Anwendungsmöglichkeiten für Mercurius cyanatus Globuli

Zusammenfassung

Bei wem?: Krankheiten, bei denen Mercurius cyanatus angezeigt ist, zeichnen sich durch eine frühzeitige, rasch fortschreitende und große Erschöpfung aus.[1] Das Mittel wird insbesondere bei akuten Infektionskrankheiten angewendet, bei denen sich diese Form der Erschöpfung zeigt. Gleichzeitig besteht ein großesKältegefühl, Blaufärbung der Haut (Zyanose) sowie Zittern. Es kommt zu einer lokalen Zerstörung von Geweben mitFäulnisprozessen.[2]

Wo wirkt es?:Die Arznei kann bei Entzündungen aufgrund einer Infektion angezeigt sein, wobei die Entzündungen vorwiegend in Mund und Hals sowie am Kehlkopf auftreten. Es können allerdings auch andere Organsysteme wie die Nieren betroffen sein. Für die Mittelwahl sind daher immer die spezifischen Beschwerden wie Art der Ausscheidungen, Schmerzempfinden oder Umstände der Verschlimmerung oder Besserung entscheidend.

In welchem Alter?:Das homöopathische Einzelmittel Mercurius cyanatus kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern angewendet werden. Die Beschwerden, bei denen das Mittel angezeigt ist, gehen oft mit schweren Krankheitsverläufen einhergehen, so dass eine Selbstbehandlung nur eingeschränkt sinnvoll ist.

Wahlanzeigende Beschwerden

Information zu Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden

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  • Die Erkrankungen gehen oft mit Blutungen einher. Das Blut ist dabei typischerweise dunkel und recht flüssig. Das Blut kann aus jeder Körperöffnung austreten, beispielsweise aus der Nase oder aus dem Hals. Auch das Erbrechen oder der Stuhl können blutig sein.
  • Bildung von Geschwüren an den Schleimhäuten, wobei insbesondere der Mund und der innere Hals betroffen sind. Aber auch an den Rachenmandeln (Tonsillen), den Lippen, an derZunge oder an der Innenseite der Wangen können sich Geschwüre bilden.
  • Ein eigentümliches Symptom ist die Schwierigkeit, Flüssigkeiten oder flüssige Speisen zu schlucken. Die Flüssigkeiten geraten beim Schluckakt leicht in die hintere Nasenöffnung im Nasenrachenraum und laufen aus der Nase heraus. Feste Speisen können die Betroffenen dagegen viel besser schlucken.[1]
  • Große Kälte, Schwäche und Zyanose kennzeichnen viele Krankheitszustände bei Mercurius cyanatus

Verbesserung: Trinken von Milch.

Verschlechterung: Beim Schlucken, Sprechen oder auch nach den Mahlzeiten ein.[3]

Geist / Gemüt

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Große Erregung und Neigung zu heftigen Wutanfällen und Geschwätzigkeit.

Kopf

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Heftige Kopfschmerzen, die sich zumeist nachts verschlimmern.

Gesicht

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Ausgeprägte Blässe des Gesichts. Die Augen sind eingefallen, blutunterlaufen, mit starrem Blick.

Atmungsorgane / Brust / Herz

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Lungenentzündungen (Pneumonie). Das Mittel wird auch bei der sogenannten Typhuspneumonie erwähnt, die im Zuge einer Infektion mit Typhuserregern auftreten kann. Die Patienten leiden zudem häufig unter Nasenbluten, das mehrmals täglich einsetzen kann. Das Blut ist dabei typischerweise sehr dunkel.Der Rachenbereich ist besonders angegriffen. Auch hier zeigen sich Entzündungen, wobei sich eine dicke, graue oder auch grünliche Membran bildet. Die Rachenmandeln können vergrößert und entzündet sein, die Patienten klagen häufig überHeiserkeit sowie über Schmerzen beim Sprechen oder Schlucken. Der Rachen ist gerötet, er fühlt sich wie roh und wund an. An Gaumen und Rachen kommt es zur Zerstörung der Schleimhäute.

