder blutigem Durchfall nicht mehr gängig. Die Giftigkeit des Mittels war schon früh bekannt, daher wurde es stets mit äußerster Vorsicht eingesetzt. [1] Während heutzutage die Verwendung herkömmlicher Dosierungen nicht mehr erlaubt ist, da Inhaltsstoffe des Öles zur Entstehung von Tumoren beitragen [2], wird die homöopathische Verdünnung etwa bei Durchfallerkrankungen, Husten und Hautausschlägen eingesetzt.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Croton tiglium ist ein Mittel, das bei Entzündungen von Haut und Schleimhäuten angezeigt sein kann. Sowohl bei Ekzemen, die den ganzen Körper betreffen, als auch bei Irritationen der Darmschleimhaut, die sich als plötzliche, ergiebige Durchfälle präsentieren, kann Croton tiglium als homöopathische Arznei ausprobiert werden. Auch die Schleimhaut der Atemwege kann betroffen sein, was zu Hustenanfällen und Heiserkeit führt.[3]

In welchem Alter?: Croton tiglium kann in jedem Alter eingenommen werden. Bei Kindern steht die Anwendung bei Milchschorf oder Kopfhautekzem in Verbindung mit wässrigen gussartigen Durchfällen im Vordergrund.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristische Symptome, die für eine Behandlung mit Croton tiglium in Frage kommen, sind juckende Hautausschläge mit nässenden Bläschen oder Pusteln, die häufig an den Genitalorganen, aber auch am ganzen Körper auftreten können. Diese trocknen aus und schuppen nach einigen Tagen ab. Daraufhin treten sie an anderer Stelle wieder auf oder wechseln sich mit anderen, inneren Leitsymptomen ab. Hierbei ist ein wichtiges Beschwerdebild das Auftreten asthmaähnlicher nächtlicher Hustenanfälle, die den Patienten aus dem Schlaf wecken. Plötzliche dünne, gelbe Wasserdurchfälle entleeren sich in einem Strahl, zuweilen direkt nach dem Essen oder Trinken. Ein bezeichnender Schmerz, als würden Körperteile mit einer Schnur ins Innere gezogen, kann an verschiedenen Organen auftreten. [4]

Verbesserung:Angenehme Ruhe und Stille verbessert den Zustand ebenso wie sanftes Kratzen.

