Globuli von P bis Q

Petroleum rectificatum Globuli

© panthermedia.net / Thomas Francois

Petroleum rectificatum ist ein homöopathisches Mittel, das aus Rohöl (Petroleum, auch Erdöl genannt) gewonnen wird. Bei Rohöl handelt es sich um ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen und Harzen, das herkömmlicherweise als Brennstoff Verwendung findet.

Die homöopathische Therapie mit Petroleum rectificatum zielt auf die Behandlung von Übelkeit, Brechreiz, Durchfall und Schwindel ab. Außerdem wird es bei Hauterkrankungen, die auf dem Boden von trockener Haut entstehen, angewendet. Diese sind meist durch eine gestörte Schweißbildung bedingt. Krankheitsbilder wie Schuppenflechte (Psoriasis), Milchschorf und Herpes-Infektionen (Herpes simplex) sind typische Beschwerden, bei denen Petroleum rectificatum hilfreich sein kann. Es wird auch gerne bei Reisekrankheit gegeben, die mit Hinterkopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit einhergeht.[5]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Petroleum rectificatum kann bei Menschen mit sehr trockener Haut immer in Betracht gezogen werden, besonders wenn dies mit Hautausschlägeneinhergeht. Die Patienten kratzen bis die Haut blutet. Nach dem Kratzen verspüren sie ein Kältegefühl.[3] Außerdem haben die Patienten brennende Schmerzen an den betroffenen Hautarealen. Die Kombination von Hautausschlägen mit Herpes (Herpes simplex virus) sollte an Petroleum rectificatum denken lassen.
Personen, die von diesem Mittel profitieren, schwitzen leicht, obwohl ihnen immer kalt ist. Sie können einen starken Körpergeruch aufweisen, zum Beispiel nach Knoblauch, ohne diesen zuvor gegessen zu haben.
Des Weiteren kommt Petroleum rectificatum Menschen zugute, die unter Reisekrankheit mit Übelkeit, Erbrechen und kaltem Schweiß leiden. Patienten, die Petroleum benötigen, denken häufig an Essen. Sogar nachts überkommt sie ein Heißhunger. Sie sind schnell gesättigt, essen aber dennoch weiter. Es kann bei Bulimie und Anorexie gegeben werden, ebenso bei anderen Formen der Abmagerung oder Durchfall. [4][6]

Wo wirkt es?: Petroleum rectificatum wirkt besonders auf die Haut und wird bei Hautausschlägen eingesetzt, die trocken und rissig sind. Außerdem wirkt es auf den Magen-Darm-Trakt, besonders wenn Durchfälle (Diarrhöen) auftreten. Es wird auch bei Reisekrankheit eingesetzt, die mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht.[2]


In welchem Alter?:
Petroleum rectificatum kann prinzipiell in jedem Alter verabreicht werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Patienten leiden unter Hautausschlägen (Ekzeme), die vor allem in Gelenkbeugen und Hautfalten auftreten.
  • Patienten haben eine besonders trockene Haut, die Hände sind im Winter rissig, springen auf, bluten und heilen im Sommer ab. Dies tritt in jedem Winter auf. Die Fingerspitzen sind rau und aufgesprungen. Es besteht eine Neigung zu Druckgeschwüren (Dekubitus).
  • Mit Petroleum rectificatum können ebenfalls Frostbeulen behandelt werden.
  • Häufig überfällt den Patienten ein Schwindelgefühl, vor allem beim Aufstehen, als ob er betrunken oder seekrank sei.
  • Es tritt gelegentlich Durchfall auf, der durch Verzehr von Kohl ausgelöst wird und daher auch charakteristisch nach Kohl riecht. Der Durchfall tritt tagsüber auf, ist wässrig und herausschießend. Stürmisches Wetter kann den Durchfall verstärken.[1][2]

Verbesserung: Die Symptome verbessern sich bei Trockenheit und Wärme.

