Globuli von M bis O

Magnesium phosphoricum Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Magnesium phosphoricum, auch phosphorsaures Magnesia genannt, ist ein homöopathisches Einzelmittel auf Basis von Mineralsalzen(Magnesiumsalz und Phosphorsalz). Es besteht aus der chemischen Verbindung Magnsiumhydrogenphosphat (MgHPO4), diese Verbindung wird auch im menschlichen Körper gebildet und ist unter anderem ein wichtiger Stoff für das Gehirn, die Nerven, Muskeln, Zähne und Knochen.Magnesium phosphoricum wirkt vor allem schmerzlindernd (analgetisch) auf das Nervensystem und krampflösend (spasmolytisch) auf die Muskulatur, aber auch bei Zahnschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne eignet es sich als Schmerzstiller. Magnesium phosphoricum kann gut zur Selbstbehandlung bei Babys, Kindern, Erwachsenen und älteren Personen eingesetzt werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, stets die richtige Potenz zu wählen. Das Hauptanwendungsgebiet dieses Heilmittels sind Bauchkrämpfe, Blähungen, Nervenschmerz (Neuralgien) und Menstruationsbeschwerden.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Patienten für die Magnesium phosphoricum angezeigt ist, sind typischerweise mager, matt, müde, erschöpft und/oder sehr nervös; sie bekommen regelmäßige Schmerzanfälle, die sie in den Wahnsinn treiben und sie neigen zu Muskelkrämpfen. Erwachsene sind reizbar bei Kopfschmerzen, Babys und Kinder schreien und weinen bei Bauchschmerzen. Es besteht eine Abneigung gegen Kälte, Wärme wird dagegen gut vertragen. Das Mittel kann im Allgemeinen periodische Schmerzen (wie Menstruationsschmerzen und Koliken), Verspannungen der Muskulatur und Schmerzen im Kreuzbein (Ischialgie) und Neuralgien lindern. Auch bei den sogenannten „Schreikinder“ kann dieses homöopathische Mittel gut eingesetzt werden, z.B. bei Blähkoliken oder zahnenden Kindern.[2]

Wo wirkt es?: Magnesium phosphoricum wirkt spasmolytisch und analgetisch auf Hohlorgane (Blase, Darm, Gebärmutter, Lunge, Herz), auf die glatte Muskulatur (Muskulatur, die Organen und Gefäße auskleidet) sowie auf Skelettmuskeln. An den Zähnen wirkt es in der Regel nur schmerzlindernd.

In welchem Alter?: Das Patientenspektrum von Magnesium phosphoricum erstreckt sich vom neugeborenen Alter bis ins hohe Lebensalter. Für Babys ist es gut geeignet sobald Säuglingskoliken und die Dreimonatskoliken anfangen. Bei Kindern und Erwachsenen hilft es ebenfalls bei Blähungen, aber auch bei Kopfschmerzen. Für Frauen ist es darüber hinaus angezeigt (indiziert) bei Menstruationsbeschwerden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Personen bei denen die Einnahme von Magnesium phosphoricum indiziert ist, leiden charakteristischerweise an kolikartigen Schmerzen:[3]

  • Säuglingskoliken
  • Dreimonatskoliken
  • Leberkoliken
  • Nierenkoliken
  • Reizdarmsyndrom
  • Durchfall (Diarrhoe)
  • Menstruationsschmerzen

Ebenso ist es angebracht bei Neuralgie, Ischialgie und Muskelkrämpfen.

Sehr bezeichnend ist ein Schmerz, der beschrieben wird als:

  • Scharf
  • Schneidend
  • Durchbohrend
  • Schießend
  • Stechend
  • Kommt und geht blitzartig
  • Krampfend
  • Einschnürend

Verbesserung: Der Zustand von Magnesium phosphoricum – Patienten bessert sich vor allem durch Wärme (Ofenwärme, feuchte Wärme) und Hitze. Auch leichter Druck wird als angenehm empfunden.

Verschlechterung: Magnesium phosphoricum – Patienten vertragen insbesondere Kälte nicht gut. Kalte Luft, kalter Wind, kaltes Baden, sowie feuchtes, kaltes und stürmisches Wetter führen zu einer Verschlechterung der Symptome. Auch Berührungen und Bewegung wird als unangenehm beschrieben.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Personen für die Magnesium phosphoricum gut geeignet ist, zeichnen sich durch große Furcht vor Kälte aus. Sie versuchen kalte Luft, Bewegung bei kaltem Wetter (generell Bewegung) und kaltes Waschen zu vermeiden; sie mögen es nicht, aufgedeckt zu werden. Es besteht außerdem Angst davor, dass die erkrankte Seite berührt werden könnte.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Magnesium phosphoricum – Patienten klagen darüber, dass ihre Kopfschmerzen im Hinterkopf beginnen und sich von dort über den gesamten Kopf ausdehnen. Häufig werden die Kopfschmerzen durch Gemütserregung, Anstrengung, wie z.B. angestrengtes Lernen, verursacht. Typische Kopfschmerz-Tageszeiten sind 10-11 Uhr und 16-17 Uhr. Äußere Hitze und Druck beruhigen den Kopfschmerz.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten klagen über intermittierende, schießende und schneidende Nervenschmerzen an der rechten Gesichtshälfte über und unter dem Auge. Kalte Luft und Druck verstärkt den Schmerz, äußere Hitze lindert ihn.

