Globuli von P bis Q

Phytolacca Globuli

PantherMedia / Liane Matrisch
© PantherMedia / Liane Matrisch

Phytolacca, die Kermesbeere, ist eine mehrjährige Pflanze, die aus Nordamerika stammt und zu den Kermesbeerengewächsen (Phytolaccaceae) gehört. Die Beeren stellen für Kleinkinder eine besondere Gefahr dar. Bei Erwachsenen und älteren Kindern gilt eine Menge bis zu 10 Beeren als harmlos, für kleinere Kinder kann diese Menge aber schon giftig wirken. Der Saft der in reifem Zustand fast schwarzen Früchte ist weinähnlich. Als Vergiftungssymptome zeigen sich Erbrechen, Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Durchfall und Krämpfe. Phytolacca hat in erster Linie eine Wirkung auf die Drüsen (vor allem auf die Brustdrüsen und Ohrspeicheldrüsen) und die Mandeln ausübt, zudem hat es Einfluss auf die Rachenschleimhaut, die Knochen, das Bindegewebe und die Muskeln. Auch bei Krebsgeschwülsten kann das homöopathische Mittel Phytolaccaergänzend nützlich sein. Für die Zubereitung des homöopathischen Heilmittels Phytolacca wird die ganze Pflanze verarbeitet. [1][2][3]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Phytolacca kommt häufig bei Halsschmerzen, die mit einer normalen Erkältung beginnen und sich zu einer Rachenentzündung entwickeln, zum Einsatz. Auch für Frauen, bei denen alle Beschwerden mit Schmerzen in der Brust einhergehen, kann es in Betracht gezogen werden. Wundheit, wandernde Schmerzen, Ruhelosigkeit und Erschöpfung sind Symptome, die einen Hinweis auf das Mittel geben können. Grundsätzlich kommt es für beide Geschlechter in Frage. Phytolacca kann ein wichtiges Mittel nach einer Quecksilbervergiftung sein. [3][4][5]

Wo wirkt es?: Phytolacca hat eine ausgeprägte Wirkung auf das Lymphsystem besonders auf die Brustdrüsen und die Mandeln im Rachenraum. Desweiteren hat es eine starke Wirkung auf die Muskeln, speziell von Hals und Rücken sowie auf das Bindegewebe (Sehnen, Gelenke und Knochengewebe). Zu den weiblichen Geschlechtsorganen, den Verdauungsorganen und dem Stütz- und Bewegungsapparat hat Phytolacca auch einen Bezug. [5][7]

In welchem Alter?: Phytolacca ist ein homöopathisches Mittel, das in allen Lebensphasen zum Einsatz kommen kann. Im Säuglings- und Kleinkindalter kann es bei Zahnungsproblemen und Infekten sehr nützlich sein, später kommt es auch bei Erkrankungen der Drüsen und Knochen zum Einsatz. [3][4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Phytolacca kann bei folgenden Symptomen in Betracht gezogen werden:

  • schmerzhafte Zahnung
  • Neigung zum Zähne zusammenbeißen
  • Brustdrüsenentzündungen oder Brustdrüsenabszesse (Mastitis)
  • Die Brustdrüsen sind hart geschwollen, knotig und sehr schmerzhaft, beim Stillen kommt es zu ausstrahlenden Schmerzen
  • Mandel- und Rachenentzündungen, auch bei immer wiederkehrender Angina
  • der Patient kann nichts Warmes oder Heißes trinken
  • Neigung zu Ohnmachtensteifer und schmerzhafter Nacken
  • wandernde Gelenkschmerzen
  • Grippe oder grippale Infekten
  • Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)
  • Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis)
  • Rheumatischen Beschwerden mit reißenden Schmerzen in den Gelenken, Muskeln, Nerven und Sehnen
  • Schmerzen wandern, schießen umher, stechen, erscheinen und verschwinden plötzlich wieder, sie fühlen sich wie elektrische Schläge an
  • Ungewollte Gewichtsabnahme

[3][4][5][6][7][8]

