Globuli von C bis C

Carcinosinum Globuli

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Carcinosin ist eine homöopathische Arznei, die aus kanzerösem (krebsartigem) Gewebe der weiblichen Brust hergestellt wird. Das entnommene Krebsgewebe wird sterilisiert, in destilliertem Wasser aufgelöst, stark verdünnt und verschüttelt. [1] Carcinosin wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den Britischen Ärzten Burnett und Clark entwickelt und in die Homöopathie eingeführt. Es gehört zu den sogenannten Nosoden. Hierunter versteht man homöopathische Arzneimittel, die aus krankem Gewebe wie Blut, Eiter, Krebszellen oder aus Krankheitserregern hergestellt werden. [2] Die Therapie mit Nosoden gehört nicht in den Händen von Laien. Es bedarf einer professionellen homöopathischen Behandlung und Begleitung von einem Arzt oder Heilpraktiker.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Carcinosin ist ein Arzneimittel, welches in erster Linie bei einer spezifischen Geist- und Gemütsveranlagung verordnet wird. Es handelt sich um harmoniebedürftige Menschen von sanftem Gemüt. Sie wollen Konflikte vermeiden und unterdrücken deswegen gegebenenfalls ihre eigenen Gefühle. Diese dauerhafte Unterdrückung der eigenen Emotionen und Wünsche kann die Entstehung eines Krebsgeschehens fördern.

Auf körperlicher Ebene können sich unter anderem Allergien, Asthma und chronische Bronchitis sowie chronische Leberentzündung (Hepatitis) zeigen. [3]
Carcinosin wird außerdem verordnet, wenn in der Vorgeschichte des Betroffenen eine Krebserkrankung vorliegt oder wenn in der Familiengeschichte gehäuft Krebs, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Tuberkulose oder Vitamin B12- Mangelanämie (perniziöse Anämie) vorkommt. [3]
Bei einer aktuellen Krebserkrankung sollte es nicht eingenommen werden. Mit der Gabe von Carcinosin muss sorgfältig umgegangen werden. Es soll dem Patienten erst nach genauer Prüfung und bei der richtigen Indikation (Heilanzeige) verabreicht werden.
An Carcinosin kann auch gedacht werden, wenn andere homöopathische Mittel keine Wirkung zeigen, obwohl sie gut gewählt waren [4] oder wenn die Wirkung nicht lange anhält und eine Arzneigabe oft wiederholt werden muss. Carcinosin kann Kindern mit Entwicklungs- oder Wachstumsverzögerung und auch Kindern mit Downsyndrom (Trisomie 21) verabreicht werden. [5] Ebenso gehört es zu den Arzneimitteln, die bei Störungen nach Impfungen gegeben werden können.

In welchem Alter?: Carcinosin ist eine wichtige Arznei für Kinder. Sie zeigen oft eine bläuliche Verfärbung der Skleren (das Weiße im Auge) und schlafen typischerweise in Knie-Ellenbogen-Lage. Es besteht häufig eine Veranlagung zu Infekten, die mit hohem Fieber (Pyrexie) einhergehen können. Es kann sich aber auch um Kinder handeln, die nie krank werden. Im Erwachsenenalter wird es vor allem bei entsprechenden Gemütszuständen oder bei Krebs in der eigenen Vorgeschichte bzw. gehäuftem Krebsauftreten in der Familie eingesetzt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Carcinosin ist ein Mittel für Patienten mit Krebs in der Vorgeschichte oder andere schwere Erkrankungen wie Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose) oder Keuchhusten (Pertussis), von dem die Betroffenen sich nie richtig erholt haben. [4] Vor allem Carcinosin- Kinder zeigen wie beschrieben oft eine bläuliche Verfärbung der Skleren und milchkaffeeartige Flecken auf der Haut (Cafe-au-lait-Flecken) sowie viele Muttermale. Carcinosin-Patienten lieben es zu tanzen. Sie mögen die Natur, reisen gerne und lieben Tiere. Besonders gefällt ihnen die Spannung vor einem Gewitter. Sie haben ein starkes Verlangen nach Schokolade. Carcinosin-Patienten sind eher warmblütig. In den Beschwerden kann sich eine Periodizität zeigen: sie treten zum Beispiel alle sieben Tage oder jedes Jahr um die gleiche Zeit auf.

Verbesserung: Es tritt eine allgemeine Verbesserung der Beschwerden auf am Meer und am Abend, bei Gewitter und nach kurzem Schlaf.

