Globuli von A bis A

Arum maculatum Globuli

© panthermedia.net / Detlev Behrens

Arum maculatum ist der gefleckte Aronstab. Es gibt etwa 12 verschiedene Arten in der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Der gefleckte Aronstab ist die einzige in Deutschland wachsende Art.[1] In der homöopathischen Literatur wird vor allem Arum triphyllum, eine Art der Aronstabgewächsen der in Nord- und Südamerika sowie in China wächst beschrieben. Alle Arten haben eine ähnliche Wirkung. Sie enthalten ein Reizgift, das Entzündung der Schleimhäute und Gewebszerstörung hervorruft. Schärfe ist das Kennzeichen der Wirkungsweise von Arum.[1] Für die Herstellung eines Arzneimittels wird der frische, vor der Entwicklung der Blätter geerntete Wurzelstock verwendet. Getrocknet ist er unwirksam.[2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Arum maculatum kann eingesetzt werden bei Reizungen der Haut und Schleimhaut. Die Schmerzen sind meist von stechender oder brennender Qualität und können mit Blutungen einhergehen.

Wo wirkt es?: Hauptangriffspunkte von Arum maculatum sind dieSchleimhäute.

In welchem Alter?: Die Arznei kann bei entsprechenden Beschwerden eingesetzt werden und ist nicht an einer bestimmten Altersgruppe gebunden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Arum maculatum kann bei Schleimhautentzündungen eingesetzt werden. Dies kann sowohl die Nasenschleimhaut, die Schleimhaut im Rachenraum, als auch die der Bronchien betreffen. Es wird häufig bei Heiserkeit verwendet. Auch einblutiger Auswurf ist möglich. Weiter kann Arum alsMagenmittel bei Verschleimung und Schwäche des Magens mit Aufstoßen und Sodbrennen verordnet werden. Es hat einen Bezug zum Nervensystem und kann bei Zuckungen, Krämpfen und Lähmungserscheinungen verordnet werden. Auch Bei Erkrankungen der Zunge, Rheumatismus und Gicht wird es genannt.[2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen die sonst aktiv sind, können sehr müde und erschöpft sein. Sie sind so kraftlos dass sie nicht mal in der Lage sind zu sprechen. Oft führen sie ihre Hand zum Mund und schreien schrill. Sie haben das Gefühl ersticken zu müssen. Bevor es zu einem Ausbruch von hohem Fieber kommt, kann ein Zustand bestehen, der mit großer Stumpfheit und Empfindungslosigkeit einhergeht.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein leichter Druck in der linken Schläfe ist möglich.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Unter den Ohren hinter dem Unterkiefer kann ein leichter Druck bestehen. Das Zahnfleisch blutet möglicherweise und dieZunge ist geschwollen. Sie kann so stark anschwellen, dass schlucken kaum noch möglich ist. Ein heftig stechender, brennender Schmerz wie von Nadelstichen auf der Zunge sowie brennende Schmerzen im Mund und auf den Lippen sind möglich. Die Arznei hat eine ätzende Wirkung auf Lippen und Mund. Es besteht vermehrt Speichelbildung. Auch der Hals kann angeschwollen sein. Dabei besteht ein Engegefühl im Hals, was das Schlucken erschwert oder gar unmöglich macht.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Heiserkeit sowie blutiger Auswurf aus den Bronchien ist möglich.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Oft tritt Appetitverlust auf. Heftige, krampfendeMagenschmerzen sind möglich. Sie werden verschlimmert durch Druck auf den Magen. Es kann ein beklemmendes Gefühl im Bauch auftreten, das sich in den Brust- und Halsbereich ausbreitet und mit großer Angst verbunden ist. Der Betroffene möchte schlucken, was ihm aber schwer fällt. Ein starker, schmerzhafter Druck an einer Stelle im Bauchbereich zwischen Nabel und Hüfte ist möglich. Der Schmerz tritt verstärkt beim Stehen oder beim Liegen auf dem Rücken oder Seite auf. Druck von außen und Anspannen der Bauchmuskeln verstärken die Schmerzen. Starker Durchfall und blutiges Erbrechen sind möglich.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Blutiger Urin oder vermehrte wässrige Urinausscheidung mit dem Geruch von verbranntem Horn kann vorkommen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es tritt vermehrtes Schwitzen auf, sogar bei Menschen die sonst üblicherweise nicht oder kaum schwitzen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht eine nicht zu kontrollierende Schläfrigkeit, vor allem eine Stunde nach dem Mittagessen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arsenicum album

Arsenicum album ist ein wichtiges Mittel in der Homöopathie und hat vielfältige Wirkungen. Charakteristisch sind Schmerzen von brennender Qualität. Sie werden durch Wärme gelindert. Die Patienten sind gereizt, sehr ängstlich und unruhig. Die Absonderungen der Schleimhäute sind scharf, beißend, dünnflüssig und spärlich. Es besteht Schwäche und Abmagerung. Die Beschwerden verschlimmern sich üblicherweise nachts und können die Betroffenen aus dem Schlaf wecken. Arsen-Kranke sind in der Regel sehr durstig und frieren schnell.[7]

Mercurius corrosivus

Mercurius corrosivus erzeugt heftige Symptome. Stuhldrang und Wasserlassen können schmerzhaft sein. Die Schmerzen sind von brennender Qualität. Auch brennende Halsschmerzen sind möglich. Die Sekrete sind scharf. Risse in den Mundwinkeln sind möglich. Die Betroffenen sind meist ängstlich und unruhig und werfen sich hin und her.[8]

Causticum Hahnemanni

Brennen, Rauheit und Wundheit sind charakteristische Empfindungen bei den Beschwerden, die Causticum-Kranke schildern. Neben vielen anderen Beschwerden, kann Causticum als Heilmittel angebracht sein bei Schnupfen mitHeiserkeit. Die Nasenlöcher können entzündet sein. Auch die Augenlider sind möglicherweise geschwürig entzündet. Heiserkeit mit Brustschmerzen ist möglich. Es kann auch zu völligem Stimmverlust kommen. Beschwerden der Stimme bei Sängern und öffentlichen Rednern können möglicherweise mit Causticum gelindert werden. Die Beschwerden werden typischerweise besser durch feuchtes oder nasses Wetter und durch Wärme.[9]

Hintergrundinformationen

Der gefleckte Aronstab ist eine auffallende Erscheinung. Die großen, langestielten Blätter sind pfeilförmig und oft braun oder schwarz gefleckt. Die Blüte wird bis zu 60 cm hoch und ist von einer gelblich-grünen zugespitzten Scheide umgeben. Der obere Teil des Kolbens ist verdickt und von braunvioletter Farbe. Darunter befindet sich ein dünnerer Teil der Kolbenspindel, der die weiblichen und männlichen Blüten enthält. Der Blütenstand stellt mit seinem Scheidenblatt eine ausgezeichnete Kesselfallenblüte dar. Durch fauligen Geruch angelockt, kriechen kleine Insekten in den Kessel der Blütenscheide hinein. Sie müssen solange in dieser Falle bleiben, bis die erschlaffenden Borsten den Weg nach außen wieder freigeben. Die Frucht zeigt sich als scharlachrote Beere. Die Pflanze blüht von Mai bis Juni.[2] Der gefleckte Aronstab ist in allen Teilen giftig, wenn auch für Menschen meist nicht tödlich. Neben Haut- und Schleimhautreizungen kommt es zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt.[7]