Globuli von G bis I

Gelsemium Globuli

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Gurcharan Singh
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Gelsemium sempervirens ist der lateinische Name des Carolina-Jasmins, auch gelber Jasmin genannt, einer Pflanzenart aus der Familie der Gelsemiaceae, die vor allem in Guatemala und Teilen der USA zu finden ist. Für das homöopathische Mittel pflanzlichen Ursprungs wird der frische Wurzelstock der Pflanze verwendet. Bei den Inhaltsstoffen der Pflanze handelt es sich um diverse Alkaloide (Gelsemin, Gelsedin, Sempervirin und Gelsemicin), die beim Menschen auf das Nervensystem, die Motorik, die Schleimhäute sowie Augen wirken. Zu den Beschwerden, bei denen Gelsemium sempervirens hauptsächlich eingesetzt wird, zählen Erwartungsängste wie bsp. Flug- oder Prüfungsangst, Abneigung gegen Gesellschaft und Schwäche, die sich geistig, körperlich oder auch emotional ausdrücken kann, aber auch bei Erschöpfungssyndrom, verschiedenen Muskelschwächen und Paresen (Lähmungen) wird Gelsemium sempervirens angewandt. Weitere wahlanzeigende Beschwerden sind fieberhafte Infekte, Infekte der Atemwege, aber auch Heuschnupfen und Kopfschmerzen sowie Migräne und Schlaflosigkeit. Gelsemium sempervirens eignet sich bei akuten Beschwerden, die also noch nicht lange bestehen, zur Selbstbehandlung bei Personen aller Altersstufen. Bei chronischen Beschwerden sollte jedoch von einer Selbstbehandlung abgesehen werden und eine professionelle homöopathische Behandlung erfolgen.[1][2][3]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Gelsemium eignet sich bei Personen, bei denen folgende Erkrankungen bzw. Zustände vorliegen:

  • Erwartungsangst (z. B. Flug- oder Prüfungsangst), Abneigung gegen Gesellschaft, Durchfall (Diarrhoe), Schwäche auf allen Ebenen (geistig, emotional, körperlich) und Erschöpfungssyndrom, Muskelschwäche und Paresen (Lähmungen), Tremor (unwillkürliches, sich rhythmisch wiederholendes Zusammenziehen einander entgegengesetzter Muskelgruppen, sog. antagonistische Muskeln), Ptosis (vollständiges oder teilweise herabhängendes oberes Augenlid), Fieberhafter Infekt, Luftwegsinfekt, Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Zittern, Kopfschmerzen mit Augensymptomen und Schwindel, Migräne, Heuschnupfen, Schlaflosigkeit und Schwindel [1][4]

Wo wirkt es?: Gelsemium wirkt vor allem an folgenden Organsystemen:[1][4]

  • Zerebrales Nervensystem, Motorik, Augen, Schleimhäute

In welchem Alter?: Die Anwendung von Gelsemium ist in jedem Lebensalter geeignet.[1][4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zu den Leitsymptomen, den sogenannten wahlanzeigenden Beschwerden für Gelsemium, zählen Erwartungsangst, wie z. B. Flug- oder Prüfungsangst, Abneigung gegen Gesellschaft und der Wunsch, alleine zu sein. Schwäche, die sowohl geistig oder emotional als auch körperlich sein kann sowie das Erschöpfungssyndrom, Muskelschwäche und Paresen sind ebenfalls typische Symptome, die auf Gelsemium als Mittel der Wahl hindeuten. Gleiches gilt für Tremor und Ptosis. Weitere wahlanzeigende Beschwerden sind Diarrhoe, fieberhafte Infekte,vor allem Atemwegsinfekte wie z. B. Sinusitis, aber auch allergisch bedingte Beschwerden wie z. B. Heuschnupfen. Charakteristisch sind zudem Zittern, Kopfschmerzen mit Augensymptomen und Schwindel, Migräne und Schlaflosigkeit sowie Schwindel.

Verbesserung: Gelsemium ist indiziert, wenn sich die Symptome nachmittags und durch Urinieren, Schwitzen, frische Luft sowie Schütteln und ebenso durch den Konsum von Stimulanzien verbessern.

