Globuli von R bis S

Sabadilla Globuli

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Sabadilla Globuli werden hergestellt aus der in Mittelamerika wachsenden Pflanze Sabadilla officinalis, zu Deutsch Läusekraut oder Läusesamen. Die schwarz-braunen Samen der wildwachsenden Pflanze werden in der mittelamerikanischen Volksheilkunde meistens äußerlich bei Wunden und gegen Befall mit Kopfläusen eingesetzt. [1] Vor allem die Verwendung gegen Läuse wurde von Missionaren, Soldaten und Seefahrern übernommen, die mit den Früchten des Läusekrauts ihre Kleidung imprägnierten. In Europa wurden Zubereitungen der mexikanischen Läusesamen ab dem 18. Jahrhundert als Mittel gegen Ungeziefer und Entwurmungsmittel (Vermifugium) bekannt, z.B. zusammen mit anderen Pflanzen als „Kapuzinerpulver“. Die Anwendung blieb wegen der starken Toxizität (Giftwirkung) der Samen jedoch in beschränktem Rahmen. [2] Aus dem gleichen Grund findet Sabadilla heute ausschließlich im Rahmen der Homöopathie Verwendung, vor allem bei allergischen Beschwerden der Atemwege und Schleimhäute wie etwa Heuschnupfen, aber auch bei Kopfschmerzen und Zuständen starker nervöser Anspannung.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Sabadilla Globuli können hilfreich sein bei sehr empfindlichen Personen mit psychischen Störungen wie Psychosen (krankhafte Verzerrungen der Eigenwahrnehmung mit oder ohne Wahnvorstellungen) oder hysterischen (unkontrollierten, übertriebenen) emotionalen Reaktionen.Migräneartige Kopfschmerzen, auch als Begleitsymptom zu anderen Beschwerden, können ebenso auf Sabadilla hinweisen wie eine Beeinträchtigung des Kreislaufes, welche sich in Herzrhythmusstörungen, Schwindelgefühlen und Ohnmachtsneigung ausdrücken kann. Bei allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) mit tränenden oder geröteten Augen, Fließschnupfen sowie häufigem, krampfartigem Niesen gehören die Läusesamen zu den Mitteln der Wahl. Auch Entzündungen der Schleimhäute in den Atemwegen und dem Magen-Darm-Bereich mit Symptomen von trockenem Husten, Räusperzwang und Fremdkörpergefühl über Sodbrennen bis zu Magenschmerzen und Durchfall können an Sabadilla denken lassen. Außerdem gehörenErkrankungen des Rheumatischen Formenkreises (z.B. Rheuma, Gicht, Arthrose) zu den Anwendungsgebieten dieses Mittels. [3]

Wo wirkt es?: Eine Hauptwirkung von Sabadilla richtet sich auf dasNervensystem: eine allgemeine Beruhigung findet statt über eine Beeinflussung des Zentralnervensystems sowie des 10. Hirnnervs (N. vagus, wesentlich beteiligt an Entspannung, Verdauung und der Regulation aller inneren Organe). Ein weiterer zentraler Wirkungsbereich liegt in denSchleimhäuten im Bereich der Atemwege und des Verdauungsapparates. Zudem ist eine stabilisierende Wirkung auf den Kreislauf festzustellen.

In welchem Alter?: Grundsätzlich können Sabadilla Globuli in jedem Alter eingesetzt werden, sofern die entsprechende Symptomatik vorliegt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Grundstimmung einer Situation, die das Mittel Sabadilla verlangt, ist geprägt von starker Unruhe, Ängsten und Schreckhaftigkeit, unter Umständen in Verbindung mit furchteinflößenden Phantasien. Die betroffene Person fühlt sich kraftlos und friert, teilweise kommen Fieberschübe vor. Dabei besteht ein intensives Bedürfnis nach Wärme, was zu einer Besserung des Zustandes führt, während Kälte das Befinden verschlechtert. Die Schleimhäute sind gereizt, es bestehen heftige krampfartig auftretende Niesattacken, oft stellt sich brennender Tränenfluss ein. Die Beschwerden treten periodisch (regelmäßig) auf, sind wechselhaft und wandern häufig von der einen Körperseite zur anderen. [4]

