Globuli von M bis O

Moschus Globuli

© panthermedia.net / Vinod Kumar Pillai

Moschus oder auch Moschus moschiferus ist ein homöopathisches Mittel aus tierischer Quelle. Dabei handelt es sich um das Sekret der Moschusdrüse des Moschushirsches.

Bereits Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, erforschte detailliert die Wirkung von Moschus. Er beschreibt es als Mittel gegen „krampfhafte Krankheiten“, Nervenfieber (Typhus) und Erschöpfungszustände. Sein Wissen bezieht er dabei aus über 30 verschiedenen Quellen, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Die genaue Prüfung von Moschus als Homöopathikum erfolgte dann durch seinen Sohn und die Homöopathen Gustav Gross und Johann Stapf. [1] Doch bereits deutlich früher lässt sich eine Verwendung von Moschus als Heilmittel belegen. So wurde es bereits im 8. Jahrhundert von arabischen Ärzten als Mittel gegen Kopfschmerzen und zur Erregung des Geschlechtstriebes eingesetzt. Auch im Koran findet Moschus Erwähnung und wird dort als Mittel zur Glückseligkeit beschrieben.
Heute wird Moschus als Homöopathikum insbesondere bei psychischen und nervösen Beschwerden, Ohnmachtsanfällen und Krämpfen verabreicht.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei welchen Beschwerden?: Symptome und Zustände von Patienten, die Moschus benötigen, sind eine übermäßige Neigung zu Nervosität und Hysterie. [3] Unter Hysterie versteht man hier eine Panikneigung, die mit Asthma und hysterischem Herzklopfen einhergeht. Auch Ohnmachtsanfälle durch geringste Anlässe oder Erregung ausgelöst, können ein Hinweis auf Moschus sein.
Die übertriebene Neigung zur Hysterie kann sich auch als unangenehmes, nervöses Gefühl unter dem Rippenbogen, damals auch als Hypochondrie bezeichnet, manifestieren. Heute spricht man jedoch von Hypochondrie, wenn jemand unter eingebildeten Krankheiten leidet.
Im Rahmen einer Erkrankung auftretende Schmerzen sind meist von stechendem Charakter. [2]

In welchem Alter?: Prinzipiell eignet sich Moschus zur Einnahme für alle Altersgruppen. Voraussetzung ist, dass die Krankheitssymptome des Patienten mit den Symptomen der homöopathischen Arznei übereinstimmen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wie für homöopathische Mittel üblich, gibt es auch für Moschus einige charakteristische Symptome:

  • Schwindel
  • übermäßige Neigung zur Ohnmacht
  • nervöse Leiden und Anfälle mit entsprechenden Beschwerden
  • Krampfneigung (Spasmophilie)
  • Brustbeklemmung
  • Asthma mit Atemnot

Verbesserung: Wärme und Reibung auf schmerzhaften Stellen kann dort zu einer Verbesserung führen. Bei Atemwegsbeschwerden kann frische Luft und mäßige körperliche Aktivität im Freien ebenfalls zu einer Linderung der Beschwerden führen.