Verbesserung: Kalte Getränke, Bauchlage oder auf der linken Seite liegen, Ruhe und trockenes Wetter verbessern die Beschwerden. Zusammenbeißen der Zähne lindert Zahnschmerzen. [3][4][5]

Verschlechterung: Heiße Getränke, Hitze und Schlucken, Bettwärme, Aufrichten oder Anstrengung und Bewegung können eine Verschlechterung der Symptome desPhytolacca-Patienten hervorrufen. Als Folge durch feuchtes, kaltes Wetter und Wetterwechsel oder nach Aufenthalt in kalten oder feuchten Räumen sowie während der Menstruation ist ebenso eine Verschlechterung möglich. Die Verschlechterung kann auch als Folge durch Stillen verursacht werden. Morgens sind die Beschwerden schlimmer. [3][4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Phytolacca-Patienten haben das persönliche Feingefühl verloren und wirken teilnahmslos, es besteht eine völlige Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben. Der Phytolacca-Patient hat eine Abneigung gegen die täglichen Verpflichtungen, die Tagesgeschäfte ekeln ihn an. Gegenstände, die sich in seiner Umgebung befinden, kann er nicht Wert schätzen. Gegen Schmerzen ist er überempfindlich und er ist sich sicher, dass er sterben muss. Er hat keinerlei Schamgefühl wenn er sich entblößen soll. Selbst wenn der Phytolacca-Patient beharrlich zum Essen aufgefordert wird, verweigert er die Nahrungsaufnahme. [4][5][[7][8]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Phytolacca-Patient leidet an einem schuppigen Ausschlag oder feucht juckenden Ekzemen auf der Kopfhaut, eine Knötchenbildung auf der Kopfhaut ist ebenfalls möglich. Dahinter kann sich eine Infektion der Kopfhaut mit Hautpilzen (Tinea capitis) verbergen. Starke einseitige Kopfschmerzen über den Augenbrauen mit Übelkeit und dumpfem Druckgefühl in der Stirn, Schwindel und Beeinträchtigung der Sehkraft sind Symptome, die zu den Beschwerden von Phytolacca-Patienten zählen. Auch Stirnkopfschmerzen, die sich zum Hinterhaupt erstrecken und mit Rückenschmerzen verbunden sind sowie Druckschmerzen in den Schläfen sind passende Beschwerden. Die Kopfschmerzen und die Übelkeit werden zwar durch Essen gebessert, aber das Gegessene wird kurz darauf erbrochen, wodurch die Übelkeit nochmals gebessert wird, aber der Kopfschmerz wieder schlimmer wird. Es besteht eine Empfindung von Wundheit tief im Gehirn, Phytolacca-Patienten leiden unter Schwindel beim Aufrichten. [3][4][5][7]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht des Phytolacca-Patienten ist blass, gelblich und eingefallen. Die Augenlider sind bläulich verfärbt. Nachts können Schmerzen der Gesichts- und Schädelknochen auftreten. Er kann an Druckschmerzen in den Schläfen leiden, beim Lesen oder Schreiben kommt es zu einschießenden Schmerzen in den Augen. Die Schmerzen des Phytolacca-Patienten werden durch Anstrengung und Bewegung der Augäpfel verschlimmert, eine schmerzhafte Schwellung der linken Gesichtsseite um das linke Ohr herum gehört auch zu den Beschwerden. Im Hals kommt es bei Patienten mit Phytolacca-Symptomen zu wunden, brennenden Schmerzen mit starkem Kloßgefühl. Bei jedem Versuch zu Schlucken schießen Schmerzen durch beide Ohren, die rechts schlimmer sind, das könnte mit einer Verstopfung der Ohrtrompete zusammenhängen. Der Hals ist innen flächig dunkelrot geschwollen, Eiterstippchen können sichtbar sein, die sich flächenhaft ausdehnen und eine raue Oberfläche bekommen. Es entwickeln sich Halsentzündungen mit scharlachartigen Hautveränderungen oder mit grau-weißlichen Belägen und harnähnlichem Mundgeruch, ähnlich wie bei Diphterie. Der Mundgeschmack