Globuli von M bis O

Opium Globuli

© PantherMedia / roland brack

Als Rauschmittel verwendete man das aus Schlafmohn (Papver Somniferum) hergestellte Opium bereits in der Antike. Im 19. Jahrhundert wurde der Konsum von Opium, vor allem in Europa, beinahe zum gesellschaftlichen Problem. Künstler, Akademiker und Intellektuelle ließen sich im Rausch inspirieren – viele von Ihnen rutschten in die Abhängigkeit und verloren darüber den Realitätsbezug. Da Opium als Rauschmittel sehr unterschiedliche, je nach Temperament und Gesundheitszustand des Konsumenten variierende Wirkungen hervorbringen kann, wird es als homöopathisches Mittel bei geradezu widersprüchlicher Symptomlage eingesetzt. Es wirkt auf Geist und Gemüt, beeinflusst die Wahrnehmung, den Schlaf, die Verdauung und das Temperaturempfinden. Opium verursacht sowohl Zustände von Unruhe und Überdrehtheit, wie aber auch Gleichgültigkeit (Lethargie),fehlendes Schmerzempfinden und absolute Gefühls- und Regungslosigkeit (Stupor). Beliebt ist es vor allem als Arzneimittel zur Behandlung von Verstopfungen bis hin zum Darmverschluss, die bei Opiumessern häufig in Folge des Rauschzustandes eintreten.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Der Opium-Patient zeichnet sich durch auffällige Reaktionsarmut aus. Er ist freudlos, klagt aber auch nicht über Schmerzen oder Beschwerden bzw. lügt sogar über seine Symptome. Trotz einer möglichen vorausgegangenen Erregung fühlt sich der Patient schläfrig und verhält sich anderen gegenüber gleichgültig. Manche Opium-Patienten dagegen sind überempfindlich, überreizt und reagieren hektisch und panisch. Ihre Pupillen sind erweitert.[2]

Klassischerweise behandelt man vor allem Verstopfungen mit Opium. Diese können sich zu einem Darmverschluss auswachsen, der dann häufig auch Koterbrechen (Miserere oder auch Kopremesis) zur Folge hat. Der Unterleib ist hart und aufgequollen, das Gesicht des Patienten auffällig gerötet. Die Verstopfung tritt möglicherweise infolge einer Operation oder Geburt auf; beides kann eine vorübergehende Lähmung der Darmbewegung (Peristaltik) verursachen. Aber auch mildere Fälle von Verstopfung bei alten Leuten oder Kindern können mit Opium behandelt werden. Alle mit Opium zu behandelnden Verstopfungen sind mit krampfartigen Schmerzen des Unterleibes (Koliken) verbunden.

Bei Alkoholikern lindert Opium die Symptome des Delirium tremens. Dazu gehören Panikattacken, Halluzinationen, Orientierungslosigkeit, wechselnde Bewusstseinszustände bis hin zum Koma, eine deutliche Erhöhung der Atemfrequenz, des Pulses und des Blutdrucks, sowie starkes Schwitzen. Diese Symptome können ebenfalls bei erhöhtem Hirndruck oder Hirnblutungen auftreten. Auch das Endstadium verschiedener bösartiger (maligner) Erkrankungen kann einem Delirium tremens gleichen.

Fieberschübe verlaufen bei Opium-Patienten meist ohne Klagen über Schmerzen. Die Patienten schlafen tief, sind auch im wachen Zustand wie betäubt und schwitzen stark. Im Zusammenhang mit solchen Fieberschüben treten schwere Kopfschmerzen im Hinterkopf auf. Solche Kopfschmerzen können aber auch als gesondertes Symptom erscheinen.

Der Husten eines Opium-Patienten ist trocken und mit Krämpfen im Brustbereich verbunden. Er bessert sich durch Wassertrinken. Vor und nach dem Husten gähnt der Patient häufig reflexartig.

Insgesamt ähneln die Symptome des Opium-Patienten in vielerlei Hinsicht den Symptomen eines klassischen Katers (Alkoholintoxikation). Auch nach dem Konsum von Opium als Rauschmittel können solche Vergiftungssymptome auftreten.[3]

Wo wirkt es?: Opium wirkt vor allem auf Stimmung, Wahrnehmung, Geist und Gemüt. Der zweite Hauptangriffspunkt des homöopathischen Mittels sind die Verdauungsorgane, insbesondere der Darm. Weiterhin beeinflusst Opium die Schweißproduktion, den Schlaf, die Reaktionsfähigkeit und das Temperaturempfinden. Im Gegensatz zu vielen anderen Homöopathika hat Opium sehr eingeschränkte Wirkgebiete; die Anwendung bei den entsprechenden Beschwerden ist dafür um ein vielfaches effektiver. Opium wirkt selbst dann, wenn andere Medikamente versagen.[4]