Verschlechterung: Ruhe und Kälte führen dagegen zu einer Verschlechterung der Beschwerden. Insbesondere kalter Wind kann zu einer Verschlimmerung führen. Bei Magen-Darm-Beschwerden führt bereits der Anblick von Nahrungsmitteln zu einer verstärkten Übelkeit.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Geeignete Patientinnen und Patienten leiden oft unter heftigen Stimmungsschwankungen. So kann es innerhalb kürzester Zeit zu einem Wechsel zwischen fröhlicher ausgelassener Stimmung und einem mürrischen Verhalten kommen. Kontraste zwischen heftigen unkontrollierten Lachanfällen und Wutausbrüchen bis hin zur Raserei sind keine Seltenheit.Moschus kann außerdem eingesetzt werden um psychische Beschwerden nach einem Unfall oder einem schockierenden Erlebnis besser zu verarbeiten und den damit verbundenen Beschwerden entgegenzuwirken [4]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Kopfschmerzen, welche gut mit Moschus therapierbar sind, besteht oft ein drückender Schmerz über der Nasenwurzel. Dieser kann sich auf dem ganzen Kopf ausbreiten und mit einem Schweregefühl einhergehen. Zusätzlich kann es zu krampfartig ziehenden Schmerzen im Hinterkopf kommen. Als Begleitsymptome bestehen oft Schwindel und Verwirrtheit.Auch bei Ohnmachtsanfällen hat sich Moschus bewährt. [5] Auslöser sind hier oft Stress, Müdigkeit und Blutarmut. Für den Betroffenen wirkt es, als ziehe es ihnen den Boden unter den Füßen weg. Gleichzeitig besteht ein starkes Schwächegefühl und Kraftlosigkeit. Auch hier ist Schwindel ein typisches Begleitsymptom. Der Patient verspürt dabei das Gefühl hinzufallen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die für Moschus typische Teilung des Körpers in eine warme und eine kalte Körperhälfte zeigt sich insbesondere an den Wangen. Hier kann die eine Wange stark gerötet aber dennoch kalt sein, während die andere blass aber dennoch überhitzt erscheint.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Asthma bronchiale ist ein typischer Anwendungsbereich für Moschus. Auffallend ist hier der Auslöser. So kommt es in Zuständen höchster Nervosität zu einer Verengung der Brust und Muskelkrämpfen. Dies führt dann zu einer Verengung der Atemwege mit den Beschwerden des krampfartigen Hustens, erschwertem Atmen und Erstickungsangst. Das ohnehin schon bestehende Angstgefühl wird dann noch weiter verstärkt. Es kann dabei zusätzlich oft zu starkem Auswurf kommen, welcher gelblich verfärbt ist. Eine Verbesserung der Beschwerden kann im Freien bei frischer Luft erreicht werden.Zusätzlich kann auch Herzklopfen bestehen, welches die hysterischen Ängste des Betroffenen noch weiter steigert.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig kann es zu einem Globusgefühl (Globus hystericus) im Hals mit zusätzlichem Schluckauf (Singultus) kommen. Andere Symptome die auf Moschus hindeuten sind Blähungen und Aufstoßen. Der Unterleib kann dabei schmerzhaft aufgebläht sein. Eine Verbesserung dieses Zustandes tritt durch lockern der Kleidung, Reiben und Wärme auf den betroffenen Stellen und Zusammenkrümmen des Körpers ein.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann zu einem häufigem Harndrang und Zucker im Urin kommen. Zusätzlich besteht ein starkes Durstgefühl. Ursächlich kann beispielsweise eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sein.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch ist ein verstärktes sexuelles Verlangen, welches sich oftmals bis zur Nymphomanie steigern kann. Nach dem Geschlechtsverkehr kann es bei Männern und Frauen zu Übelkeit kommen. Männer können teilweise auch unter verfrühter Impotenz leiden.Bei Frauen können starke und zu früh einsetzende Regelblutungen, die mit Unterleibsschmerzen einhergehen ebenfalls mit Moschus behandelt werden. [6]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Oftmals besteht eine generalisierte Neigung zu Krämpfen. Diese werden durch starke psychische Erregung ausgelöst. Der Betroffene bekommt zunächst das Gefühl, Nerven und Muskeln nicht unter Kontrolle halten zu können. Außerdem kann ein Kältegefühl am Schienbein bestehen. Die Beine fühlen sich unruhig und schmerzhaft an. Auch an den Händen kann es zu Temperaturunterschieden kommen, so ist eine Hand oft warm, die andere kalt.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gelegentlich kann es zu Schmerzen auf der Kopfhaut kommen, welche auf für eine Therapie mit Moschus in Frage kommen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch für Moschus-Patienten ist je eine Körperhälfte die sich subjektiv kalt anfühlt, während die andere Seite überhitzt ist. Bei Berührung durch Außenstehende wirken die Patienten oft unangenehm kalt. Nachts ist insbesondere der Körperkern stark erhitzt während das Äußere des Patienten kalt ist.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schlaflosigkeit ist ebenfalls ein häufiges Symptom, welches die Patienten insbesondere am Tag beeinträchtigt, da sie hier unter starker Müdigkeit leiden.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Asa foetida

Genau wie Moschus, wird auch Asa foetida zur Behandlung von Hysterien eingesetzt. Es wird dabei vor allem als Mittel gegen stressbedingte Magen-Darm-Beschwerden verwendet. Typisch sind Blähungen und ein Globusgefühl im Hals (Globus hystericus). Oftmals sind die Beschwerden auch hysterischer Natur. Asa foetida wird insbesondere in Indien auch als Gewürz genutzt.

