Globuli von R bis S

Rhododendron Globuli

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Rhododendron aureum, Synonym Rhododendron chrysanthum, ist die goldgelbe Alpenrose. Sie gehört zu den Heidegewächsen (Ericaceae) und wird auch sibirische Schneerose genannt. Der bis 40 cm hohe Strauch mit goldgelben Blüten stammt aus den Gebirgen Nordasiens, vor allem in Sibirien und Kamtschatka ist er zuhause.  Aus den getrockneten Zweigen mit Blättern wird das homöopathische Mittel Rhododendron hergestellt.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Rhododendron wird angewendet bei Menschen, die eine Neigung zu Gicht und rheumatischen Erkrankungen haben. Charakteristisch für alle Beschwerden, die durch diese Arznei gelindert werden können, ist die Entstehung oder Verschlimmerung der Beschwerden bei regnerischem undstürmischem Wetter sowie beim Herannahen eines Gewitters. Nach dem Gewitter fühlen sich die Betroffenen wieder besser. Die Verschlimmerung vor dem Gewitter scheint nicht mit Kälte oder Nässe zusammenzuhängen, sondern eher mit einer veränderten atmosphärischen Lage.[2] Die Patienten sind außerdem sehr empfindlich auf Wetterwechsel.

Wo wirkt es?: Hauptangriffspunkte von Rhododendron sind der Stütz- und Bewegungsapparat, die männlichen Geschlechtsorgane und das Nervensystem.

In welchem Alter?: Bei entsprechender Heilanzeige kann die Arznei sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen angewendet werden. Gicht und Rheumatismus sind allerdings Erkrankungen, die häufiger im Erwachsenenalter auftreten.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rhododendron gehört zu den wichtigsten Arzneimitteln bei Gicht und rheumatischen Beschwerden. Vor allem die kleinen Gelenke der Finger und Zehen aber auch die Knochen können betroffen sein. Es hat eine Wirkung auf das Bindegewebe. Zahnschmerzen, die häufig vor einem Gewitter oder bei trübem, windigem Wetter auftreten, können vonziehender oder drückender Qualität sein. In den Hoden wird ein Quetschungsschmerz mit Ziehen berichtet. Die Hoden können schmerzhaft geschwollen und angezogen sein. Rückenschmerzen die, mit einem Zerschlagenheitsgefühl einhergehen, treten vermehrt bei regnerischem Wetter auf. Auch Gliederschmerzen an kleinen Stellen sind möglich. Die Schmerzen sind häufig reißend, bohrend oder bewegen sich im Zickzack. Sie wechseln schnell den Ort und wandern oft nach unten. Die Betroffenen berichten über ein Gefühl der Lähmung. Schon nach geringer Anstrengung kann große Schwäche bestehen. Auf der Haut wird ein Gefühl wie Ameisenlaufen in Verbindung mit Schweiß berichtet. Vor einem Gewitter kann es zu Zuckungen kommen. Die Symptome wechseln sich häufig.[4]

Verbesserung: Hitze allgemein und Sonnenhitze verbessern hingegen die Schmerzen. Sobald die Sonne herauskommt, geht es den Betroffenen besser. Auch warmes Einhüllen des Kopfes tut gut.[4]

