Globuli von M bis O

Millefolium Globuli

© PantherMedia / Marta Jonina

Millefolium ist ein homöopathisches, pflanzliches Einzelmittel, das aus den frischen, oberirdischen Teilen der Gemeinen Schafgarbe (Achillea millefolium) gewonnen wird. Die Ernte findet dabei zur Blütezeit statt. In der Laienhomöopathie wird Millefolium häufig in den Potenzen D1 bis D3 verwendet. Menschen, die allergisch auf Korbblütler reagieren, sollten vom Gebrauch solcher niedriger Verdünnungen (Dilutionen) jedoch Abstand nehmen und auf alternative Mittel ausweichen, da es sonst zu überschießenden Reaktionen des Immunsystems kommen kann.

Millefolium wirkt in erster Linie auf das arterielle Gefäßsystem und findet Anwendung als eines der wichtigen homöopathischen Verletzungsmittel. Es kommt vor allem im akuten Fall bei Blutungen jeglicher Art zum Einsatz. Millefolium-Patienten wirken oft ängstlich, sehr aufgeregt und klagen über Schmerzen in der Magengrube. [1][2][3]

Anwendungsmöglichkeiten für Millefolium Globuli

Zusammenfassung

Bei wem?: Menschen, für die Millefolium geeignet ist, machen oft einen etwas verwirrten, benommenen Eindruck. Besonders abends scheint es, als ob der typische Anwender nicht wüsste, was er tut oder was er tun müsste. Er wirkt stets, als hätte er etwas vergessen. 

Wo wirkt es?: Millefolium beeinflusst hauptsächlich das arterielle Gefäßsystem und wird bei Blutungen jeglicher Ursache verwendet. Gelegentlich kommt es jedoch auch bei Magen-Darm- Beschwerden zum Einsatz. 

In welchem Alter?: Grundsätzlich kann Millefolium in jeder Altersklasse angewendet werden, vorliegende Allergien gegen Korbblütler sind allerdings unbedingt zu berücksichtigen.[1]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Da Millefolium ein reines homöopathisches Akutmittel ist, setzt sich auch das Arzneimittelbild eher aus akuten Beschwerden zusammen. Folgende Symptome sind charakteristisch:

  • Das Blut ist hellrot. 
  • Die Beschwerden treten meist als Folgen von Stürzen oder Überanstrengung auf. 
  • Kopfschmerzen gehen mit Schwindel einher. Es wird ein Druckgefühl empfunden, als würde sich das Blut im Kopf stauen. Der Schmerz wird als bohrend und stoßweise auftretend beschrieben. 
  • Die Betroffenen leiden häufig unter Nasenbluten.
  • Stuhl und Urin können Blut enthalten. 
  • Junge Mädchen klagen oft über heftige, schmerzhafte und unregelmäßige Menstruationsblutungen. 
  • Frauen reiferen Alters neigen zu schmerzhaften Krampfadern.
  • Auch an den Schleimhäuten, im Magen-Darm-Trakt und am Zahnfleisch können Blutungen auftreten. 
  • Durch den meist starken Blutverlust wird den Patienten schnell schwindelig. [4]

Verbesserung: Bewegung verschafft den Betroffenen Linderung.[5]

Verschlechterung: Vor allem in den Abendstunden, bei Unterdrückung der Symptomatik, nach großer Anstrengung sowie nach großen Hitzeperioden im Sommer verschlimmern sich die Beschwerden.[4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zwar sind bei Akutmitteln die Gemütsmodalitäten (das psychische Erscheinungsbild) oft wenig ausgeprägt, Millefolium-Patienten können jedoch gelegentlich einen zerstreuten, verwirrten Eindruck erwecken. Auf den ersten Blick wirken sie meist melancholisch und traurig.[4]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Arterien im Kopf- und Gesichtsbereich pulsieren leicht. Die rechte Seite des Kopfes fühlt sich an, als wäre sie in einen Schraubstock gespannt. Der Schmerz wird beim Bücken und beim Aufwachen am Morgen schlimmer. Die Augenlider und Stirnmuskeln zucken. [3]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen von Millefolium-Patienten glänzen oft. Es wird ein hineindrückender, stechender Schmerz empfunden, der sich bis hin zur Nasenwurzel zieht. Die Betroffenen neigen zu Nasenbluten. Das Gesicht ist heiß, als würde zuviel Blut in den Kopf strömen. [3]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es können übermäßiges Herzklopfen und Bluthusten auftreten. Die Betroffenen verspüren ein beklemmendes Gefühl im Brustbereich. [3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Millefolium-Patienten empfinden oft einen nagenden Schmerz in der Magengegend, ähnlich einem starken Hungergefühl. Dieser Zustand ist morgens beim Erwachen besonders ausgeprägt. Blähungskoliken gehen häufig mit der Menstruation einher. Der Stuhl kann blutig sein, Hämorrhoiden sind durch einen starken Blutabgang charakterisiert. [3]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann zu Schmerzen im Bereich der linken Niere kommen, die mit blutigem Urin verknüpft sind. Außerdem leiden die Betroffenen gelegentlich unter unwillkürlichem Harnabgang. [3]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Männern sind Penis und Hoden häufig geschwollen, der Samenerguss ist vermindert. Bei Frauen fällt die Menstruation zu stark, zu lange und sehr schmerzhaft aus und ist von kolikartigen Blähungen begleitet. [3]

