Globuli von A bis A

Argentum nitricum Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Argentum nitricum, das Silbernitrat, ist eine Verbindung mit der chemischen Formel AgNO3 (Salpetersaures Silberoxyd), die in Akanthit vorkommt, einem Mineral mit einem metallischen Glanz. Innerhalb dieses Minerals bildet Argentum nitricum lichtempfindliche Kristalle.[1] Im Labor erfolgt die Herstellung durch die Reaktion vonSilber mit Salpetersäure (stabilste von Stickstoff abgeleitete starke Säure) unterBildung nitroser Gase (Gemisch aus Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid).

Schon im Mittelalter war es unter dem volkstümlichen Namen „Höllenstein“ (lateinisch: „Lapis infernalis“) bekannt, da dem Heilmittel dämonische Kräfte untersagt wurden. Es kam aber nicht nur im Kampf gegen Werwölfe und Vampire in den Einsatz, sondern wurde auch bei der Behandlung von Warzen und zur Desinfektion von Wunden angewendet. Heutzutage werden Argentum Nitricum Globuli in der Homöopathie vor allem gegen Ängste wie Lampenfieber oder Platzangst eingesetzt sowie bei Verdauungsstörungen und Entzündungen der Schleimhäute. Die Wirkung zielt somit vor allem auf das zentrale und das vegetative (für nicht willkürliche Abläufe wie Atmung, Verdauung und Blutdruck verantwortlich) Nervensystem wie auch auf sämtliche Schleimhäute ab. Generell eignet sich das Medikament somit optimal zur Selbstmedikation.[2]

Ab einer Potenz von D4 sind keine Nebenwirkungen bekannt. Darunter unterliegt Argentum nitricum aufgrund der Toxizität jedoch der Verschreibungspflicht.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Angewendet wird Argentum Nitricum bei einem Patienten mit impulsivem, aber zugleich ängstlichem Gemüt. Neben seiner außerordentlichen Offenheit und dem Interesse an Gesellschaft stehen seine Eile und seine Hektik, welche der häufige Zeitdruck in der heutigen Gesellschaft mit sich bringen kann. Der Patient zeigt eine große Vitalität und Emotionalität, hat aber gleichzeitig (hypochondrische) Ängste und Paniken, welche sich auch in Albträumen ausdrücken können. Eine große Vorstellungskraft und Phantasie sowie eine ausgeprägt Kreativität charakterisieren eine Argentum Nitricum-Persönlichkeit. Diese fürchtet sich vor vielem und lebt ständig in Besorgnis, wodurch sie sich sehr unsicher fühlt Dies äußert sich wiederum in ihrer Nervosität. Die angstvolle Unruhe erschöpft und führt zur leichten Reizbarkeit. Sowohl überreizte Nerven, unzählige ängstliche Gedanken, die sich fast zwanghaft aufdrängen, als auch Abergläubigkeit sind typisch. Der Patient verliert teilweise seine Kontrolle über sich, was emotionales Überreagieren fördert. Insgesamt gesehen ist er somit geistig und seelisch aus dem Gleichgewicht, was sich mitunter in einem scheinbar vorzeitig gealterten Aussehen äußert.

Häufige Indikationen für das homöopathische Mittel sind Ängste, Phobien sowie Herzklopfen, Zittern und Schwitzen aufgrund eines bevorstehenden Ereignisses, wie zum Beispiel vor einer Prüfung oder eines Auftrittes. Sowohl Platzangst, Höhenangst, Angst vor dem Krankenhaus als auch Reisekrankheiten können mit Argentum Nitricum behandelt werden.[4][5][11]

Wo wirkt es?: Argentum nitricum besitzt einen großen Wirkungsbereich (vorrangig bei chronischen Beschwerden). Dabei stehen das zentrale und das vegetative Nervensystem imVordergrund, wobei zerebrospinale (im Gehirn und Rückenmark) gelähmt werden. Vor allem ganglionäre Zentren (Nervenzellkörper des peripheren Nervensystems) der Brust und des Abdomens (Bauch) werden angegriffen, weshalb die Wirkung über den gesamten Verdauungstrakt reicht. Vorzugsweise konzentriert sich die Wirkung allerdings auf den Mundbereich, den Schlund sowie den Larynx (Kehlkopf), auf die Konjunktiven (Bindehaut), die Cardia (Mageneingang) und das Duodenum (Zwölffingerdarm).

