Globuli von M bis O

Mezereum Globuli

© panthermedia.net / Grzegorz Gust

Der Seidelbast (Daphne mezereum) ist ein Strauch von ca.1-2m Höhe. Er trägt rosa Blüten, die direkt an den holzigen Ästchen wachsen. Die Blüten, mit je vier Blütenblättern, erscheinen vor dem Laub. In der Zeit von Juli bis August bildet er giftige, rote, eiförmige Beeren. Daphne ist griechisch und bedeutet Lorbeer, die Blätter des Lorbeers sind denen des Seidelbastes sehr ähnlich. Aus dem persischen soll der Name Mezereum stammen und töten bedeuten.In der Homöopathie verwendet man die Rinde des Strauches, die vor dem Aufblühen im Frühling gesammelt wird.[3]

Das Mittel Daphne Mezereum, reizt beziehungweise ergreift (affiziert), besonders die Haut, die Nerven und die Schleimhäute des Mundes und des Magens. Aber auch die Knochen, vor allem im Gesicht, ebenso die Zähne. Bei Mezereum-Patienten kommt es zu heftigen Nervenschmerzen (Neuralgien) und Schmerzen verschiedener Art, mit Frostigkeit, Steifheit und Empfindlichkeit gegen kalte Luft. Ebenso können Knochenschmerzen, besonders in den langen Knochen, vorkommen.[2]

Anwendungsmöglichkeiten für Mezereum Globuli

Zusammenfassung

Bei wem?: Mezereum ist ein Mittel, das gerne bei Hauterkrankungen bzw -erscheinungen eingesetzt wird, wie Rötungen mit Bläschenausschlag.[1/2]

Wo wirkt es?: Es hat seinen Hauptwirkungen bei Haut-, Magen- und Gesichtsbeschwerden sowie bei Nerven und Knochenschmerzen.[1]

In welchem Alter?: Mezereum ist kein altersspezifisches Mittel, es wird von Kindern genauso benötigt, wie auch von Erwachsenen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Brennen steht im Vordergrund, wie bei einem brennenden Schmerz oder dem brennende Jucken von Hautausschlag. Besonders häufig kommt es bei den Menschen, die das Mittel Mezereum brauchen, zu Nervenschmerzen, vor allem der Zähne und des Gesichts, wie zum Beispiel nach Gürtelrose (Herpes Zoster). Die Beschwerden können plötzlich auftreten und über Frösteln und Taubheitsgefühl bis hin zu einem Dauerschmerz gehen. Die Schmerzen sind so stark, dass es zum Tränenfluss kommt. Das Mittel ist auch bei einigen Beschwerden mit Knochenbeteiligung wie zum Beispiel Knochenhautentzündung und Knochenfraß (Knochennekrose) angezeigt. Des Weiteren kommt es bei Abszessen zum Einsatz.[2]

Verbesserung: Besserung der Beschwerden durch behagliche Ofenwärme und sich warm anziehen aber auch derAufenthalt im Freien kann gut vertragen werden. Manchen geht es nach dem Essen besser.[1][2]