Verschlechterung: Die Beschwerden verschlimmern sich vor einem Gewitter und bessern sich nach Ausbruch des Gewitters. Regen und Sturm verschlechtern die Symptome, auch allgemein nasskaltes und bewölktes Wetter. Aber auch im Hochsommer fühlen die Patienten sich nicht wohl. Jeder Wetterwechsel kann eine Verschlechterung der Beschwerden mit sich bringen, ebenso wie Nasswerden und Erkältung. Nachts und in der Ruhe gibt es ebenfalls eine Verschlimmerung sowie durch das Essen von Obst und das Trinken von Wein.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen, denen das homöopathische Mittel Rhododendron hilft, sind häufig nervös. Sie fürchten sich vor Gewitter, vor allem vor Donner. Sie können plötzlich Wörter vergessen oder weglassen. Die Gedanken verschwinden, sie sind benommen, betäubt oder benebelt. Oft haben sie eine Abneigung gegen Beschäftigung und Arbeit.[4]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vor allem frühmorgens können klopfende Kopfschmerzen auftreten, die sich durch Essen bessern. Oft ist die rechte Kopfseite betroffen. Unter der Kopfhaut, auf den Schädelknochen und an den Knochenhäuten kann ein ziehendes Reißen auftreten. Schwindel beim Liegen im Bett ist möglich. Der Schwindel bessert sich beim Bewegen und im Freien.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen sind sehr empfindlich. Es treten gehäuft eine starke Luftempfindlichkeit und Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) mit dem Gefühl von Feuer und Flackern in den Augen auf. Die Betroffenen müssen deswegen die Augen schließen.[5] Die Augenlider sind möglicherweise chronisch entzündet (Blepharitis). Das Auge ist morgens häufig verklebt. Es treten Zahnschmerzen auf, die nachts und bei stürmischem, feuchtem Wetter schlimmer sind.[5] Sie bessern sich durch Wärme und Essen. Die Zahnschmerzen können plötzlich aufhören und nach einigen Stunden wieder einsetzen.[4] Im Gesicht können heftige, zuckende Schmerzen auftreten. Sie betreffen häufig die Zahnnerven und ziehen sich bis zum Auge, Ohr und Schläfe hin (Trigeminusneuralgie). Es können pfeifende und klingende Ohrgeräusche mit Schwerhörigkeit auftreten. Das Hören ist typischerweise besser am Morgen, die Geräusche treten erst einige Stunden nach dem Aufstehen auf.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein Verrenkungs- und Zerschlagenheitsgefühl in der Brust ist möglich. Es können starke stechende Schmerzen in den Lungen vorkommen. Sie ziehen von der Vorderseite der Brust nach unten. Sie sind so stark, dass Atem und Sprache wegbleiben. Der Herzschlag kann stark fühlbar sein.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Nach dem Essen, vor allem nach dem Mittagessen, tritt eine allgemeine Schwäche in den Gliedern sowie ein Völlegefühl auf. Grünes und bitteres Erbrechen nach dem Trinken von kaltem Wasser ist möglich. Nach dem Essen von Obst oder durch feuchtes, kaltes Wetter kann es zu Durchfall kommen.[3] Die Patienten sind empfindlich auf Wein.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann vermehrt Harnfluss mit Ziehen in der Blasengegend und Schmerzen in der Harnröhre auftreten. Der Urin ist reichlich, übelriechend und grünlich verfärbt.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es wird ein Ziehen von den Hoden und vom Samenstrang bis in den Unterleib und die Oberschenkel berichtet. Die Hoden können schmerzhaft geschwollen und heraufgezogen sein. Die Schwellung kann mit einem Quetschungsschmerz einhergehen. Auch die Eichel fühlt sich gequetscht an. Eine Verhärtung oder Entzündung der Hoden (Orchitis) ist möglich, wobei abwechselnd beide Seiten betroffen sein können. Es besteht häufig Juckreiz und Schweiß in diesem Bereich. Bei einem Wasserbruch (Hydrocele), der schon von Geburt an besteht, kann schon bei kleinen Jungen der Einsatz von Rhododendron erwogen werden.[6] Beim Ausbleiben der Monatsblutung könnte Rhododendron heilend wirken. Vor dem Einsetzen der Blutung treten eventuell Kopfschmerzen und Fieber auf. Nach der Entbindung wird häufig ein brennendes Gefühl im Unterleib, abwechselnd mit Gliederschmerzen berichtet. Die Finger können dabei krampfhaft gebeugt sein.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Nacken ist häufig steif. Schmerzen im Bereich des unteren Rückens sind möglich, welche im Sitzen schlimmer sind. Im Handgelenk ist ein Verrenkungs- und Zerschlagenheitsschmerz möglich. Die Hände fühlen sich oft warm an, auch wenn es kalt ist. Die Unterschenkel hingegen können sich kalt anfühlen. Das Kältegefühl kann mit einem Gänsehautgefühl an kleinen Stellen einhergehen. Die Unterschenkel fühlen sich wie eingeschlafen an, als ob Gewichte an den Füßen hängen. In allen Gliedern ist ein rheumatisches Reißen und Ziehen möglich. In der Achillessehne kann ein Schmerz beim Auftreten bestehen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Füße sind häufig kalt und werden selbst im Bett nicht warm. Im Fieber kann Schweiß, mit Jucken und einem Gefühl von Ameisenlaufen auf der Haut bestehen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Rhododendron-Kranke kann nicht schlafen, wenn die Beine nicht übereinandergelegt werden. Ein frühes Erwachen ist möglich.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Rhus toxicodendron