des Phytolacca-Patienten ist metallisch. Die Zunge ist im hinteren Abschnitt dick, trocken und gelblich belegt, die Zungenspitze ist feuerrot und empfindlich wund. Das Mittel kann bei alten, verschleppten Entzündungen der Nasen- und Rachenschleimhaut sowie chronischer Heiserkeit nützlich sein. Der Phytolacca-Patient hat einen Schnupfen mit dünnem, wässrigem, wundmachendem Ausfluss, meist aus einem Nasenloch oder die Nase ist verstopft. Zahnende Kinder, die von Phytolacca profitieren könnten, leiden unter Schmerzen bei der Zahnung und haben einen unwiderstehlichen Drang, die Zähne zusammenzubeißen, was ihnen kurzzeitig Linderung verschafft. Auch Beschwerden wie Zähneknirschen und rheumatische Schmerzen sämtlicher Zähne passen zu den Symptomen des homöopathischen Mittels Phytolacca. Phytolacca-Patienten haben eine Neigung zu Kiefernkrämpfen. [3][4][5][7]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Atmung des Phytolacca-Patienten ist erschwert. Sie geht mit Schmerzen und Erstickungsgefühl im Kehlkopf und den Lungen, Rasselgeräuschen der Lunge, Luftschnappen und Stöhnen einher. Rheumatische Schmerzen in den unteren Abschnitten der Brustmuskulatur und in der Mitte des Brustbeins können auftreten. Beim Husten hat der Patient Stiche durch die Brust, die in den Rücken ausstrahlen. Der Phytolacca-Patient verspürt eine Schwächeempfindung in der linken Brustseite mit nervöser Ruhelosigkeit, die durch Bewegung und während des Ausatmens verschlimmert wird. Beschwerden von Angina pectoris mit Schmerz im rechten Arm[!] können auftreten, die Pulsfrequenz ist erhöht, es besteht eine schwache Herzleistung mit Zusammenschnürungsgefühl in der Herzgegend. [4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht morgendlicher Durchfall, der Stuhl ist schleimig oder auch blutig. Der Phytolacca-Patient hat einen großen Durst, aber keinen Appetit, der Speichelfluss ist erhöht. Im Magen, der berührungsempfindlich ist, empfindet er Hitze. Magenschleimhautentzündungen mit Darmgeräuschen, krampfartige, brennende Schmerzen in der Region um den Nabel sowie Übelkeit mit Luftaufstoßen und Aufsteigen von saurer Flüssigkeit die Speiseröhre hinauf sind mögliche Beschwerden des Phytolacca-Patienten. Weitere gesundheitliche Probleme können häufiges Erbrechen mit großer Schwäche und Krämpfen, Verstopfung mit harten Stühlen durch Untätigkeit des Mastdarms, Geschwüre und Einrisse des Afters und hartnäckige Hämorrhoiden sein. [4]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Urin des Phytolacca-Patienten ist trübe wie Kaffee oder rötlich mit einem kreideähnlichen Satz. Es besteht Harndrang, vor und während des Urinierens kommt es zu Schmerzen in der Nierengegend. Die Harnabsonderung ist entweder gesteigert oder vermindert. Chronische entzündliche Erkrankungen der Nieren (Nephritis) mit starken Schmerzen können auftreten. Diese fühlen sich dumpf und wund an, an der rechten Niere sind sie schlimmer. [4][5]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weibliche Genitalien: Die Menstruation der Phytolacca-Patientin ist zu früh, sehr stark und im Menstruationsblut sind Schleimhautfetzen sichtbar. Während der Menstruation bestehen Schweregefühl und Schmerzen in der Brust und im Unterleib. Der Ausfluss außerhalb der Menstruation ist weiß mit reichlichen, dicken, zähen und wundmachenden Absonderungen. Die Brustwarzen sind empfindlich, wund und rissig, während dem Stillen leiden Frauen mit Phytolacca-Symptomen unter starken Schmerzen der Brust, die von der Brustwarze aus über den gesamten Körper ausstrahlen. [4][7]

