Globuli von P bis Q

Plumbum metallicum Globuli

© panthermedia.net / Thomas Francois

Plumbum metallicum oder auch metallisches Blei ist ein für den Menschen giftiges (toxisches) Schwermetall. Es besitzt eine bläulich-weiße Farbe, ist leicht verformbar und als chemisches Element gehört es im Periodensystem zur 14. Hauptgruppe (Kohlenstoffgruppe). Aufgrund seiner Giftigkeit(Toxizität) für den Menschen gehen heutige Bestrebungen immer mehr dahin, das metallische Blei in beispielsweise Benzin, Autobatterien oder Trinkwasserrohren durch andere Stoffe zu ersetzen. Aus diesem Grund ist die Bleivergiftung(Saturnismus) heutzutage auch eine sehr seltene Erkrankung. Die früher allerdings noch häufiger auftretenden Vergiftungserscheinungen wie Blutarmut (Anämie), Lähmungen oder auch Hirnentzündung (Enzephalitis) führten die Ärzte C.G.C. Hartlaub und C.F. Trinks zu Beginn des 19. Jahrhunderts dazu, Plumbum metallicum als homöopathische Arznei zu untersuchen und mit Erfolg einzusetzen. Seine positive Wirkung entfaltet es vor allem im Nervensystem, den Blutgefäßen, den Harnwegen und im Magen-Darm-Trakt, weshalb es bei einer Vielzahl von hier lokalisierten Erkrankungen eingesetzt werden kann.[1][2][3][4]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Plumbum metallicum eignet sich besonders für Patienten mit apathischem, depressivem Charakter. Eine typische Heilanzeige (Indikation) für den Einsatz von Plumbum metallicum sind krampfartige Magen-Darm-Beschwerden. Plumbum metallicum kann auch bei entzündlichen Nierenerkrankungen (Nephritis) angezeigt (indiziert) sein. Auch bei Erkrankungen der Gefäße und der Nerven, bei Arterienverkalkung und Gefäßspasmen könnte Plumbum metallicum hilfreich sein..Lähmungserscheinungen, vor allem der Streckmuskeln an Händen und Handgelenken. Auch bei Schmerzzuständen im Bereich des Ischiasnervs (Ischialgie).
Benommenheit, Verwirrung, Wortfindungsstörungen sowie die immer wiederkehrende Angst um das eigene Leben können als Folge einer Epilepsie, einer Demenz oder nach einem Schlaganfall (Apoplexia cerebri) auftreten. Auch in diesen Fällen kann Plumbum metallicum Globuli nur ergänzend zur schulmedizinischen Therapie eingenommen werden. Chronische Kopfschmerzen, vor allem dann, wenn diese von dumpfem Charakter sind, sowie von Mutlosigkeit und Verstopfung begleitet werden, gehören zu den Heilwirkungen des homöopathischen Blei.

Wo wirkt es?: Plumbum metallicum entfaltet seine Wirkung vor allem im Magen-Darm-Trakt,in den Nieren und im Gefäßsystem, insbesondere wenn hier lokalisierte Beschwerden mit krampfartigen Schmerzen einhergehen. Daneben wirkt es aber in gleichem Maße auch auf das zentrale (Gehirn und Rückenmark) und das periphere Nervensystem, also jene Nerven, welche sich außerhalb von Schädel und Wirbelkanal befinden und beispielsweise die Muskulatur und die inneren Organe versorgen.

In welchem Alter?: Prinzipiell kann Plumbum metallicum in jedem Lebensalter verordnet werden. Auf Grund der Symptome eignet es sich vor allem für erwachsene und hochbetagte Patienten. Bei Kindern wird es vorwiegend bei einer Verstopfung verordnet, während die Liste der Heilanzeigen bei älteren Patienten weitaus länger ist. [1][5][6][7]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Plumbum metallicum-Patient kann von einer Reihe charakteristischer Symptome geplagt sein. Leidet der Patient unter Verstopfung (Obstipation), so ist er gleichzeitig von hartnäckigen und krampfartigen Bauchschmerzen geplagt. Auch die starken Magenschmerzen des Plumbum metallicum-Patienten sind von kolikartigem Charakter und die Schmerzen breiten sich typischerweise über den gesamten Bauchraum aus.