Verbesserung: Wärme in jeglicher Form von außen und innen kann dieSymptome bessern, etwa durch warme Speisen oder heiße Getränke. Generell tritt oft durch Essen und Schlucken eine Besserung ein. Auch wenn Hitze allgemein als angenehm empfunden wird, ist der Einfluss von frischer Luft ebenfalls ein positiver Faktor. Außerdem fühlen sich die Personen besser, wenn sie sich in etwas einhüllen können. Sind spezielle Körperteile von bestimmten Symptomen betroffen, so werden diese durch schnelle Bewegung gelindert.

Verschlechterung: Kälte in jeglicher Form verschlechtert die Symptome, z.B. durch gekühlte Getränke, kaltes Wasser oder Luft. Ungünstig auf die Beschwerden wirkt sich häufig auch eine intensive Konzentration bzw. angestrengtes Denken aus. Verschiedene Gerüche können die Symptome verstärken oder auslösen. Die unangenehmen Erscheinungen tretenperiodisch auf bzw. verschlimmern sich in bestimmten regelmäßigen Rhythmen: z.B. jede Woche, täglich immer zur selben Uhrzeit, bei Neu- oder Vollmond. [5]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der psychische Zustand des Sabadilla Patienten ist geprägt von einer starken Angespanntheit und Gereiztheit. Melancholische Gemütszustände wie Traurigkeit, Grübeln oder depressive Verstimmungen können auftreten. Es besteht eine stark übertriebene Angst zu erkranken oder krank zu sein (Hypochondrie) und anderen Ängsten, in deren Folge oft Übelkeit eintritt. Plötzliche Schrecksituationen lösen hysterische Reaktionen aus. Generell entspricht der geistige Zustand dem eines Rausches, weshalb zahlreiche Wahnideen vorkommen können: der Mensch ist davon überzeugt, tödlich krank zu sein, glaubt ein Schrumpfen der eigenen Körperteile wahrzunehmen oder fühlt sich einfach wie „der letzte Dreck“. [6]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Kopf fühlt sich dumpf an, es wird ein deutliches Druckgefühl wahrgenommen. Die Betroffenen leiden unter starkem Drehschwindel, bei dem ihnen leicht schwarz vor den Augen wird, was in extremen Fällen in eine Ohnmachtmünden kann. Auf zahlreiche Gerüche reagiert der Mensch im Sabadilla-Zustand übermäßig empfindlich. Konzentriertes Denken führt zu Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augenlider sind gerötet und fühlen sich brennend an, dazu kommt ein starker Tränenfluss. Zudem kann es vorkommen, dass auch das Hören nur eingeschränkt möglich ist. Aus der Nase fliessen beständig großes Mengen dünnflüssigen Sekretes, während krampfartige Niesanfälleauftreten. Der Schnupfen geht einher mit starken Schmerzen im Stirnbereich, geröteten und tränenden Augen. [7]Blumenduft, sogar der Gedanke daran, verstärken den Schnupfen. Die Nasenlöcher sind verstopft. Das Gesicht fühlt sich hitzig an nach Genuss von Wein, die Lippen und dieZunge sind ebenfalls heiß, fühlen sich an wie verbrannt.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten haben das Gefühl, einen Kloß oder einen festsitzenden Bissen im Hals zu haben. Andere leiden unter chronischen Halsentzündungen mit der Empfindung, einen Faden oder Wurm in der Kehle zu haben bzw. einer Enge im Hals, als ob dieser von einer Schnur zusammengebunden sei. Entweder ist viel Schleim da oder Hals und Rachen sind auffallend trocken. Die Betroffenen fühlen den Drang, häufig zu schlucken, was besonders schmerzhaft ist. Die Atmung ist asthmaartig, schwer und pfeifend, mit Brennen und Stechen in der Brust. [5]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es herrscht Heißhunger auf Süßes vor, ein bereits bestehendes Gefühl von Übelkeit wird durch Essen gelindert. Ansonsten ist der Sabadilla-Kranke durstlos, hat lediglich abends Durst auf kaltes Wasser. Wenn Wurmbeschwerden vorliegen, werden schneidende Schmerzen wie mit Messern beschrieben. [8]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Urinieren stellt sich oft ein Brennen in der Harnröhre ein. Der Harn ist trübe und dunkel gefärbt sowie von schlammiger, dicker Konsistenz (Zusammensetzung).