Verdauungsorgane

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Patienten, denen Mercurius cyanatus helfen kann, leiden an einem anhaltenden Schluckauf, oder sie berichten von Übelkeit und blutigem oder galligem Erbrechen. Schon beim Denken an etwas zu essen müssen sie würgen. Dabei leiden sie an einer völligen Appetitlosigkeit.An Zunge und Lippen zeigen sich kleine, äußerst schmerzhafte Geschwüre (Aphthen), die mit einer dicken, gelblich-weißen Kruste überzogen sind. Das Zahnfleisch ist geschwollen und mit einer weißen Schicht überzogen, die sich nicht ablösen lässt. Die Zunge kann blass sein, mit einem gelblichen Streifen am hinteren Teil, manchmal ist sie aber auch dunkelrot, fast schwarz.
Unerträgliche Schmerzen am Ende des Darmes (Mastdarm). Nach heftigen Bauchschmerzen kann es zu häufigen Durchfällen kommen. Die Stühle haben einen üblen Geruch, sie sind grün, schleimig, blutig und manchmal fast schwarz. Manchmal fließt aus dem After eine stinkende Flüssigkeit mit Verwesungsgeruch.

Harnorgane

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Nierenentzündung (Nephritis), mit großer Schwäche, außerdem frieren die Betroffenen stark. Der Urin ist spärlich, bernsteinfarbig und er enthält Eiweiß.

Bewegungsorgane

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Arme und Beine sind sehr kalt.

Haut

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Die Haut ist bei Mercurius cyanatus-Patienten typischerweise kalt und feucht und sie neigen zu Krampfadern(Varizen) im Unterschenkel, besonders dem linken, die berührungsempfindlich sind.

Fieber / Schwitzen / Kälte

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Große Kälteempfindlichkeit, die Betroffenen frösteln schnell, mit schweißiger Haut und Blausucht. Zäher, klebriger und kalter Schweiß, besonders am Oberkörper, an der Stirn oder an den Wangen.

Dosierung und Einnahme von Globuli Mercurius cyanatus

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen von Mercurius cyanatus Globuli

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative homöopathische Mittel zu Globuli Mercurius cyanatus

Lachesis muta

Das homöopathische Einzelmittel Lachesis muta, das Gift der Buschmeisterschlange, hat einen ähnlichen Organbezug wie Mercurius cyanatus. Bei beiden Mittel zeigen sich viele Symptome im Bereich von Mund und Hals, mit der Neigung zu Entzündungen, Blutungen und Geschwüren. Bei Lachesis ist dabei vorwiegend die linke Seite betroffen, aber auch ansonsten hat Lachesis einen ausgeprägten Bezug zur linken Körperhälfte. Das Blut ist bei Lachesis-Patienten ebenfalls meist dünnflüssig und es enthält dunkle Partikel, die aussehen wie verkohltes Stroh. Typisch bei Halsentzündungen ist die Verschlimmerung der Schmerzen durch Schlucken von Speichel oder Flüssigkeiten, insbesondere durch heiße Getränke. Enge Kleidung am Hals ist den Betroffenen unerträglich, ein enger Schal wird überhaupt nicht vertragen. Oft besteht auch ein Gefühl wie von einem Kloß im Hals, der beim Schlucken auf- und absteigt.Lachesis-Patienten weisen darüber hinaus viele Charakteristika im Gemütsbereich auf, wie beispielsweise eine rasende Eifersucht, aber insbesondere auch eine große Geschwätzigkeit. Sie springen beim Erzählen einer Geschichte oft von einem Thema zum andern. Allgemein geht es den Patienten morgens nach dem Erwachen am schlechtesten, der Schlaf verschlimmert, außerdem verschlimmern sich viele Beschwerden im Frühling und Sommer und durch Sonnenhitze. Wenn Ausscheidungen in Gang kommen, bessert sich ihr Zustand.

