Globuli von R bis S

Sepia Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Das homöopathische Mittel Sepia wird hergestellt aus dem Inhalt des Tintenbeutels des im Mittelmeer, in der Nordsee und im Atlantischen Ozean lebenden Tintenfisches Sepia officinalis. Es gehört somit zu den Arzneimitteln, die aus dem Tierreich stammen. Der Tintenfisch gehört zu den Weichtieren oder Mollusken, wie auch Muscheln und Schnecken, und zur Untergruppe der Kopffüßer (Cephalopodae). Als Schutz gegen Feinde kann der Tintenfisch bei Bedrohung eine dunkle Farbe aus einer Drüse versprühen. Samuel Hahnemann, der Gründer der Homöopathie kam auf den Gedanken Sepia homöopathisch einzusetzen, nachdem er beim Besuch eines depressiv verstimmten Künstlers merkte, wie dieser immer wieder die in Sepiafarbe getränkte Pinsel zur Mund führte. Er riet ihm daraufhin, dies zu unterlassen und tatsächlich hatte es schnell zur Folge, dass eine Besserung der depressiven Symptomatik eintrat. So wurde Sepia zu einem echten Polychrest, d.h. Mittel, die sehr häufig verschrieben werden und ein sehr breites Wirkungsspektrum haben (aus dem Griechischen „Alleskönner“). Es gehört zu den wichtigsten Mitteln für Frauen, aber auch Kinder und zunehmend auch Männer können die heilsame Wirkung von Sepia empfinden. Das homöopathische Mittel Sepia wird aus dem getrockneten Inhalt des Tintenbeutels hergestellt. Die Tinte enthält hauptsächlich Calcium carbonicum, Magnesium carbonicum, Natrium sulfuricum, Kochsalz und einen schwarzen Farbstoff.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Sepia hat sehr vielseitige Einsatzmöglichkeiten sowohl bei Kindern, Jugendlichen als auch bei Erwachsenen.
Aber vor allem für Frauen ist es ein nicht mehr wegzudenkendes Mittel für viele Probleme im gynäkologischen Bereich.
Das breite Einsatzspektrum gilt nicht nur für viele körperliche Symptome, sondern es hat auch tiefe Wirkungsmöglichkeiten im Bereich der Psyche. Hier sind vor allem Themen der Erschöpfung mit Reizbarkeit und Depression vorzufinden.

Wo wirkt es?: Körperliche Hauptangriffspunkte sind der Kopf, der Verdauungstrakt, die Haut, die Harn- und Geschlechtsorgane (Urogenitaltrakt) und der Bewegungsapparat.

In welchem Alter?: Sepia wird hauptsächlich eingesetzt bei Kindern und Jugendlichen (also nicht unbedingt bei Säuglingen) und bei Erwachsenen (also nicht unbedingt im höheren Alter).
Es zeigt eine ausgeprägte hormonelle Wirkung.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Als zentrale Idee von Sepia steht der Begriff „Stase“. Dieser Begriff wurde vom griechischen Homöopathen Vitoulkhas geprägt und er meinte hiermit einen Zustand, der durch die Neutralisation der dynamischen Spannungen entsteht, die alle Organismen beleben.[2] Es  findet sich Stau auf allen Ebenen sowohl körperlich in Form von Schlaffheit von Gewebe, in hormonellen und sexuellen Funktionsstörungen sowie psychisch in Form von Trägheit und geistiger Abstumpfung.[3] Bei Kindern zeigt sich das Thema der Stase im seelischen Bereich als Gleichgültigkeit, im körperlichen Bereich in Ohnmachtsneigung und Verstopfung (Obstipation). Es sind aktive, lebhafte Kinder, die empfindlich auf Kritik und durch tägliche Pflichten überlastet sind. Sie können reizbar und zornig sein und haben ein starkes Gerechtigkeitsempfinden.[4] Die Patienten zeigen einen Mangel an Lebenswärme.Häufig zeigt sich eine Ohnmachtsneigung, z. B. in Zeiten hormoneller Umstellung (Schwangerschaft). Die Patienten sind meist groß und dünn, die Frauen flachbrüstig, eckig und kantig mit schmalen Hüften. Es zeigt sich eine Behaarung im Gesicht bis zum Damenbart (Hirsutismus). Ein zweites Bild zeigt eine runde, beleibte Frau (Waschfrau) mit starker Erschöpfung. Die Augen sind meist dunkel und eindrucksvoll.

Verbesserung: Die Beschwerden werden besser durch Bewegung, Anstrengung und Beschäftigung, Tanzen, abends, Wärme. 

Verschlechterung: Sie werden schlechter durch Druck von Kleidung, vor der Monatsblutung (Mens), in Zeiten hormoneller Umstellung, durch Stehen und Sitzen, am Meer, durch Kälte. 

