Globuli von C bis C

Conium Globuli

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Dieses homöopathische Mittel heißt mit vollständigem Namen Conium maculatum. Es wird aus dem gefleckten Schierling hergestellt. Dieser Doldenblütler wächst an Wegrändern und auf Schutthalten und ist eine der giftigsten Pflanzen überhaupt. Äußerlich ähnelt der gefleckte Schierling der Petersilie, auffällig ist aber sein starker Geruch nach Mäusen. In der Antike wurden Straftäter mit dem so genannten Schierlingsbecher, der den Saft der Pflanze enthielt, hingerichtet.

In der Homöopathie wird das Mittel bei Drüsenverhärtungen, Krebs, Lähmungen und Schwäche, Prostatavergrößerung und Impotenz eingesetzt.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Conium ist ein Mittel, das bei körperlicher Lähmung infrage kommt, aber auch bei psychischer Lähmung, nämlich dann, wenn die Patienten innerlich erstarrt und geistig träge sind.[1]

Wo wirkt es?: Das Mittel wirkt allgemein gegen körperliche Schwäche und deren Folgen, aber auch gezielt auf Organbereiche wie Augen, Atemtrakt oder Geschlechtsorgane. Hilfreich kann es unter Umständen auch bei verhärteten Drüsen und geschwollenen Lymphknoten sein.

In welchem Alter?: Es gibt keine Altersbeschränkung für dieses Mittel. Viele der Beschwerden, die Conium maculatum lindern kann, treten aber erst beim älteren Menschen auf. Gerade als Drüsen- und Krebsmittel können aber auch junge Menschen unter bestimmten Voraussetzungen von der Gabe profitieren.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Schwäche von Körper und Geist, Zittern und Erschöpfung
  • Schwere, müde, gelähmte Beine; zitternde, unsichere Finger
  • Schwindel nach Anstrengung oder beim Hinlegen bzw. Umdrehen
  • Entleerung von Blase und Darm mit Schwierigkeiten oder Schmerzen
  • Ständiger trockener Husten, Atemnot bei leichter Belastung
  • Verhärtete, geschwollene Drüsen- und Lymphknoten (auch krebsbedingt)
  • Gutartige Hauttumore

Verbesserung: Durch Druck und warmes Essen.[1]