Verschlechterung:Die Beschwerden können sich aber auch verschlimmern am Meer. Außerdem verursachen Tadel und Kritik eine Verschlimmerung und am Nachmittag sind die Beschwerden am stärksten. Wärme macht die Beschwerden schlimmer.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Carcinosin-Patienten sind friedvolle, mitfühlende Menschen, die es allen Recht machen wollen. Sie sind Friedensstifter und streben nach Harmonie in ihren Beziehungen. Dabei neigen sie dazu, ihre eigenen Grenzen zu überschreiten. Sie lassen sich unterdrücken,was letztendlich dazu führen kann, dass sie krank werden. Sie arbeiten hart, denn auch in diesem Bereich wollen sie nur das Beste liefern. Sie sind perfektionistisch eingestellt und haben ein sehr starkes Pflichtgefühl. Sie setzen ihre Maßstäbe sehr hoch und haben Angst zu versagen. Dies führt zu einer dauernden Anspannung. Der Drang nach Perfektionismus kann so extrem werden, dass zwanghaftes (neurotisches) Benehmen auftreten kann bis zur Selbstmordneigung. Kritik und Tadel kränken sehr, sie können sich nicht dagegen wehren. Carcinosin-Patienten schlucken ihren Ärger runter, sie wollen auf keinem Fall negative Gefühle zeigen. Sie haben ein starkes Bedürfnis nach Harmonie und versuchen bei Konflikten und Streitereien zu schlichten. Es besteht die Tendenz, die Ursache der Konflikte bei sich zu suchen. So werden Carcinosin-Kinder beispielsweise häufig sich selbst die Schuld für die Trennung der Eltern geben. [5] Carcinosin-Patienten sind ernsthaft, verantwortungsvoll und pflichtbewusst. Sie versuchen alle Erwartungen zu erfüllen. Auch Carcinosin-Kinder werden versuchen den Vorstellungen der Eltern zu entsprechen. Oft werden sie sich selbst dabei überfordern, denn es besteht das Bedürfnis jemand zu sein, der man nicht sein kann. Das eigene Wesen wird verleugnet. Es besteht oft ein Interesse für künstlerische Aktivitäten wie Tanz, Malerei und Musik. Carcinosin-Kinder sind eher pflegeleicht. Sie sind ordentlich und frühreif. Oft treten Ängste auf, zum Beispiel vor kleinen Tieren wie Spinnen, Insekten oder Frösche. Es können Schulängste auftreten mit Angst zu versagen und so den Erwartungen der Eltern oder Lehrern nicht zu genügen. Es kann ein Mangel an Selbstvertrauen vorliegen. Durch eine innere Anspannung können Tics,Gesichtszuckungen und Nägelbeißen auftreten. Häufig finden sich Formen von Missbrauch, Unterdrückung oder übermäßig starke Kontrolle der Eltern in der Kindheit. Carcinosin-Patienten haben eine extreme Furcht vor Krankheiten, vor allem vor Krebs.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Skleren (das Weiße im Auge) sind bläulich verfärbt, vor allem bei Kindern. Wiederholte Infekte mit Schnupfen (Rhinitis) und Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sind möglich.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Gesicht treten nervöse Tics und Zuckungen auf, nicht selten wird ein häufiges Augenzwinkern beobachtet. [4]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es finden sich wiederholte Bronchitiden oder gar Lungenentzündungen (Pneumonien) in der Kindheit sowie Asthma. Carcinosin-Patienten räuspern sich häufig vor dem Sprechen, die Stimmbänder sind belegt. Dies kann als Ausdruck der inneren Anspannung gesehen werden. Sie haben das Gefühl eines Kloßes im Hals.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht ein Verlangen nach Schokolade, Salz, Fett und gewürzten Speisen aber auch eine Abneigung gegen diese Speisen ist möglich. Es kann eine hartnäckige Verstopfung (Obstipation) mit Bauchschmerzen, vor allem am Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr auftreten. Die Bauchschmerzen werden besser durch Druck und nach vorne Beugen sowie durch warme Getränke. Der Darm ist träge und der Stuhldrang fehlt. Der Stuhl ist trocken und schafskotähnlich. Es sind Schmerze oder Risse im Analbereich (Analfissuren) möglich.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Sexualität kann bei Carcinosin-Patienten gesteigert sein und Kinder können schon früh anfangen zu masturbieren. Die Menstruation kann verspätet einsetzen. Im Erwachsenenalter können Eierstockzysten auftreten.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Arme und Beine werden als schwach empfunden. Es können auch Schmerzen in der Muskulatur und ein Gefühl von Müdigkeit und Schwerfälligkeit in den Beinen auftreten. [4]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

