Globuli von R bis S

Sarsaparilla Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Das homöopathische Einzelmittel Sarsaparilla wird aus dem Saft der in Mittel- und Südamerika beheimateten Stechwinde (Smilax officinalis) gewonnen. Zur Herstellung des Mittels wird ausschließlich der Wurzelstock verwendet. Sarsaparilla ist eine Arznei, die hauptsächlich bei Urogenitalerkrankungen zur Anwendung kommt. Ferner wird sie bei Hautleiden oder rheumatischen Beschwerden verabreicht. Je nach Schweregrad der vorliegenden Symptome eignet sich das Mittel zur Selbstbehandlung. Bei einer Verschlimmerung oder Chronifizierung des Leidens sollte ein Arzt konsultiert werden.[1][2][3][4]

Anwendungsmöglichkeiten

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Bei welchen Beschwerden?

Sarsaparilla kann bei einer Harnwegsentzündung (Zystitis), einer Nierenbeckenentzündung mit Nierenkoliken oder abgehenden Nierensteinen verabreicht werden. Es passt zu Beschwerden beim Wasserlassen, insbesondere dann, wenn Schmerzen auftreten, sobald die Harnausscheidung zum Ende kommt. Mitunter sind die Patienten nicht in der Lage, im Sitzen zu urinieren. Mit Nierenkoliken einhergehende Rückenschmerzen können eventuell mit Sarsaparilla behandelt werden. Ferner kann das Mittel bei nächtlichem unwillkürlichem Wasserlassen verabreicht werden.[1][2][3][5][6]

Sarsaparilla passt außerdem zu Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis), Herpes und zu verschiedenen schuppenden oder nässenden Ausschlägen. Es wird vor allem dann verabreicht, wenn der Patient über starken Juckreiz klagt. Vor allem bei Frauen kann es vor der Menstruation zu feuchten Hautausschlägen auf der Stirn kommen. An den männlichen Genitalien, die unter Umständen sehr unangenehm riechen, können Ausschläge auftreten. Beim Samenerguss kann das Ejakulat Blut enthalten. Früher wurde das Mittel zur Behandlung der Symptome und Folgeerscheinungen sexuell übertragbarer Krankheiten verabreicht. Rheumatische Beschwerden können eventuell auf diese Arznei gut ansprechen. Die Patienten leiden an lähmenden, reißenden Schmerzen in den Extremitäten und Knochen. Die Schmerzen verschlimmern sich meist nachts.[1][2][3][5][6]

Ferner passt Sarsaparilla zu linksseitigen Kopfschmerzen, die im Hinterkopf beginnen und über den Scheitel zur Schläfe oder bis in die Nasenwurzel hinein wandern. Der Schmerz verschlimmert sich beim Gehen. Eine Abneigung gegen Nahrung jeder Art – Übelkeit schon allein beim Gedanken an Essen – kann ebenfalls eine Heilanzeige für das Einzelmittel sein. Koliken des Unterbauches mit schmerzhaften Blähungen können auftreten. Auch Durstlosigkeit ist ein typisches Symptom der Arznei. Patienten, zu denen die Arznei passt, sind häufig unterernährt und wirken vorzeitig gealtert (Marasmus). Der Bauch ist mitunter aufgetrieben.[1][2][3][5][6]

In welchem Alter?

Sarasaparilla passt zu Patienten jeden Alters: zu Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen. Die Beschwerden, die mit dieser Arznei behandelt werden, verschlimmern sich allerdings mit fortschreitendem Alter.[1]

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Verbesserung: Der Zustand des Patienten bessert sich durch Ruhe. Urogenitalbeschwerden können durch Wärme gelindert werden. Das Urinieren fällt im Stehen leichter.[1][5][6]

Verschlechterung: Nachts, früh am Morgen und im Frühjahr verschlechtert sich der Zustand des Patienten in der Regel. Bewegung und Feuchtigkeit verschlimmert das Leiden. Insbesondere feuchte Hitze führt zu verstärktem Jucken bei Hautausschlägen.[1][5][6]

 

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative homöopathische Mittel

Petroleum rectificatum

 

 

Berberis