Globuli von M bis O

Natrium chloratum Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Das homöopathische Mittel Natrium chloratum (veralteter Begriff Natrium muriaticum) wird aus Salz gewonnen, welches in kochendem Wasser gelöst, anschließend gefiltert und verdunstet wird. Es gehört zu den am häufigsten verschriebenen homöopathischen Mitteln (Polychrest). Die Verbindung aus den chemischen Elementen Natrium (ein positives Kation) und Chlor (ein negatives Anion) ergeben zusammen Salz (chemische Formel NaCl). Salz gehört zu den wichtigsten Mineralien, nicht nur der Erde, sondern auch des Körpers. In der Natur kommt es hauptsächlich gelöst in Meerwasser oder aber auch als Mineral Halit, Bestandteil von Steinsalz vor.[1] Schon in früheren Zeiten wurde Salz vielseitig eingesetzt, so diente es u.a. der Konservierung, wie beispielsweise zum Einpökeln von Fleisch. Im menschlichen Körper spielt Natrium als wichtigstes extrazelluläres (außerhalb der Zelle) Elektrolyt eine große Rolle im Flüssigkeitshaushalt. Salz- und Wasserhaushalt hängen dabei sehr eng zusammen und müssen immer im Gleichgewicht sein. Durst ist ein Signal des Körpers, dass Wasser fehlt. Natrium und Chlor sind zuständig für verschiedenste Körperfunktionen, z.B. für die Erregung von Muskeln und Nerven, die Bildung von Salzsäure in der Magenschleimhaut, den Aufbau der Knochen, etc. Der menschliche Körper enthält etwa 150-300 g NaCl. In der modernen Medizin wird NaCl eingesetzt als physiologische Kochsalzlösung bei Flüssigkeitsverlust, z.B. nach großem Blutverlust. Ein Aufenthalt am Meer wird auch heute noch kurmäßig verordnet bei Atemwegserkrankungen und Menschen, die an Psoriasis (Schuppenflechte) oder Neurodermitis erkrankt sind, wissen wie gut ein Verbleib am Toten Meer (Salzgehalt von 33%) ihrer Haut tut.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Natrium chloratum hat sehr vielseitige Einsatzmöglichkeiten, sowohl bei Kindern und Jugendliche als auch bei Erwachsenen bis ins Alter hinein. Das breite Einsatzspektrum gilt nicht nur für viele körperliche Symptome, sondern es hat auch tiefe Wirkungsmöglichkeiten im Bereich der Psyche.
Auslöser für einen Natrium chloratum-Zustand ist oft ein tiefer Kummer. Es ist das bekannteste Arzneimittel für Probleme, die durch Kummer einsetzen oder von unzureichend verarbeitetem Kummer herrühren.
Natrium chloratum ist ein Mittel von tiefer und langanhaltender Wirkung. Es greift auf wunderbare Weise in den Stoffwechsel ein und bringt Veränderungen zustande, die dauerhaft sind.[2]

Wo wirkt es?: Körperliche Hauptangriffspunkte sind das zentrale Nervensystem, der Magen-Darm-Trakt, Haut und Schleimhäute, Atemwege und Harn- und Geschlechtsorgane (Urogenitaltrakt).

In welchem Alter?: Natrium chloratum kann seine Wirkungsweise in jedem Alter erweisen, sowohl bei Kindern und Jugendlichen (es ist ein wichtiges Mittel in der Pubertät, wenn die Jugendlichen z.B. die Neigung haben, sich allzusehr in ihre eigene Welt zurückzuziehen) als auch bei Erwachsenen. Es wird in der Regel häufiger eingesetzt bei Frauen, obwohl auch Männer ein Natriumbild zeigen können.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Natrium chloratum ist ein Mittel für ernste, verschlossene Menschen, die sehr sensibel sind und oft einen tiefen Kummer mit sich tragen.Folgende Leitsymptome können genannt werden:

Sie sind eher mager, v.a. am Hals (lang und dünn), in Schenkeln und Gesäß häufig schwer.Abmagerung trotz großen Appetits.Gesicht und Lippen sind dünn und verhärmt.Abneigung gegen Sonne.Beschwerden zeigen sich oft periodisch, z.B. jeden Sommer.Es besteht fast immer ein Bezug zum Meer, häufig Verschlimmerung am Meer, aber auch Besserung ist möglich.

Verbesserung: Sie werden besser durch Bewegung, im Freien, hartes Kissen unter dem Kreuz, allein sein.

