Globuli von R bis S

Stramonium Globuli

© panthermedia.net / Arpad Radoczy

Datura stramonium ist der lateinische Name des Weißen Stechapfels, der auch unter dem Namen Gemeiner Stechapfel bekannt ist und in Mitteleuropa den häufigsten Vertreter der Gattung der Stechäpfel (Datura) darstellt. Die exakte Herkunft dieser Pflanze ist bisher noch nicht geklärt, meist wird ein Ursprung aus Mittel- und Nordamerika angenommen. In Mitteleuropa kommt der Weiße Stechapfel auf stickstoffreichen Böden wie beispielsweise an Wegrändern oder auf Müll- und Schutthalden vor. Er enthält die giftigen Tropan-Alkaloide (S)-Hyoscyamin und Scopolamin, die bereits ab Mengen von 0,3 g Wirkungen wie Sinnestäuschungen, gesteigerte Erregung, Übelkeit oder auch Sehstörungen und Atemlähmung hervorrufen können. Der Weiße Stechapfel enthält die giftigen Tropan-Alkaloide (S)-Hyoscyamin und Scopolamin, die bereits ab Mengen von 0,3 g Wirkungen wie Sinnestäuschungen, gesteigerte Erregung, Übelkeit oder auch Sehstörungen und Atemlähmung hervorrufen können. Das homöopathische Mittel Stramonium, das aus dem Weißen Stechapfel gewonnen wird, wirkt beim Menschen also auf das Nervensystem, die Muskeln und den Kreislauf. [1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Stramonium eignet sich bei Personen, bei denen akute schwere Erkrankungen des Nervensystems oder des Gehirns eintreten. Dazu gehören unwillkürliche Muskelzuckungen (Tics), Anfallsleiden (Epilepsie), Fieberkrämpfe bei Kindern, Hirnhautentzündungen, die meist mit hohem Fieber einhergehen. In diesen Fällen ist von einer Selbstbehandlung absolut abzuraten, ein Facharzt muss zwingend hinzugezogen werden. Leichtere Erkrankungen können einer Selbstbehandlung -nach Rücksprache mit einem Arzt- zugänglich sein[1][2]:

  • Kindlicher Autismus und Verhaltensstörungen
  • Einnässen (Enuresis)
  • Gesteigerte Unruhe bei Kindern
  • Kopfschmerzen
  • Manie
  • Nachtschreck (Pavor nocturnus)
  • Angsterkrankungen (Phobien)
  • Stottern
  • Schielen (Strabismus)

Wo wirkt es?: Stramonium wirkt vor allem an folgenden Organsystemen[1][2]:

  • Nervensystem
  • Muskeln
  • Kreislauf
  • Genitalien

In welchem Alter?: Die Anwendung von Stramonium ist in jedem Lebensalter geeignet.[1][2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zu den Leitsymptomen, den sogenannten wahlanzeigenden Beschwerden für Stramonium, zählen Phobien, dabei vor allem Furcht vor der Dunkelheit (z.B. im Tunnel oder vor schwarzen Dingen), vor dem Alleinsein sowie vor Wassergenauso wie Panik und Anklammern. Gewalt, Aggressivitätund Zerstörungswut sowie Verhaltensstörungen sind ebenfalls typische Symptome, die auf Stramonium als Mittel der Wahl hindeuten. Gleiches gilt für Rückzug, Autismus oder Zuckungen und Tics sowie Epilepsie. Weitere wahlanzeigende Beschwerden sind Asthma, Einnässen und Fieberkrämpfe, aber auch Hyperaktivität, Kopfschmerzen und Hirnhautentzündung. Charakteristisch sind zudem Stotternund Schielen.[1][2]

Verbesserung: Gesellschaft und Licht sowie Berührung, Geborgenheit und Wärme führen typischerweise zur Verbesserung der Symptome.