Verschlechterung: Gelsemium ist indiziert, wenn sich die Symptome nachmittags und durch Urinieren, Schwitzen, frische Luft sowie Schütteln und ebenso durch den Konsum von Stimulanzien verbessern.[1][4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gelsemium zeigt einen Mangel an Willenskraft und Selbstvertrauen, Feigheit, fühlt sich überfordert und dem täglichen Leben, seiner Arbeit und seiner Verantwortung nicht gewachsen. Gelsemium hat außerdem enorme Erwartungsangst, Furcht vor dem Versagen bei Prüfungen und Lampenfieber, ist schüchtern in der Öffentlichkeit. Furcht vor neuen Aufgaben, vor Verabredungen und Arztbesuchen zählen ebenfalls zu den Geist- und Gemütssymptomen von Gelsemium. Auch geistige Verlangsamung und Schwäche zeichnen Gelsemium aus. Gelsemium denkt lange, sitzt unbeweglich und brütet, die Augen dabei geschlossen, aber bei Bewusstsein, beschreibt das eigene Denken als stumpf und ist vergesslich und verwirrt über seine Identität, hält sich für jemanden anderen oder meint, krank zu sein. Gelsemium hat außerdem das Gefühl, er müsse sich bewegen, damit das Herz nicht aufhört zu schlagen und hat Depressionen und Kummer, kann aber nicht weinen. Bei der Angst zu fallen oder wenn sich ein Kind an seine Mutter klammert und nach Schutz und Halt sucht, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, bei Höhenangst oder der Angst vor der Außenwelt (Agoraphobie) und Furcht vor Menschenmengen ist Gelsemium gleichfalls angezeigt. Zudem verliert Gelsemium die Stimme und zittert vor Angst, fühlt sich praktisch wie gelähmt und hat Angst vor dem Verlust der Selbstkontrolle. Das Gefühl, er könne nichts an seinem eigenen Schicksal ändern, wie jemand, der in einem abstürzenden Flugzeug sitzt und auch Todesangst gehören zu Gelsemium.
Gelsemium hat auch eine Abneigung gegen Kommunikation, eine Abneigung zu sprechen oder jemanden in der Nähe zu haben, auch wenn dieser nichts sagt. Gelsemium möchte lieber alleine sein, seine Ruhe haben und nichts hören.
Beschwerden durch schlechte Nachrichten deuten auch auf Gelsemium hin.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kopfschmerzen mit Augensymptomen und Schwindel sowie Migräne sind Beschwerden, die zu Gelsemium gehören.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ptosis ist ebenfalls ein Symptom, das auf Gelsemium hindeutet.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Atemwegswegsinfekten und Heuschnupfen ist Gelsemium angezeigt.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gelsemium ist durstlos und hat Diarrhoe.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Tatsache, dass Urinieren alle Beschwerden bessert, ist eines der Leitsymptome von Gelsemium.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Körperliche Schwäche und Erschöpfungssyndrom sowie Muskelschwäche und Paresen, aber auch Tremor deuten auf Gelsemium hin.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gelsemium weist klebrigen Schweiß am ganzen Körper au

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gelsemium ist schlaflos durch Erschöpfung und Erwartungsangst oder durch Aufregung, Kummer oder Zahnung und möchte nur bei Licht einschlafen. Der Schlaf ist leicht und ruhelos nach Mitternacht. Träume, schwanger zu sein gehören ebenfalls zu den Symptomen, die auf Gelsemium hinweisen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Calcium carbonicum hahnemanniPantherMedia / Hartmut Vollrath

Calcium carbonicum hahnemanni ist ängstlich und sehr auf Sicherheit bedacht, hat jedoch anders als Gelsemium einen starken Willen und ist eigensinnig und unflexibel. Calcium carbonicum hahnemanni hat eine Abneigung gegen körperliche Anstrengung und eine ausgeprägte Infektneigung. Calcium carbonicum hahnemanni ist ein Spätentwickler, was das Zahnen, Laufen und auch Sprechen angeht. Im Gegensatz zu Gelsemium, weist Calcium carbonicum hahnemanni vor allem im Kopf- und Nackenbereich Schweiß auf, dies auch reichlich und vor allem im Schlaf. Zudem haben alle Absonderungen, wie z.B. Schweiß und Stuhl einen sauren Geruch. Charakteristisch sind zudem die kalten, feuchten Füße und die Verstopfung (Obstipation) mit voluminösem Stuhl (Gelsemium hat im Gegensatz dazu Diarrhoe). Calcium carbonicum hahnemanni hat außerdem ein Verlangen nach (weichen) Eiern, Süßem und Unverdaulichem. Zu den Modalitäten gehören Verschlechterung durch Nässe und Kälte und Verbesserung in Rückenlage, durch trockene Wärme, Ruhe, Liegen sowie durch Singen und nach dem Frühstück. [1][4]