Verschlechterung: Nach Alkohol- und Milchkonsum, nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, bei unterdrückter sexueller Lust, nachts, beim Umdrehen im Bett und durch kalte Speisen.[1]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Menschen, für die Conium maculatum das geeignete Mittel ist, sind möglicherweise vergesslich und fühlen sich schwach. Es kann vorkommen, dass sie nicht gerne in Gesellschaft sind, aber auch nicht gut alleine sein können. Vielen Conium-Kranken fällt es schwer, sich längere Zeit zu konzentrieren.[2]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schwindel gehört zu den typischen Symptomen des Conium-Kranken. Das Hinlegen oder das Umdrehen im Bett lösen häufig den Schwindel aus. Er wird durch Kopfschütteln und leise Geräusche verstärkt. Verschiedene Arten von Kopfschmerzen können unter Umständen auch mit diesem Mittel behandelt werden, zum Beispiel betäubender Kopfschmerz, der zu Übelkeit und Erbrechen führt und bei dem der Patient das Gefühl eines Fremdkörpers unter der Schädeldecke hat. Auch Kopfschmerzen, bei denen sich der Scheitel verbrannt anfühlt und Schmerzen, die sich anfühlen als würden die Schläfen zusammengepresst, können auf dieses Mittel ansprechen.[2]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Diese Patienten sind extrem lichtempfindlich und leiden unter tränenden Augen. Sie sehen verschwommen, vor allem in künstlichem Licht.[2] Bisweilen sehen sie auch doppelt oder haben farbige Streifen vor den Augen.[4] Das Mittel kann bei Krebsbefall der Lippen oder Wangen indiziert sein.[10]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Conium maculatum kann bei häufig auftretendem, trockenem Husten in Erwägung gezogen werden. Dieser verstärkt sich abends und nachts. Die Patienten fühlen manchmal eine trockene Stelle im Kehlkopf und ein Jucken in Brust und Hals, wenn sie sich hinlegen, lachen oder sprechen. Schon bei leichter körperlicher Anstrengung wird die Luft knapp, sie bekommen Atemnot, Beklemmung und Schmerzen in der Brust.[2]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Magenbeschwerden bessern sich bei den Conium maculatum-Patienten oft durch Essen, einige Stunden später verschlechtern sie sich aber massiv. Es kann zu Übelkeit, scharfem Sodbrennen, Magenkrämpfenund saurem Aufstoßen kommen. Eine besonders schmerzhafte Stelle liegt auf Höhe des Brustbeins. Die Betroffenen haben möglicherweise häufig Stuhlgang, der Stuhl ist hart und kann nur unter Schmerzen ausgeschieden werden. Anschließend fühlen sich die Patienten zittrig und schwach.[2]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Urinieren bereitet den Conium maculatum-Kranken Schwierigkeiten. Häufig lässt sich die Blase nicht vollständig entleeren, weil der Urinfluss immer wieder unterbrochen wird. Bei älteren Männern kommt es vor, dass der Harn tröpfchenweise austritt.[2] Eine Vergrößerung der Prostata kann die Ursache für diese Probleme sein.[7]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei männlichen Conium-Kranken zeigt sich gelegentlich ein gesteigertes sexuelles Verlangen mit gleichzeitig verminderter sexueller Kraft. Es kann zu Erektionsstörungen und Impotenz kommen.Die weiblichen Conium-Kranken leiden möglicherweise unter Regelschmerzen, die vom Bauch bis zu den Oberschenkeln ziehen. Die Blutung setzt verspätet ein und ist spärlich. In der Zeit der Blutung und einige Tage vorher sind die Brüste vergrößert und schmerzhaft.[2] Dieses Mittel kann unter gewissen Umständen die Behandlung von Brust- und Uteruskrebs unterstützen. Bei entsprechendem Verdacht sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.[6]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schmerzen der Wirbelsäule treten bei den Conium maculatum-Patienten am ehesten zwischen den Schulterblättern, auf Höhe der Lendenwirbelsäule und am Steißbein auf. Auch wenn die Schmerzen durch Prellungen oder Stöße entstanden sind, kann dieses Mittel in Erwägung gezogen werden. Arme und Beine sind schwer, müde und gelähmt. Finger und Zehen fühlen sich taub an, die Hände sind unsicher und zittern. Eine Muskelschwäche tritt besonders in den Beinen auf. Die Hände schwitzen manchmal stark. Eine Linderung der Beschwerden tritt bei manchen Patienten auf, wenn sie die Füße hochlegen.[2] Andere müssen die Beine herunterhängen lassen, damit die Schmerzen abnehmen.[5] Die Drüsen können verhärtet und vergrößert sein. Vor allem die Achsellymphknoten können schmerzen und ein Taubheitsgefühl in den Armen auslösen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut und die Fingernägel des Conium maculatum-Kranken sehen oft gelblich aus. Es kann zu lang anhaltenden Geschwüren mit stinkenden Absonderungen kommen.[2] In der Zeit vor der Regelblutung können bei Frauen am ganzen Körper kleine rote Pusteln auftreten. Diese verschwinden mit Beginn der Blutung wieder.[8]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Manche Patienten schwitzen in der Nacht sehr stark. Ihr Schweiß riecht übel und brennt auf der Haut.[2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Hydrastis canadensis