In welchem Alter?: Generell kann Argentum Nitricum in jedem Alter eingesetzt werden. Bei Baby wird es oft als Mittel gegen Bindehautentzündung verwendet. Im Kindesalter findet es beispielsweise Anwendung gegen Schulangst und sogar während der Schwangerschaft kann es eingesetzt werden. Vor dem Gebrauch in der Stillzeit, während der Schwangerschaft oder bei Babys sollte dennoch zuvor ein Arzt konsultiert werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Oft können die Betroffenen nicht schlafen und leiden unter Nervenstörungen, wozu allgemeine Schwäche, Schwindel(möglicherweise von Ohrensausen begleitet), Zittern und Unruhe gehören.
  • Weiterhin treten Verdauungsstörungen wie Durchfall, Blähungen oder heftiges Aufstoßen als Folgeerscheinungen auf und sind demnach Anzeigesymptome für eine notwendige Behandlung. Hungerattacken auf Süßigkeiten, fett- und salzreiche Nahrung aufgrund der gereizten Nerven sind nicht selten Begleiterscheinungen. Trotz allem wird die anfallsartige Nahrungszufuhr nicht gut vertragen und zieht wiederum eine unangenehme Reaktion des Magen-Darm-Trakts mit sich.
  • Gelegentlich geben Patienten an, ein schmerzhaft stechendes Gefühl in verschiedenen Teilen des Körpers zu spüren, als säße ein Splitter fest. Dies sei besonders im Schlund und in der Uterusgegend (Gebärmutter) deutlich ausgeprägt.
  • Häufige Symptome sind Migräne oder Kopfschmerz kongestiver Art (auf einer Gefäßerweiterung beruhend) und klopfendem Charakter, welche vornehmlich nach lang anhaltender geistiger Erregung auftreten.[3]
  • Kehlkopferkrankungen mit chronischer Heiserkeit, die nachts entsteht und sich daher vor allem morgens mit Beschwerden des Schlundes zeigt, sind keine Seltenheit bei Argentum Nitrium-Patienten. Sänger entwickeln oft eine chronische Heiserkeit, wobei speziell hohe Töne massives Husten verursachen.

Verbesserung: Da es der Argentum nitricum-Typ häufig zu warm empfindet, ist eine Besserung an der frischen Luft und gleichzeitig durch Blasen des Windes in sein Gesicht auszumachen. Auch durch Kälte, wie zum Beispiel beim Baden in kaltem Wasser und durch festen Druck (bei Kopfschmerzen durch Anlegen eines engen Bandes), ist eine Besserung zu beobachten.

Verschlechterung: Schlimmer werden die Beschwerden durch Wärme, während der Menstruation, nachts und nach dem Essen (vor allem durch Süßigkeiten oder durch andere zuckerhaltige Lebensmittel). Seelische Belastung und Erwartungsspannungen haben ebenfalls eine negative Auswirkung wie auch Aufregung und strapazierende Geistesarbeit. Gleichzeitig können gehäuftes Sprechen und Singen eine Verschlechterung hervorrufen.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Argentum Nitricum-Patienten leiden oft unter Gedächtnisverlusten, sind meist nervös und zittrig, was sich bis hin zu einem ohnmächtigen Gefühl verschärfen kann. Nachts überkommen sie Alpträume, die mit Schweißausbrüchen einhergehen. Impulse, schnell gehen zu müssen und alles in Eile zu erledigen, stehen an der Tagesordnung, aber auch solche, sich aus dem Fenster zu stürzen, können aufkommen. Sie scheinen melancholisch und übervorsichtig, da sie oftmals aus Furcht vor einer Niederlage nichts unternehmen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kopfschmerz ist ein häufiges Symptom und kann von Schwindel und Summen in den Ohren begleitet sein. Er wird oft durch geistige Anstrengung verursacht, was zur Erweiterung der Blutgefäße und damit einem schmerzhaften Kopfdruck mit betäubender Dumpfheit führt. Klopfartige Schmerzen, die vom Hinterkopf zum Stirnhöcker reichen, kommen und gehen. Die Betroffenen fühlen sich unfähig, sich angemessen und stimmig auszudrücken, wobei das Schweregefühl des Kopfes nicht ablässt.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Erscheinungsbild sagt schon einiges über den kranken Zustand eines Argentum Nitricum-Patienten aus, da sofort das eingefallene Gesicht auffällt, welches nicht nur blass oder bläulich zu Tage treten kann, sondern auch einvorzeitiges Altern aufzuweisen scheint.

