Globuli von A bis A

Apisinum Globuli

© panthermedia.net / Rupert Trischberger

In der Homöopathie werden zwei verschiedene Arzneien aus „Bienen“ hergestellt: Apis mellifica, die Honigbiene, deren ganzer Körper für die Herstellung einer Arznei benötigt wird.

Apisinum: Das Gift der Biene wird mit Milchzucker verrieben und daraus wird eine verdünnte Lösung hergestellt, die für die Herstellung der Globuli , Tabletten oder Tropfen benötigt wird. Apisinum gilt als das „kräftiger wirkende“ Bienen- Mittel in homöopathischer Verdünnung. Die Heilwirkung des reinen Giftes und der gemahlenen ganzen Biene sind sich sehr ähnlich. Für diesen Artikel wurden die bewährten homöopathischen Heilwirkungen beider Arzneien zusammengefasst.

Bienen gehören zur Familie der Insekten. Sie liefern den Menschen seit Jahrtausenden wichtige Produkte – Honig, Bienenwachs und Propolis. Eine weitere wichtige Aufgabe der Bienen ist das Bestäuben von Blüten. Sie leben in einer sehr differenzierten sozialen Struktur, welche aus verschiedenen miteinander verknüpften Staaten besteht. Das homöopathische Einzelmittel wird aus dem Gift der Honigbiene hergestellt. Das Bienengift wirkt sehr schnellund intensiv. Der gestochene Teil schwillt rasch an. Die Giftigkeit (Toxizität) ist im Frühjahr am größten.[1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Apisinum Globuli sind besonders geeignet für Patienten, die von einer Biene oder einer Wespe gestochen worden sind und für Patienten, die unter sehr akuten Entzündungen leiden. Die Einstichstelle oder der betroffene Körperteil ist hochrot verfärbt, angeschwollen, heiß und sehr schmerzhaft.

Das homöopathische Einzelmittel könnte hilfreich in der Behandlung von Ödemen, Ergüssen und Erschöpfungszuständen sein. Typische Symptome sind Schwellungen, stechende oder brennende Schmerzen, Empfindlichkeit gegenüber Wärme sowie Zittern und eine große körperliche Unruhe. Auslöser von Beschwerden sindSchreck, Ärger, schlechte Nachrichten oder Eifersucht. Symptome treten bevorzugt auf der rechten Seite auf.[3]

Wo wirkt es?: Hauptangriffspunkt von Apisinum sind Haut und Schleimhäute, Nerven, Atmung, Herz, Blut und die inneren Organe. Die rechte Körperseite, oder Wechsel der Symptome von rechts nach links.[4]

In welchem Alter?: Apisinum kann in jedem Alter eingesetzt werden, wenn die Symptome passen scheinen. Das homöopathische Einzelmittel könnte- nach Absprache mit einem fachkundigen Arzt und als begleitende Arznei- hilfreich für Kinder mit Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Wasserkopf(Hydrozephalus) sein. Ein Hinweis auf Apisinum bei diesen Erkrankungen könnten schrille Schreie (cri encéphalique) sein, welche die Kinder plötzlich ausstoßen.[5]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Wassereinlagerungen in der Haut und Schleimhaut (Ödeme) und Hautinfektionen (Erysipel)mit Anschwellung, Rotfärbung, stechenden Schmerzen und brennender Hitze
  • Infektionsbedingte Ergüsse an Schleimhäuten oder Gelenken
  • Starke Berührungsempfindlichkeit
  • Brennende und stechende Schmerzen
  • Verminderte Urinausscheidung[6]
  • Üble Folgen (z.B. Fieber, Hirnhautreizung), wenn ein Exanthem unvollständig herauskommt oder unterdrückt wurde wie etwa bei Masern, Scharlach oder Nesselsuch

Verbesserung: Die Beschwerden bessern sich durch Kälte, kalte Anwendungen, kaltes Baden oder Waschen, frische Luft, Bewegung, Gehen, Sitzen und Entblößen der betroffenen Körperteile.[7]