Verschlechterung: Winter und Kälte verschlechtern die Symptomatik, ebenso wie passive Bewegung, zum Beispiel Autofahren und Gewitter.[4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Gesichtshaut ist trocken und spannt, als wäre sie von getrocknetem Eiweiß bedeckt.Auf den Augen liegt ein Druckgefühl, die Augenlider neigen zu akuten Entzündungen und sind gerötet und mit Schuppen oder Schorf bedeckt. Die Augen umgebende Haut ist rau und der Tränensack eitert. Dadurch entsteht ein Schmerz im Hinterkopf. Der Tränenkanal kann ebenfalls entzündet sein, eitern und einreißen. Durch all diese Symptome kommt es zu Verschwommensehen und Weitsichtigkeit.Die Nase blutet und um sie herum bilden sich Eiterbläschen. Die Nasenlöcher sind rissig und brennen, die Nasenspitze juckt.
Zahnschmerzen treten auf und die Zähne fühlen sich taub an. Es besteht übler Mundgeruch, der Mund ist trocken und die Zunge weiß belegt.[1][2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht Heiserkeit und eine Trockenheit im Hals. Der Hals ist trocken und brennt, beim Schlucken bestehen stechende Halsschmerzen. Dadurch kommt es zu Husten, der Kopfschmerzen verursachen kann.[1][2]

In der Brust besteht ein Beklemmungsgefühl, das sich durch kalte Luft verschlechtert. Auf Rücken und Brust kommt es zu Hautausschlägen. Scharfe Schmerzen schießen die Brustwirbelsäule bis in den Hinterkopf hinauf, dies tritt typischerweise während einer Entbindung auf. Im Nacken kann es zu einem Steifigkeitsgefühl und ebenfalls zu Schmerzen kommen, die sich bis in den Kopf erstrecken.[1][2]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Dem Patienten ist übel und er neigt zu Erbrechen, dies teilweise über den gesamten Tag verteilt, aber besonders am Morgen gleich nach dem Erwachen. Somit besteht meist eine Unfähigkeit zu frühstücken. Während der Übelkeit besteht starker Speichelfluss. Nach dem Fahren und beim Aussteigen aus einem Wagen überkommt den Patienten ebenfalls Übelkeit. Manchmal ist die Übelkeit so stark, dass die Atmung behindert wird. Es kommt häufig zu Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Es besteht eine starke Abneigung gegenüber fetten Speisen und Fleisch. Während oder unmittelbar nach dem Stuhlgang kommt es zu Hungergefühl. Der Patient steht unter Umständen nachts auf, um Nahrung zu sich zu nehmen. Durchfall tritt nur tagsüber auf.[1][2]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Harnröhre kann chronisch entzündet sein und sich verengen. Ebenfalls können Blasenentzündungen auftreten und das Ablassen des Harns kann erschwert und schmerzhaft sein. Bettnässen tritt auf. Der Urin stinkt, ist blutrot und trüb.[1]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Mann kann das Mittel hilfreich sein, wenn der Genitalbereich gerötet und geschwollen ist und schmerzt. Es treten auch Entzündungen und Schwellungen der Prostata auf. Der Hodensack kann ebenfalls jucken, gerötet sein und einnässen. Die Haut des Hodensacks ist rau, rissig und blutend, dies dehnt sich bis zu den Oberschenkeln aus.

Bei der Frau kommt es auch zu Entzündungen mit Rötung und Schwellung im Genitalbereich, des Weiteren ebenfalls zu Hautausschlägen.[1][2]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