Verschlechterung:Die Beschwerden verschlimmern sich abends in der Wärme des Bettes, bei der Wahrnehmung von Druck oder bei Berührungen, besonders beim Kratzen. Bei der Aufnahme von Nahrung tritt ebenfalls eine Verschlechterung auf.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei einem Patienten, dem Croton helfen könnte, findet sich eine unzufriedene, ungeduldige Nervosität, er ist mürrisch und verdrossen. Einerseits besteht eine traurige Niedergeschlagenheit bis hin zu Gefühlen der Depression, andererseits fürchtet er sich mit einer unsicheren Ängstlichkeit vor persönlichen Missgeschicken. Er fühlt sich ausgepowert und völlig antriebslos, ist nicht in der Lage, sich geistig oder körperlich zu betätigen und klagt schon nach geringen Anstrengungen über ausgeprägte Erschöpfung. [3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Hier tritt eine äußerste Empfindlichkeit (Sensibilität) zu Tage, so kann etwa schon das Gewicht eines Hutes beschwerlich sein. Eine schwere Benommenheit benebelt den Kopf, es kommt zu Schwindel, Erschöpfungs- und Schwächegefühl. [3]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es entsteht ein erschöpfter Eindruck durch eingefallene, blasse Wangen. Krampfhafte Zuckungen der mimischen Muskulatur vermitteln eine nervöse Ängstlichkeit. Die Lippen sind trocken und rissig.Die Augen wirken verschleiert aufgrund von Trübungen der Hornhaut. Es wird vermehrt Tränenflüssigkeit abgesondert, zudem können die Lidränder entzündet sein oder eine Bindehautentzündung mit Bildung von Eiterbläschen (Conjunctivitis pustulosa) vorliegen. Dadurch entsteht die Empfindung einer brennenden Hitze mit dem Gefühl, das Auge würde an einer Schnur oder am Sehnerv in den Schädel zurück gezogen werden. [4]
Im linken Ohr werden krampfhafte, kneifende Schmerzen empfunden.
Die Nase ist verschnupft. Am Naseneingang findet sich ein nässendes, brennendes Bläschenekzem.
Die Zunge ist trocken, gerötet und brennt den Patienten. An der geröteten, geschwollenen Mund- und Rachenschleimhaut finden sich Bläschen und Blasen. [3]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Husten und Heiserkeit erschweren das Atmen. Eine ausgeprägte Reizbarkeit der Luftwege führt zu Hustenanfällen, besonders nachts im Liegen. Die Atemnot weckt den Patienten und zwingt ihn zum Aufstehen. [4] Er hat ein bedrückendes Gefühl der Vollheit in der Brust, als ob sich die Lunge nicht richtig ausdehnen könne. Auf der linken Seite wird ein Brennen und Stechen beschrieben. [3]Bei stillenden Wöchnerinnen kann ein plötzlicher scharfer, stechender Schmerz in einer Brust auftreten, als ob die Brustwarze mit einer Schnur nach hinten zum Schulterblatt gezogen würde. [4][5]
Bei Aufregung und Ärger kommt es zu Herzklopfen, Ängstlichkeit macht sich breit. Eine große Traurigkeit bedrückt das Gemüt. [3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann sich Übelkeit und Erbrechen einstellen. Trotz eines unangenehmen Gefühls von Hunger und leerem Magen hat der Patient keinen Appetit, eher Angst, etwas zu essen. Der leere Magen brennt und fühlt sich an wie eingesunken. Das Erbrochene ist schleimig und gallig. [3] Nach Essen und Trinken kommt es zu Bauchgrummeln und unmittelbaren gelben bis grünlichen, gussartig herausschießenden, wässrigen Durchfällen „wie bei Gänsen“. [4] Aus Angst vor dem plötzlichen Durchfall traut sich der Patient nicht einmal, etwas zu trinken. [3] Typisch ist ein Druckgefühl im Bauch, besonders um den Nabel herum, bei der Stuhlentleerung ein starker, den Darm entlang ausstrahlender Schmerz, als wolle er aus dem Körper heraus treten. [4]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Harnwegsinfektionen können bis zur Niere aufsteigen und mit Blutabgang verbunden sein. Häufige, schmerzhafte Harnentleerung ist verbunden mit einem Drang im Blasenhals, der in den Hoden ausstrahlt. [3]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männer plagt ein juckender Ausschlag mit nässenden Bläschen, der an Hodensack (Scrotum) und Eichel (Glans penis) auftreten kann. Auch bei Frauen finden sich juckende Irritationen an den Genitalien. Die Ekzeme sind berührungsempfindlich und verschlimmern sich durch Kratzen, teilweise kann sanftes Reiben helfen. [3][4]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wirbelsäule, Kniegelenke und Muskeln sind schmerzhaft entzündet, geschwollen, brennen und stechen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Am ganzen Körper, besonders häufig im Gesicht und an den Genitalien, kann ein rotes, entzündetes und juckendes Ekzem mit nässenden Bläschen und Pusteln auftreten, das sich über einige Tage entwickelt, daraufhin abtrocknet und schließlich abschuppt. [4] Die betroffene Haut ist äußerst berührungsempfindlich. Das lästige Jucken wird nachts und durch Kratzen schlimmer. [3] Bei Kindern könnte das Mittel bei Ausschlägen an der Kopfhaut helfen, die nach dem Abschuppen eine rote und wunde Haut zurücklassen und alternierend an verschiedenen Stellen der Kopfhaut, im Gesicht oder um die Augen herum entstehen. [4]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gesicht und Kopfhaut brennen und fühlen sich erhitzt an, während Hände und Füße verkühlt sind. [3]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Jucken der Hautausschläge verhindert ein friedliches Einschlafen, Hustenanfälle wecken den Patienten aus dem Schlaf. [3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Anagallis arvensis

