Globuli von R bis S

Stannum metallicum Globuli

© panthermedia.net / Thomas Francois

Zinn (Stannum metallicum) ist ein Metall, das in vielen Bereichen zur Anwendung kommt. Dazu zählen unterschiedliche Industriezweige, wie zum Beispiel die Lack- und Plastikindustrie, aber auch in der Landwirtschaft wird Zinn in Form von Pestiziden eingesetzt. Obwohl der Einsatz von Zinn und seinen Verbindungen nicht unumstritten ist, werden immer neue Anwendungsmöglichkeiten gefunden. Der Mensch kann die Zinnverbindungen über die Nahrung, die Atmung und über die Haut aufnehmen.

Dabei können akute Vergiftungssymptome wie Übelkeit und Schwindel, starkes Schwitzen und die Atemlosigkeit auftreten. Sind Menschen dauerhaft Zinnverbindungen ausgesetzt, kann es zu Depressionen, Leberschäden, Fehlfunktionen des Immunsystems, Schädigung der Chromosomen, Mangel an roten Blutkörperchen (Anämien) und Hirnschädigungen mit schweren Folgen wie Verhaltensauffälligkeiten (z.B. in Form von Wut, Vergesslichkeit, Schlafstörungen oder auch Kopfschmerzen) kommen.[3]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Wo wirkt es?: Das Mittel Stannum metallicum entfaltet seine Hauptwirkungen zum einen im zentralen Nervensystem, zum anderen im Lungen- und Bronchialsystem. Es handelt sich um ein Mittel, dass bei Schwäche gute Erfolge zeigt, besonders wenn die Schwäche mit Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege einhergeht. Entzündungen der Nasennebenhöhlen, der Luftröhre (Tracheitis) und der Bronchien (Bronchitis) aber auch der Nerven (Neuritiden) mit stärksten Schmerzen (Neuralgien), schwächen die Betroffenen immens. Sie können vor Kraftlosigkeit kaum Sprechen. Frauen können unter Gebärmuttersenkung (Prolaps) leiden, bei Männern kann es zu Potenzschwäche bis hin zur Impotenz kommen. Leberfunktionsstörungen sind eine weitere Heilanzeige (Indikation) für das Mittel Stannum metallicum. Schmerzhafte Krämpfe können sich überall einstellen, beispielsweise im Zwerchfell, im Unterleib oder in der Skelettmuskulatur. Das Mittel Stannum ist auch bei epileptischen Anfällen (Anfallsleiden des Gehirns) angezeigt.[1][2]
In welchem Alter?: Das Mittel Stannum ist in jedem Alter angezeigt, es können Kinder genauso davon profitieren wie Erwachsene und Greise.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Diese Patienten haben häufig ihren Mut verloren, sie sind ängstlich und meiden die Gesellschaft zu anderen.Eines der wichtigsten Symptome ist die extreme Schwäche. Sie ist oft vergesellschaftet mit chronischen Bronchial- und Lungenerkrankungen. Der Auswurf ist sehr reichlich, eitrig und süßlich. Das Husten wird durch Reden, Singen oder Lachen provoziert. Häufig klagen sie über Übelkeit und Erbrechen, dass durch Essensgerüche ausgelöst wird. Sie empfinden im Magen eine Leere. Bauchschmerzen sind oft krampfartig, die Betroffenen verschaffen sich Linderung, indem sie sich zum Beispiel ihren schmerzenden Bauch gegen eine harte Tischkante drücken. Schwindel und Schwäche verspüren die Patienten beim Herabsteigen. Die Schwäche ist so groß, dass sie nicht die Kraft haben sich auf einen Stuhl zu setzen, sie fallen regelrecht auf ihren Sitz. Schmerzen kommen in Wellen.Wenn Frauen einen Gebärmuttervorfall haben, äußert sich das u.a. mit einem herabdrängenden Gefühl im Unterleib. Dies ist auch eines der Leitsymptome (von dem) des Mittels Stannum metallicum bei Frauen.