  • Ist der Patient von einer entzündlichen Nierenerkrankung (Nephritis) betroffen, so sind Wassereinlagerungen (Ödemen) in den Augenlidern sowie den Unterschenkeln oft das erste Symptom.
  • Ein Patient mit Bluthochdruck (Hypertonie) ist gekennzeichnet durch seine ausgeprägte Gesichtsblässe, starke Kopfschmerzen, die vor allem morgens im Bett auftreten, sowie ein häufig auftretendes Schwindelgefühl und Abgeschlagenheit.
  • Oft leidet der Plumbum metallicum-Patient unter arteriosklerotischen Gefäßveränderungen von Händen oder Füßen, oder örtlichen Gefäßspasmen.
  • Treten Lähmungen auf, so sind meist die Streckmuskeln (Extensoren) von Hand und Handgelenk oder die des Fußes betroffen.
  • Bei einer Reizung des Ischiasnervs (Ischialgie) verspürt der Patient einen ziehenden bis reißenden Schmerz im Gesäß, welcher in das gleichseitige Bein ausstrahlt.
  • Sowohl Patienten mit psychischen Beschwerden bei Demenz als auch Patienten mit einer Epilepsie oder Zustand nach einem Schlaganfall können unter Verwirrtheit, Wortfindungsstörungen sowie unter Ängsten um das eigene Leben leiden.
  • Leidet ein Patient unter Kopfschmerzen, so sind diese typischerweise von dumpfem Charakter und chronisch verlaufend. Sie gehen außerdem oft mit einem Gefühl der Mutlosigkeit und allgemeiner Schwäche sowie mit einer Verstopfung einher.

Verbesserung: Durch Reiben der betroffenen Körperpartie, durch festen Druck und bei Koliken durch eine gekrümmte Körperhaltung ein.

Verschlechterung: Der Zustand des Plumbum metallicum-Patienten hingegen verschlechtert sich durch leichte Berührung, durch Bewegung sowie während der Nacht.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Leidet ein Patient unter einer Epilepsie, einer Demenz oder hat er einen Schlaganfall erlitten, so wirkt er oft verwirrt und hat Schwierigkeiten, sich an alltägliche Begriffe zu erinnern. Diese Symptome können begleitet sein von einem Gefühl der Angst, das eigene Leben sei in Gefahr oder würde bald zu Ende gehen.
  • Der Patient fühlt sich erschöpft, antriebs- und mutlos. Schon kleinste Herausforderungen erscheinen, als wären sie eine unüberwindbare Hürde.
  • Sie sind oft in sich gekehrt, aber dennoch leicht reizbar und leiden häufig unter Ängsten, schwer erkrankt zu sein, ohne dass sich dafür objektive medizinische Befunde finden lassen (Hypochondrie).