Verschlechterung: Die Beschwerden werden typischerweise schlimmer durch Sonne, am Meer, durch Trost, durch Gesellschaft, durch körperliche und geistige Anstrengung, um 10-11 Uhr.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Natrium chloratum ist ein homöopathisches Mittel mit einer sehr starken psychischen Komponente. Oft treten Beschwerden auf nach Kummer oder nach einer enttäuschten Liebe, von der man nicht loslassen kann. Die Trauer wird „konserviert“ (Salz!), man erstarrt zur Salzsäule und bleibt mit den Gedanken in der Vergangenheit hängen. Dabei hat man eine Abneigung gegenTrost und gegen Gesellschaft, man will mit seiner Trauer allein sein. Höchstens enge Vertraute werden zugelassen.
Man ist unfähig zu weinen. Das homöopathische Salz kann nach längerer Gabe die Erstarrung lösen, das Festgewordene kommt wieder ins Fließen. Ein entgegengesetztes Bild von Natrium chloratum zeigt Menschen, diehysterisch weinen, z.B. während der ganzen Dauer der Konsultation. Manchmal findet man Menschen, die bei traurigen Angelegenheiten (z.B. auf einer Beerdigung) lachen. Menschen die Natrium chloratum brauchen, sind meistens sehr kultiviert und sensibel. Kinder sind höflich und brav, manchmal frühreif. Sie sind zurückhaltend und perfektionistisch. Deswegen leiden sie bei ungenügender Leistung in der Schule und können in Groll und Selbstverurteilung fallen. Sie fühlen sich schnell verletzt und ziehen sich dann zurück in ihrem Zimmer. Sie lieben es, zu lesen und in eine eigene Welt zu verschwinden.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es bestehen Spannungskopf- und Migränekopfschmerzen, die schlimmer werden durch Sonne und Licht, besser durch Liegen im dunklen Zimmer. Die Kopfschmerzen sind von berstendem Charakter, als wollte der Kopf platzen. Häufig sind die Kopfschmerzen rechtsseitig (rechtsseitige Hemikranie) .Kinder und Jugendliche können unter Schulkopfschmerzen leiden.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen tränen, vor allem im Freien oder durch Wind, auch in Zusammenhang mit Heuschnupfen (Natrium chloratum ist ein wichtiges Mittel für Pollinosis). Am Mund können sich Herpesbläschen um die Lippen zeigen, die periodisch wiederkehren, oft ausgelöst durch Sonne und Meeresluft. Die Lippen sind rissig, häufig zeigt sich auch ein tiefer Riss in der Mitte der Unterlippe. Die Mundwinkel können eingerissen sein (Mundwinkelrhagaden). Die Zunge ist belegt mit inselartigen roten Flecken (Landkartenzunge). Es können wiederholt Aphten (entzündliche Stellen im Mund) auftreten.
Die Gesichtshaut ist ölig mit erweiterten Poren.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Natrium chloratum ist ein wichtiges Mittel für Asthma bronchiale, schlimmer bei feuchtem Wetter und am Abend, auch für Asthma bei Kindern. Luftwegsinfekte beginnen mit heftigen Niesanfällen, das Sekret ist weißlich, wie Eiweiß.[3] Es findet sich eine starke Veranlagung zu Heuschnupfen, auch hier mit Augentränen und flüssigem Nasensekret. Es liegt ein kramphafter Kitzelhusten vor, der abends schlimmer ist, aber auch ein lockerer Husten mit Rasseln, Schmerzen und Wundheit in der Brust. Es finden sich nervöse Herzstörungen mit Tachykardie (Herzklopfen), schlimmer nachts und beim Liegen auf der linken Seite.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Saures Aufstoßen und Unwohlsein nach dem Essen bei Verlangen nach Salz, Saurem, Brot und eiskaltem Trinken. Außerdem eine Abneigung gegen Fett, Huhn, reichhaltigen Speisen und schleimigen Speisen.Es besteht Abmagerung trotz Heißhunger.
Es können plötzliche wässrige Durchfälle auftreten, morgens nach dem Aufstehen mit Abgang vieler Winde, aber auch Trockenheit des Mastdarms ist möglich mit Verstopfung.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen bei denen Natrium chloratum indiziert ist, können nicht in Gegenwart anderer urinieren, auch kann sich einen unwillkürliche Harndrang beim Niesen und Husten zeigen (Inkontinenz).

