Globuli von P bis Q

Quebracho Globuli

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Quebracho ist ein homöopathisches Einzelmittel, das aus der Rinde des weißen Quebrachobaumes gewonnen wird. Der Quebrachobaum ist in Südamerika beheimatet und gehört zur Familie der Apocynaceae. Die Rinde wird seit alten Zeiten von den Indianern in Argentinien als Fiebermittel, gegen Atembeschwerden und zur allgemeinen Kräftigung verwendet. In Deutschland ist Quebracho erst seit 1987 in Gebrauch und wird in der Phytotherapie bei Asthma, Staublunge, spastischer Bronchitis, Kurzatmigkeit und einer Überblähung der Lunge (Emphysem) angewandt. In der Homöopathie wird Quebracho als das „Digitalis der Lunge“ bezeichnet und ist bei Asthma, Atemnot infolge Herzleidens (Herzasthma, kardiales Asthma) und anderen Erkrankungen der Lunge indiziert. Überdosierungen sind zu vermeiden, weil es danach unter anderem zu Erbrechen kommen kann.[1][2] Quebracho eignet sich im Rahmen einer akuten Erkrankung für die Selbstbehandlung, bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Quebracho ist indiziert bei zeitweiligen Störungen der Sauerstoffanreicherung des Blutes, einer Verengung der Pulmonalklappe des Herzens (Pulmonalklappenstenose) oder einem Blutgerinnsel (Thrombose) der Lungenarterien. Es wirkt sehr gut bei vielen Fällen von Asthma.[2]

Wo wirkt es?: Quebracho besitzt eine große Wirkung auf die Atemzentren. Es regt diese an, steigert die Sauerstoffaufnahme des Blutes und vermehrt die Ausscheidung von CO2.[2]

In welchem Alter?: Quebracho kann in jedem Lebensalter angewendet werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Atemnot, besonders infolge einer Linksherzinsuffizienz (kardiales Asthma, Herzasthma)[2]

Verbesserung:

Verschlechterung:

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei vielen Arten von Asthma kann es Linderung bewirken, insbesondere bei Atemnot infolge einer Linksherzinsuffizienz (kardiales Asthma, Herzasthma).Bei einer Verengung der Pulmonalklappe im Herzen (Pulmonalklappenstenose) kann Quebracho indiziert sein, ebenso wie bei einem Blutgerinnsel (Thrombose) in der Lungenarterie.[2]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei einer chronischen Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) kann Quebracho angewandt werden, wenn es dabei durch eine Harnvergiftung zu Atemnot(Dyspnoe) kommt.[2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Coca

In der Homöopathie werden dazu die Blätter des Kokastrauches verarbeitet. Coca ist als Bergsteigermittel und bei Erschöpfung aufgrund körperlicher und geistiger Anstrengung in großen Höhen bekannt. Es findet also Verwendung bei verschiedenen damit verbundenen Beschwerden: Herzklopfen (Tachykardie), Atemnot(Dyspnoe), Angst und Schlaflosigkeit. Auch bei einer Überblähung der Lunge (Emphysem) kann Coca helfen. Der Verlust der Stimme ist ebenfalls ein wichtiges Symptom. Charakteristisch ist das Gefühl, als ob ein Wurm unter der Haut wäre.[2][3]

Arsenicum album

Als wichtigste Symptome können eine alles beherrschende Schwäche, Erschöpfung, Angst und Ruhelosigkeit angesehen werden. Nachts wird alles schlimmer, es werden brennende Schmerzen empfunden. Es kann auch bei mit Krankheitserregern behafteten Infektionen (Sepsis) angezeigt sein. Die Absonderungen der Schleimhäute sind scharf und beißend. Die Patienten sind sehr unruhig und leiden unter Todesangst. Die Atemnot bei Asthma wird besonders stark im Sommer. Die Nase wird als verstopft empfunden, der Husten kann mit blutigem Auswurf (Sputum) durchsetzt sein.[2][3]

Coffea

Coffea cruda-Patienten sind oft sehr empfindlich auf alle äußeren Eindrücke. Sie können unter nervösem Herzklopfen leiden. Gemütsbewegungen, sowohl positive als auch negative, lösen gefährliche Symptome aus. Die Schmerzen sind für den Patientenkaum erträglich.[2][3]

Hintergrundinformationen

Der Quebrachobaum (lateinisch Aspidosperma quebracho-blanco) ist ein Baum von 13-20 m Höhe. Der Stamm hat einen Durchmesser von über 1 m und besteht aus hartem Holz. Der Stamm ist von einer im Alter grauen, ziegelrot schimmernden, tiefrissigen Borke bedeck. Der Quebrachobaum hat den Wuchs einer Trauerweide. Die glatten, hängenden Zweige tragen immergrüne Blätter, die lederartig, ungeteilt,länglich, blaugrün und mehr oder weniger goldgelb bereift sind. Der Baum trägt gelbe Blüten und hat als Frucht eine graugrüne Balgkapsel. Die Rinde wird von den ausgewachsenen Bäumen geschält und an der Luft getrocknet. Die Heimat des Quebracho ist Südamerika, vor allem Argentinien, Bolivien und Chile.[1]