Verbesserung: Wenn der Betroffene sich über etwas (hartes) Hartes legt, das einen festen Druck auslöst (z.B eine Tischkante).Das Zusammenkrümmen bringt ihnen Erleichterung, ebenso wie das Abhusten des Auswurfs (Sputum).[1][2]

Verschlechterung: Sie verspüren eine Verschlechterung gegen 10 Uhr morgens. Jeglicher Gebrauch der Stimme verschlechtert die Situation, ebenso das Liegen auf der rechten Seite und auch die Bewegung. Hier sind es besonders langsame Bewegungen, die schlecht toleriert werden. In ihrem Leid sind sie auch empfindlich gegen Berührungen.[1][2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Menschen, die das Mittel Stannum benötigen, haben wenig Selbstbewusstsein. Das Bild, das andere Menschen von ihnen haben ist ihnen sehr wichtig.  Sie sind sehr ängstlich, nervös und schwermütig. Die Betroffenen fühlen sich elend, mutlos und unglücklich, besonders zeigt sich dies bei Frauen vor der Regelblutung (Menstruation). Sie haben eine Abneigung gegen Gesellschaft und keine Lust zu sprechen. Die Patienten neigen zu Wutanfällen, es kommt zu Vergesslichkeit und Unruhe, sie sind geistesabwesend und ohne jede Hoffnung. Aus Verzweiflung weinen sie schnell, was die Situation nur verschlimmert. Die Schwäche zeigt sich auf der Gemütsebene in Konzentrationsstörungen [6][2]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu drückendem, betäubendem Kopfschmerz, wie ein starkes, schmerzhaftes Zusammenschnüren in Stirn und Schläfen. Jeder Schritt dröhnt und schmerzt im Kopf. Die Patienten leiden unter Migräne (neurologische Erkrankung) mit heftig, glühenden Kopfschmerzen, die nach Erbrechen schwächer werden. Häufig strahlen die Schmerzen auch in die Wangenknochen und Augenhöhlen aus.[1][2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen sind nach jeglicher Anstrengung kurzatmig, besonders diese Menschen die Kranken, deren Lungenbläschen aufgrund einer chronischen Lungenerkrankung geplatzt sind (Bronchiektasen). Sie haben einen, z.T  auch mit würgen, bei dem sich der Auswurf trotzdem gut löst. Hellgelber Eiter oder faulig, süßlich schmeckende Schleimklumpen werden abgehustet. In schweren Fällen kann es auch zu blutigem Auswurf kommen.  Dieser Husten kann auch eine Begleiterscheinung der Grippe (Influenza) sein. Das Husten wird durch Sprechen, Lachen und Singen, sowie Bewegung jeder Art ausgelöst.[1][2]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Krampfartige Schmerzen: sie zeigen sich mit Hungergefühl im Magen und Durchfall (Diarrhoe). Nach dem Durchfall kommt es zur starken Erschöpfung. Die Bauchkrämpfe werden besser, wenn die Betroffenen sich beispielsweise über eine Tischkante legen, so dass sie einen harten Druck am Bauch spüren. Kleine Kinder mögen es dann, über die Schulter gelegt zu werden, da die Schulter auch  Druck auf den Bauch ausübt. Diese Beschwerden treten gerne bei Wurminfektionen (Askarideninfektionen) auf. Kommt es zum Abgang der Würmer, fühlen die Patienten sich besser. Einige Menschen, die das Mittel Stannum metallicum benötigen, leiden unter Verstopfung (Obstipation), oder besonders harten und trockenen Stühlen, die ungenügend und grünlich sein können.[2]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kranke, die das Mittel Stannum metallicum brauchen, spüren häufig keinen richtigen Harndrang. Sie gehen von einem Druckgefühl im Unterleib aus, dass die Blase gefüllt ist. Es wird bei dem Wasserlassen (Miktion), nur wenig Urin ausgeschieden.[2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Frauen können einen Gebärmutter- und Scheidenvorfall haben, was besonders beschwerlich beim Stuhlgang ist. Einige haben schwallartigen, gelblich, weißen oder durchsichtigen Ausfluss (Fluor genitalis), der zu großem Kräfteverlust führt. Die Gebärmuttersymptome sind mit einem ziehenden Schwächegefühl in der Brust verbunden. Schmerzen in der Scheide (Vagina) strahlen nach oben und in Richtung Wirbelsäule aus. Viele Frauen, die das Mittel Stannum metallicum verwenden, haben ein erhöhtes Sexualverlangen. Die Regelblutung (Menstruation) ist verfrüht und stärker als sonst.Säuglinge verweigern die Brust.[2]

