Globuli von P bis Q

Platinum metallicum Globuli

© panthermedia.net / Thomas Francois

Platinum metallicum ist ein extrem stabiles, rostfreies Edelmetall mit silbriger und glänzender Farbe. [1] Platinum (Pt) ist ein Edelmetall mit der Ordnungszahl 78 im Periodensystem. Es ist ein schweres Metall und dennoch weich, schmiedbar und korrosionsbeständig. Es erinnert mit seiner grau-weißen Farbe an Silber. Auch der Name leitet sich von Silber (span. Plata) ab: Plata bedeutet kleines Silber. Platin ist ein äußerst wertvolles Metall, es ist nach Rhodium das wertvollste Edelmetall. Es ist ungefähr neunzig Mal teurer als Silber und auch teurer als Gold. Da es auch viel härter und stabiler als Gold ist, wird es in der Schmuckindustrie häufig als Legierung verwendet. Aber auch reines Platin wird zu Schmuck verarbeitet. Es findet auch in der Medizin Verwendung, beispielsweise als Implantate, Herzschrittmacher, Dentalwerkstoffe oder ähnliches. In der Industrie wird es im Flugzeugbau, bei der Verkleidung von Raketen, in der Glasherstellung, in Elektroden und in Zündkerzen eingesetzt. Auch die Pharmazie verwendet Platin: einige Cytostatika enthalten Platinverbindungen.[4]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Platinum metallicum ist hauptsächlich ein Arzneimittel für Frauen, die fast immer sehr elegant auftreten, meist schlank und modebewusst sind. Sie sind sehr selbstbewusst und strahlen oft eine gewisse Arroganz aus.
Die Patientinnen leben meist eine starke Sexualität, der bis zur Nymphomanie gehen kann. Diese Fixierung kann sich teilweise bereits im Jungmädchenalter entwickeln. Die Patientin träumt von einer idealisierten, romantischen Liebe, die aber im wirklichen Leben kaum erfüllt werden kann. Aus dieser Enttäuschung heraus können sich Krankheiten entwickeln, ebenso wie Kummer und Ärger. Auch Idealismus, Stolz und Perfektionismus sind wichtige Themen. Platinum-Patientinnen haben die Erfahrung gemacht, dass sie sich auf andere nicht verlassen können und nur selbst Dinge richtig erledigen können. Daraus folgt ihre Überheblichkeit. Zusätzlich können sie sehr nachtragend sein.
Im weiteren Krankheitsverlauf entwickelt sich das Bild der arroganten, überheblich wirkenden Frau immer stärker. [1]

Wo wirkt es?:
Platinum wirkt in erster Linie auf das Gemüt und bei Gesichtsneuralgien, Schmerzen in der Beckenregion, im Magen und am Kopf. Es kann bei heftigen, ziehenden und drückenden Schmerzen indiziert sein. [1]

In welchem Alter?:
Platinum wird hauptsächlich bei Erwachsenen angewendet, seltener bei Kindern, da es eine längere Lebenszeit braucht, um Platinum Symptome zu entwickeln.
Bei Erwachsenen wird es oft Frauen gegeben, die durch Schreck, seelischen Schock, langwierige Aufregung oder Enttäuschung aus dem Gleichgewicht gebracht wurden. [3]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, bei denen Platinum angezeigt ist, haben oft Beschwerden durch in den Genitalorganen oder leiden unter Nervenschmerzen. Die Schmerzen sind auf eine Körperseite konzentriert. Folgende Leitsymptome können genannt werden:

  • Zusammenschnürungsgefühl, fühlt sich bandagiert, eingeengt
  • Gemütssymptome und körperliche Symptome wechseln sich ab
  • Taubheitsgefühle der Kopfhaut, des Gesichtes und Steißbeines
  • klebrige Absonderungen (Tränen, Nasenausfluss, Blut der Menstruation)
  • Schmerzen kommen und gehen allmählich
  • Kälte einzelner Körperteile [4]

Verbesserung: Beim Gehen im Freien, Sonnenschein, Strecken des Körpers [5], Weinen [1]