An den Händen entstehen schmerzhafte Frostbeulen und die Adern sind aufgetrieben. Die Fingerspitzen sind rau, rissig und aufgesprungen und es treten dort stechende und schneidende Schmerzen auf. Die Gelenke sind steif und knacken bei Bewegung.[1][2]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Petroleum rectificatum hat eine große therapeutische Bedeutung bei Problemen mit der Haut, vor allem, wenn diese rau, trocken und rissig ist. Die Haut zeigt typischerweise ein schmutziges Aussehen. Es kommt zu Rissen hinter den Ohren und an den Fingerspitzen. Manchmal springt die Haut an den Händen auf und blutet. Diese Beschwerden treten in jedem Winter auf, im Sommer verbessern sie sich. Schon bei kleinen Verletzungen kommt es zu Eiterung, die Hautausschläge jucken und können trocken oder feucht sein und ebenfalls bluten. Durch Bettwärme verschlimmern sich die Ausschläge. Die Haut im Genitalbereich ist ebenfalls betroffen, auch hier kommt es zu Ausschlägen. Die Haut an den Füßen weist starke Schweißbildung auf und strömt häufig einen fauligen Geruch aus. Die Fußsohlen, ebenso wie die Handflächen, brennen. Weitere Symptome der Haut sind Kopfschuppen, Frostbeulen und Wundliegen (Dekubitus).[6]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf ist sehr unruhig und wird von schrecklichen Träumen gestört. Morgens besteht dann eine Unausgeschlafenheit, weswegen der Patient am Tage schläfrig ist.[1][2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Rhus toxicodendron

Rhus toxicodendron, aus dem Giftsumach (Hahnemann: Rhus radicans, Wurzelsumach) gewonnen, ist eine indianische Heilpflanze aus Nordamerika. Sie hat eine außerordentliche Reizwirkung auf die Haut, selbst die Ausdünstungen der Pflanze haben bei empfindlichen Menschen einen Effekt. Somit wird es als homöopathisches Mittel ebenfalls gerne bei Hautausschlägen im Genitalbereich gegeben, die allerdings eher zu Bildung größerer Blasen neigen. Petroleum rectificatum ist dagegen bei kleinen und juckenden Bläschen, die stechen und brennen, einzusetzen.[2]

Graphites

Graphites wird aus Graphit (Reissblei) hergestellt. Es hilft besonders bei Hautausschlägen, die eine dicke, honigartige, zähflüssige Flüssigkeit absondern. Im Gegensatz dazu ist die heraussickernde Flüssigkeit bei Ausschlägen, die mit Petroleum behandelt werden, eher dünn und wässrig.

Tabacum

Tabacum wird aus der Tabakpflanze (Nicotiana Tabacum) gewonnen, die ursprünglich aus Südamerika stammt. Tabak wird als Genussmittelkonsumiert, da er das Nervengift Nikotin enthält. Tabacum ist besonders wirksam bei der häufigsten Form der Reisekrankheit, die mit größter Übelkeit, Blässe, kaltem Schweiß und Erschöpfung einhergeht und sich durch frische Luft, Ruhe und Dunkelheit bessert, beziehungsweise durch Wärme verschlimmert wird.Petroleum rectificatum dagegen wirkt besser bei Symptomen in Verbindung mit Seekrankheit wie Hinterkopfschmerzen mit Schwindel aufgrund der Augenfokussierung auf die Wellen oder andere sich bewegende Dinge; außerdem bei Leeregefühl, Hunger oder Schmerzen im Magen.[2]

Hintergrundinformationen

Der Begriff Petroleum setzt sich aus dem griechischen Wort für Stein (petra) und dem lateinischen Wort für Öl (oleum) zusammen. Es beschreibt eine komplexe Mischung aus Kohlenwasserstoffen, also aus chemischen Verbindungen, die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen. Es gibt neben flüssigen Formen, wie dem Petroleum, auch gasförmige und feste Formen dieser Verbindung. Eine feste Form ist beispielsweise der Asphalt,der im Straßenbau benutzt wird.

Petroleum ist der historische Ausdruck für Erdöl oder Rohöl, das aus zersetztem organischem Material besteht und in der Erde in einer Tiefe zwischen 150 und 7500 Meter vorkommt.
Es wird als Brennstoff und als Reinigungsmittel verwendet. Außerdem findet es auch in der Lebensmittelindustrie Anwendung, hier sind es meist Petroleumdestillate. Diese werden auch bei der Herstellung von Kosmetika und Pharmazeutika, als Gleit-, Trenn- und Rostschutzmittel und bei vielem mehr verwendet.[4]
Das homöopathische Petroleum wird bei einer Siedetemperatur zwischen 180 und 220 Grad gewonnen und ist dann frei von Paraffinen, Benzin, Petroläther und Vaselin.[5]