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Scheide und Vagina sind trocken , wodurch der Koitus schmerzhaft ist. Es kann eine Abneigung gegen Geschlechtsverkehr bestehen aus Kummer. Die Monatsblutung kann unregelmäßig oder verringert sein (Oligo- und Hypomenorrhoe).

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Rückenschmerzen bessern sich durch harten Druck und Liegen auf einer harten Unterlage.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Trockene Hautausschläge zeigen sich in den Gelenkbeugen, am Haaransatz und hinter den Ohren (Psoriasis, Neurodermitis). Auch Nesselsucht (Urtikaria) am ganzen Körper ist möglich. Die Haut an den Fingern ist aufgesprungen, es finden sich Niednägel und rissige Fingerkuppen.Herpesbläschen treten an Lippen, Nasenflügeln und Kinn auf.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann ein periodisch wiederkehrendes Fieber mit heftigem Kopfschmerz und großem Durst auftreten. Der Patient ist warmblütig, aber innerlich findet sich ein Mangel an Lebenswärme. Oft treten ölige Schweiße auf.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wegen Gedanken an traurige Ereignisse des Tages oder weiter in der Vergangenheit liegende Geschehnisse, kann der Betroffene oft schlecht einschlafen. Er liegt meist auf der linken Seite.Typische Träume handeln über Einbrecher und Räubern.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Es gibt noch andere Natriumverbindungen und es ist nicht immer einfach, sie einzeln voneinander zu unterscheiden.

Natrium carbonicum

Dies ist ein Mittel für sanfte, selbstaufopfernde Menschen. Sie sind von ähnlicher Sensibilität und Kultiviertheit wie Natrium chloratum, aber nicht so nachtragend und in der Vergangenheit festhängend. Sie leiden auch unter Kopfschmerzen, die sich durch Sonne verschlimmern.

Sie zeigen eine Abneigung gegen Milch und/oder eine Milchunverträglichkeit auf. Die Verdauung ist ein Schwachpunkt, oft liegt eine Übersäuerung vor. Es besteht eine ausgesprochene Empfänglichkeit für Musik, sie kann traurig und melancholisch machen.
Auch die Haut ist anfällig, es finden sich Ekzem und Herpes.[4]

Natrium sulfuricum

Es besteht weniger Kultiviertheit, aber eine stärkere Konzentration auf geschäftliche als auf zwischenmenschliche Beziehungen. Natrium sulfuricum ist ein wichtiges Depressionsmittel und es besteht hier eine Neigung zu Selbstmord. Allgemeine Verschlimmerung der Beschwerden durch Feuchtigkeit, auch durch feuchtes und nebliges Wetter.

Natrium phosphoricum

Hier verbinden sich der Ernst und die Traurigkeit von Natrium mit dem Mitgefühl und den Ängsten von Phosphor. Oder die Reserviertheit und Verschlossenheit von Natrium mit der Offenheit und Freundlichkeit von Phosphor. Es sind sehr kultivierte Patienten. Übersäuerung und saures Aufstoßen sind oft ein Thema.

Ignatia

Auch bei Ignatia findet sich großer Kummer und Enttäuschungen in Liebesbeziehungen, oft ist dies aber ein Element der Hysterie, welches sich auch im sogenannten Globus hystericus (Kloß im Hals) äußern kann. Lautes Seufzen schafft Erleichterung. Im Gegensatz zu Natrium chloratum möchte Ignatia sich mitteilen.

Sepia

Sepia ist emotional zurückgezogen und möchte allein sein. Es zeigt sich eine große Erschöpfung, dabei eine Abkehr von geliebten Menschen. Es besteht eine Abneigung gegen Geschlechtsverkehr. Die Symptome werden auffällig besser bei Bewegung, Anstrengung, draußen sein.

Aurum metallicum

Aurum ist ein wichtiges Mittel für schwere Depressionen mit großem Kummer. Ein misslungenes Geschäft oder eine enttäuschte Liebe kann der Depression mit Neigung zu Selbstmord zugrunde liegen. Es besteht eine starke Empfindsamkeit für Musik und oft ein Bezug zur Religion. Herzsymptomatik mit hohem Blutdruck sind wichtige Symptome.

Hintergrundinformationen

Natrium chloratum arbeitet langsam und zeigt erst nach längerer Einnahme Resultate – wie es auch Beschwerden entspricht, die sich nur langsam entwickeln und von langer Dauer sind. Das heißt nicht, dass es nicht auch schnell wirken kann. Alle Mittel können schnell wirken, aber nicht alle sind in der Lage, so nachhaltig zu wirken wie Natrium chloratum.[2]