Bei den Männern, die das Mittel Stannum benötigen, kommt es zu einer großen Erschöpfung nach starker sexueller Erregung.[2]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen haben eine sehr ausgeprägte Schwäche in den Extremitäten, sie lassen Sachen fallen, weil sie den Griff nicht beibehalten können. Oder sie können beispielsweise einen Besenstiel nicht mehr loslassen, weil die Hand sich zu sehr verkrampft. Sie lassen sich auf einen Stuhl fallen, weil sie keine Kraft haben, sich zu halten und langsam hinzusetzen. Es kommt zu krampfhaften Zuständen in den Finger-und Handgelenken, sowie zu Lähmungserscheinungen beim Tippen auf einer Tastatur. Sie klagen häufig über Nervenentzündungen (Neuritiden). [1]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten haben schwächenden, übelriechenden Nachtschweiß, besonders gegen morgen. An den Fußsohlen und Handflächen kommt es zu einem brennendem Gefühl. Es kommt vor, dass die Patienten über Taubheitsgefühl in den Fingerspitzen klagen.[2]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auffallend ist bei den Personen, die das Mittel Stannum metallicum brauchen, dass sie mit einem angezogenem und einem ausgestreckten Bein schlafen. Manche jammern und flehen im Schlaf.[2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Calcium carbonicum hahnemanni

Den beiden Arzneien gemeinsam sind die Nachtschweiße, Krampfneigung, Zittrigkeit und eine große Schwäche in der Brust, die sie am Sprechen hindert. Auch Patienten, die Calcium carbonicum benötigen, können Epilepsien bekommen. Sie leiden schnell unter Schwindel und werden bei jeder Gelegenheit kurzatmig. Wenn sie Husten bekommen, ist dieser eitrig und in der Regel haben die Betroffenen reichlich Auswurf.

Tuberculinum bovinum

Die Ähnlichkeit zu dem Mittel Stannum metallicum liegt hier in der starken Erschöpfung und in der Neigung zu Wutausbrüchen.Die Atemwege betreffend gibt es bei den Patienten, die das Mittel Tuberculinum benötigen ebenfalls den trockenen Husten, aber auch das andere Extrem ist möglich, nämlich dass sie reichlichen Auswurf von dicker, gelber bis gelblich-grüner Farbe und Konsistenz haben.Des weiteren bestehen Ähnlichkeiten bei den Symptomen der Bewegungsorgane. Die Patienten empfinden ihre Hände und Arme wie lahm, deswegen können sie nicht schreiben oder  eine Tasse anheben. Sie klagen über ein Mattigkeitsgefühl in allen Gliedern.[2]

Phosphorus

Die Parallelen zu dem Mittel Stannum metallicum sind auch in den neurologischen Symptomen zu sehen, z.B. die plötzliche Kraftlosigkeit, Schwächeanfälle, Ohnmachten oder auch starkes Schwitzen, das nicht unbedingt nachts auftreten muss. Bei Patienten, die Phosphorus brauchen, kann es auch zu aufsteigenden Lähmungen kommen, die in den Finger- und Zehenspitzen beginnen. Bei dem Vergleich zu der Symptomatik der Atemwege fällt auf, dass der Husten auch durch lautes Lesen, Lachen oder Singen angeregt wird, ähnlich wie es die Patienten erleben, die das Mittel Stannum metallicum benötigen. Der Husten ist erst trocken und schließlich locker. Der Auswurf sieht allerdings anders aus, er ist schaumig, leicht rostfarben oder bläulich. Das Mittel Phosphorus wird auch bei Lungenentzündungen (Pneumonien) eingesetzt.[2]

Hintergrundinformationen

Zinn wird auch in Deutschland abgebaut. Große Vorkommen findet man im Erzgebirge und im Vogtland.[7] Das Metall Zinn kommt in vielen Gebieten zum Einsatz, außer in den oben erwähnten Industriezweigen werden auch Haushaltsgegenstände wie, Geschirre, Tuben und Dosen aus Zinn hergestellt. Kinderspielzeug wie die Zinnfiguren wurden damals ganz aus Zinn gefertigt, die Herstellung, war so einfacher und entsprach der damaligen Zeit. Heute wird das relativ kostbare Material durch preiswertere Materialien ersetzt.
In der Zahnarztpraxis wird Zinn auch als Bestandteil von Amalgamen zur Zahnfüllung eingesetzt. Amalgam ist aber nach wie vor ein sehr umstrittenes Material.[5]
Große Umweltprobleme können durch TBT (Tributylzinn) entstehen. Diese Zinnverbindung gilt als sehr giftig. Man setzt es aber seit ca. 1960 in Farben ein, die zum Schutz von Schiffsrümpfen eingesetzt werden. Diese giftige Farbe verhindert, dass sich Muscheln, Schnecken und andere Meeresorganismen an den Schiffskörpern anhaften. Betroffene Arten sind zum Teil durch den Gebrauch dieser Stoffe vom Aussterben bedroht. Sehr hohe Konzentrationen findet man in Küstennähe und in Häfen.[4]