Globuli von P bis Q

Psorinum Globuli

© panthermedia.net / Hans-Joachim Schneider

Gewonnen aus den Pusteln der Krätze (Skabies) ist Psorinum eine Nosode. Nosoden sind Arzneimittel, die aus Erregern oder Ausscheidungen infektiöser Krankheiten gewonnen werden oder in ihrer Reinform Symptome einer infektiösen Krankheit hervorrufen können. [1]

Dieses aus Serum und Eiter bestehende (seropurulente) Mittel ist, wie alle Nosoden, bei chronischen Krankheitenzur Einnahme geeignet- falls die Symptome des Kranken ein ähnliches Bild aufweisen wie die zugrunde liegende Krankheit.

Psorinum ist bei Patienten indiziert, bei denen die Entstehung der chronischen Krankheit darauf zurückzuführen ist, dass eine zunächst akute Krankheit nicht oder nicht vollständig ausgeheilt wird. So bleibt diese entweder bestehen oder tritt erneut auf – und wird schließlich chronisch. Der Organismus wird dadurch zunehmend geschwächt, Symptome treten vermehrt und verstärkt auf. Zu Hautausschlägen, die nicht auskuriert wurden, können so zum Beispiel Atemwegs- oderMagen-Darm-Beschwerden hinzutreten.

Patienten, bei denen die Reaktionsfähigkeit des Organismus nicht ausreichend ist, um angemessen auf eine Krankheit zu reagieren, sind von sogenannter„psorischer Konstitution“.

Psorinum ist demnach ein Anti-Psorikum und angezeigt bei chronischen Leiden, die durch eine unvollkommen geheilte oder unterdrückte Erkrankung aufgetreten sind.[1][2][3][4]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Patienten, für die die Einnahme von Psorinum geeignet sein könnte, zeigen eine intensive Schwäche, die nach akuten Krankheiten auftritt. Sie sind häufig schlank und blass.

Es zeigen sich Beschwerden, die nach Unterdrückung von Krätze oder anderen Hautkrankheiten auftreten.

Charakteristisch sind somit Haut-Symptome wie trockene Haut und Ausschläge und ein übler Geruch, der von den Patienten ausgeht.
Psorinum- Patienten leiden darüber hinaus oftmals unter Verdauungsbeschwerden.
Kinder, bei denen die Gabe von Psorinum angezeigt ist, zeichnen sich durch ihre Blässe sowie kränkliche und schwache Verfassung aus. Auch sie verbreiten einenunangenehmen Geruch.
Säuglinge, für die die Einnahme von Psorinum in Betracht kommt, sind schlaf- und ruhelos und schreien viel, insbesondere nachts.

Wo wirkt es?: Die Nosode Psorinum leitet sich aus der Krätze-Krankheit (Skabies) ab und hat daher eine enge Beziehung zur Haut:es zeigen sich Symptome wie Ausschläge, starkeTrockenheit und intensives Jucken. Außerdem kann Psorinum positiv auf Geist und Gemüt, auf die Ohren, den Darm und Atmungsorgane einwirken.

In welchem Alter?: Psorinum kann sowohl bei Säuglingen und Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Als Folge von akuten Krankheiten fühlen sich Psorinum-Patienten besonders schwach und erschöpft, außerdem sehr ängstlich.
  • Charakteristisch für die Patienten sind unangenehme Gerüche: ihr ganzer Körper ist übel riechend, selbstnach einem Bad. Absonderungen jeglicher Art – von Schweiß bis Stuhl- verbreiten einen fauligen, aashaften Geruch.
  • Auffällig bei Psorinum-Patienten sind vor allem die Haut-Symptome und ihre schmutzige Erscheinung.
  • Ebenso bezeichnend für Psorinum-Patienten ist ihre ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Kälte.

Verbesserung: Besserung durch Liegen mit Kopftieflage, durch warme Kleidung – sogar im Sommer, während des Essens. Verbesserter Zustand auch vor dem Eintritt einer akuten Erkrankung.

Verschlechterung: Der Zustand des Patienten verschlechtert sich bei Kälte oder Hitze: Bettwärme, kalte und/oder frische Luft, kaltes Duschen.