IpecacuanhaPantherMedia / Heike Rau

Ipecacuanha ist schnell reizbar und oft voller Verachtung oder voller Verlangen, ohne jedoch zu wissen, was sie eigentlich will. Beschwerden oder Schmerzen, die mit Übelkeit oder Erbrechen begleitet werden, z.B. bei Husten, der mit Würgen und Erbrechen verbunden ist, sind typisch für Ipecacuanha. Durch das ständige Gefühl, sie sei verschnürt und könne nicht atmen, hat Ipecacuanha ständige Angst und glaubt, zu ersticken. Charakteristisch sind zudem Migräne und Kopfschmerzen, wenn der ganze Kopf schmerzhaft ist und die Beschwerden von Übelkeit und Blässe begleitet werden. Ipecacuanha ist außerdem angezeigt bei Bronchitis, Asthma und Keuchhusten – typisch ist hier das Gefühl der Enge in der Brust. Ebenso wie Gelsemium hat Ipecacuanha keinen Durst undverträgt keine Hitze. Eine weitere Ähnlichkeit von Ipecacuanha und Gelsemium ist der Durchfall. Die Modalitäten sind Verbesserung durch Ruhe und frische Luft und Verschlechterung der Symptome am Abend, durch sich hinlegen, Feuchtigkeit und Bewegung sowie Wärme, Hitze, nasses und kaltes Wetter, aber auch feuchtes, warmes Wetter und Kälte.[1][4]

Cactuspanthermedia.net /
Antje Lindert-Rottke

Cactus ist empfindsam, oft trauriger Stimmung und hält sich für unheilbar krank und dem Tode geweiht. Zudem steht Cactus ungern im Vordergrund, ist eher leise und reagiert empfindlich auf Geräusche. Typisch sind stechende Schmerzen und das Gefühl, so stark eingeschnürt zu sein, dass Sprechen unmöglich ist. Schwere Arme und Beine, die Unfähigkeit, lange Strecken zu gehen, sodass oft stehen geblieben wird, deuten ebenfalls auf Cactus hin. Die Modalitäten von Cactus sind Verbesserung an frischer Luft und Verschlechterung durch Liegen auf der linken Seite, Berührung und körperliche Anstrengung sowie zwischen 11.00 und 23.00 Uhr. [1][4]

Argentum nitricumPantherMedia / Thomas Francois

Typisch für Argentum nitricum ist, dass die Beschwerden, ähnlich wie bei Gelsemium, durch Angst, Furcht oder Schreck, geistige Anstrengung, Sorgen, Prüfungssituationen, Tabak oder Süßes, Sexualität und Ausschweifungen verursacht werden. Argentum nitricum ist sehr verantwortungsbewusst, aber auch nervös, unruhig, ängstlich und hypochondrisch. Argentum nitricum handelt jedoch im Gegensatz zu Gelsemium hektisch und impulsiv und empfinden alle anderen dabei als langsam. Charakteristisch sind Kinder mit Schulangst oder Schulproblemen, die jeden Morgen mit Übelkeit und Bauchweh aufwachen und denen es am Wochenende und in den Ferien jedoch gut geht. Argentum nitricum ist jedoch auch angezeigt bei Kindern, die starke Prüfungsangst oder Lampenfieber haben, meist auch schon Tage vor dem Ereignis und die vor Klassenarbeiten nicht schlafen können oder krank werden. Sie haben großes Verlangen nach Zucker oder Süßem, das bei ihnen jedoch Durchfall auslöst. Neben den Erwartungs- und Zukunftsängsten hat Argentum nitricum auch große Angst, zu spät zu einem Termin zu kommen (ist immer zu früh da, wacht nachts auf, in der Sorge, zu verschlafen) und kontrolliert häufig Dinge und Uhrzeit. Weitere Ängste, wie z.B. Versagensängste, Angst vor Menschenmengen oder Platzangst sowie Angst vor dem Fliegen, Höhenangst, Angst vor Dunkelheit sind ebenfalls typisch für Argentum nitricum und können bis hin zu Panikattacken gehen. Genau wie bei Gelsemium gehören Kopfschmerzen und Migräne zu den typischen Leitsymptomen von Argentum nitricum. Begleitet werden diese Beschwerden jedoch oft von Kälte und Zittern, sie sind eher linksseitig, gehen oft mit dem Gefühl einher, der Kopf oder ein Auge sei enorm vergrößert und enden meist mit galligem Erbrechen. Festes Umwickeln des Kopfes lindern die Beschwerden, während geistige Anstrengung sie verschlimmert. Wenn die Hände zittern und das Schreiben schwer fällt, die Fingerspitzen taub sind und starke Schwäche der unteren Extremitäten mit Unsicherheit beim Gehen besteht, die Beine zudem zittern und schwach sind bis hin zur Lähmung, kann dies auf Argentum nitricum hinweisen. Ebenso wie bei Gelsemium gehört auch der Tremor zu den wahlanzeigenden Beschwerden von Argentum nitricum. Anders als bei Gelsemium können die Betroffenen nur auf der linken Seite schlafen, oft ist ihnen zu heiß im Bett und sie wälzen sich hin und her, um eine warme Stelle im Bett zu finden. Oder aber sie können nicht einschlafen, weil ein Gedankengang sie daran hindert, sie können nicht abschalten und sie sich bspw. Sorgen um den nächsten Termin, ihre Gesundheit oder die Zukunft machen. Die Modalitäten von Argentum nitricum sind Verbesserung der Symptome durch frische Luft, starken Druck, Kälte und kaltes Baden sowie Aufstoßen. Die Beschwerden verschlechtern sich durch Süßes, Wärme in jeder Form, Emotionen, Angst, enge Räume, Höhe, während der Menstruation und nachts sowie durch Liegen auf der rechten Seite. [1][4]