Anagallis arvensis ist der botanische Name für den Acker-Gauchheil aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Das homöopathische Präparat kann bei ähnlich ausgeprägten Hautausschlägen in Frage kommen, besonders wenn sie an den Handflächen auftreten. In Übereinstimmung mit Croton tiglium kommt es nach Abschuppung der Bläschen zunächst zu einer scheinbaren Heilung, bevor der Ausschlag dann erneut auftritt. [4]

Ipecacuanha

Die Brechwurzel wird neben vielen anderen akuten Beschwerden auch bei kindlichem Brechdurchfall angewandt, bei dem Croton ebenfalls helfen könnte. Allerdings steht bei Ipecacuanha das Erbrechen im Vordergrund mit häufigen, aber spärlichen kleinen Durchfällen mit schmerzhaftem Drang (Tenesmus). Für Croton sind hier wieder reichliche, gelbliche und wässrige Stühle charakteristisch, mit großer Übelkeit aber spärlichem Erbrechen. [4]

Petroleum rectificatum

Ähnlich wie Croton könnte eine Behandlung mit Steinöl bei feinen, roten, juckenden Ausschlägen in Form von Flecken und Bläschen an den Genitalien helfen. Auch der für Petroleum typische Juckreiz wird durch Kratzen schlimmer, fängt an zu brennen, durch Blutung kann es zu Erleichterung kommen. [4]

Rhus toxicodendron

Auch Rhus toxicodendron, der Giftsumach könnte bei Beschwerden wie Ausschlag an Genitalorganen und reichlichen wässrigen Durchfällen helfen. Hier findet man jedoch eher schaumige Stühle mit Blutbeimengungen. Die charakteristischen Ausschläge weisen große Blasen auf und brennen wie Feuer. Die Schmerzen verschlimmern sich an der Luft und bessern sich in heißem Wasser, Berührung verschlimmert das Jucken. Rhus und Croton können aufgrund ihrer Ähnlichkeit im Hinblick auf Hautausschläge bei zu starker jeweiliger Wirkung als Antidote eingesetzt werden. [4]

Sepia

Für Ausschläge bei Kindern, die nach Abschuppung eine wunde, blutende Kopfhaut hinterlassen, sowie bei Milchschorf könnte Sepia geeigneter sein als Croton. Die Ausschläge heilen aus, um dann an anderer Stelle im Gesicht oder um die Augen wiederzukehren. Ein Hinweis auf Croton ist im Gegensatz dazu das Vorkommen der typischen gussartigen Durchfälle im Wechsel mit den Hauterscheinungen. [4]

Hintergrundinformationen

Schon im 13. Jahrhundert wurden die Samen von Croton tiglium von Arabern angewandt. In Europa fand das Mittel dagegen erst im 19. Jahrhundert Verbreitung. Die starkabführende Wirkung stand hierbei im Vordergrund, die man sich bei Vergiftungen oder Wassersucht zu Nutze machte. Auch die Eigenschaft, an der Haut heftige Entzündungenhervorzurufen, wurde ausgiebig erforscht. [1]

In der Baunscheidt-Therapie war Crotonöl lange Zeit sehr beliebt. Bei dieser alternativen Heilmethode werden durch ein Nadelungsgerät, das „Lebenswecker“ oder „Mücke“ genannt wird, kleine Stiche an der Haut des Rückens gesetzt. Anschließend wird durch Einreiben mit einem Reizmittel eineentzündliche Hautreaktion provoziert, die zur Ausleitung innerer krankhafter Prozesse dienen soll. Die Verwendung von Crotonöl ist allerdings heute nicht mehr möglich. Es wurde durch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker als bedenkliches Mittel eingestuft, da es im Tierversuch Krebs mit verursachende (cokarzinogene) Eigenschaften aufwies. [2]