Nux moschata

Ähnlich wie bei Moschus, zeichnet sich auch hier der Zustand des Patienten durch starke Stimmungsschwankungen aus. [7] Dabei kann es zum plötzlichen Wechsel zwischen Erregung, Benommenheit und Schläfrigkeit kommen. Auch Schwindel und Ohnmachtsanfälle sind ein gemeinsames Anwendungsgebiet. Nux moschata kann außerdem vielfältig gegen Magen-Darm-Beschwerden und extreme Tagesschläfrigkeit eingesetzt werden. Auch hier besteht ein starker Bezug zur linken Körperhälfte. Muskatnuss wird außerdem vielfältig als Gewürz und tradionelles Heilmittel gegen Krankheiten des Verdauungstraktes eingesetzt.

Magnesium phosphoricum

Als Alternative zur Behandlung vom Krampfzuständen kann sich auch Magnesium phosphoricum als hilfreich erweisen. So wird es gegen unkontrollierbare Zuckungen, welche durch Nervosität ausgelöst sind, eingesetzt. Zusätzlich wird ihm eine starke schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben. So kann Magnesium phosphoricum gut gegen Nervenschmerzen im Rücken und im Ischiasbereich eingesetzt werden. Es wird dabei insbesondere gegen krampfartige Schmerzen verschrieben. [8]

Hintergrundinformationen

Ursprungssubstanz für Moschus-Globuli ist das Sekret der Moschusdrüse des Moschushirsches (Moschus moschiferus). Dieser mit dem europäischem Hirsch verwandte Paarhufer ist in Sibirien, der Mongolei und dem nördlichen China beheimatet. Der Lebensraum ist dabei meist bewaldet und gebirgig, so werden insbesondere Bereiche von 1000m Höhe bis zur Baumgrenze besiedelt.

Im Gegensatz zu europäischen Hirscharten, besitzt er jedoch kein Geweih, sondern auslandende Eckzähne, die insbesondere bei männlichen Tieren sehr stark ausgeprägt sein können. Er wird zur Familie der Moschushirsche (Moschidae) und zur Gattung der Moschustiere (Moschus) gezählt. Das Moschustier erreicht eine Länge von maximal einem Meter und eine Höhe von 80cm. Das Gewicht liegt bei maximal 20kg.
In allen seinen Verbreitungsgebieten gilt er aufgrund von Wilderei als stark gefährdet. So schätzt der WWF die Gesamtzahl an freilebenden Tieren auf nur noch etwa 500.000 Expemplare. [9]
Ziel der Wilderer ist meist das Sekret der unter dem Bauchnabel liegenden Moschusdrüse. Hiermit können insbesondere auf dem chinesischen Schwarzmarkt hohe Preise erzielt werden. Dort werden für ein Kilogramm Moschus bis zu 36.000 Euro bezahlt, was Moschus somit wertvoller als Gold macht. Ein Tier liefert dabei nur etwa 23 Gramm Moschussekret. Ca. 90% des durch Jagd gewonnenen Moschussekrets wird in der chinesischen Heilkunst als Mittel gegen Herz-Kreislauf- und Nervenbeschwerden eingesetzt und meist illegal vertrieben.
Die Züchtung der Tiere in Gefangenschaft gilt als sehr aufwendig und wenig erfolgversprechend.
Für eine Verwendung in der Homöopathie werden aufgrund des Potenzierungsprozesses nur geringste Mengen an Moschussekret benötigt. So können beispielsweise aus einer einzigen Moschusdrüse rein rechnerisch bis zu 23 Tonnen Globuli der Potenz D6 hergestellt werden, was den tatsächlichen Jahresbedarf weit übersteigt. Zur Verwendung in Globuli wird das Sekret zunächst getrocknet und dann weiterverarbeitet.
Weitere Verwendung findet Moschus auch in der Parfüm- und Seifenindustrie, wo es insbesondere als Duftstoff eingesetzt wird. Einen ähnlichen Geruch besitzt auch das Sekret der nordamerikanischen Moschusratte oder das der australischen Moschusente.