Globuli von P bis Q

Quercus e glandibus Globuli

© panthermedia.net / Falk Richter

Im Unterschied zu vielen anderen homöopathischen Arzneien, liegt derzeit für Quercus e glandibus noch keine homöopathische Arzneimittelprüfung (AMP) vor. Eine Prüfung der Symptome einer Arznei an mehreren gesunden Personen ist für eine homöopathische Verordnung jedoch immer eine zwingende Voraussetzung. Für diesen Beitrag wurde die Heilwirkung der homöopathischen Arznei Quercus e glandibus und gesicherte Erkenntnisse aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde recherchiert und übernommen, da die Pflanze seit Jahrhunderten in der Pflanzenheilkunde bei der Behandlung verschiedener Krankheitszustände angewendet wird. Ob eine rein gedankliche Ableitung der Heilkraft von der Pflanzenheilkunde auf eine homöopathische Wirkung nach dem homöopathischen Heilprinzip zuverlässig eingeschätzt werden kann, ist allerdings fraglich und recht spekulativ.

Das homöopathische Mittel Quercus e glandibus wird aus den Eicheln des Eichenbaums gewonnen. Der Name Quercus stammt ursprünglich aus dem keltischen „quer: schön“ und „cuez: Baum“. Heilmittel, die aus verschiedenen Teilen der Eiche gewonnen werden, haben eine weit zurückreichende Anwendungspraxis. In der europäischen Kräutermedizin wurde die Eiche ebenfalls für ihre austrocknenden, blutungsstillenden und entzündungshemmenden (adstringierenden) Wirkungen der Rinde, Blätter und Eicheln genutzt. Die Rinde fand Verwendung beim Räuchern von Fisch, beim Gerben von Leder und wurde zum Heilen von Wunden und Durchfall eingesetzt. Heutzutage wird auch die, im Frühling geerntete, Rinde von jungen Zweigen verwendet. Das Präparat findet hauptsächlich Anwendung in Fällen von Alkoholismus, bei Schwindel und Milzerkrankungen. Die Eiche ist nah mit der Weide verwandt, die, durch Wirkstoffe wie das Salicin, ebenfalls über Eigenschaften verfügt, die das Fieber senken und den Schwindel bekämpfen.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Quercus e glandibus kommt bei verschiedenen Krankheitsbildern und Symptomen zur Anwendung. Zu diesen gehören Alkoholismus, schlechter Mundgeruch, Verstopfung, Durchfall, Fisteln, Schwindel, Bauchwassersucht, Gichtarthritis, Erkrankungen der Milz, immer wieder aufkommendes Fieber und eine krankhafte Erhöhung der weißen Blutkörperchen in der Milz (Leucocythemia splenica).[1]

Wo wirkt es?: Das homöopathische Arzneimittel Quercus e glandibus wirkt vor allem auf die Milz, den Verdauungstrakt und den Kopf.[1]

In welchem Alter?: Generell treten Erkrankungen, für die die Arznei hilfreich sein kann, eher im Erwachsenenalter oder höherem Alter auf.[1]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zu den Hauptbeschwerden zählen unter anderem Gelenksschmerzen, die durch Gicht ausgelöst werden. Außerdem Mundgeruch, der meist in Kombination mit Alkoholmissbrauch auftritt. Missbrauch von Alkohol ist ein wichtiges Symptom, in diesen Fällen könnte die Arznei sich als hilfreich erweisen. Auch Erkrankungen der Milz und die Behandlung des Schwindels können Anzeichen für Quercus sein.

Verbesserung:

Verschlechterung: Bücken, Aufregung, Angst.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die geistige Tätigkeit fällt durch eine intensive Ruhelosigkeit auf. Es besteht eine innere Unruhe durch die der Erkrankte immer aufgeregt wirkt. Gleichzeitig sind Personen, die Quercus e Glandibus benötigen, häufig depressiv und leicht zum Weinen geneigt. Weitere Charaktereigenschaften sind Schweigsamkeit bzw. Wortkargheit und die Kranken sind oft eher mürrisch. Die Personen haben Schwierigkeiten ihren eigenen Geistes- und Gemütszustand realistisch einzuschätzen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht ein intensives Schwindelgefühl, wobei der Schwindel häufig mit Milzbeschwerden und der linken Körperseite verbunden ist. Es entwickelt sich Angst vor Bewegung, die darauf gründet, dass bei Bewegung womöglich starker Schwindel oder ein Hirnschlag einsetzen wird. Im Kopf treten merkwürdige Gefühle auf, die an einen Zustand von Trunkenheit erinnern. Nach ein bis zwei Minuten verschwinden diese wieder.Gichtknoten auf dem Oberkopf und auf der Kopfhaut des Hinterkopfes sowie der Rückseite der Hände werden genannt.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Bindehäute der Augen sind gelb verfärbt. Das Gewebe um die Augen herum ist geschwollen und aufgedunsen. Oftmals tiefe Ringe um die Augen.Es werden Geräusche wahrgenommen, die von Anderen nicht gehört werden. Neben diesen Geräuschen im Kopf kommt es auch zu Taubheit oder eingebildeter Taubheit des Gehörs. Das Gesicht ist dauerhaft gerötet. Bei Anstrengung nimmt die Rötung sofort zu. Der Atem riecht intensiv faulig, sogar nach Stuhl. Die Zunge ist stark belegt.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In der Brust ein Gefühl der Beklemmung. Vor allem der Herzbereich ist betroffen. Durch Aufregung und Angst kann es zu dem Gefühl des Herzflatterns kommen. Das Herz arbeitet unregelmäßig.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schmerz in dem Bereich der Milz. Die Leber und die Milz können vergrößert sein. Außerdem können Schmerzen im Bereich des Hypochondriums auftreten. Bücken verschlimmert ebenfalls den Schmerz. Auch das Krankheitsbild einer Wasserbauchsucht (Ascites) kann vorkommen. Hierbei sammelt sich freie Flüssigkeit in der Bauchhöhle an (Alkoholmissbrauch, Leberentzündungen).Durchfall, der sich mit der Zeit wieder zurückbildet und den Leidenden schwächt, kann ebenfalls zur Symptomatik gehören. Wenn Durchfall einsetzt, lindert er oft die restlichen Symptome. Bei Alkoholikern können Abdominalfisteln auftreten.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Harnmenge ist erhöht. Es besteht sehr häufiger Drang zu urinieren.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