An der Haut zeigen sich viele Muttermale und braune Flecken (Cafe au lait-Flecken). Carcinosin- Patienten haben oft einen eher dunklen Teint.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Carcinosin kann gegeben werden bei immer wiederkehrenden fieberhaften Infekten, vor allem bei Kindern. Wenn Patienten nie krank sind und nie Fieber haben, kann auch an Carcinosin gedacht werden. Carcinoson-Patienten sind eher warmblütig aber die Hände können chronisch kalt sein.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es finden sich häufig Schlafprobleme: Ein anhaltender Gedankenandrang verhindert das Einschlafen. Auch vermehrtes Aufwachen während der Nacht, vor allem gegen 4 Uhr ist möglich. Carcinosin-Kinder schlafen häufig in Knie-Ellenbogen-Lage. Auch sie können schon Schlafprobleme haben und öfter voller Schreck aufwachen. Schaukeln und wiegen beruhigt und hilft in den Schlaf zu finden. [5] Häufig tritt Schweiß an Kopf und Extremitäten auf. Ein kurzes Schläfchen tut Carcinosin-Patienten gut und kann für schnelle Erholung sorgen. Es finden sich phantasievolle und lebhafte Träume von Arbeit, Reisen, Ängsten, Sex.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Medorrhinum

Medorrhinum ist, wie Carcinosinum eine Nosode. Die Arznei wird aus eitrigem Sekret des Trippers (Gonorrhoe) hergestellt. Medorrhinum-Menschen sind sehr leidenschaftlich. Sie können einen gesteigerten Sexualtrieb haben. Sie empfinden eine Besserung ihrer Beschwerden am Meer. Es treten oft Asthma und Allergien auf. Auch Medorrhinum-Kinder schlafen gern in Knie- Ellenbogen-Lage.

Tuberculinum Bovinum

Tuberculinum ovinum gehört ebenfalls zu den homöopathischen Nosoden. Tuberculinum bovinum wird aus Tubercelbazillen gewonnen, den Krankheitserregern, die Tuberkulose bei Rindern verursachen. Tuberculinum-Patienten sind ruhelos, sie möchten reisen und Abenteuer erleben. Sie haben eine gesteigerte Sexualität. Die Gefühle sind sehr wechselhaft. Freiheit ist für Tuberculinum-Patienten sehr wichtig. Sie leiden unter wiederkehrende Infekte, wobei jede Erkältung auf die Brust schlägt und Husten, Bronchitis sowie Lungenentzündung (Pneumonie) verursachen kann. Es kann Tuberkulose in der Familiengeschichte auftreten. Auch Tuberculinum-Kinder schlafen häufig in Knie-Ellenbogen-Lage. Im Gegensatz zu Carcinosinum-Kinder, fällt es ihnen aber nicht schwer die eigenen Wünsche zu formulieren, auszudrücken und einzufordern.

Sepia

Sepia-Patienten haben mit Carcinosin-Patienten einige Gemeinsamkeiten: sie mögen gerne Schokolade, sie lieben es zu tanzen und beiden gefällt die Stimmung beim Gewitter. Sepia, der getrocknete Inhalt des Tintenbeutels des Tintenfisches, wird als homöopathische Arznei gerne Frauen verabreicht, die ausgelaugt und erschöpft sind durch zuviel Hausarbeit. Sie zeigen dabei eine Abneigung gegen ihren Ehemann und ihren Kindern. Die Arznei wirkt hauptsächlich im hormonellen Bereich.

Hintergrundinformationen

Unter dem Begriff Krebs werden eine Vielzahl von verwandten Erkrankungen verstanden. Die Gemeinsamkeit dieser Erkrankungen besteht in einem unkontrolliertem Wachstum von Körpergewebe. Dabei wird zwischen gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Tumoren unterschieden. Maligne Tumoren werden auch Karzinome genannt. Ein anderes Wort für Brustkrebs ist Mammakarzinom (Mamma:Brust). Der Name der homöopathischen Arznei Carcinosin oder Carcinosinum ist hierher abgeleitet. Beide Begriffe sind Synonyme. Gutartige Tumore sind kein Krebs in eigentlicher Form, viel eher sind es Gewebsvermehrungen. Sie bilden dabei keine Ableger (Metastasen). Die Gefahr dieser Tumoren besteht darin, dass sie durch ihr unkontrolliertes Gewebewachstum gesundes Gewebe verdrängen können. Bösartige Tumoren bilden hingegen Tochtergeschwülste (Metastasen).[6] Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.[6]Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebsform, bei den Männern ist es Prostatakrebs. Andere Krebsformen die oft vorkommen sind Lungenkrebs und Dickdarmkrebs. Es gibt sehr viele Arten von Krebs und nicht jede Form ist tödlich. Gängige Therapieformen in der Schulmedizin bestehen aus Operation, wobei möglichst viel Tumorgewebe entfernt wird. Zusätzlich oder alternativ gibt es verschiedene Formen von Chemotherapie und Strahlentherapie (Radiotherapie).