Außerdem tritt Verschlechterung auf bei Wetterumschwung und Gewitter sowie durch geistige und körperliche Anstrengung. Die Beschwerden der Psorinum-Patienten werden außerdem stärker, wenn eine Krankheit unterdrückt wird.[1][2][5][6][7]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Psorinum- Patienten weisen eine ausgeprägt Schwäche und Mattigkeit auf, vor allem während der Erholungsphase von schweren akuten Krankheiten. Kennzeichnend ist ihre depressive Gemütslage. Diese kann durch Psorinum besonders positiv beeinflusst werden, wenn sie erstmalig in Folge einer akuten Krankheit aufgetreten ist. Passend dazu sind Psorinum-Patienten oft hoffnungslos, besonders bezüglich der Genesung von ihrer Krankheit. Oft sind sie sehr ängstlich, verzweifeltund melancholisch. Die Melancholie und Depressivität kann zu Selbstmordgedanken führen. Rückhalt finden Psorinum-Patienten oft in ihrer Religiosität. Die Patienten sind außerdem sehr schreckhaft. Auffallend ist, dass sich Patienten am Tag vor demAusbruch einer Erkrankung plötzlich sehr wohlfühlen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Haar von Psorinum-Patienten ist glanzlos, rau und trocken. Ebenso ist die Kopfhaut trocken und schuppt oder nässt.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist von einem feuchten Hautausschlag betroffen.Die Augen sind chronisch entzündet.
Um die Ohren herum finden sich nässende Krusten sowie entzündliche Stellen (Ekzeme), die übelriechende Sekrete absondern. Wie die Hautjucken auch die Ohren auf unerträgliche Weise.

Die Patienten leiden außerdem unter chronischer Otorrhoe: aus den Ohren fließt bräunlicher, Eiter,der nach verfaultem Fleisch riecht.
Sehr häufig sind die Patienten von Mandelentzündungen (Angina tonsillaris, Tonsillitis) betroffen: die Mandeln (Tonsillen) sind stark geschwollen und das Schlucken ist schmerzhaft.
Die Kehle ist dabei von zähem Schleim behaftet. Durch ständiges Räuspern lindern Patienten die Beschwerden der Angina und verringern gleichzeitig die Neigung zu erneutem Auftreten von Tonsillitiden.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Psorinum-Patienten haben häufig Heuschnupfen, der jedes Jahr wieder auftritt.Unterhalb des Brustbeins (Sternum) verspüren sie ein unangenehmes Gefühl, als befände sich dort einGeschwür (Ulkus).

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten plagt ein ständiges starkes Hungergefühl, sodass sie selbst nachts dem Drang nachgeben, etwas zu essen.Häufig müssen die Patienten aufstoßen, wobei sie den Geschmack von faulen Eiern verspüren.

Charakteristisch für Psorinum-Patienten ist ihr Stuhl: von dunkelbrauner Färbung, blutig, flüssig und spritzend sowie – ganz besonders – übel stinkend. Der Geruch ähnelt dem von Aas.
Meist leiden die Patienten unter Durchfall, der vor allem nachts spritzend herausschießt. Der Stuhl kann aber auch hart und trocken sein.

Kinder leiden dagegen häufig unter Verstopfung(Obstipation).

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Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Frauen, bei denen Psorinum zur Einnahme geeignet ist, zeichnen sich ebenfalls durch eine starke Schwäche aus- insbesondere Frauen in den Wechseljahren(Klimakterium).
Sie leiden außerdem unter übermäßigem klumpigem Scheidenausfluss (Fluor vaginalis, Leukorrhoe), der sehr übel riecht. Dies wird von starken Kreuzschmerzenn begleitet.
Auch ihre Regelblutung geht mit Gestank einher.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vorrangig sind Schmerzen am ganzen Körper. Psorinum-Patienten neigen verstärkt zu Verstauchungen und Verletzungen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Generell sind Psorinum-Patienten sehr anfällig für Erkrankungen der Haut.Am stärksten sind sie von exzessivem Juckreiz geplagt, der sie bis zur Verzweiflung bringen kann. Das Jucken wird in der Bettwärme stärker.

Die Haut der Patienten ist sehr trocken. Auffällig ist ihrschmutziges Aussehen, als würden sich die Patientennicht waschen.