Verschlechterung: Durch Gemütsbewegungen, sexuelle Empfindungen, leeren Magen, Sitzen, Stehen, Rückwärtsbeugen, Berührung, während der Menstruation [5], abends [1]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen, die Platinum als Heilmittel benötigen, sind sehr häufig hochmütig: die Patienten haben die Wahnidee, in ihren Adern fließe königliches Blut. Sie empfinden sich als höhergestellt und tatsächlich auch als körperlich größer als andere Menschen. Dadurch leiden sie auch unter einem gestörten Sinn für Proportionen: Dinge erscheinen ihnen kleiner, als sie wirklich sind. Sie können anderen Menschen gegenüber sehr herablassend und verächtlich auftreten. Sie zeigen sich oft selbstverliebt (narzisstische Veranlagung), sind egoistisch und stolz. Ihre Stimmung ist sehr wechselhaft, sie weinen und lachen abwechselnd. Die erotische Seite wird sehr betont, unter anderem auch durch freizügige und extravagante Kleidung. Die Patienten hegen häufig eine Abneigung gegen Kinder. Die Patientinnen haben einen sehr stark ausgeprägten Sexualtrieb, der bis zur Nymphomanie gehen kann. Das sexuelle Verlangen ist gesteigert durch die starke Erregbarkeit der Sexualorgane.

Es können Zwangsgedanken auftreten, beispielsweise möchte die Mutter ihr eigenes Kind töten oder die Ehefrau ihren Mann. Hinweis: ein Auftreten solcher Symptome bedeutet die absolute Grenze der Selbstbehandlung – diese Patientinnen müssen ärztlich / psychiatrisch betreut werden.

Die psychischen Symptome treten bevorzugt auf, wenn die Patientin körperlich verletzt ist oder auch sexuell erregt ist. [5][6]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten haben einen spannenden, drückenden Kopfschmerz, der sich auf eine kleine Stelle beschränkt. Die Kopfschmerzen fühlen sich an wie zusammengeschnürt und können gemeinsam mit einem Taubheitsgefühl auftreten, nur an einzelnen Stellen sticht es. Bevorzugt treten die Schmerzen an der Stirn und am Scheitel auf. Auch die Wangenknochen können wie eingezwängt schmerzen. Ein weiteres vorherrschendes Gefühl ist die Kälte. Der Kopfschmerz kann sich anfühlen wie wenn Wasser in der Stirn wäre. [2][6]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten sehen Dinge kleiner, als sie sind. Es kann zu Zucken der Lider und einem krampfartigen Schmerz in den Augenhöhlen kommen. Die Augen fühlen sich kalt an. Die Ohren fühlen sich taub an, es können Ohrgeräusche wie Tosen und Donnern auftreten. Auch hier kann ein Taubheitsgefühl vorhanden sein, das durch die Backe bis in die Lippe reichen kann.

An der Nase kann sich ein krampfartiger Schmerz über der Nasenwurzel finden, der mit Taubheitsgefühl einhergeht. Auch Gesichtsröte kann auftreten.
Gesichtsschmerz, vor allem in der rechten Gesichtshälfte, mit Kribbeln, Kältegefühl und Taubheitsgefühl in den Wangenknochen bis zum Warzenfortsatz (Processus mastoideus) ist ein wichtiges Symptom. Die Schmerzen nehmen langsam zu und ebenso langsam auch wieder ab. Die Patientinnen schneiden unwillkürlich Grimassen. Es kann ein pulsierendes Wühlen in den Kiefern empfunden werden. [2][6]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Zusammenschnürungsgefühl in der Bauchregion ist sehr typisch für Platinum- Kranke. Die Patienten könnenBlähungen mit Übelkeit und Erbrechen verbunden aufweisen. Dennoch haben sie guten Appetit. Sie haben oftmals Heißhungerattacken, allerdings schwindet der Appetit mit dem ersten Bissen. Bei Traurigkeit hat die Patientin eine Abscheu vor den Speisen.Ein weiteres Symptom kann ein Schmerz in der Nabelgegend sein, der bis zum Rücken durch ausstrahlt. Die Patientin dreht und windet sich, um sich Erleichterung zu verschaffen. Die inneren Organe scheinen sich herabzudrücken.
Der Stuhl ist entweder hart und schwarz und wird nur in kleinen Stücken abgesetzt oder ist von klebriger Konsistenz und haftet am Mastdarm und After an. Auf Reisen kann es zu Verstopfung (Obstipation) kommen, ebenso wie in der Schwangerschaft. Durchfall (Diarrhö) kann häufig beobachtet werden, verbunden mit einer relativ starken Blutungsneigung. Jucken und Kribbeln am After sind ebenfalls mögliche Symptome.
Platinum wirkt gegen die Folgen einer Bleivergiftung (auch Malerkolik genannt), die sich unter anderem durch schmerzhafte Koliken äußert. [2][5][6]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei (seltenen) männlichen Patienten kann es zu einem lustvollen Kribbeln, Kitzeln und Jucken kommen, meist zusammen mit einem übermäßigen Sexualverlangen. [5]