An den oberen Extremitäten werden gichtartige Schwellungen an den Handrückseiten sichtbar und die Arme zittern.Die unteren Extremitäten zeigen Krampfadern. Der Gang ist unsicher und wackelig.[1]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arsenicum album

Bei Alkoholabusus kann als Alternative Arsen in Frage kommen. Die Symptome treten bei Arsenicum album in charakteristischen, regelmäßigen Abständen auf und Betroffene leiden unter ruhelosem Schlaf mit heftigen Alpträumen. Fieber kann beispielsweise in regelmäßigen Abständen auftreten und die Kranken sind dann kalt schweißig. Wässrige, wundmachende Durchfälle können auftreten sowie Übelkeit mit starkem Erbrechen. Das Erbrochene kann teilweise blutig sein oder eine braun-schwarze Farbe aufweisen.[2]

Gelsemium

Gelsemium kann ein Alternativmittel gegen den Schwindel darstellen. Patienten, die Gelsemium benötigen, leiden unter Schwindel mit Schwarzwerden vor den Augen. Weitere Leitsymptome sind berstender Kopfschmerz, der sich ausdehnend und dann wieder zusammenziehend anfühlt. Es kann eine zittrige, lähmende Schwäche auftreten und der Patient kann möglicherweise kaum auf den Beinen stehen, weil ihm die Knie versagen. Durchfall kann bei Erregung und Angst hinzukommen.[3]

Cocculus indicus

Cocculus indicus kann auch eine Alternative bei Schwindelbeschwerden darstellen. Patienten haben oft eine Tendenz zur Depression und zeigen eine launenhafte Gereiztheit. Zu Beginn tritt meist Kopfschmerz auf, der von Übelkeit und Schwindel gefolgt wird und in Erbrechen enden kann. Cocculus indicus wird auch bei Reisekrankheit eingesetzt. Patienten zeigen zum Teil auch schnell Störungen des Gleichgewichtssystems während der Autofahrt oder auf einem Schiff.[4]

Urtica urens

Urtica urens kann eine Alternative bei Milzproblemen sein. Es bietet sich an bei Personen, die unter Übersäuerung leiden und dadurch Gichtanfälle entwickeln. Außerdem kann es bei Nesselsucht und allergischen Schwellungen mit typischen brennenden, stechenden Schmerzen zum Einsatz kommen. Auch Durchfall kann vorkommen, der dünnflüssig ist mit reichlicher Beimengung von Schleim. In der Nacht kann es zu unkontrolliertem urinieren kommen.[5]

Hintergrundinformationen

Die homöopathischen Globuli Quercus e glandibus entstammen aus den Früchten der Eiche (Quercus robur). Die Eiche gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae) und ist ein Jahrtausende alter, bedeutender Kultbaum. In viele Kulturen versprach er Heilung und Schutz. Die keltischen Druiden befanden ihn für heilig und die Eiche wurde Thor, dem Gott des Donners, geweiht. Auch unter den Griechen, zum Beispiel von Dioskurides im 1. Jahrhundert, wurde die Rinde der Eiche als Heilmittel eingesetzt. Die Pflanzenheilkunde verwendet die Rinde der Eiche vor allem wegen ihrer endzündungshemmenden (Quercetin), stopfenden, zusammenziehenden, gewebeverdichtenden und gefäßverengenden Wirkung. Bei Anwendung auf die Haut (topisch) kommt außerdem zu einer virusstatischen Wirkung, die sich vor allem gegen Herpesviren durchzusetzen vermag. Als Inhaltsstoffe der Rinde werden Flavonoide (Quercetin) und 8-20 % Gerbstoffe angegeben.[6]