Globuli von A bis A

Ammonium carbonicum Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Ammonium carbonicum ist eine chemische Verbindung, die besser unter dem Namen Hirschhornsalz bekannt ist. Bei diesem Salz handelt es sich um ein wasserlösliches, farbloses und leicht nach Ammoniak riechendes Pulver. Hirschhornsalz dient beim Backen als Backtriebmittel, das aufgrund des hohen Ammoniak-Gehaltes schädlich sein kann, beim Erhitzen jedoch ausgetrieben wird. In der Homöopathie kommt Ammonium carbonicum bei Kreislaufstörungen mit Kollapsneigung, Herzproblemen und Durchblutungsstörungen zum Einsatz. Auch bei Atemwegsbeschwerden, wie Erkältungen, Entzündung der Nasenschleimhaut und Kehlkopfentzündungen kann Ammonium carbonicum eingenommen werden. Dieses homöopathische Mittel kann aber auch bei Nierenleiden und Frauenbeschwerden zur unterstützenden Heilung verabreicht werden [1][2][3][4].

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung


Bei wem?:
Ammonium carbonicum-Patienten sind eher traurige Menschen mit einer trägen Reaktionsfähigkeit, sie müssen insbesondere in der kalten Jahreszeit oft weinen und verfallen bei schlechtem Wetter in eine melancholische Stimmung. Aufgrund von der Überarbeitung fühlen sie sich erschöpft, können nachts nur schlecht schlafen und sind tagsüber müde. Die Frauen haben häufig Menstruationsbeschwerden, beispielsweise unregelmäßige Monatsblutungen, neigen zu Übergewichtigkeit und sind oft erkältet. Während einer Erkältungen können sich die Schleimhäute vom Kehlkopf und von der Nase entzünden. Es treten aber auch andere Atemwegsbeschwerden wie Asthma oder Atemnot (Dyspnoe) auf. Ammonium carbonicum kann das Herz stimulieren, so wird es häufig bei Herzschmerzen, unregelmäßigem Herzschlag, Durchblutungsstörungen und bei Kollapsneigung verabreicht. Die Betroffenen haben häufig ein entzündetes Zahnfleisch, Parodontose oder Schmerzen beim Kauen. Auch in der Nierenheilkunde findet Ammonium carbonicum Anwendung [2][3][5].

Wo wirkt es?: Aufgrund der Wirkungsweise kann Ammonium carbonicum auf das Herz stimulierend wirken, insbesondere bei Herzinsuffizienz und Kreislaufschwäche. Das homöopathische Mittel kann auch bei Atemwegsbeschwerden hilfreich sein, beispielsweise bei Entzündungen von Rachen, Kehlkopf und Bronchien im Rahmen einer Erkältung, die häufig mit entzündeten Nasenschleimhäuten und Nasenbluten einhergehen. Beschwerden wie Zahnschmerzen und Zahnfleischerkrankungen kann Ammonium carbonicum lindern. Auch auf die Psyche kann das Mittel positiv wirken, so kann es beispielsweise bei Erschöpfungszuständen und Melancholie helfen [6].

In welchem Alter?: Prinzipiell können Ammonium carbonicum-Globuli in jedem Lebensalter verabreicht werden. Die Patienten sind meist jedoch schon etwas älter, häufig sind übergewichtige Frauen betroffen. Ammonium carbonicum-Kinder zeichnen sich durch ihre Ängstlichkeit und Sturheit aus [3][5].