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die rechte Achillessehne schmerzt. Oft schläft zunächst der linke Fuß ein, dann der rechte; Bewegung bringt in diesem Fall Erleichterung. Das linke Schulterblatt ist von einem leichten, durchdringenden Schmerz durchzogen. Hände und Füße sind heiß. [3]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut kann von Bläschen übersät sein. [3]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei auftretenden Nierenschmerzen fröstelt es die Patienten schnell. [3]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die typischen Anwender schlafen abends spät ein und fühlen sich morgens unausgeruht. Häufig gähnen sie, ohne wirklich müde zu sein. [3]

Dosierung und Einnahme von Globuli Millefolium

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen von Millefolium Globuli

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative homöopathische Mittel zu Globuli Millefolium

Erigeron canadensis

Erigeron canadensis, auch kanadisches Berufskraut genannt, gehört ebenso wie die Schafgarbe zu den Korbblütlern (Asteraceae). Verwendet werden die frischen, oberirdischen Teile, die zur Blütezeit geerntet werden.
Erigeron canadensis wirkt vorrangig auf das arterielle Gefäßsystem, kann aber auch bei Magen-Darm-Beschwerden Linderung verschaffen. Das Arzneimittelbild ist dem der Schafgarbe sehr ähnlich: Meist treten hellrote Blutungen am Zahnfleisch, Hämorrhoiden, verstärkte Regelblutungen, Kopfschmerzen, Blähungen sowie Entzündungen der Magenschleimhaut auf. Bewegung verstärkt allerdings die Beschwerden, sodass eine Abgrenzung der beiden Anwendungsgebiete für den Laien möglich wird. [6]

Ipecacuanha

Der deutsche Name für Ipecacuanha lautet Brechwurzel. Sie entfaltet ihre Wirkung vor allem im Magen-Darm- sowie im Atemtrakt.
Ipecacuanha-Patienten leiden unter einer ständigen Übelkeit, die als Begleiterscheinung bei allen Krakheitsbildern auftritt. Erbrechen bringt keine Erleichterung.
Brechwurzel wird eingesetzt bei Schockzuständen nach Verletzungen, Ohnmachtsanfällen nach Blutverlust, Migräne, Bronchitis und starken Menstruationsbeschwerden. Es können gussartige Blutungen aus allen Körperöffnungen hinzu kommen. Die Beschwerden verschlimmern sich bei Bewegung und extremen Temperaturen. [7]

Sabina

Zur Herstellung von Sabina-Potenzen werden frische, junge, noch unverholzte Zweigspitzen des Sadebaums mit Blättern verwendet. Die fertigen Globuli eignen sich besonders zur Behandlung von Frauenleiden wie einer verstärkten, schmerzhaften Menstruation mit Kreuzschmerzen, die bis zum Schambein ausstrahlen. Aber auch bei rheumatischen Gelenkbeschwerden und Warzen kann Sabina Abhilfe schaffen. [8]

Millefolium Globuli: Hintergrundinformationen

Die Schafgarbe (Achillea millefolium) gehört zur Familie der Korbblütlergewächse (Asteraceae) und ist weit verbreitet auf den Wiesen Europas. Sie ist eng mit der Kamille verwandt.

Den Namen Schafgarbe trägt das Gewächs aufgrund der Beobachtung, dass Schafe das Kraut vermehrt fressen, wenn sie krank sind. Garbe stammt vom althochdeutschen Wort Garwe ab und bedeutet soviel wie Gesundmacher.
Die wichtigen Inhaltsstoffe sind vor allem das ätherische Öl sowie Bitterstoffe. Proazulen, ein Bestandteil des ätherischen Öls, wirkt entzündungshemmend, desinfizierend und krampflösend, während Bitterstoffe für die appetitanregende und verdauungsfördernde Komponente verantwortlich sind. Schafgarbe wird in erster Linie bei Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden, bei gynäkologischen Anwendungsfeldern (schmerzhafte Menstruation, Entzündungen im Vaginalbereich) sowie als blutungsstillendes Mittel verwendet. Abkochungen der Pflanze dienen der Wundbehandlung. [9]