Männliche Genitalien: Wunde Schmerzen in den Samenleitern und den Hoden, einschießende Schmerzen zwischen After und Hodensack in den Penis sowie Entzündungen der Hoden sind Beschwerden von Phytolacca-Patienten. Sie leiden unter Impotenz. [4]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Phytolacca-Patient ist berührungsempfindlich, der Nacken ist steif und bei Bewegung und Berührung schmerzhaft, die Schmerzen fliegen wie elektrische Schockwellen. Bei Wetterwechsel hat er scharfe, schneidende Schmerzen in den Hüften und Oberschenkeln, insbesondere Schmerzen unterhalb der Kniekehle, in den Schienbeinen und den Fersen. Einschießende Schmerzen in das rechte Schultergelenk mit Steife und Unfähigkeit, den rechten Arm anzuheben, können auftreten. Der Phytolacca-Patient leidet unter Händezittern und Beschwerden wie Lähmungen beider Arme oder schmerzhaften, harten glänzenden Schwellungen der Fingergelenke. Auch rheumatische Schmerzen beider Ober- und Unterarme, Schwere und Schwäche sowie Krämpfe der Beine sind passende Symptome. Das Ischiassyndrom mit scharfen andauernden Schmerzen, die sich durch das gesamte Bein bis in die Zehen erstrecken, nie lange anhalten aber das Bein kraftlos, taub und schwer machen, sind Hinweise, die auf das Mittel Phytolacca deuten können. Der Phytolacca-Patient leidet unter großer Schwäche und hat Verlangen zu liegen. Rheumatische Schmerzen der Kniegelenke und Empfindung von Verkürzung der Sehnen in den Kniekehlen, starke rheumatische Schmerzen der Unterschenkel mit nächtlichen Knochenschmerzen und Nervenschmerzen in den Zehen können auftreten. [4][5]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut des Phytolacca-Patienten ist trocken, rau und schrumpelig. Es besteht eine Vielzahl von krankhaften Hautveränderungen wie beispielsweise Ringflechten, Furunkel, Warzen, Fettgewebsgeschwülste (Lipome) oder akut auftretenden scharlach- sowie masernartigen Hautausschläge. Weitere Hautveränderungen, die auf das homöopathische Mittel Phytolacca einen Hinweis geben können wären die Bartflechte und die Schuppenflechte. Das Wundheilverhalten ist gestört. Nach der Schwellungsphase der Entzündung kommt es häufig nicht zu völliger Abschwellung, sondern das Gewebe hat die Neigung, sich zu verhärten. Bei der Phytolacca-Patientin brechen alte Narben bei einer erneuten Schwangerschaft wieder auf. An den Achsellymphdrüsen kann eine Schwellung auftreten. [4][5]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht ein Verlangen nach kalten Getränken, obwohl der Phytolacca-Patient kälteempfindlich ist. Die Glieder sind kalt, der Kopf und das Gesicht dagegen heiß. Im Winter besteht bei Phytolacca-Patienten die Gefahr, dass sie Frostbeulen bekommen. Der Phytolacca-Kranke friert morgens, darauf folgt hohes Fieber, bei dem Beschwerden von Hitze mit Gelenkschmerzen auftauchen, der Schweiß riecht sauer. Phytolacca-Patienten leiden unter Nachtschweiß mit kaltem Schweiß auf der Stirn und an den Zehen. [4][5]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Tagsüber besteht eine große Schläfrigkeit mit Gähnen, nachts ist der Phytolacca-Patient ruhelos und Schmerzen treiben ihn aus dem Bett. Morgens nach dem Aufwachen fühlt er sich erbärmlich. [4][5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Mercurius solubilis hahnemanniPantherMedia / Allan Swart