SepiaPantherMedia / Thomas Francois

Sepia officinalis hat mit Gelsemium die Überlastung durch alltägliche Pflichten gemeinsam. Sepia officinalis ist perfekt und kleinlich,unzufrieden und nörglerisch, reizbar und streitsüchtig. Zorn durch Widerspruch, grundlose Wutanfälle, Boshaftigkeit gegen geliebte Personen, Neid auf die Zufriedenheit oder Begabung anderer und Empfindlichkeit gegen Kritik gehören ebenso zu den wahlanzeigenden Beschwerden. Ähnlich wie Gelsemium, verlangt Sepia officinalis nach Abgrenzung, zieht sich zurück, möchte unabhängig sein und hat eine Abneigung gegen Gesellschaft. Sepia officinalis ist zudem emotional gleichgültig und schützt sich durch Flucht und empfindet Beziehungen oft als Last und geht daher auf Distanz. Oft liegt Sepia officinalis mit geschlossenen Augen da und will niemanden sehen. Sepia officinalis hat Angst vor dem Älter werden und vor Verarmung. Sepia officinalis wacht nachts oft auf (als hätte jemand gerufen), bei Kindern ist der Schlaf dagegen komatös. Ebenso wie bei Gelsemium hat Sepia officinalis Schweiß am ganzen Körper, jedoch besonders exzessiv an den Füßen und unter den Achseln. Der Schweiß riecht sauer, ist kalt und macht wund. Die Modalitäten sind Verschlechterung der Beschwerden durch Kälte, Schnee, Nasswerden am Kopf, morgens und abends, am Meer und vor Gewitter, beim Einschlafen und auch im Sitzen, Stehen, Knien sowie Bücken. Dies gilt auch für fette Speisen, Milch, Berührung, Duck von außen (auch Kleidung) und Trost sowie vor der Menstruation. Die Beschwerden werden verbessert durch Anstrengung, heftige Bewegung und frische Luft, aber auch durch Schneefall, Tanzen, nach Schlaf, durch kalte Getränke sowie Essen, abends und Beschäftigung sowie im Gegensatz zu Gelsemium durch Wärme und Gewitter. [1][4]

Hintergrundinformationen

Botanische Bezeichnung, Gattung und Familie: Gelsemium sempervirens ist die lateinische Bezeichnung des Carolina-Jasmins, der umgangssprachlich auch gelber Jasmin genannt wird. Er gehört zu der Gattung Gelsemium und zur Familie der Gelsemiaceae.

Herkunft der Pflanze und Wachstumsbedingungen: Gelsemium sempervirens kommt vor allem in Guatemala, aber auch in Teilen der USA vor.

Blüte- und Erntezeit Gelsemium sempervirens ist eine immergrüne Liane, d.h. eine verholzende Kletterpflanze. Sie verliert in kalten Wintern ihre Blätter teilweise, ist jedoch in den Gebieten, in denen sie heimisch ist, im Großteil immergrün.
Verwendeter Teil der Pflanze: Das homöopathische Arzneimittel Gelsemium sempervirens wird aus dem frischen Wurzelstock (Gelsemii rhizoma) der Pflanze hergestellt.
Wirkung der Pflanzenstoffe auf den Menschen:Die Pflanzenstoffe, die Alkaloide Gelsemin, Gelsedin, Sempervirin und Gelsemicin, wirken beim Menschen vor allem auf das Nervensystem, die Motorik und auf die Augen sowie Schleimhäute.
[2][3]