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Ein Patient mit Bluthochdruck hat ein auffällig blasses Gesicht. Zusätzlich klagt er über Schwindelgefühle, die vor allem nach körperlicher Anstrengung auftreten. Gleichzeitig bestehen eine allgemeine Abgeschlagenheit, sowie ein vorwiegend morgens auftretender dumpfer Kopfschmerz.
  • Der Kopfschmerz, unabhängig von der Höhe des Blutdrucks, ist ebenfalls dumpf und verläuft meist chronisch. Er kann wie oben bereits erwähnt von allgemeiner Abgeschlagenheit, Mutlosigkeit und Verstopfung begleitet sein.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Ein unter Verstopfung leidender Patient klagt über sehr hartnäckige und krampfartige Bauchschmerzen. Der Stuhl selbst ist dabei hart, schwarz gefärbt und schafskotartig und auch Stuhldrang und Stuhlgang sind sehr schmerzhaft. Die Bauchdeckenmuskulatur erscheint hart und geschwollen, nur leichte Berührungen verstärken die Schmerzen. Oft liegt der Patient zusammengekrümmt und übt starken und stetigen Druck auf seinen Bauch mit den Händen aus, da dies zu einer Besserung der Beschwerden führt. Neben den Bauchkrämpfen ist vor allem auch der Afterschließmuskel schmerzhaft verkrampft und häufig muss der Patient auch erbrechen.
  • Eine Entzündung des Magens (Gastritis) führt ebenfalls zu krampfartigen und sehr starken Bauchschmerzen, die sich typischerweise über den gesamten Bauchraum ausbreiten und ebenfalls von Erbrechen begleitet sein können. Das Erbrechen ereignet sich dabei meist zum Ende einer Krampfattacke hin und das Erbrochene erscheint schleimig, glasig und eiweißartig.
  • Die Patienten haben eine Vorliebe für fettreiches und reichliches Essen, welches ihnen großen Genuss bereitet.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein Patient mit einer chronisch entzündlichen Nierenerkrankung weist zunächst Wassereinlagerungen (Ödeme) im Bereich der Augenlider, sowie an den Unterschenkeln auf. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien kommt es zu einer Verringerung der Harnmenge sowie zu einer Ansammlung harnpflichtiger Substanzen im Blut (Urämie), da die eingeschränkte Nierenfunktion die normale Filterfunktion der Niere nicht mehr aufrechterhalten kann. Dies führt zu weiteren Beschwerden wie beispielsweise Juckreiz (Pruritus) oder auch einer grau-gelblichen Verfärbung (Café-au-lait-Flecken) der Haut.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Treten Lähmungen im Bereich der Skelettmuskulatur auf, so sind meist die Streckmuskeln der Hände und Handgelenke sowie die der Zehen betroffen. Der betroffene Körperteil kann dementsprechend nicht mehr willkürlich gestreckt werden und hängt schlaff herab. Die Hand äußert sich als sogenannte Fallhand und das Gangbild als sogenannter Steppergang. Über einen längeren Zeitraum bestehende Lähmungen können zu einer Abnahme des Muskelmasse(Muskelatrophie) führen, was den betroffenen Körperteil sehr dünn und ausgezehrt erscheinen lässt.
  • Eine Reizung des Ischiasnervs (Ischialgie) kann zu einer lähmungsähnlichen Schwäche des betroffenen Beins führen, die typischerweise im Zeitverlauf an Stärke zunimmt. Diese kann begleitet sein von einem Taubheitsgefühl in der Gesäßgegend sowie an der Innenseite des Oberschenkels. Ferner können auch einschießende, reißende Schmerzen, beginnend am Kreuzbein und ausstrahlend in die Rückseite des Oberschenkels auftreten. All diese Beschwerden werden durch eine Anspannung der Bauchmuskulatur, wie sie beispielsweise beim Niesen oder Husten auftritt, verstärkt.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Arteriosklerotische Veränderungen oder Spasmen der Gefäße an Händen oder auch Füßen führen zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Kälte,Taubheitsgefühlen sowie brennenden Schmerzen. Die Haut ist typischerweise sehr blass und kühl.
  • Besteht eine chronisch entzündliche Nierenerkrankung, so kann es zu einer grau-gelblichen Verfärbung der Haut, den sogenannten Café-au-lait-Flecken sowie auch zu Juckreiz kommen.
  • Ihre Haut ist trocken und besitzt einen gelben Teint.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Aluminium oxydatum