Das homöopathische Mittel Hydrastis canadensis wird aus dem kanadischen Wasserkraut hergestellt. Dieses Mittel ist besonders bei alten, leicht ermüdbaren Menschen mit großer Schwäche wirksam. Auch diese Patienten können Probleme mit dem Magen haben. Anders als bei Conium, ist bei ihnen ein bitterer Geschmack sehr auffällig. Der Magen schmerzt fast ständig und im Bauch pulsiert es. Während der Conium-Patient keine Milch verträgt, kann der Hydrastis canadensis-Kranke kein Brot und Gemüse zu sich nehmen. Der Stuhlgang verursacht eventuell Schwäche im Magen, Kopfschmerzen und einen brennenden Schmerz im Rektum, der lange anhält. Vor allem alte und erschöpfte Hydrastis-Patienten leiden unter trockenem Husten, der dicken, gelben, zähen Schleim hervorbringen kann. Die Patienten können ohnmächtig werden oder haben beim Liegen auf der linken Seite das Gefühl zu ersticken. Es besteht eine Neigung zu Hautausschlägen und Geschwüren (auch Krebsgeschwüre), die Betroffenen schwitzen stark und haben oft eine unreine Haut.[11]

Kalium phosphoricum

Das aus Kaliumphosphat hergestellte Mittel ist eines der größten homöopathischen Nervenmittel. Es wird Menschen empfohlen, die entkräftet, schwach und müde sind. Kalium phosphoricum kann möglicherweise nach der Entfernung von Krebsgeschwüren infrage kommen, wenn die Haut im Heilungsprozess spannt. Die Patienten, für die Kalium phosphoricum geeignet ist, haben häufig faulig riechenden Durchfall, der flüssig wie Wasser ist. Auch beim Urinieren unterscheiden sich ihre Symptome deutlich vom Conium-Kranken. Während dieser oft nur schwer Wasserlassen kann, hat der Kalium phosphoricum-Patient eher Mühe, den Urin zu halten und nässt möglicherweise ein. Dieses Mittel kommt ebenso wie Conium für Männer infrage, deren sexuelle Leistungsfähigkeit vermindert ist.[12]

Curare

Curare ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Pfeilgifte, die von den Indios in Südamerika verwendet werden. In der Homöopathie wird das Mittel bei muskulären Lähmungen und bei Schwäche alter Menschen eingesetzt. Die Patienten sind manchmal unentschlossen und möchten keine eigenen Entscheidungen treffen. Häufig zeigen sie schlaganfallähnliche Symptome mit Lähmungen der Gesichtsmuskulatur und herabhängender Zunge oder herabhängenden Mundwinkeln. Ihre Arme sind schwach und schwer und sie können die Finger nicht mehr heben. Ihre Beine zittern und geben beim Gehen nach. Die Reflexe können vermindert sein oder sogar ganz fehlen. Bei dem Verdacht auf einen Schlaganfall sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.Genau wie der Conium-Kranke, hustet auch der Curare-Patient viel und trocken. Der Husten kann zum Erbrechen oder sogar zur Bewusstlosigkeit führen. Beim Einschlafen kann in einigen Fällen eine Atemlähmung drohen.[13]

Hintergrundinformationen

Die Anwendung des Schierlings als phytotherapeutisches (pflanzenheilkundliches) Mittel soll bis ins 19. Jahrhundert hinein zu zahlreichen ungewollten Todesfällen geführt haben, weil die Giftigkeit des Pflanzensaftes unterschätzt wurde.[3] Auch der zum Tode verurteilte Philosoph Sokrates wurde mit einem Becher Schierlingssaft hingerichtet.[3] Das in der Pflanze enthaltene Nervengift Coniin erregt zunächst die motorischen Nerven und lähmt sie später. Es kommt zu Schwindel, Atemnot, Bewusstseinstrübung, Sehstörungen und Lähmungen. Ein versehentlicher Verzehr der Pflanze ist kaum möglich, weil sie im Mund so stark brennt, dass sie sofort ausgespuckt wird. Allerdings kann es passieren, dass ihr warnender Eigengeschmack nicht auffällt, wenn sie mit Küchenkräutern wie Petersilie oder Kerbel gemeinsam verzehrt wird.[9]