Kinder haben Krämpfe während des Zahnens, aber kein Fieber. Die Zahnschmerzen wechseln nachts schnell in ihrer Empfindung – erst werden sie als krampfend beschrieben, im nächsten Moment z.B. als durchbohrend, stechend oder schneidend.

Essen und Trinken, vor allem kalte Getränke, verschlimmern die Schmerzen; Hitze wird als angenehm empfunden.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Magnesium phosphoricum – Patienten leiden an kolikartigen Magenkrämpfen. Diese äußern sich wie eine Art Band, das eng um den Körper geschlungen wird.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Kindern zwischen dem 4. – 8. Lebensjahr wird nächtliches, unwillkürliches Einnässen (Enuresis) mit blassem Urin beobachtet. Häufig kommt es zur Enuresis nach nervösen Reizungen wie Stress, Krisen und erhöhter psychischer Belastung.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patientinnen klagen über blitzartig schießende Unterleibsschmerzen, die auf der rechten Seite deutlich ausgeprägter sind. Generell berichten die Patientinnen, früh ihre Menstruation bekommen zu haben. In der prämenstruellen Phase sind die Schmerzen stärker, sobald die Regel einsetzt, wird eine leichte Besserung beschrieben. Hitze und Zusammenkrümmen lindern die Beschwerden.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es werden Krämpfe an den Extremitäten beobachtet. Bei Frauen kommt es auch während der Schwangerschaft zu Krämpfen an Beinen und/oder Armen. Bei Personen, die viel schreiben, treten Schreibkrämpfe in den Händen auf.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Magnesium phosphoricum – Patienten haben oft einen dunkleren Teint. Das Gesicht läuft bei Schmerzen rot an und ist glühend heiß.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Fieber ist normalerweise kein Begleitsymptom. Patienten sehnen sich nach Wärme und lehnen Kälte ab, da sie zu einer Verschlechterung der Symptome führt.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bis auf das oben beschriebene nächtliche Einnässen, das bei Kindern auftreten kann, wird der Schlaf von Magnesium phosphoricum – Patienten als ungestört beschrieben.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Atropa belladonna

Atopa belladonna, auch bekannt als Tollkirsche, zählt zu den Nachtschattengewächsen und ist in Mitteleuropa heimisch. Die Tollkirsche ist sehr giftig, hat aber zahlreiche heilende Wirkungen; daher kommt Belladonna in der Homöopathie nur sehr verdünnt zum Einsatz, durch die Verdünnung ist die giftige Wirkung aufgehoben. So kann die heilende Wirkung ausgenutzt werden. Hauptanwendungsgebiet sind unter anderen Erkältungen, Fieber, plötzlich auftretende Schmerzen und Entzündungen. Das Anwendungsspektrum von Belladonna ist sehr viel größer als das von Magnesium phosphoricum.

Anders als Magnesium phosphoricum leistet Belladonna gute Hilfe beifieberhaften Erkältungen mit hochrotem Kopf, Hitzegefühl, feucht schimmernden Augen mit geweiteten Pupillen und rechtsseitigen Kopfschmerzen. Besserung der Kopfschmerzen bzw. der Migräne werden durch leichten äußeren Druck herbeigeführt. Weitere Erkältungssymptome, wie Halsschmerzen, gerötete Mandeln und trockener Husten, können gezielt mit Belladonna therapiert werden. EineBesserung der Symptome wird ebenso durch Wärme erreicht, eine Verschlechterung durch Kälte. Gemeinsam haben beide Arzneien diese Modalität: Zusammenkrümmen bessert die krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich.

Belladonna wirkt Entzündungen entgegen, z.B. bei entzündeten Wunden, Zahnfleisch- und Augenentzündungen.

Angezeigt ist die Tollkirsche auch für schwangere Frauen, die an Einschlafproblemen und stark geschwollenen Brüsten leiden.