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sepia ist ein Mittel mit einer ausgesprochen starken psychischen Komponente. Diese zeigt sich in eine starke Reizbarkeit mit einer Abneigung gegenüber geliebten Menschen (Kinder und Ehemann), eine Abneigung gegen Arbeit und eine Abneigung gegen Gesellschaft (will lieber alleine sein).
Es besteht eine große Erschöpfung und Ausgelaugtsein.
Die Reizbarkeit kann in Wut und Aggressivität umschlagen, mit Sarkasmus und verletzenden Worten wird nicht gespart. Trost oder beruhigende Worte verschlimmern.
Es besteht eine geistige Schwerfälligkeit mit Apathie und Interesselosigkeit. Die depressiven Gedanken können eine suizidale Neigung zeigen.
Sepia-Männer sind sehr sensibel und zeigen oft künstlerische Neigungen. Dementsprechend fällt es ihnen schwer „ihren Mann zu stehen“ und das nötige Selbstvertrauen aufzubringen. An Sepia kann auch gedacht werden bei homosexuellen Männern.
Sepiapatienten lieben Tanzen und Bewegung, vor allem im Freien.
Sepiapatienten lieben Gewitter.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten leiden unter linksseitige Kopfschmerzen. Dabei fallen die Augenlider herunter (Ptosis). Die Kopfschmerzen sind schlimmer vor oder während der Menstruation sowie während der Menopause.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es können sich gelbe, schmetterlings- oder sattelförmige Flecken auf dem Gesicht zeigen. Diese Hautpigmentierungen finden sich auf Wangen, Nase und um den Mund herum. Die Patienten haben Herpesbläschen um den Mund herum sowie aufgesprungene Lippen und Risse in den Mundwinkeln oder in der Mitte der Unterlippe.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vor allem bei stürmischem Wetter kommt es zu Asthma bronchiale mit Anfällen nach Mitternacht oder am Morgen. Das Kind hat eine starke Neigung zu Infekten, sowohl Schnupfen mit einem weißlichen oder gelblichen Sekret, Kitzelhusten, der sich abends beim Hinlegen verschlimmert, als auch wiederholte Ohrenentzündungen und Mandelentzündungen. Im Kreislaufsystem können Symptome einer venösen Stase auftreten in Form einer Varikosis (Venenleiden mit Krampfadern). Auch bei Morbus Raynaud (anfallsartige Gefäßkrämpfe, meist an den Fingern), muss an Sepia gedacht werden.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Leeregefühl im Magen, welches nicht durch Essen gebessert wird. Starke Übelkeit, auch schon am frühen Morgen oder beim Geruch oder Anblick von Speisen, auch in der Schwangerschaft. Typisch ist auch das Erbrechen in der Schwangerschaft, v.a. in den ersten drei Monaten (Hyperemesis gravidarum). Bauchschmerzen und Empfindlichkeit im Bauch (Abdomen) mit Auftreibung und Völlegefühl sowie dem Gefühl des nach unten Drängens. Es besteht eine Neigung zu Obstipation (Stuhlverstopfung) mit dem Gefühl eines Pflocks im Mastdarm (Rektum). Bezüglich der Speisen besteht ein starkes Verlangen nach Süßigkeiten (v.a. Schokolade) sowie nach Saurem wie Essig, Gurken, Sauerkraut und Zitrone. Hingegen eine Abneigung gegen Fleisch, Fett und Salzigem. Milch kann Verdauungsstörungen verursachen.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sepia ist ein Mittel bei Harninkontinenz (unwillkürliches Urinieren), v.a. unter Stressbedingungen und schlimmer durch Husten, Niesen und Lachen. Bei Kindern ist es ein wichtiges Mittel bei Enuresis (nächtliches Einnässen), v.a. in den ersten zwei Stunden nach dem Zubettgehen.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sepia ist ein wichtiges Mittel bei Uterusprolaps (Gebärmuttervorfall) sowie allgemein bei Senkungsbeschwerden der Beckenorgane. Die Patientin hat das Gefühl, dass die Gebärmutter nach unten drängt und kreuzt die Beine, um zu verhindern das Teile heraustreten. Die Menstruation ist spärlich, sie kann auch ganz wegbleiben (Amenorrhoe), v.a. in der Pubertät. Sepiamädchen können Probleme haben mit der weiblichen Entwicklung ihres Körpers, sie sind eher burschikos und gerne mit Jungen unterwegs. Nicht nur in der Pubertät, auch in der Menopause ist Sepia ein wichtiges Mittel. Es ist angezeigt, wenn im Klimakterium die Blutung zu heftig ist. Außerdem finden sich Hitzewallungen mit Schwitzen, Schwäche und Ohnmachtsneigung in der Zeit der Menopause. Sepia gehört zu den Mitteln die ein starkes praemenstruelles Syndromaufweisen: In den Tagen vor der Blutung kann die Frau sehr gereizt, aber auch depressiv sein. Manchmal findet sich kurz vor der Menstruation einen Putzzwang. Auch schon bei Mädchen kann ein gelblicher Ausfluss aus der Scheide auftreten, der brennt und wundmachend ist. Die Leukorrhoe (Ausfluss) führt zu Juckreiz der Genitalien und zu Vaginitis (Entzündung der Vagina).Sepia ist ein Mittel bei Unfruchtbarkeit sowie bei Fehlgeburt. Eine Sepiagabe kann der Frau wieder die Kraft geben, durchzuhalten. Sepia ist ein Mittel bei Herpes genitalis oder Warzen im Genitalbereich. Es besteht oft eine Abneigung gegen Geschlechtsverkehr. Bei den Männern findet sich Impotenz und vorzeitige Ejakulation (Samenerguß).