Weibliche Patientinnen leiden oft unter schmerzhaften, überempfindlichen Geschlechtsteilen. Dies kann sich in innerlichem und äußerlichem Kribbeln und Jucken äußern. Die Eierstöcke (Ovarien) sind empfindlich und brennen.
Die Menstruationsblutungen sind zu früh und zu reichlich (Menorrhagie), oft schmerzhaft (Dysmenorrhoe) und enthalten oftmals dunkle Blutpfropfen (Koageln). Die Blutungen sind von Krämpfen und Frösteln begleitet und die Patientinnen leiden unter schmerzhaftem herab drängen der Organe. Auch bei Beschwerden vor der Menstruation (prämenstruelles Syndrom, PMS) kann Platinum indiziert sein. Blutungen außerhalb des normalen Zyklus (Metrorrhagie) sind ebenfalls ein Symptom.
Oftmals tritt ein Juckreiz im Genitalbereich (Pruritus vulvae) auf. Weißfluss (Leukorrhoe) kann ein Symptom sein. Auch eine Eierstockentzündung (Oophoritis), begleitet von brennenden Schmerzen, mit nachfolgender Sterilität ist möglich.Die Gebärmutter kann sich verhärten, gutartige Geschwulste der Muskelschicht (Myome) der Gebärmutter können auftreten.

Eine exzessive sexuelle Entwicklung kann vorliegen, teilweise schon vor der Pubertät beginnend. Daraus kann ein abnormes sexuelles Verlangen entstehen. [1][2][5]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Oberschenkel fühlen sich straff an, wie bandagiert und zu fest gewickelt. Dazu können ein Taubheits- und Schwächegefühlsowie das Gefühl einer Lähmung kommen. [2] Wadenkrämpfe werden beobachtet. [5]

Im Rücken kann sich ein Schmerz wie zerschlagen oder zerbrochen anfühlen, der stärker wird durch Druck und nach hinten beugen. Auch hier kann es zu Taubheitsgefühlen kommen. [5]

Auch die Finger können sich taub anfühlen. [5]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

An Hauterscheinungen wird Juckreiz und Kitzeln an wechselnden Stellen beschrieben. [5]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Platinum-Patienten können auf dem Rücken mit angezogenen Beinen und gespreizten Knien schlafen. Sie entblößen sich während des Schlafes oft vollständig. [2][5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

MedikamentName

Cuprum metallicum (Kupfer) ist eines der wichtigsten Mittel bei unterdrückten Ausschlägen oder Absonderungen, die dann „nach innen“ wandern. Es wirkt auf Nerven und Muskeln und weist als Hauptsymptome Krämpfe und Konvulsionen auf. Epilepsie kann ebenfalls auf Cuprum verweisen. Krämpfe während der Menstruation und schmerzhafte Magen-Darm-Koliken sind Symptome von Cuprum. Die Patienten sind eher furchtsam und überempfindlich – ganz anders als Platinum-Kranke. Die Haut oder die Lederhaut des Auges (Skleren) kann bläulich gefärbt sein. Die Beschwerden verschlimmern sich durch Aufregung, Zorn, Schreck, körperliche und geistige Überanstrengung sowie Berührung und heißes Wetter. Besserung tritt durch kalte Getränke ein. [2][5]