Caulophyllum thalictroides

Caulophyllum thalictroides stammt aus Nordamerika. Verarbeitet wird die Wurzel des „Blauen Hahnenfußes“. Gute Wirkung zeigt dieses homöopathische Mittel bei Frauenleiden und trägt daher auch den Namen„Frauenwurzel“. Ebenso wie Magnesium phosphoricum ist auch Caulophyllum thalictroides bei Menstruationsbeschwerden angezeigt. Die Patientinnen leiden während der Menstruation unter starken, langandauernden, krampfartigen Unterleibsschmerzen (Dysmenorrhö) und einer spärlichen Menses (wenig Monatsblutung). Caulophyllum thalictroides hilft auf die gleiche Weise wie Magnesium phosphoricum, indem es krampflösend und entspannend auf die glatte Muskulatur der Gebärmutter (Uterus) wirkt. Angezeigt ist es hier insbesondere bei Regelschmerzen, die einige Tage vor und an den ersten Tagen der monatlichen Regelblutung auftreten und sehr lange anhalten. Anders als Magnesium phosphoricum hilft die Frauenwurzel auch eine schwache Menses zu regulieren.

Während des Geburtsvorganges ist Caulophyllum thalictroides sehr unterstützend. Es kann aufgrund seiner krampflösenden Wirkung bei einsetzenden Wehen Linderung verschaffen und zu einer Entspannung des Uterus führen. Die Frauenwurzel hat, im Gegensatz zu Magnesium phosphoricum, eine paradoxe Wirkung: setzen die Wehen bei der Geburtsarbeit aus und folgt eine lange Latenzphase, kann das Mittel helfen Wehen auszulösen, damit der Geburtsvorgang nicht zu lange unterbrochen wird.

Darüber hinaus hat sich Caulophyllum thalictroides bei Gelenkschmerzen (Arthralgie) und Rheumabeschwerden, insbesondere an den Zehen- und Fingergelenken (Gelenkrheumatismus), bewährt.

Colocynthis

Colocynthis, auch Koloquinte oder Bittergurke genannt, gehört zu den Kürbisgewächsen. Die Patienten für die Colocynthis angezeigt ist, sind gereizt, ungeduldig und reagieren bereits bei kleinsten Unstimmigkeiten äußerst wütend. Die Hauptanwendungsgebiete sind sehr ähnlich mit denen von Magnesium phosphoricum: Menstruationsbeschwerden, Bauchschmerzen, Ischias, Muskelverspannungen und -krämpfe.

Die Betroffenen leiden oft an Koliken und Krämpfen im Magen- Darm- Trakt, die anders als bei Magnesium phosphoricum als Folge der eigenen Stimmungslage auftreten. Dazu zählt z.B. leichte Reizbarkeit, Wut, Ärger und Zorn. Diese negative Stimmung schlägt den Personen regelrecht auf Magen und Verdauung. Die schlechte Stimmung kann auch zu anderen gesundheitlichen Beschwerden führen, wie Ischiasschmerz, starke Muskelverspannungen, Wadenkrämpfe und Gelenkschmerzen. Frauen haben zudem häufig, nicht unbedingt stimmungsabhängig, Menstruationsbeschwerden mit starken Unterleibskrämpfen.

Genau wie bei Magnesium phosphoricum Patienten verlaufen die Nervenschmerzen mehr rechtsseitig als linksseitig und werden ebenfalls als stechend beschrieben. Zusätzlich wird der Schmerz aber auch als brennend oder reißend geschildert.

Hintergrundinformationen

Magnesium phosphoricum ist eine chemische Verbindung des Magnesiums (Mineralstoff) und wird in der Chemie als Magnesiumhydrogenphosphat oder phosphorsaures Magnesia bezeichnet.Magnesiumhydrogenphosphat trägt die Summenformel MgHPO4 und zählt zur Stoffgruppe der Hydrogenphosphate. Es weist einen festen Aggregatzustand auf und ist schlecht in Wasser löslich. Magnesiumhydrogenphosphat erscheint in der Natur als farbloses, kristallines, unreines Pulver.

Industriell wird es aus Natriumphosphat (Natriumsalz der Phosphorsäure) und Magnesiumsulfat (Bittersalz) gewonnen.[9]

Im menschlichen Körper (Muskeln, Zähne) und in einigen Lebensmitteln (grünes Gemüse, einige Obst- und Getreidesorten) kommt es in natürlicher Form vor. Für den menschlichen Körper spielt dieser Mineralstoff eine elementare Rolle, z.B. für Muskelkontraktionen und bei der Übertragung von Nervenimpulse. Vor allem in Stresssituationen wird Magnesiumhydrogenphosphat vermehrt im Körper verbraucht. Bei lang andauernden Stresssituationen kann es sinnvoll sein, auf seine Magnesiumaufnahme zu achten und diese bei Bedarf über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zu regulieren. Im Zweifel sollte immer ein Arzt konsultiert werden! Dieser kann angezeigte Magnesiumpräparate oder Globuli empfehlen und die individuelle Dosierung verschreiben.