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Steifheit und Schwere in den Extremitäten, v.a. nach dem Schlaf. Rückenschmerzen vor oder während der Menstruation. Die Rückenschmerzen bessern sich durch Liegen auf einer harten Unterlage oder durch Bewegung.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sepia ist ein Mittel für Flechtenausschläge, die sich oft in kreisrunder Form zeigen (Herpes circinatus) sowie für Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis. Die Haut ist trocken, verdickt und schuppig, im Winter treten häufig juckende Ekzeme auf.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Hände und Füße sind immer kalt. Es kann ein starkes Schwitzen auftreten, v.a. an den Füßen, in den Achseln und Genitalien. Der Schweiß riecht sauer. Im Fieber zeigen sich Anfälle von Hitze mit rotem Gesicht und Schweiß am ganzen Körper. Der Hals ist trocken, aber der Patient hat keinen Durst.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Natrium muriaticum

Auch bei Menschen, die das homöopathische Kochsalz benötigen, zeigt sich eine introvertierte Neigung mit Abneigung gegen Gesellschaft. Ebenso Abneigung gegen Geschlechtsverkehr und Probleme mit der Menstruation. Herpes an den Lippen und eine trockene Haut mit Ekzemneigung sind auch hier möglich. Natrium muriaticum hat in der Regel eine Verschlechterung am Meer.

Pulsatilla

Die Kuhschelle ist neben Sepia das wichtigste Mittel fürhormonelle Probleme. Alle Beschwerden bessern sich bei Pulsatilla an der frischen Luft und werden schlimmer im warmen, stickigen Zimmer. Allerdings fehlt der starke Bewegungsdrang von Sepia und es findet sich eher ein fülligen und runden Körper.

Nux vomica

Die Brechnuss kann in ihrem homöopathischen Bild eine starke Reizbarkeit und Aggressivität aufweisen mit v.a. Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Die Menschen sind sehr zugempfindlich. Sie sind sehr ehrgeizig, schnelllebig mit einem ausgeprägten Konkurrenzdenken. Sie neigen zu Alkohol- und Drogenkonsum.

Acidum phosphoricum

Ähnlich wie Sepia ist die Phosphorsäure ein wichtiges Mittel bei Erschöpfung mit herabhängenden Augenlidern (Ptosis). Jegliche Kraft fehlt, große Schwäche und Apathie. Der Zustand wird ausgelöst durch Kummer oder durch eine lange, kräftezehrende Krankheit, z.B. Grippe.

Carcinosinum

Carcinosinum gehört zu den Nosoden in der Homöopathie, dies sind Mittel die aus einem Körpersekret bzw. Gewebe entnommen werden. Carcinosinum ist die Krebsnosode, sie besteht aus kanzerösem Mammagewebe (Brustgewebe). Carcinosinumpatienten teilen mit Sepia die Liebe zum Tanzen, die Freude an Gewitter und die Lust auf Schokolade. Es sind harmoniebedürftige Menschen, die ihre Gefühle unterdrücken.

Hintergrundinformationen

Sepien sind Kopffüßer mit innerem Gehäuse, welches dem weichen Körper eine gewisse Festigkeit verleiht. Sie können ihre Hautfarbe geschickt verändern, sodass sie sich fast vollständig dem Hintergrund anpassen können (Tarnung).[5] Wenn sie sich erschrecken, spritzen sie Tinte in Richtung ihres möglichen Feindes. Die Sepien sind sehr beweglich, zum einen bewegen sie sich mittels des Rückstoßprinzips, zum anderen können sie noch Auftrieb gewinnen durch luftgefüllte Kammern in ihrem Gehäuse. Sie sind oft Einzelgänger und treffen sich während der Paarungszeit. Die Männchen kämpfen um die Weibchen, indem sie auffällige Farben zeigen.  Die Paarung selber ist ein eher aggressiver Akt, der einem Kampf ähnelt. Nach der Paarung wird das Weibchen lethargisch, legt die Eier auf dem Meeresboden ab und bedeckt sie mit Tinte. Kurz darauf stirbt es. Ebenso das Männchen. Die Jungen schlüpfen in Abwesenheit ihrer Eltern. Wenn verstanden wurde, wie die Eigenheiten dieser Tiere sind, kann auch analog dem Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie, nachvollzogen werden wie das homöopathische Sepia heilend wirken kann. Festgehalten werden sollte, dass es vor allem seine Wirkung zeigt im hormonellen Bereich in Phasen der Umstellung des Körpers wie Pubertät, Schwangerschaft und Klimakterium.