Es kann eine Bindehautentzündung auftreten, wobei die Konjunktiva (Bindehaut) rosafarben oder scharlachrot erscheint und gleichzeitig reichlich eitrige Absonderungen entstehen. Ebenso können Lidränder und Wimpernansätze entzündet sein.

Die Ohren vernehmen ein Zischen, es besteht ein Verstopfungsgefühl bishin zur Schwerhörigkeit.

Die Nase ist verschnupft und juckt, oft entsteht hierdurch ein dumpfer Kopfschmerz über den Augen.

Das Zahnfleisch ist schmerzempfindlich (vorrangig bei Kältereizen) und blutet leicht. Die Zungenspitze ist knallig rot und schmerzhaft, während der hintere Teil eher weiß erscheint. Die Zunge ist auffallend trocken, weshalb der Patient über andauernden Durst klagt.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es herrscht das Gefühl, als stecke beim Schlucken, Atmen oder Bewegen des wunden Halses ein Splitter im Schlund. Außerdem verursacht ein dicker, zäher Schleim im dunkelrot aussehenden Hals häufiges Räuspern. Vor allem morgens tritt ein Kratzen sowie ein inneres Wundheitsgefühl am Kehlkopf auf. Eine chronische Laryngitis(Kehlkopfentzündung) liegt weitgehend bei Sängern vor, wobei das Erheben der Stimme starken Husten mit eitrigem Auswurf verursacht. Auch eine Reizung durch Tabakrauch kann zu abendlichem Husten führen. Einige Patienten klagen nicht nur über Atemnot, sondern auch über ein bedrängendes Brennen in der Brust.

Neben starkem Herzklopfen, welches verstärkt in Phasen der Aufregung samt plötzlichen Muskeltätigkeiten vorkommt, können zeitweise eine unregelmäßige Herztätigkeit und ein unangenehmes Völlegefühl entstehen, welche bei Bewegung an der frischen Luft abnehmen.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zwar besteht ein unwiderstehliches Verlangen nach Zucker, aber bei vielen Betroffenen folgen nach jeder Mahlzeit Übelkeit wie auch starke Magenschmerzen, begleitet von unangenehmem Kneifen und Brennen. Die Schmerzen erscheinen stechend und pochend und können von einerGastroenteritis (Entzündung des Magens und des Darms) herrühren. Nicht nur heftiges Aufstoßen, sondern ebenso Erbrechen und morgendlicher Auswurf mit eiweißartigem Schleim werden von Argentum nitricum-Patienten beschrieben.

Leidtragende beschweren sich sowohl über ein andauerndes Aufgetriebensein, Völle- und Schweregefühl als auch über heftiges Stechen in den Bauch, die wie elektrische Schläge „in die linke die Seite fahren“ und vorrangig beim Wechsel von der Ruhe in die Bewegung aufkommen.

Vor allem nachts kommt es zu Flatulenzen (Blähungen), welche von Koliken (krampfartige spastische Schmerzen im Bauchbereich) angekündigt sein können.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei einem Argentum nitricum-Menschen liegt oft eine Dysurie (erschwertes sowie schmerzhaftes Wasserlassen) vor. Die entzündete Harnröhre fühlt sich dabei wund an. Außerdem kann sich auch hier das Gefühl eines störenden Splitters einstellen, zumal sich während und nach dem relativ seltenen Wasserlassen ein Brennen abzeichnet. Der konzentrierte Urin wird von weißlichem dickem Schleim begleitet und kann nur spärlich statt in einem starken Strahl abgegeben werden.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weibliche Genitalien: Ein häufiges Symptom in den Wechseljahren ist neben einer objektiv unbegründeten Nervosität eine Metrorrhagie (entkoppelte Blutung außerhalb des Menstruationszyklus). Vorher setzt die Menstruation nur unregelmäßig ein. Der Koitus (Geschlechtsverkehr) ist schmerzhaft und gefolgt von Blutungen aus der Vagina. Schmerzen, die in der Eierstockregion auftauchen, strahlen bis zum Kreuzbein und in die Oberschenkel aus. In der Schwangerschaft findet sich ein Gefühl, als würde der Magen vor Luft platzen, ein.