Verschlechterung: Dahingegen bewirken Alleinsein, Hitze und Sonne sowie Regen und Wind eine Verschlechterung der Beschwerden. Dies gilt auch für Dunkelheit und Schlaf, vor allem für langen Schlaf, aber auch für Schlafmangel. Die Symptome verschlechtern sich zudem durch Wasser,Zahnung, glänzende Gegenstände oder Schlucken und Berührung sowie Impfung und im Herbst. Eine bestehende Unruhe kann durch Süßigkeiten und ein bekanntes Asthma oder Infekte können durch Milch verschlechtert werden.[1][2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Entsetzliche Angst und Panik sind charakteristisch für den Stramonium-Kranken: Er fühlt sich einsam und verlassen in einer übermächtigen Welt, hat Angst im Dunkeln, schläft nur mit Licht und erwacht, wenn das Licht ausgeschaltet wird. Zudem hat er Angst in engen Räumen sowie in Tunneln, aber auch in Menschenmengen. Die Umstände oder Dinge, vor denen der Patient Angst entwickeln kann sind zahlreich, weitere Beispiele:

  • Alleinsein
  • Wasser (als Geräusch oder über dem Kopf)
  • Tod und Schmerzen, Gewalt
  • Hunde
  • Hexen, Monster und ausgedachte Gestalten

Egal, unter welcher Angst der Patient leidet: Die Angst ist immer panikartig und unkontrollierbar. Der Patient sucht Hilfe, klammert sich an Menschen und sucht Schutz.

Pavor nocturnus, eine bei Kindern häufig auftretende Schlafstörung, typischerweise gekennzeichnet durch einen lauten Aufschrei, starke sogenannte vegetative Reaktionen wie bspw. Herzklopfen, schnelle Atmung und Kaltschweißigkeit. Die Kinder wirken zudem verängstigt und lassen sich weder ansprechen noch erwecken. Dieser Zustand kann bis zu 15 Minuten anhalten, danach erwachen die Kinder meist und fallen wieder in einen regelrechten Schlaf.

Gewalttätigkeit ist ein weiteres Leitsymptom. Sehr schnell reizbar können Kranke, in rasende, gewalttätige Wut geraten, die zerstörerisch gegen Menschen, Gegenstände oder gegen sich selbst gerichtet sein kann. Das Gesicht verzerrt, flucht, beißt oder schlägt er um sich und scheint Spaß daran zu haben.

Hyperaktivität: Der Stramonium-Kranke ist oft hastig und eilig, fasst alles an, läuft umher und geht im Kreis herum, spielt Possen und wirkt läppisch. Unkontrollierte Bewegungen, Grimassieren oder fröhliches Tanzen, Lachen und Singen kommen auch vor.

Gegenteiliges Verhalten gehört auch zum Krankheitsbild:

  • Rückzug von allem (Autismus), scheint nicht erreichbar
  • Melancholie und Traurigkeit abwechselnd mit Aufgeregtheit
  • Wahrnehmungsstörungen von Orten
  • Lachen und Weinen in schneller Folge
  • Religiöse Manie mit beten und singen

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Epilepsie, Kopfschmerzen (mit rotem, heißem Kopf und kalten Armen und Beinen) und Hirnhautentzündung sind Beschwerden, die auf Stramonium als homöopathisches Mittel der Wahl hindeuten können.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Stottern und Schielen sind ein für Stramonium charakteristisches Symptom.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Stramonium-Patient leidet häufig an Asthma.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Stramonium-Typ zeigt ein Verlangen auf Süßes, saure Früchte wie Zitronen oder Orangen, aber auch auf Gemüse, Salz und Eis sowie Alkohol. Er hat einen großen Durst, aber eine Abneigung zu trinken. Fehlender Appetit mit Durst ist typisch für ihn. Charakteristisch ist zudem die Abneigung gegen Wasser, Muttermilch und vermischte Speisen.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Einnässen, aber auch Harnverhalt (als begleitendes Symptom bei anderen akuten Beschwerden) sind für Stramonium typische Symptome.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Fieberkrämpfe (mit Fieberdelir, welches unter anderem mit Bewusstseinsstörungen einhergeht) gehören ebenso wie Kopfschweiß (tagsüber) und ein nicht erleichternder, kalter und öliger Schweiß zu den auf Stramonium hinweisenden Symptomen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Stramonium-Patient hat große Furcht vor dem Bett und vor dem Einschlafen und versucht daher, beides um jeden Preis zu meiden. Er ist typischerweise schlaflos im dunklen Zimmer und schläft manchmal im Knien oder auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen. Im Schlaf hat er die Augen halboffenund deckt sich oft ab. Sein Schlaf ist extrem ruhelos, v.a. um Mitternacht und 02.00 Uhr. Schlafwandeln, Zähneknirschensowie Lachen, Zucken und Auffahren oder aber Schreien werden ebenfalls beschrieben. Der Stramonium-Patient erwacht oft mit wildem Blick, schreit, klammert und erkennt niemanden im Halbschlaf. Zudem ist er morgens besonders reizbar.[1] [2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Aconitum napellus