Rhus toxicodendron (Giftsumach) hat als wichtiges Rheumamittel große Ähnlichkeit mit Rhododendron. Beide Arzneien empfinden eine Verschlimmerung ihrer Beschwerden bei nassem und kaltem Wetter und eine Besserung durch Bewegung. Rhododendron-Beschwerden werden allerdings vor allem durch elektrische Veränderungen der Atmosphäre verschlimmert, besonders beim Herannahen eines Gewitters. Rhus toxicodendron-Patienten kennen nicht die wandernden akuten Schwellungen von Rhododendron, die von einem Gelenk zum anderen ziehen können um schließlich zum zuerst befallenen Gelenk zurückzukehren. Im Gegensatz zu Rhododendron sitzen bei Rhus toxicodendron die Schmerzen tiefer und werden in den Knochen und Knochenhaut gespürt.[2]

Solanum dulcamara

Dulcamara-Patienten haben eine Verschlimmerung ihrer Beschwerden bei regnerischem, stürmischem Wetter. Das Mittel gehört somit auch zu den Schlechtwettermitteln in der Homöopathie. Typisch für Dulcamara-Beschwerden ist die Verschlimmerung der Beschwerden nach Verkühlun und beim Übergang von warmen zu kalten Wetterlagen. Neben den rheumatischen Schmerzen ist Dulcamara (Bittersüßer Nachtschatten) auch ein wichtiges Mittel bei entzündlichen Erkältungen mit Schleimbildung. Auch Blasenentzündungen und Hautausschläge sind häufige Heilanzeigen dieses Mittel.

Ruta graveolens

Bei Ruta graveolens (Weinraute) sind häufig die Handgelenke betroffen. Die Schmerzen gehen mit einem Gefühl der Verrenkung einher. Sie sind schlimmer in der Ruhe und bei schlechtem Wetter. Wie bei Rhododendron, können auch Gichtknoten entstehen. Bei Erkrankungen des Bindegewebes kann der Einsatz von Ruta erwogen werden.[6]

Hintergrundinformationen

Rhododendron ist ein immergrünes Heidekraut und enthält das giftige Rhodotoxin. Der Homöopath Clarke berichtet von einer Herde Schafen, die durch das Essen von Rhododendronblättern vergiftet wurden. Einige Schafe starben unmittelbar durch Lähmung der Schlingmuskeln, was letztendlich zum Erstickungstod führte.[6] Die Giftstoffe befinden sich nicht nur in den Blättern, sondern auch in Nektar und Pollen. Es sind Vergiftungen beim Menschen durch übermäßigen Genuss des Honigs aus dem Nektar bekannt. Bei schweren Vergiftungen kann verlangsamte Herztätigkeit, schwacher Puls bis hin zum Koma und Tod durch Atemstillstand eintreten. Es gibt etwa 1000 verschiedene Rhododendronarten. Die Blüten des in Nordasien beheimateten Rhododendron chrysanthum leuchten goldgelb, weswegen die Pflanze auch Rhododendron aureum (Gold) genannt wird. In der Volksmedizin wurde die Pflanze bei Rheuma und Steinleiden angewendet.[1]