Globuli von P bis Q

Petasites Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Das Mittel Petasites wird aus der Pestwurz (Petasites hybridus) gewonnen. Diese zur Familie der Korbblütler gehörende Pflanze war schon früh als Heilpflanze bekannt. Man sagte ihr nach die Pest heilen zu können, woraus auch ihr ungewöhnlicher Trivialname entstand. Um das homöopathische Mittel herzustellen, wird die gesamte Pflanze verwendet. Petasites zeigt besondere Wirkung bei Migräne ähnlichen Beschwerden und Ausfluss sowie juckenden Schmerzen beim Wasserlassen, vor allem bei Männern. Auch bei Beschwerden, die äußerlich einer Gonorrhoe ähneln, kann das Mittel Linderung verschaffen [1][2][3].

Anwendungsmöglichkeiten

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Bei welchen Beschwerden?

Einige in der homöopathischen Literatur sehr spezifisch beschriebene Kopfschmerzen können durch eine Behandlung mit Petasites eine Verbesserung erfahren: Typischerweise leiden die Betroffenen unter Kopfschmerzen, welche auf der linken Seite des Kopfes in Höhe der Schläfen beginnen. Die Schmerzen treten häufig bereits beim Aufwachen auf und es kann zu begleitendem Schwindel kommen. Im weiteren Verlauf ziehen die Beschwerden typischerweise über die Schädeldecke nach oben und zur rechten Seite und nehmen dort einen reißenden Charakter an. Die Patienten können das Gefühl haben, dass die Muskeln über ihrem Auge besonders gespannt sind, sodass sie zwinkern oder die Augen zukneifen müssen. Einige Betroffene leiden in der gleichen Zeit unter Zahnschmerzen [2].
Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Beschwerden im Bereich der Harnröhre und im Bereich der Hoden. Die Patienten, die von einer Behandlung mit Petasites profitieren können, verlieren häufig vor dem Wasserlassen einen gelblichen, schleimartigen Tropfen aus der Harnröhre, wobei die Harnröhre jedoch nicht gerötet oder entzündet ist. Im weiteren Verlauf kann der Betroffene ein krabbelndes, aufsteigendes Jucken in seiner Harnröhre verspüren, das durch Kratzen kurzfristig gelindert werden kann. In einigen Fällen können diese Missempfindungen auch unfreiwillige Erektionen auslösen. Die Urinmenge pro Toilettengang nimmt häufig zu, wobei die Häufigkeit des Wasserlassens jedoch gleich bleibt.Im Bereich der Hoden leiden die Patienten unter ziehenden oder reißenden Schmerzen des Samenstrangs. Dieser verläuft vom Hoden durch die Leiste in das kleine Becken, die Patienten berichten daher häufig von Schmerzen in der Leiste, die zusammen mit einem ziehenden Gefühl der Hoden auftreten. Erektionen können ebenfalls die oben beschriebenen Missempfindungen in der Harnröhre auslösen [2][3].

In welchem Alter?

Das Mittel Petasites kann in jedem Alter angewendet werden. In Schwangerschaft und Stillzeit sollte eine Verwendung des Mittels mit dem homöopathisch geschulten Hausarzt abgestimmt werden, da es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine sichere Quellenlage zur Unbedenklichkeit gibt.



            

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Verbesserung: Das aufsteigende Jucken der Harnröhre wird durch Kratzen gebessert.Die ziehenden Schmerzen des Samenstrangs und Hodens erfahren durch ein nach hinten Lehnen und Dehnen der Leiste laut Literatur eine Besserung.

Verschlechterung: Eine Verschlechterung aller Beschwerden durch generelle Umwelteinflüsse wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels in der homöopathischen Literatur nicht beschrieben.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Tuberculinum bovinum