In welchem Alter?: Speziell Greise und kleine Kinder leiden unter den Symptomen, die eine Opium-Gabe anzeigen. Sowohl Verstopfungen, wie auch lethargische oder panische Zustände sind typisch für beide Lebensalter. Etwas seltener verschreibt der Homöopath Opium reifen Erwachsenen; in dieser Altersklasse handelt es sich bei den Patienten häufig um Alkoholiker. [2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wie jede andere homöopathische Arznei können für Opium eine Reihe von charakteristischen Symptomen aufgezählt werden, nach denen sich der Homöopath richten kann, um das Mittel korrekt zu verabreichen und zu dosieren [3]:

  • Obwohl die Beschwerden des Patienten – das stellt der Homöopath in der körperlichen Untersuchung fest – erheblich sind, klagt dieser nicht über Schmerzen. Nach dem Schweregrad seiner Schmerzen befragt, weiß der Patient nicht zu antworten. SeinSchmerzempfinden ist deutlich reduziert.
  • Außer an den unteren Gliedmaßen ist der Patient warm undschweißbedeckt. Die unteren Gliedmaßen dagegen fühlen sich kalt an.
  • Ist der Patient in lethargische, reaktionslose Gleichgültigkeit(Stupor) verfallen, ist sein Gesicht gerötet. Seine Atemgeräusche sind dann deutlich lauter als üblich.
  • Der Patient erbricht Kot bzw. leidet an umgekehrter Darmbewegung (Fäkalien werden vom Darm in den Magen transportiert), die mit großer Übelkeit einhergeht.
  • Der Patient kennt keine Moral oder sittliches Empfinden. Er ist allem gegenüber gleichgültig. Ohne Unterlass erzählt er Lügen, ein Zeichen des Realitätsverlustes.
  • Auch Traumata (immer wiederkehrende, sehr bildliche und emotionale Erinnerungen an schreckliche Ereignisse) können die Notwendigkeit einer Opium-Gabe anzeigen. Der Patient kann die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit nicht ruhen lassen.
  • Der Puls des Patienten ist entweder verlangsamt oder deutlich erhöht.

Verbesserung: Eine Besserung des Zustandes tritt bei Kälte ein, sobald der Patient die Kleider ablegt oder aber nach langen Spaziergängen.

Verschlechterung: Intensive Gemütsbewegungen verschlechtern des Zustand des Patienten, vor allem Furcht, Scham oder Freude. Auch markante Gerüche kann er nicht ertragen. Trinkt er Alkohol verschlimmern sich die Symptome deutlich. Der Patient sollte darauf achten, regelmäßig Kot abzusondern; unterdrückt er seinen Stuhlgang, führt das ebenfalls zur Verschlechterung. Auch unter Hitze, Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit leidet der Patient mehr als nötig. [4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die widersprüchlichen Symptome, die Opium erzeugt bzw. die mithilfe von Opium kuriert werden können, beziehen sich vor allem auf die Gemütslage des Patienten. Opium hat nachweislich eine stark halluzinogene Wirkung. Der Patient verliert den Realitätskontakt. Er fühlt sich wie in einem Traum gefangen, halluziniert und phantasiert. Manche Patienten reagieren darauf äußerlich mit totaler Lethargie und Stupor, andere wieder sind aktiv, überempfindlich und redselig. Bei allen Patienten ist das Gespür für den eigenen Zustand verlorengegangen; obwohl sie offensichtlich unter starken körperlichen Beeinträchtigungen leiden, behaupten sie, es gehe ihnen gut. Lüge kann hier von Gleichgültigkeit nicht unterschieden werden. Sie fühlen sich taub; Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn können verloren gehen. Einige Opium-Patienten werden von Ängsten geplagt, die auf frühere, schlecht verarbeitete Traumata zurückgehen. Auch die Phantasiebilder und Halluzinationen der Patienten können sowohl vergnüglich und inspirierend als auch furchteinflößend ausfallen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Opium-Patient klagt häufig über Schwindel und starke Kopfschmerzen am Hinterkopf. Ältere Patienten fühlen sich schwebend und leicht. Die Kopfhaut ist gerötet, der Kopf heiß und von Schweiß bedeckt.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht wirkt rot und geschwollen und ist ständig von einem Schweißfilm überzogen. Blässe und starke Durchblutung wechseln sich je nach Gemütslage ab. Der Patient blickt ausdruckslos, seine Mundwinkel zucken, möglicherweise zittert seine Gesichtsmuskulatur. Der Unterkiefer hängt herab. Insgesamt erscheinen selbst junge Patienten (Säuglinge und Kleinkinder) greisenhaft und verlebt.