MedikamentName

Ignatia (Ignazbohne) beeinflusst sehr stark Geist und Gemüt. Es passt sehr gut zu nervösen, gefühlsbetonten Personen, die sich leicht erregen lassen und deren geistige und körperliche Zustände sehr schnell wechseln können. Oftmals sind es auch widersprüchliche Menschen. Es sind eher oberflächliche, wechselnde, wandernde und unberechenbar Symptome. Im Vordergrund stehen die üblen Folgen von Kummer, unglücklicher Liebe, Eifersucht, Sorge und Schock. Der körperliche Schmerz ist im Gegensatz zu Platinum an kleinen, umschriebenen Stellen zu finden. Kaffee, Tabak und Berührung verschlechtert. Alleinsein, Liegen auf dem schmerzenden Körperteil und Essen bessert den Schmerz. [2][5]

MedikamentName

Plumbum (Blei) ist ein Mittel, das bei Lähmungen und auch bei Kontraktionen angezeigt ist. Die typischen Lähmungen betreffen hautsächliche die Streckmuskeln (Extensoren) der Arme. Es können auch lokalisierte Nervenschmerzen auftreten. Oftmals ist auch die Blutbildung gestört, und es kommt zur Blutarmut (Anämie). Wie bei Platinum-Patienten kann auch hier ein Zusammenschnürungsgefühl der inneren Organe empfunden werden. Nervenleiden sind ein wichtiger Ansatzpunkt für Plumbum. Plumbum-Patienten sind im Gegensatz zu Platinum-Patienten oftmals niedergeschlagen und schweigsam. Verschlimmert durch körperliche Anstrengung, im Freien und Gesellschaft. Besser durch harten Druck und Reiben der Körperteile. [2][5]

MedikamentName

Stannum metallicum (metallisches Zinn) greift hauptsächlich das Nervensystem und die Atmungsorgane an. Die Schwäche (körperlich und geistig) ist sehr ausgeprägt, Sprechen verursacht ein Schwächegefühl im Hals und in der Brust. Zusätzlich zu der Schwäche können auch Lähmungserscheinungen und Krämpfe auftreten. Die Schmerzen kommen und gehen langsam, ebenso wie bei Platinum-Leidenden.. Absonderungen sind schleimig-eitrig. Die Patienten sind mutlos, traurig, ängstlich und weisen eine gewisse Menschenscheu auf. Verschlimmert durch Sprechen, Weinen, Kälte, Liegen auf der rechten Seite, durch Bewegung und warme Getränke. Besser durch Zusammenkrümmen und festen Druck. [2][5]

Hintergrundinformationen

Besonders beliebt ist das Edelmetall Platin in der Auto- und in der Schmuckindustrie. Durch seine einzigartigen Eigenschaften physikalischer und chemischer Natur, ist es ein sehr begehrter Werkstoff für wertvollsten, formbeständigen und nicht anlaufenden Schmuck.

Da Platin korrosionsbeständig ist- also weder anläuft, noch rostet- wird es sehr häufig als Bestandteil in Katalysatoren der Kraftfahrzeuge als kostbarer Werkstoff verbaut.

Im 17ten Jahrhundert hielten spanische Goldschürfer Platinum für „unreifes“ Gold und damit für minderwertig. Platinum und Aurum (Gold) verfügen beinahe über das selbe Gewicht und ähnlichen Glanz. Betrüger verkauften damals Platin als „echtes Gold“, was die spanische Regierung fast dazu bewogen hätte, große abgebaute Mengen Platin im Meer zu versenken. Seit langer Zeit ist Platin auf dem Handelsmarkt der Edelmetalle um ein Vielfaches teurer als Gold, da es unvergleichliche Festigkeit und Formbarkeit besitzt.[7]