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ammonium carbonicum-Globuli können bei einer Vielzahl von Beschwerden eingenommen werden, folgende Leitsymptome können aber genannt werden:
Betroffene haben eine ausgeprägte Neigung zu Atemwegsbeschwerden und Atemwegsinfektionen. Häufig kann eine Asthma-Erkrankung oder eine chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) vorliegen, die sich durch Husten, vermehrtem Auswurf und Atemnot bemerkbar macht. Im Rahmen einer Atemwegsinfektion kommt es oft zu einer Bronchitis, Kehlkopf- oder Rachenentzündung. Auch die Nasenschleimhaut entzündet sich, durch das häufige Niesen kann es zum Nasenbluten kommen.Ammonium carbonicum-Globuli werden auch bei Kreislauf- und Herzbeschwerden verabreicht. Betroffene klagen häufig über Herzschmerzen und unregelmäßigem oder zu schnellem Herzschlag. Ammonium carbonicum kann auch bei Kollapsneigung, die mit Schwitzen, Übelkeit und Sehstörungen einhergehen kann, helfen.Durch Stress und Arbeit können sich bei den Ammonium carbonicum-Patienten Erschöpfungszustände entwickeln. Die Stimmung ist eher melancholisch und es treten Symptome wie allgemeine Ermüdung, Muskelschwäche und Schwindel auf. Trotz der Müdigkeit finden die Betroffenen in der Nacht keinen erholsamen Schlaf.Frauen haben häufig einen unregelmäßigen Monatszyklus mit Zwischenblutungen. Zwischen der Menstruation, die sehr stark und lange ausfallen kann, tritt ein weißlicher Ausfluss aus der Scheide (Leukorrhoe) auf.Ammonium carbonicum-Patienten haben oft Nierenprobleme, beispielweise eine Niereninsuffizienz oder eine Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis).In der Zahnheilkunde wird häufig Ammonium carbonicum verabreicht. Die Patienten leiden unter Schmerzen beim Kauen oder an einem Entzündeten Zahnfleisch (Gingivitis) oder Zahnhalteapparat (Parodontose oder Parodontitis) [2][3].

Verbesserung: Die Beschwerden können bei trockenem Wetter und Beim Liegen auf der Seite gebessert werden.

Verschlechterung:Bei Kälte und feuchtem kaltem Wetter tritt eine Verschlechterung der Symptome ein. Aber auch in warmen Räumen, bei Vollmond oder während der Menstruation [3][7].

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ammonium carbonicum-Betroffene sind insbesondere bei kaltem oder nassem Wetter melancholisch und traurig gestimmt und fangen schnell zu weinen an. Meist sind es eher ältere und übergewichtige Patienten. Aufgrund der Schlaflosigkeit während der Nacht, fehlt ihnen tagsüber die Energie, sie fühlen sich ständig müde und erschöpft. Die Betroffenen zeichnen sich durch eine vergessliche und chaotische Persönlichkeit aus, die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit ist eher träge [4][5].

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der klopfende und pochende Kopfschmerz kann gelindert werden, wenn der Betroffene mit der Hand an der schmerzenden Stelle drückt oder sich etwas Warmes um den Kopf legt [5].

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Nasenschleimhäute sind während einer Erkältungserkrankung häufig trocken und entzündet, durch das scharfe Nasensekret wird die umliegende Haut wund und brennt. Durch häufiges Niesen kann es zum Nasenbluten kommen. Die Zähne schmerzen beim Kauen, beim Zusammenbeißen wird manchmal auch ein knackendes Geräusch im Ohr vernommen. Zusätzlich ist häufig das Zahnfleisch entzündet oder die Zähne sitzen, aufgrund der Parodontose nur mehr locker im Zahnhalteapparat [2][5].

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auffällig ist die ausgeprägte Neigung zu Atemwegsinfektionen, wie Erkältungserkrankungen mit Husten und Schnupfen, es kann aber auch eine Lungen-, Rachen- oder Kehlkopfentzündung auftreten. Zusätzlich leiden die Betroffenen oft auch an anderen Atemwegserkrankungen, beispielsweise unter Asthma bronchiale. Häufig berichten Ammonium carbonicum-Patienten von Herzschmerzen und von einem unregelmäßigen oder zu schnellen Herzschlag [2][3].

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ammonium carbonicum-Betroffene haben die meiste Zeit über Appetit, insbesondere auf süße Speisen. Sie essen dabei über den Tag verteilt immer wieder etwas, aber nie in großen Mengen. Zusätzlich können Hämorrhoiden auftreten [2][5].

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig treten Nierenerkrankungen, wie Niereninsuffizienz oder eine Nierenentzündung auf. Deshalb kann manchmal bei einer laborchemischer Untersuchung Blut im Urin (Hämaturie) festgestellt werden. Kinder haben häufig nachts einen verstärkten Harndrang und urinieren manchmal ins Bett [2][5].

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ammonium carbonicum-Patientinnen haben einen unregelmäßigen Menstruationszyklus. Vor der Menstruation haben sie häufig Durchfall, die Regelblutung selber ist lang und stark und wird von starken Bauchkrämpfen begleitet. Zwischen den Blutungen kann ein weißlicher Ausfluss (Leukorrhoe) auftreten [2][3][5].