Die Augen des Patienten wirken glasig, sind an den Rändern gerötet und quellen hervor. Die Pupillen sind erweitert oder aber stecknadelkopfförmig zusammengezogen; sie reagieren nicht auf Licht. Der Patient hat womöglich seinen Geruchssinn verloren, dafür aber ein überempfindliches Gehör.

Bei manchen Patienten quillt die Zunge wie gelähmt aus dem Mund; sie ist schwärzlich verfärbt und trocken. Der Unterkiefer hängt herab, die Lippen sind geschwollen. Dem Patienten fällt das Sprechen schwer. In den Mundwinkeln bildet sich blutiger Schaum.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wie der Mund ist auch der Hals des Opium-Patienten trocken, weshalb er Schwierigkeiten hat zu schlucken. Seine Atemgeräusche sind laut(schnarchend, rasselnd, röchelnd); die Atmung geht unregelmäßig. Schläft der Patient ein kann es zu einem Atemstillstand kommen. Auch Husten, der durch einen starken Juckreiz im Hals ausgelöst wird, nimmt dem Patienten den Atem. Er läuft blau an, krampft womöglich und verlangt nach Wasser. Nach einem solchen Hustenanfall muss der Patient ausführlich gähnen. Manche Patienten verlieren nach intensiven Gemütsbewegungen ihre Stimme.

Auch Herzklopfen kann eine Folge solche Gemütsbewegungen sein. Ansonsten ist die Herzaktivität des Patienten aber eher schwach, der Puls ist langsam. In der Herzgegend empfindet der Patient mitunter ein hitziges Brennen.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Neben den Gemütssymptomen sind die die Verdauungsorgane betreffenden Symptome wichtigsten Anzeiger (Hauptindikatoren) für Opium. Obwohl der Patient hungrig ist, hat er kein Verlangen, zu essen. Er erbricht Kot und Harn und würgt ohne Unterlass. Das Koterbrechen verursacht ein Darmverschluss, der über längere Zeit anhält und ohne die Gabe von Opium operativ behandelt werden müsste. Der Unterbauch ist hart und aufgetrieben. Der Patient empfindet buchstäblich wie der Wolf aus dem Märchen: als trüge er Wackersteine im Unterbauch mit sich herum. Ist der Patient zum Stuhlgang fähig, sind seine Exkremente schwarz und hart, Blut sickert aus dem After. Auch Blähungen können nicht abgehen. Betroffene Kinder weinen deshalb Tag und Nacht.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zu den opiumtypischen Symptomen zählen auch die Anzeichen einer Blasenentzündung (Zystitis). Der Patient kann nur unter starken Schmerzen urinieren. Die Harnröhre krampft. Gelingt dem Patient die Absonderung von Harn, ist dieser dünn und wässrig. In Folge heftiger Gemütsbewegungen allerdings neigen manche Patienten auch zu unkontrolliertem Wasserlassen (Harninkontinenz). Eine chronische Blasenentzündung kann ebenfalls zu unwillkürlichen Harnabgängen führen.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männliche Genitalien: Typisch für den männlichen Opium-Patienten sind Symptome eines Trippers (Gonorrhö). Die Harnröhre schmerzt entzündlich und sondert eitrigen Ausfluss ab. Mitunter fällt das Wasserlassen schwer. Solche Symptome treten vor allem im Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholgenuss auf.

Weibliche Genitalien: Alle Symptome der weiblichen Genitalien, die für Opium-Patientinnen typisch sind, stehen im Zusammenhang mit starken Gemütsbewegungen. So können krampfartige Schmerzen auftreten, die Monatsblutung kann ausbleiben, eine Schwangerschaft endet abrupt durch eine Fehlgeburt (Abortus), der Fötus bewegt sich heftig, die Wehen setzen zu früh ein oder setzen plötzlich aus. Im Wochenbett leiden Opium-Frauen häufig unter Schluckauf.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein klassisches Opium-Symptom ist der sogenannte Opisthotonus, ein Krampf der Streckmuskulatur des Rückens, der dazu führt, dass der Patient sich zu einer Art Brücke aufbäumt, ohne sich dabei allerdings auf die Arme zu stützen. Solche Krämpfe kommen bei verschiedenen neurologischen und psychischen Leiden vor.