Verschlechterung: Verschlechterung der Beschwerden durch Unterdrückung von Hautausschlägen, beispielsweise mit cortisonhaltigen Salben oder früher mit quecksilberhaltigen Salben. Die Bettwärme verschlechtert in einigen Fällen den Juckreiz. Nachteilig wirken sich auch Kälte besonders nasse, kalte Luft oder sogar Zugluft aus. Die Bewegung an sich ist schon unangenehm, aber auch das Berührtwerden. Einige Menschen, die das Mittel Mezereum benötigen spüren eine Verschlechterung nach Pockenimpfung. Aber allein die Tatsache, das es Nacht ist, führt schon zu einer Verschlechterung der Lage. [2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei diesen Patienten kommt es zu einer ausgeprägten Gleichgültigkeit gegenüber allem. Sie können lange ihren Gedanken nachgehen, ohne etwas davon mitzubekommen, was um sie herum gerade geschieht. Sie sind sehr schweigsam. Ihre ängstliche Erwartung schlägt ihnen auf den Magen. Sie haben häufig das Gefühl, dass sie schlechte Nachrichten erwarten. Gedankeninhalte drehen sich nur um religiöse oder finanzielle Themen. Sie sind recht streitsüchtig und machen anderen gerne Vorwürfe.[2]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten leiden unter Kopfschmerzen (Cephalgie), die sich in alle Richtungen ausbreiten können. Vor allem in die Jochbeine und in den Hals. Auch vom Reden bekommen sie Kopfschmerzen. Der Schmerz ist von betäubendem Charakter und häufig rechtsseitig. Die Kopfhaut bei diesen Patienten neigt zu schuppigem Hautausschlag mit weißen Krusten. Unter den Krusten sammelt sich Eiter, die Krusten fühlen sich lederartig an. Es kommt bei ihnen gehäuft zu starken Nervenschmerzen (Neuralgien), besonders stark an Gesicht und Zähnen. Die Schmerzen strahlen bis in die Ohren aus. Es kommt zu faulenden Zahnwurzeln und einem Gefühl, als ob die Zähne verlängert wären.In der Nase kommt es zu Polypen, auch die Nasenschleimhaut ist angegriffen. Das Gesicht ist gerötet, es kommt zu einem Hautausschlag um den Mund.[1][2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen, die das Mittel Mezereum brauchen, leiden unter einem trockenen Kitzelhusten, der sogar Erbrechen (Emesis) provozieren kann. Warmes Essen und Trinken verschlechtern die Situation. Auch hier findet man einen brennenden Schmerz, der sich in den Knochen des Brustkorbes ausbreitet.[1][2]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Brennen in der Zunge, das sich bis in den Magen erstreckt, ist ein weiteres Symptom für das Mittel Mezereum. Es kann zur Übelkeit (Nausea) kommen, die im Hals wahrgenommen wird. Magengeschwüre (Ulcus) mit häufigen und stark brennenden Schmerzen.Bei Kindern, die das Mittel Mezereum benötigen, kommt es zur Schwellung der verschiedenen Drüsen mit großen Bäuchen. Sie verspüren einen Druck im Leistenring und haben Blähungskoliken, die mit einer erschwerten Atmung einhergehen. Frauen, die gerade entbunden haben, leiden häufig unter Verstopfung (Obstipation) mit Leber- und Gebärmutterträgheit. Sie haben stechende Schmerzen und häufig kommt es zum Rektumvorfall.[1]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Am Ende des Wasserlassens kommt es wieder zu beißenden, brennenden, krampfartigen Schmerzen im vorderen Teil der Harnröhre. Der Urin ist heiß und es schweben rote Flocken auf ihm. Nach dem Wasserlassen verliert der Betroffene einige Tropfen Blut aus der Harnröhre.[1]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weibliche Geschlechtsorgane: Die Frauen, die das Mittel Mezereum benötigen, haben ihre Menstruation deutlich häufiger, früher und sehr stark. Manche leiden auch unter Ausfluss (Leukorrhoe), der ätzend sein kann. Bei einigen Frauen kann es auch zu hartnäckigen Geschwüren der Scheide und des Gebärmutterhalses kommen.[1][2]

Männliche Geschlechtsorgane: Bei den Männern findet man bei den Heilanzeigen eine Vergrößerung des Hodens, manche haben ein starkes sexuelles Verlangen. Auch die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe (Tripper) kann durch Mezereum behandelt werden. Hier sollte allerdings unbedingt ein Facharzt die weitere Therapie übernehmen und die Homöopathie gegebenenfalls als zusätzliche Option betrachtet werden.[1][2]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann zu schmerzenden und juckenden Beschwerden in der Kniekehle kommen. Im Schienbein und anderen großen Knochen kommt es zu starken brennenden Schmerzen. Die Patienten haben in den Beugern der Finger Lähmungserscheinungen, sie können Probleme haben etwas festzuhalten.[2]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haupt Heilanzeige ist der Bläschenausschlag, wie bei der Gürtelrose (Herpes Zoster). Die Bläschen jucken und brennen und sind von einem feuerrotem Hof umgeben. Diese Ekzeme zeichnen sich oft durch unerträgliches Jucken und Frösteln aus.[1]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt bei den Betroffenen zu Frost an einzelnen Körperstellen, sie empfinden diesen Frost, als hätte man sie mit kaltem Wasser übergossen.[2]