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen berichten häufig von schmerzenden Gelenken, Wadenkrämpfen und von einem Gefühl, sich ständig dehnen zu müssen. Durch das starke Frösteln, scheinen die Hände manchmal bläulich verfärbt zu sein[5].

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die umliegende Haut kann durch scharfen Speichel und scharfes Nasensekret trocken und wund werden. Die Lippen sind trocken und brennen [5].

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Allgemeinen wird Wärme besser toleriert als Kälte. Die Betroffenen neigen dazu, ohnmächtig zu werden und verspüren dabei Atemnot und bekommen Schweißausbrüche [2][5].

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Aufgrund der Schlaflosigkeit in der Nacht, sind die Patienten tagsüber nur wenig ausgeruht und deshalb ständig müde und erschöpft [2].

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Ammonium muriaticum

Ammonium muriaticum, das Ammoniumchlorid, kann für Patienten, die großen Kummer verspüren hilfreich sein. Auch ihnen ist häufig zu weinen zumute, im Gegensatz zu Ammonium carbonicum-Betroffene fließen jedoch keine Tränen. Die Patienten klagen häufig über Erschöpfungszustände und sind melancholisch verstimmt. Die Beine sind auffallend dünn, im Gegensatz zum Körper, der eher korpulent wirkt. Die Menstruation von Ammonium muriaticum-Frauen fällt wie bei Ammonium carbonicum stark aus und wird häufig von Durchfall begleitet. Die Betroffenen sind sehr kälteempfindlich und es fröstelt sie schnell. Typisch für Ammonium muriaticum-Patienten sind die häufigen Wadenkrämpfe, zusätzlich wird oft ein reißendes Gefühl in den Gelenken verspürt[8].

Carbo vegetabilis

Carbo vegetabilis ist ein pflanzliches homöopathisches Mittel, das aus der Kohle von Rotbuchen- oder Birkenholz gewonnen wird. Die Betroffenen zeichnen sich wie Ammonium carbonicum-Patienten durch eine sehr große Erschöpfung und Schwäche aus. Sie wirken auf andere kalt, träge und gleichgültig. Im Unterschied zu Ammonium carbonicum, leiden die Betroffenen an einem plötzlichen Gedächtnisverlust und an Stimmungsschwankungen. Der Körper, die Arme und Beine fühlen sich schwach an, sind kalt und bläulich verfärbt. Die Nasenschleimhäute sind stark gereizt und trocken, deshalb kann jede kleinste Reizung eine Schleimhautblutung auslösen [9].

Acidum muriaticum

Acidum muriaticum, die Salzsäure, kann bei großer Schwäche mit Bewusstlosigkeit und Stöhnen hilfreich sein. Nach außen wirken Acidum muriaticum-Betroffene ruhig und zurückhaltend, im Inneren herrscht jedoch Chaos, Unruhe und Nervosität. Häufig verspüren sie eine unerklärbare Furcht, machen aber die Probleme meist mit sich selber aus. Die Nasenschleimhäute sind durch ein scharfes Nasensekret trocken und gereizt und beginnen leicht zu bluten. Die Hände und Füße der Betroffenen fühlen sich, im Unterschied zum stark erhitzten Körper, sehr kalt an. Im Gegensatz zu Ammonium carbonicum-Patienten ist der Schlaf von Acidum muriaticum acidum sehr tief. Es kann aber vorkommen, dass sie während des Schlafs sich unruhig wälzen und zu stöhnen oder sprechen beginnen [10].

Hintergrundinformationen

Für die Herstellung von Ammonium carbonicum-Globuli wird eine Mischung aus Ammoniumhydrogencarbonat, Ammoniumcarbamat und Ammoniak weiterverarbeitet. Bei diesem Salz handelt es sich um eine gelblich-weiße, wasserlösliche, leicht nach Ammoniak riechende Substanz. Früher wurde das sogenannte Hirschhornsalz aus den Geweihen von Hirschen gewonnen. Es dient beim Backen als Triebmittel und wird als Lebensmittelzusatzstoff (E 503) gekennzeichnet. Aufgrund des Ammoniak-Gehaltes sollte Ammoniumcarbonat nicht unmittelbar eingenommen werden, da es die Atemwege reizen kann. Dies kann beispielsweise zu Husten und geröteten Schleimhäuten führen. Ammonium carbonicum-Globuli sind im Allgemeinen jedoch sehr gut verträglich und es sind keine Nebenwirkungen bekannt [1][2][4][11].