Zu den Leitsymptomen von Aconitum napellus gehört ebenfalls eine extreme Angst oder Panik, die bis zur Todesangst gehen kann. Auch für dieses homöopathische Mittel ist Angst in einer Menschenmenge, in engen Räumen oder im Dunkeln und in Tunneln charakteristisch. Beide Mittel verbindet zudem die Furcht vor dem Tod. Im Gegensatz zu Stramonium wird hier jedoch auch die Angst vor offenen Plätzen oder über eine belebte Straße zu gehen beschrieben. Die Panik des Aconitum napellus-Typs wird außerdem von starken Reaktionen wie Herzklopfen, Röte und Hitze des Gesichts, schwerer Atmung oder Hyperventilation begleitet. Den beiden Arzneimitteltypen sind zudem das Verlangen nach Gesellschaft sowie eine Ruhelosigkeit mit eiligem und hastigem Verhalten gemein. Bei Aconitum stehen jedoch vor allem Beschwerden als Folge von Schreck, einem seelischen Schock oder einer Katastrophe im Vordergrund – auch wenn sie lange zurückliegen. Der Aconitum napellus-Typ zeichnet sich außerdem durch eine Überempfindlichkeit gegen Geräusche, Licht und Berührung aus. Plötzlich wechselnde Stimmung ist für beide Mittel typisch, auch der Aconitum napellus-Patient ist in einem Moment extrovertiert, lustig, singt und tanzt und ist dann traurig, depressiv und ängstlich. Er zeichnet sich genauso durch Raserei abwechseln mit Lachen oder Weinen aus und gerät ebenfalls schnell außer sich.[1][2]

Belladonna

Plötzliche Wutausbrüche, hohes Fieber mit Halluzination und Fieberdelir sowie Fieberkrämpfe zählen genau wie bei Stramonium auch zu den Leitsymptomen von Belladonna. Der Belladonna-Typ hat ebenfalls Furcht vor eingebildeten Dingen, z.B. vor Gespenstern oder Tieren oder meint, es befinde sich jemand unter seinem Bett. Er sieht oftmals schreckliche Gesichter beim Schließen seiner Augen, leidet unter Phantasien von Verfolgung, Feuer oder drohendem Tod. Ebenso wie der Stramonium-Typ versucht er zu fliehen oder versteckt sich, springt beispielsweise aus dem Bett. Die beiden Mittel verbindet zudem die Furcht vor Tieren, vor allem vor Hunden sowie ein Durst, der mit einer Abneigung zu trinken verbunden ist. Eine weitere Gemeinsamkeit sind die plötzlichen Wutausbrüche, bei denen der Belladonna-Patient ebenfalls spuckt, beißt oder mit dem Kopf gegen die Wand schlägt. Er zerreißt dabei zudem Dinge, zieht anderen an den Haaren, schreit oder lacht unmotiviert und laut und verzerrt das Gesicht. Als charakteristisch werden auch plötzliche Stimmungsumschwünge, launenhaftes und eigensinniges Verhalten sowie eine Unzufriedenheit mit sich selbst bei Belladonna beschrieben. Der Belladonna-Typ will ebenfalls bei Licht schlafen, hat schreckliche Visionen, sobald er die Augen geschlossen hat und jammert, schreit oder spricht laut im Schlaf. Hochfahren aus dem Schlaf, plötzliche Zuckungen oder Zähneknirschen während des Schlafs sind ebenfalls typisch. Die Beschwerden werden in der Bauchlage oder durch Zurückbeugen verbessert, während Erschütterung, Berührung und Abkühlung eine Verschlechterung bewirken.[1][2]