Aluminium oxydatum oder auch Aluminiumoxid ist die chemische Verbindung aus Aluminium und Sauerstoff und ist besonders geeignet für missmutige Patienten mit magerer Gestalt, die zu innerer Unruhe neigen und im Umgang mit anderen Menschen eher passiv erscheinen. Eine Zustandsverbesserung des Aluminium-Patienten tritt durch Wärme und die Bewegung an der frischen Luft ein, während es vor allem morgens, durch Kälte und nach dem Essen zu einer Verschlimmerung der Beschwerden kommt. Wie auch Plumbum metallicum-Globuli wird das homöopathische Mittel aus Aluminium oxydatum bei Arteriosklerose, Erkrankungen des zentralen Nervensystems mit Verwirrtheitszuständen sowie bei einer Entzündung des Magens (Gastritis) und bei Verstopfung (Obstipation) eingesetzt. Es entfaltet seine Wirkung aber auch in den Atemwegen und an der Haut und wird somit auch bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), des Rachens (Pharyngitis) und der Bronchien (Bronchitis) sowie bei bestimmten Hauterkrankungen wie beispielsweise einer allergisch bedingten Hautreizung (atopisches Ekzem) eingesetzt.

Conium maculatum

Conium maculatum wird aus dem frischen blühenden Kraut des Gefleckten Schierlings gewonnen und wirkt sich wie Plumbum metallicum positiv auf das Nervensystem und die Nieren aus. Zusätzlich wirkt es auch auf die Atem- und Geschlechtsorgane sowie auf die Haut. Conium Globuli eignen sich vor allem für hochbetagte Patienten, die eher apathisch wirken, menschenscheu und interessenlos sind. Sie werden ebenfalls bei durch arteriosklerotische Gefäßveränderungen bedingten Beschwerden und bei entzündlichen Magenerkrankungen verordnet; daneben finden sie aber auch Anwendung bei entzündlichen Augenerkrankungen,wie beispielsweise einer Entzündung der Bindehaut (Konjunktivitis) oder der Hornhaut (Keratitis). Das Mittel wird auch bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata(Prostatahyperplasie) eingesetzt. Es kann auch auch bei übermäßiger Schweißneigung (Dyshidrosis) oder aber, wie auch Aluminium oxydatum, bei Hautekzemen eingesetzt werden.

Opium

Opium wird aus dem getrockneten Milchsaft der eingeschnittenen unreifen Fruchtkapseln des Schlafmohns(Papaver somniferum) hergestellt. Seine Wirkung entwickelt es vor allem im zentralen Nervensystem und im Magen-Darm-Trakt, weshalb es wie Plumbum metallicum ebenfalls bei psychischen Veränderungen im Rahmen einer Demenz oder eines Schlaganfalls eingesetzt wird. Auch bei Verstopfung kann es verordnet werden, wobei der Opium- im Gegensatz zum Plumbum metallicum-Patienten eher von Blähungen (Meteorismus), als von Krämpfen geplagt ist. Papaver somniferum-Globuli können außerdem bei unwillkürlichem Harnabgang (Harninkontinenz) sowie bei schmerzhaftem Wasser-lassen (Dysurie) lindernd wirken.

Hintergrundinformationen

Für die Herstellung der homöopathischen Arznei aus dem für den Menschen giftigen Schwermetall Blei bedarf es einer komplizierten Prozedur, deren Ausgangsstoff nur das reine Blei bilden darf. Es wird dazu in verdünnter Salpetersäure gelöst und anschließend ein Zinkstab in die Lösung getaucht, auf dem sich das Blei unverzüglich absetzt. Der Niederschlag wird dann gewaschen, getrocknet und zu feinem Pulver verarbeitet, welches die homöopathische Grundsubstanz der Globuli bildet.

Wie bereits oben beschrieben, wurden die Eigenschaften von Plumbum metallicum auf Grundlage der Kenntnisse über die Vergiftungserscheinungen durch metallisches Blei erforscht und beschrieben. Diese gelten aber nicht nur für den Menschen, sondern auch für Tiere. Das Mittel wird insbesondere bei Pferden und Rindern bei Verstopfungen, die mit Darmkoliken und Blähungen einhergehen, sowie bei Lähmungserscheinungen dieser Tiere eingesetzt. [1][6][11]