Männliche Genitalien: Allgemein liegt ein Mangel an sexuellem Verlangen vor, welcher durch den Schmerz beim Geschlechtsverkehr wohl verstärkt wird (der Penis erigiert nur schmerzhaft). Auch beim Mann kann es zu einem Stechen (von hinten nach vorne) in der Harnröhre kommen, was im Extremfall in Blutungen aus der Harnröhre übergehen kann. Die Vorhaut wird von Eiter bedeckt, der Penis fühlt sich gequetscht an und es kommt gelegentlich zur Vergrößerung beziehungsweise Verhärtung des rechten Hodens.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten klagen oft über Rückenschmerz und starkem nächtlichem Druck, welcher beim Stehen oder Gehen (durch Streckung der Wirbelsäule) vermindert wird. Bei zu langem Sitzen erscheint eine lähmungsartige Schwere im Kreuzbein, die sich mit schmerzhaftem Ziehen das Becken entlang erstreckt.

Die Glieder, insbesondere die Knie, zucken nachts und wecken somit den Patienten auf. Beide Beine sind schwach, steif und matt. Die oft von Ödemen betroffenen Waden fühlen sich (wie nach einer langen Reise) sehr müde an – die gesamte untere Extremität erinnert den Kranken im Ganzen gesehen an eine lähmungsartige Schwere.

Genauso sind die Arme müde und erschöpft, was sich oft durch Zittern und Zuckungen bemerkbar macht.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gelegentlich zeichnet sich ein schwarzbläulicher Ausschlag ab, wobei die Farbveränderung von blau, grau, violett bishin zu bronze oder schwarz verlaufen kann.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf ist sehr ruhelos mit schrecklichen Träumen (von Phantasiegebilden wie Schlangen etc.) und somit wenig erholsam. Furchteinflößende Bilder im Kopf halten vom Einschlafen ab. Morgens wachen Leidtragende oftschweißgebadet auf.[6]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Phosphorus

Der Phosphor-Patient ist ebenfalls ängstlich, verlangt nach Gesellschaft, hat großen Durst und liebt salzhaltiges Essen.
Zudem ist er ähnlich beeinflussbar, allerdings eher aus Empathie statt aus geistiger Schwäche heraus, wie es bei einem Argentum Nitricum-Patienten der Fall ist. Schnell auftretende Heiserkeit ist eine weitere Gemeinsamkeit, die beide Patiententypen betrifft.

Pulsatilla

Ein Pulsatilla-Patient besitzt ähnliche Ängste, wie Höhenangst, Klaustrophobie und Erwartungsängste, welche gleichermaßen an der frischen Luft einer Besserung unterliegen. Genauso sind sie sehr impulsiv, der Argumentum Nitricum-Mensch handelt jedoch eigenwilliger. Diese sind zwar freundlich und liebenswürdig, aber keinesfalls nachgiebig.

Calcium carbonicum hahnemanni

Beide Patienten sind vor allem im Kindesalter äußerst starrköpfig, klammernd und ängstlich. Sie haben enorme Erwartungs- und Trennungsängste, weshalb sie am liebsten den Gang zur Schule meiden und zu Hause bleiben würden. Unterschiedlich sind jedoch die Ausmaße der Angstsymptome. Calcium Carbonicum-Patienten leiden verhältnismäßig weniger, da es vielmehr zu einem unbestimmten „Bauchweh“ kommt (anstatt zu Durchfall oder Krämpfen wie beim Argentum Nitricum-Patienten), aber beide lehnen zu enge Kleidung um den Bauch entschieden ab.