Mercurius solubilis, das Quecksilber, zeigt zahlreiche Symptome, die mit den Symptomen von Phytolacca übereinstimmen. Kent bezeichnete Phytolaccaals „pflanzliches Quecksilber“. Wie beim Phytolacca-Patienten ist auch bei Patienten mit Mercurius solubilis-Symptomen der innere Hals dunkelrot oder bläulichrot mit Eiterstippchen, der Nacken ist steif und bei Bewegung und Berührung schmerzhaft, der Speichelfluss erhöht. Im Gegensatz zuPhytolacca sind Mercurius solubilis-Patienten immer in Eile, impulsiv und aufbrausend. Ihre Haut ist fast dauernd feucht, bei anhaltender Trockenheit der Haut ist Mercurius solubilis nicht unbedingt das passende Mittel. [3][4][5]

Rhus toxicodendronPantherMedia / Robert Byron

Rhus toxicodendron, der Giftsumach ist eine eher unscheinbare Pflanze, schon die leichteste Berührung kann starke Hautreaktionen hervorrufen. Der Rhus toxicodendron-Patient hat, wie auch Phytolacca-Patienten, eine rote Zungenspitze und einen bitteren Geschmack. Er ist extrem ruhelos und sehr schläfrig nach dem Essen. Das Ischiassyndrom mit Taubheit und Ameisenlaufen passt ebenfalls zum Rhus toxicodendron-Patienten, auch er zeigt bei kaltem, feuchtem Wetter Verschlechterung. Anders als bei Phytolacca werden bei Rhus toxicodendron alle Beschwerden durch Bewegung gebessert. [4][5]

Belladonna

Belladonna, die Tollkirsche, ist ein Nachtschattengewächs. Es hat eine deutliche Wirkung auf die Gefäße, die Haut und die Drüsen. Der Belladonna-Patient hat ebenfalls einen heißen Kopf begleitet von kalten Händen und Füßen und ist sehr ruhelos. Anders als der Phytolacca-Patient hat er eine Halsentzündung mit Erdbeerzunge, er hat keinen Durst und der Mund ist trocken. Belladonna-Patienten haben Blutüberfülle im Kopf, das Gesicht ist rot, ein deutlicher Hinweis für Belladonna wären auffallend erweiterte Pupillen. Der Belladonna-Patient hat große Angst zu sterben. [4][5]

Hintergrundinformationen

Es gibt 35 Arten von der Pflanze Phytolacca auf der Erde, sie stammen aus Asien (vorwiegend China), Afrika sowie Nordamerika. Man findet sie in Europa vorwiegend als Zierstrauch in Gärten, im Süden findet man Phytolacca auch als Wildpflanze. Der Volksmund kennt Phytolacca decandra auch als Spanische Brombeere, Amerikanischen Nachtschatten, Virginische Purganz oder Kermas. Die deutsche Bezeichnung stammt von dem arabischen Wort kermes für rot ab und gibt einen Hinweis auf die Verwendung des Saftes als Farbstoff Karmin. Das griechische Wort phyton bedeutet Pflanze, lacca kommt aus dem italienischen und heißt Lack. Phytolacca decandra, die Amerikanische Kermesbeere, ist ein altes Volksheilmittel. Diese aus Nordamerika stammende, extrem langlebige Pflanze kann eine Höhe von 2,5 Metern und mehr erreichen. Die Kermesbeere bildet 10 bis 15 cm lange Trauben, die als weiße bis rosafarbene Einzelblüten deutlich über häufig rötlich gefärbte Blätter hinausragen. Im späten Sommer zeigt jede Traube eine Vielzahl fleischiger, dunkelroter Beeren. Früher benutzte man den Saft zum Färben von Süßigkeiten und Wein, in der amerikanischen Volksheilkunde verwendete man die Pflanze als Rheumamittel. Da es oft zu Vergiftungen kam, wurde die Verwendung abgeschafft. Vor der Entdeckung von Penicillin war Phytolacca ein bedeutendes Mittel bei der Behandlung von Diphtherie. [1][2]