Nux vomica

Der Nux vomica-Typ wird als streitsüchtig beschrieben. Schreckliche Wutanfälle, bei denen er rast, schlägt, tobt und beißt, können bis hin zu Gewalttaten reichen. Besonders morgens ist er überaus reizbar. Er schläft spät und nur schwierig ein und weint und spricht im Schlaf. Typisch ist ein Erwachen um 03.00 oder 04.00 Uhr mit Gedankenandrang. Zu den wahlanzeigenden Beschwerden gehören ebenso wie bei Stramonium Asthma bronchiale, Fieberkrämpfe und Schielen. Charakteristisch für den Nux vomica-Patienten ist allerdings eine nervöse Reizbarkeit und Überempfindlichkeit. Er fühlt sich immer durch irgendetwas gestört, wird schnell unbeherrscht und ist schnell beleidigt sowie nachtragend und rachsüchtig. Zudem besteht bei ihm eine Empfindlichkeit für Gerüche, Licht und Geräusche. Typisch ist zudem, dass er sehr kälteempfindlich und kaum aufzuwärmen ist, keine Schmerzen erträgt und in Ohnmacht fällt, wenn er Blut oder Wunden sieht. Außerdem wird er als vom Ehrgeiz besessener Workaholic beschrieben, der sich aufgrund seines inneren Drangs, etwas zu erreichen, zu viel aufhalst und sich schlecht abgrenzen oder entspannen kann. Darüber hinaus wird er als pedantisch und pflichtbewusst beschrieben.[1][2]

Cuprum metallicum

Zu den Leitsymptomen von Cuprum metallicum gehören unter anderem Anfälle von Aggressivität, Krampfanfälle, Kopfschmerzen und Hirnhautentzündung sowie Asthma. Der Cuprum metallicum-Typ hat Furcht, wenn sich jemand nähert und eine starke Abneigung, angesehen oder berührt zu werden. Er hat außerdem Angst vor Fremden, sieht Diebe, befürchtet Feuer und hat Angst mit rotem Kopf. Auch er versucht, zu „fliehen“ und versteckt sich aus Furcht. Dabei hat er jedoch im Gegensatz zum Stramonium-Typ Schuldgefühle und meint, er habe etwas falsch gemacht. Beide Mittel ähneln sich zudem in ihrer Neigung zu plötzlichen Wutanfällen. Der Cuprum metallicum-Typ kann ebenso gewalttätig werden und dabei treten, schlagen, spucken und schreien, beißen oder Dinge zerstören. Auch er lacht krampfhaft und zieht Grimassen, äfft dabei jedoch andere nach. Genauso wie der Stramonium-Patient weint er im Wechsel mit Übermut. Modalitäten sind Verbesserung der Beschwerden durch kalte Getränke sowie Schwitzen und Druck, wohingegen Emotionen, Schlafmangel und Berührung die Symptome verschlechtern.[1][2]

Hintergrundinformationen

Der Weißen Stechapfel (Datura stramonium), auch unter dem Namen Gemeiner Stechapfel bekannt, stellt in Mitteleuropa den häufigsten Vertreter der Gattung der Stechäpfel (Datura) dar. Die exakte Herkunft dieser Pflanze ist bisher noch nicht geklärt, meist wird ein Ursprung aus Mittel- und Nordamerika angenommen. In Mitteleuropa kommt der Weiße Stechapfel auf stickstoffreichen Böden wie beispielsweise an Wegrändern oder auf Müll- und Schutthalden vor. Es handelt sich bei dem Weißen Stechapfel um eine einjährige, aufrecht- bis buschig wachsende Pflanze, die eine Höhe von 0,2 bis 1,2 m erreichen kann. Sie bildet von Juni bis Oktober Blüten aus, die sich allerdings erst zur Nacht öffnen, da sie hauptsächlich von Nachtfaltern besucht werden. Aus den Blüten entstehen stachelige oder aber unbestachelte viergeteilte Kapseln, die schwarze Samen enthalten.[1][2][3][4][5]