Dosierung und Einnahme von Globuli Mezereum

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen von Mezereum Globuli

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative homöopathische Mittel zu Globuli Mezereum

Arsenicum Album

Die Schmerzqualität, der Patienten, die das Mittel Arsenicum album benötigen, ist ebenso wie bei Mezereum-Patienten, brennend und beißend. Auch die Modalität, die zur Verschlechterung führen sind ähnlich, z.b die nasse, kalte Luft, sowie das Unterdrücken von Hautausschlägen.

Ebenso sind die Maßnahmen, die zur Verbesserung führen, ähnlich, wie beispielsweise das warme Anziehen. Menschen, die das Mittel Arsenicum album brauchen, leiden unter Nervenschmerzen (Neuralgien), auch gehäuft im Zahnbereich. Die Hautsymptome sind auch vergleichbar, wobei die Haut trocken ist aber auch Ekzeme und Bläschenausschlag ausbilden kann. Arsenicum album wird allerdings eher bei Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt.[2]

Kalium Jodatum

Patienten, die Kalium jodatum benötigen, können auch wie die Mezereum-Patienten an Nervenschmerzen(Neuralgien) besonders des Gesichtes leiden. Die Schmerzen verursachen einen Engeschmerz in den Jochbeinen und lanzierende Schmerzen im Oberkiefer. Ebenso kommt es bei ihne zu heftigen Schienbeinschmerzen (Tibiaschmerzen).Bei den Männern findet man ähnlich zu dem Mittel Mezereum eine Häufung der Gonorrhoe.[1][2]

Mercurius solubilis hahnemanni

Die Ähnlichkeit zu dem Mittel Mezereum findet man bei Mercurius in der Art der Kopfschmerzen (Cephalgie). Der Mercurius-Patient hat Kopfschmerzen mit Zahn- und Ohrenbeteiligung. Die Zähne werden auch hier als zu lang empfunden. Die Patienten, die das Mittel Mercurius brauchen, geben bei der Schmerzqualität auch den brennenden Schmerz an. Nach dem Wasserlassen kommt es zu Brennen in der Harnröhre. Bei den Männern ist die Gonorrhoe, ähnlich der vorher besprochenen Mitteln, eine typische Heilanzeige. Wie auch bei Mezereum-Patienten, verschlimmert Bettwärme das Jucken der Hautausschläge.[2]

Mezereum Globuli: Hintergrundinformationen

Den Seidelbast findet man in Mischwäldern oder in reinen Laubwäldern. Er wächst auf kalkhaltigen und humusreichen Böden. Beheimatet ist diese Pflanze in ganz Europa, nur im äußersten Westen und Norden ist der Seidelbast nicht vertreten. Da diese Pflanze sehr dekorativ ist, wird sie auch als Zierpflanze in Gärten angepflanzt. Man sollte nur beachten, dass diese Pflanze und allem die roten Früchte sehr giftig sind. Vergiftungserscheinungen treten schon nach 4-5 Beeren auf, bei Kindern kann eine Dosis von 10-12 dieser Früchte schon tödlich sein. Vergiftungsanzeichen sind Brennen und Anschwellen der Lippe, Zunge und Mundschleimhaut. Das Gift wirkt auf das gesamte System, so dass es zu Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Kopfschmerzen kommt. Es kann zu einer sehr starken Kreislaufbeteiligung kommen, die zum Tode führt. Wenn man nur Hautkontakt zu der Pflanze hat, zeigen sich Blasenbildungen an der betroffenen Stelle. Für Tiere ist die Pflanze und ihre Bestandteile je nach Größe und Art des Tieres extrem giftig bis tödlich.
Der Seidelbast wurde in der Antike schon medizinisch eingesetzt, nämlich als Mittel bei der Wassersucht, Rheuma, Gicht und Hautleiden sowie als Läusemittel.[3]