Gelsemium

Die Wurzeln des gelben Jasmins, Gelsemium sempervirens, sind Ausgangsstoff für die homöopathische Arznei Gelsemium. Das Mittel wird oft empfohlen bei Halsentzündungen, Mandelentzündungen oder auch Heiserkeit. Die Erschöpfung zeigt sich bei Gelsemium-Patienten in einem benommenen, schläfrigen Zustand. Geistige Anstrengung ist kaum möglich, die Betroffenen können sich nicht konzentrieren oder denken, sie können keinen klaren Gedanken fassen.Schwindel, Schläfrigkeit, Zittern und sogar Lähmungserscheinungen sind bei Erkrankungen häufig anzutreffen. Charakteristisch ist eine große Ängstlichkeit, insbesondere vor öffentlichen Auftritten, aber auch vor dem Besuch beim Arzt oder Zahnarzt. Jede ungewöhnliche Situation erregt ein inneres Spannungsgefühl. Die Patienten sind wie gelähmt vor Schreck, bekommen beim Aufsagen eines Referats oder bei einer Prüfung kein Wort heraus.
Gelsemium-Patienten geht es nach reichlichem Wasserlassen oft besser. Ihr Zustand verschlimmert sich dagegen meist im Frühling, bei feuchtem Wetter oder schon beim Denken an ihre Beschwerden.

Kalium bichromicum

Kalium bichromicum, das Kaliumbichromat, ist ein weiteres Mittel mit großer Ähnlichkeit zu Mercurius cyanatus. Auch hier zeigen sich Entzündungen im Halsbereich, Heiserkeit, Ablagerungen an den Rachenmandeln sowie Geschwüre an der Schleimhaut von Mund und Hals. Ein großes Charakteristikum von Kalium bichromicum sind die zähen, klebrigen und festsitzenden Absonderungen, die sich kaum ablösen. Der Schleim aus Nase oder Hals lässt sich in lange Fäden ziehen, er klebt wie Leim an den Teilen. Aber auch der Speichel und sogar der Urin können diese zähe Konsistenz besitzen.Die Geschwüre (Aphthen) in Mund und Hals sind tief und rund und sehen aus wie ausgestanzt. Typisch ist auch das Gefühl wie von einem Haar, das von den Patienten beispielsweise auf der Zunge oder in den Nasenlöchern verspürt wird. Schmerzen springen bei von einer Stelle zur anderen, sie kommen und gehen sehr plötzlich und sind meistens stechend scharf.

Mercurius cyanatus Globuli: Hintergrundinformationen

Cyan ist die Bezeichnung für einen Farbton, der zwischen grün und blau liegt. Ursprünglich bedeutet der Name so viel wie schwarzblau oder schwärzlich.[4] Daneben handelt es sich um ein äußerst giftiges Gas, der sich zusammen mit Wasserstoff zur ebenfalls giftigen Blausäure verbindet.

Quecksilbercyanid bildet farblose, durchscheinende Kristalle. Beim Erhitzen zerfällt es in seine Komponenten Quecksilber und Cyanid, dem Salz der Blausäure. Die Verbindung ist in Wasser und Weingeist ziemlich leicht, in Äther dagegen nur schwer löslich.[5]

Nach einer Vergiftung mit Quecksilbercyanid kommt es zu starken Verätzungen der Schleimhäute, außerdem auch zu Nierenschädigungen mit eingeschränkter Nierenfunktion. Milch wird hier als rasche Hilfsmaßnahme empfohlen, daneben wird versucht, mit Aktivkohle oder einer Magenspülung, die Aufnahme des Stoffes in den Organismus zu verhindern.[6]

Im Goldabbau werden noch heute oft hoch giftige Quecksilberverbindungen eingesetzt, um das Gold aus dem Gestein zu lösen. Daneben wird auch häufig Cyanid als chemisches Arbeitsmaterial verwendet. Das Cyanid kann normalerweise in der Umwelt abgebaut werden. Zusammen mit dem Quecksilber bilden sich jedoch Quecksilbercyanide, die eine massive Belastung für die Umwelt darstellen.[7]