Die Patienten leiden unter Hautausschlägen. Diese sind entweder feucht oder trocken und schuppig. Im Sommersind sie meistens abwesend, kehren aber im Winter bei kalten Temperaturen wieder. Besonders ausgeprägt sind die Hautausschläge um die Fingernägel herum und inHautfalten.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Psorinum-Patienten schwitzen meist sehr heftig – schon bei geringsten Anstrengungen, insbesondere beim Gehen.Wie die übrigen Körper-Absonderungen ist auch der Schweiß der Patienten übelriechend, allem voran der Fußschweiß.

Starker Schweiß tritt vor allem nach akuten Krankheiten auf. Mit ihm bessern sich jegliche Beschwerden des Patienten. Gegenüber Kälte- vor allem kalter Luft- und Wetterumschwung sind Psorinum-Patienten extrem empfindlich.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Durch intensives Jucken finden Patienten oft keinen Schlaf.[2][5][3][6][7][8]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Sulfur

Ebenfalls ein Antipsorikum ist Sulfur verwandt mit Psorinum und wirkt ergänzend (komplementär). Wie Psorinum hat es eine enge Beziehung zur Haut: in seiner Reinform ruft es ebenfalls krätzeartige Symptome hervor.Es ist somit vor allem angezeigt bei Hautsymptomen wie Jucken und Brennen, Ausschlägen und Entzündungen. Die Patienten zeichnen sich ebenfalls durch schmutzige, unreine Haut sowie einen üblen Körpergeruch aus. [2]

Graphites

Wie Sulfur ist auch Graphites ein Anti-Psorikum und somit ähnlich zu der Arznei Psorinum. Die Patienten leiden an Hautausschlägen sowie an dunkelbraunen, dünnflüssigen und stinkenden Stühlen.

Ein wichtiger Unterschied bezüglich der Hauterscheinungen besteht darin, dass beiGraphites-Patienten eine klebrige und zähe Flüssigkeit aus den Ausschlägenherausfließt. Bei Psorinum-Patienten ist dies nicht der Fall.[2]

China Officinalis

Patienten, bei denen die Einnahme von China angezeigt ist, sind ebenfalls durch starke Mattigkeit in der Genesungsphase einer Krankheit charakterisiert.Sie haben außerdem ebenso dunkelbraune, dünnflüssige und stinkende Stühle.

Während allerdings bei Psorinum-Patienten darüber hinaus der juckende Hautausschlag dominiert, sind bei China-Patienten Verluste von Flüssigkeiten, Blut oder Eitervorherrschend.[2]

Hintergrundinformationen

Psorinum wurde 1830 durch Constantin Hering erstmals angewandt und geprüft. Gleichzeitig war es Herings erste Herstellung von Nosoden. Er sammelte dazu den Eiter aus Krätzebläschen eines jungen Mannes, löste ihn in Weingeist und potenzierte ihn daraufhin. Mit dem entstandenen Präparat, Psorin genannt, führte er Prüfungen an Gesunden durch.

Die Anwendung an Skabies-Patienten erzielte bei diesen zwar deutliche Verbesserungen, gleichzeitig aber auchstarke Nebenwirkungen.

Hering erkannte, dass es zur Heilung dem Psorin bedurfte, welches aus Absonderungen eines anderen Skabies-Kranken stammte. Es war also nicht hilfreich oder ausreichend, das eigene infektiöse Material- von Hering „Autopsorin“ genannt- einzunehmen.

Darüber hinaus stellte Hering fest, dass die Wirksamkeit des Präparats die gleiche blieb, unabhängig von der ursprünglichen Ausprägung des Krätze-Ausschlags. Somit erkannte er Psorinum als „einzelnes, unbeeinflussbares und krankheitsspezifisches“ Ausgangssubstrat an, welches bei verschiedenen Prüfungen die gleichen Symptome hervorruft.[1]

Auch Hahnemann beteiligte sich an der Prüfung von Psorinum. Es war die erste Nosode, die er geprüft hat. Erbetonte dabei, dass das gewonnene Material potenziert und modifiziert sein müsse, um als Arzneimittel angewandt werden zu können. Dagegen kritisierte er die Anwendung von nicht-geprüften Nosoden.[1][7][9]