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Extremitäten (Arme und Beine) werden oft krampfartig zusammen gezogen, es treten rheumatische Symptome wie Schmerzen in den Muskeln und Gelenken auf. Die Schmerzen können sich zuweilen anfühlen, als ob mit einem Messer in den Knochen herum gebohrt würde. Es kann starkes Zittern und Zucken auftreten, das an den Händen, Beinen, der Oberlippe oder auch dem ganzen Körper auftreten kann. [4]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist ausgetrocknet wie Pergament und hat häufig eine graue Farbe. Sie fühlt sich heiß und brennend an, oft wird von einem kribbelnden Gefühl berichtet, als ob Ameisen über den Körper liefen. Es treten rote Flecken und Streifen auf, die an kalter Luft besonders stark ausgeprägt sind.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Fieberstadien (unterschiedliche Verlaufsphasen) erscheinen nicht deutlich, bei Frieren treten Schüttelfrost und krampfartiger Husten auf. Merkliches Fieber tritt fast nur auf, wenn auch starke Magenprobleme vorherrschen. Schwitzenkommt durch äußere Hitze und morgens im Schlaf auf, kann aber auch durch Husten ausgelöst werden. Der Schweiß zeigt sich vor allem an den Fußsohlen und im Gesicht, wobei der restliche Körper kalt bleibt. Der Sabadilla-Patient friertzudem sehr leicht, leidet unter abwärts verlaufendenKälteschauern oder heftigen Frostgefühlen, die sich anfühlen, als ob er mit kaltem Wasser überschüttet worden wäre. Die Kälte zeigt sich vor allen an den Armen und Beinen, während sich das Gesicht heiß anfühlt. Manchmal frieren die Betroffenen vor der Stuhlentleerung oder das Frieren tritt regelmäßig immer zu denselben Uhrzeitenwieder auf.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arsenicum album

Das weiße Arsen wird aus dem Mineral Arsenopyrit gewonnen und spielte historisch eine große Rolle als zuverlässiges Mittel bei Giftmorden. Es wurde in sehr geringen Dosen jedoch auch als stimulierendes Tonikum (Anregungsmittel) eingesetzt. Der Arsenicum-Kranke gilt als intelligent und perfektionistisch, mit einem Hang zu starkem Durst, dabei herrschen wie bei Sabadilla eine große Ängstlichkeit, Schwäche und ein ruheloses „getrieben sein“ vor, sobald der Arsen Patient eine akute Krankheit entwickelt. Schmerzen werden als stark stechend oder brennend beschrieben. Neben den psychischen Spannungszuständen und ihren Begleiterscheinungen werden mit Arsenicum wie auch Sabadilla häufig Störungen der Haut und der Schleimhäute der Atemwege(Asthmaneigung) sowie des Magen-Darm-Bereiches behandelt. Bei auftretenden Heuschnupfensymptomen breiten sich bei beiden Mitteln die Entzündungszeichen im Hals von der linken Seite auf die rechte aus. Der Fließschnupfen hinterlässt bei Arsenicum album den gesamten Bereich um die Nase wund und brennend. [9]