Lycopodium

Auch hier gibt es die Gemeinsamkeit, dass beide Patientengruppen enge Kleidung am Bauch diskret ablehnen und Kinder nicht nur über Bauchweh vor Klassenarbeiten, sondern vor jedem Schultag klagen. Grund hierfür ist aber mehr ihre Abneigung, vom Lehrer korrigiert zu werden, was sie als narzisstische Kränkung erleben. Wenn sie nicht Klassenbeste sind, wollen sie lieber erst gar nicht zur Schule gehen.

Nux vomica

Nux Vomica-Menschen sind ebenso betroffen von Lampenfieber und Prüfungsängsten, die mit ausgeprägter Nervosität und einem Reizdarm einhergehen. Durchfall bleibt bei ihnen aber aus. Zudem ist der Grund für die Darmbeschwerden vielmehr ihr Zorn und ihre Ungeduld, sie setzen andere oft unter Druck und widersprechen gerne, während Argentum Nitricum-Patienten eher nett und liebenswürdig sind.

Gelsemium

Bei diesen Patienten treten vor Prüfungen genauso starke Ängste begleitet von Diarrhö (Durchfall) auf. Begründet liegen diese allerdings in der schlechten Erfahrung, die bisher gemacht wurden. Weiterhin würde ein Gelsemium-Patient die Prüfung antreten und wegen seiner „Leere im Kopf“ wieder durchfallen, wodurch sich seine Ängste weiter steigern, während der Argentum Nitricum-Patient die Prüfung wegen Panik erst gar nicht antritt.[7]

Hintergrundinformationen

Die Herstellung von Silbernitrat erfolgt durch Reaktion von Silber mit Salpetersäure unter Bildung nitroser Gase oder durch die Reaktion von Salpetersäure mit Silberoxid ohne Bildung nitroser Gase.[8] In der Medizin wird Silbernitrat, neben dem besprochenen homöopathischen Präparat, als Ätzmittel zur Entfernung von zum Beispiel Warzen, Rhagaden (Risse in der Haut), Naevi (Muttermal) und kleinen Papillomen (von Schleimhäuten oder der Haut ausgehender gutartiger Tumor) verwendet. In geringen Konzentrationen wirkt es astringierend (zusammenziehend) und wird auf schlecht heilende Wunden, Geschwüre und eventuell bei geringem Nasenbluten aufgetragen. Die Reaktion der Silberionen mit Bakterieneiweiß wirkt bakterizid, daher wird Silbernitrat zusätzlich als Antiseptikum eingesetzt. In Entwicklungsländern wird eine ein-prozentige Lösung bei Neugeborenen auch noch zur Prophylaxe gegen bakterielle Aufgeninfarkte gegeben, während es in der heutigen Zeit in Deutschland beispielsweise durch Antibiotika ersetzt wurde.

Bei Verbrennungen und zur Behandlung eines Ulcus cruris (nässende Wunde im Bereich des Unterschenkels) wird eine Silbernitratlösung teilweise ebenfalls eingesetzt.

Zu beachten ist, dass durch eine sehr lange und intensive Einnahme von silberhaltigen Mitteln eine Argyrie (grau-bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten) auslösbar ist. Weitergehend wäre eine Einnahme von beträchtlichen Mengen giftig und führt somit zu Atembeschwerden sowie zu diversen Organzerstörungen.

Neben dem Einsatz in der Medizin, wird Silbernitrat für Haarfärbemittel, die einen silbrigen Glanz erzeugen, verwendet. In der Histologie (Gewebelehre) ist es wichtig für die Färbung von Gewebeschnitten und in der Kriminaltechnik wird eine Silbernitrat-Methanol-Lösung für die Daktyloskopie (zum Sichtbarmachen von Fingerabdrücken) eingesetzt.

Auch im chemischen Labor findet die Verbindung Anwendung für Nachweisreaktionen. Für die chemischen Gruppen der Halogenide (Chlorid, Bromid-, Iodid-Ionen) und Pseudohalogenide dient es als Nachweisreagenz (Silbernitrat reagiert mit den nachzuweisenden Stoffen in einer unverwechselbaren Weise) und wird zum Nachweis von Aldehyden (entstehen bei der Oxidation von Alkoholen) und Proteinen (Eiweiße) in Gebrauch genommen.[8][9][10]