Der Opium-Patient zittert und zuckt oder aber leidet unterschmerzlosen Lähmungen. Die Gliedmaßen fühlen sich taub oder gar abgetrennt an, speziell die Beine können vom Patienten als nicht mehr zum Körper gehörig wahrgenommen werden. Der Gang des Patienten ist dementsprechend sehr unsicher, er kann kaum einen Fuß vor den anderen setzen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der ganze Körper des Patienten ist gerötet. Mitunter kann es durch Krämpfe und unwillkürliche Bewegungen und zu Prellungen und blauen Flecken kommen. Überall treten schmerzlose, sich taub anfühlende Geschwüre auf, die sich weder ausbreiten, noch abheilen. Manche Patienten befällt ein starker Juckreiz oder aber sie nehmen ein Kribbeln in den Fingerspitzen wahr.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Temperaturempfinden des Patienten ist allgemein gestört. Er fühlt sich, speziell im Bereich des Kopfes, der Brust oder des Herzens, hitzig und fiebrig, an den Extremitäten dagegen, vor allem an den Beinen, friert er, obwohl der Patient insgesamt erhitzt wirkt oder aber völlig unterkühlt ist. Der Patient schwitzt dauernd, allerdings meist geruchlos. Seine Fieberschübe münden in tiefem Schlaf oder aber werden begleitet von starken Kopfschmerzen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf der meisten Opium-Patienten ist dumpf, tief, benommen und traumlos. Vor allem auf ältere Patienten und Alkoholiker trifft das zu. Hat der Patient allerdings ein überempfindliches Gehör entwickelt, wird er die ganze Nacht von Geräuschen wachgehalten. Er ist schläfrig, findet aber keinen Schlaf. Opium-Kinder träumen von Katzen, Hunden und finsteren Gestalten.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arnica

Arnica ist homöopathisches Einzelmittel, das aus den Wurzeln der gleichnamigen Pflanze hergestellt wird. Wie Opium fungiert es als Heilmittel bei nervösen Traumapatienten, die eine schwere Krise oder seelische Verletzung hinter sich haben. Ansonsten wirkt Arnica auf das Blut, die Muskeln und die Nerven. Es wird bei allen schmerzhaften und entzündlichen Prozessen angewendet. Im Gegensatz zu Opium-Patienten empfinden Arnica-Patienten ihre Schmerzen besonders stark und intensiv. [3] [4]

Nux moschata

In jeder Küche findet sich der Grundstoff, aus dem das homöopathische Einzelmittel
Nux moschata hergestellt wird: die Muskatnuss. Nux moschata wird vor allem bei Verdauungsstörungen jeder Art eingesetzt. Im Gegensatz zu Opium behandelt man mit diesem Mittel auch starke Durchfälle, vor allem bei Kindern. Schläfrigkeit, gestörtes Temperaturempfinden und Nervosität bzw. Hysterie bei Frauen sind ebenfalls Symptome, die Nux moschata und Opium jeweils auslösen bzw. bekämpfen. Nux moschata wirkt auf Geist, Gemüt, Nerven, die weiblichen Fortpflanzungsorgane und die Verdauungsorgane. [3] [4]

Hintergrundinformationen

Opium wird aus den Kapseln des Schlafmohnes (Papaver somniferum), der Gattung Papaver aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae), gewonnen. Die Blüte des Schlafmohnes ist, im Gegensatz zum roten Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas), lilafarben. Er blüht von Juni bis August und wächst vor allem auf nährstoffarmen Böden (Schuttplätze, Wege etc.).[5]

Opium kann als Rauschmittel auf unterschiedliche Weisen eingenommen werden. Rektal wird es als Klistier verabreicht, es wird in Salzwasser aufgelöst und injiziert, geraucht oder getrunken (als Schlaftrunk mit Zimt verfeinert). Selbst die getrockneten Blätter oder Samen der Pflanze können zu einem Tee aufgebrüht werden. Die Wirkung setzt je nach Art der Einnahme etwas verspätet oder sehr bald ein und hält sechs bis acht Stunden an. Gerauchtes Opium beflügelt die Phantasie; wird es getrunken, wirkt es einschläfernd und betäubend. Übelkeit, Erbrechen, Kopfweh und Verstopfung sind die Nachwirkungen des Rausches, die am nächsten Tag auftreten.[6] Berühmte Opiumabhängige waren Oscar Wilde, Charles Baudelaire oder Thomas de Quincey, der die „Bekenntnisse eines englischen Opiumessers“ schrieb.

Opium enthält mindestens 40 verschiedene Alkaloide, darunter Morphin, das schmerzstillend, dämpfend und einschläfernd wirkt, Thebain, dessen Wirkung der des Morphins entgegensteht (Antagonist) und das Krämpfe auslösen kann, Papaverin, das die Muskulatur speziell der Verdauungsorgane lähmt und Codein, das heute meistens als Hustenstiller angewendet wird.[7] Die vielen verschiedenen Alkaloide erklären die widersprüchlichen Symptome des Opium-Patienten und die unterschiedlichen Facetten der Rauscherfahrung, die von Süchtigen beschrieben wird. In der Schulmedizin wird Opium als Beruhigungs- und Schmerzmittel bei Nieren- und Blasenkoliken, Darmoperationen oder krampfhaftem Husten eingesetzt. Das als Opiumalkaloid vorkommende Morphin fungiert als starkes Schmerzmittel bei diversen Erkrankungen und Verletzungen. [5]