Lachesis

Das homöopathische Mittel Lachesis wird aus dem Gift der südamerikanischen Buschmeisterschlange hergestellt. Der Lachesis-Patient steht unter extremer innerer Spannung, die durch intensive Geschwätzigkeit abgebaut wird. Neben Wechseljahrsbeschwerden und emotionalen Spannungszuständen wie starker Eifersucht wird Lachesis besonders als Herz-Kreislaufmittel eingesetzt.Halsschmerzen, Heuschnupfensymptome und Nasenbluten gehören ebenfalls zu den klassischen Einsatzmöglichkeiten. Alle Symptome treten vorwiegend auf der linken Seite auf. Im Gegensatz zu Sabadilla verschlechtern sich die Symptome bei Wärme, werden bei Kälte besser. Gleich ist bei beiden die Verbesserung durch heiße Getränke sowie die Verschlimmerung nach dem Schlafen und das Gefühl des Zusammengeschnürtseins im Hals. [10][11]

Allium cepa

Stellvertretend für diverse andere Mittel, die Fließschnupfen mit wundmachendem Ausfluss in ihrem Bild haben, sei hier noch Allium cepa angesprochen, die Küchenzwiebel. Dieses Gewächs aus der Familie der Lauchgewächse ist seit der Antike als Nahrungsmittel sowie Heilmittel bei Atemwegserkrankungen, Verdauungsschwäche oder Ohrentzündungen. Der Allium-Cepa-Kranke ist ängstlich und melancholisch, neigt zu Glatzenbildung. Das Hauptanwendungsgebiet ist wundmachender Fließschnupfenmit häufigem Niesen, der schnell in die Bronchien absteigt. Der folgende Husten verursacht reißende Schmerzen in Kehlkopf und Hals. Die Augen tränen stark und häufig werden wunde, juckende Füße beobachtet, an denen sich Blasen bilden. Ähnlich wie Sabadilla ist Allium cepa sehrempfindlich auf Düfte, besonders von Blumen und die Symptome werden durch frische Luft gelindert. [12]

Hintergrundinformationen

Das mexikanische Läusekraut (Sabadilla officinalis) wurde früher zu den Liliengewächsen (Liliaceae) gezählt und gehört heute zur kleinen Familie der Germergewächse (Melanthioideae). Die Zwiebelpflanze verfügt neben einem bis zu 2 m hohen Stängel, der mit trockenem Mark gefüllt ist, über ca. 1 m lange Blätter. Die gelblich gefärbten Blüten bilden eine aufrecht stehende Traube von 50 cm Länge. Die Samen befinden sich in den drei Fächern der Fruchtkapsel, sie sind länglich und scharf zugespitzt sowie von schwarz-brauner Färbung. Das Läusekraut wächst hauptsächlich auf den Bergwiesen Mittelamerikas. Der Gattungsname „Sabadilla“ bedeutet im Spanischen „Gerste“, was auf der Ähnlichkeit der jeweiligen Fruchtstände beruht, während „Officinalis“ als Beiname immer bei Pflanzen Verwendung fand, die als anerkanntes Heilmittel in Apotheken vertrieben wurden. Der als Synonym verwendete Name des Läusekrautes, „Schoenocaulon officinale“ bezieht sich ebenfalls auf die Beschreibung der langgestreckten Ähren (griechisch „schoinos“ = Binse, „kaulos“ = Stängel). [2] Der nächste heimische Verwandte der Sabadilla ist der in den Alpen wachsende weiße Germer (Veratrum album). Beide Pflanzen beinhalten zahlreiche Alkaloide, vor allem den Wirkstoff Veratrin, der – innerlich eingenommen – zu Durchfall, Erbrechen, Hautausschlägen und Geschwüren, Schleimhautreizungen und Niesattacken sowie in höheren Dosierungen bis hin zu Herzlähmungen, Atemnot, Blutdruckschwankungen, Kollaps und Delirium führen kann. [4]