Verschlechterung: Die Beschwerden verschlechtern sich nachmittags und nach dem Schlaf, im Liegen und in der Bettwärme und durchHitze und warme Anwendungen, unerträgliche Beschwerden im warmen Zimmer, ein heißes Bad und heiße Getränke. Die geringste Berührung führt zu einer Verschlimmerung.[8]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, die Apisinum benötigen könnten, sind häufig sehr schnell und sehr heftig eifersüchtig. Sie leiden unter körperlicher Unruhe und Nervosität. Sie sind ständig beschäftigt und häufig fällt ihnen etwas aus den Händen. Sie reagieren mit Lachen und überspannter Heiterkeit darauf. Man kann Ihnen nichts recht machen. Die Patienten sind misstrauisch und weigern sich, das homöopathische Mittel zu nehmen, aus Furcht es könnte ihnen schaden. Ohne einen ersichtlichen Grund können sie Tag und Nacht weinen. Sie möchten immer in Gesellschaft sein, alleine sein ertragen sie nicht.[9]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schwindel, der von Niesen begleitet wird und sich beim Hinlegen und Schließen der Augen verschlimmert. Im Hinterkopf treten stechende oder dumpfe Kopfschmerzen auf, die von plötzlich auftretenden, schrillen Schreien begleitet sein können. Die Augen tränen während der Kopfschmerzen. Druck bessert die Beschwerden. Bei einem Wasserkopf (Hydrozephalus) kann ein Hin und Her Rollen des Kopfes beobachtet werden. Bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis) dagegen kann der Kopf nicht gehalten werden und wird ins Kissen gebohrt. Der Schweiß am Kopf riecht modrig. Die Haare sind sehr berührungsempfindlich und fallen aus.[10]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

An den Augen finden sich Schwellungen und Rötungen. Die Patienten haben Wassereinlagerungen (Ödeme) an der Bindehaut. Die Augen schmerzen, glänzen und sondern heiße Tränen und Schleim ab. Die Schmerzen in den Augen sind brennend und stechend. Das Sehvermögen ist eingeschränkt bei sehr großer Lichtempfindlichkeit. Die Patienten können nur bei Tageslicht lesen und haben Schwierigkeiten sich mit den Augen auf etwas zu konzentrieren. Zum Arzneibild von Apisinum gehört eine Blindheit, welche sich bessert, wenn die Patienten Stuhlgang haben.[11][12] Das Gesicht ist ebenfalls gerötet, geschwollen, heiß und es treten stechende Schmerzen und ein kribbelndes Gefühl auf. Die Patienten waschen sich das Gesicht mit kaltem Wasser um die Beschwerden zu lindern. Das Gesicht kann aber auch äußerst blass und geschwollen sein.[13]

Die Ohren sind bei akuten Entzündungen äußerlich hochrotverfärbt. Eine Entzündung des Mittelohres mit einschießenden, stechenden Schmerzen tritt häufig in Folge einer Scharlach Erkrankung auf.[14]
Bei Schnupfen ist die Nase kalt, verstopft, innen und außen geschwollen sowie rötlich verfärbt. Geschwüre innerhalb der Nase, welche sich durch Kälte und kalte Anwendungen bessern.[15]
Die Zunge ist hochrot, wund und mit Bläschen am Rand. Sie liegt schwer und steif im Mund und kann nicht herausgestreckt werden. Die Patienten knirschen mit den Zähnen oder haben ganz plötzlich das Verlangen, die Zähnefest zusammenzubeißen.[16]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Hals ist gerötet und geschwollen. Beim Schlucken treten stechende Schmerzen auf, die sich durch das Trinken von kalten Getränken bessern. Das Zäpfchen ist geschwollen und hängt wie ein Sack herunter.Die Atemfrequenz ist erhöht, was bei den Patienten zu einem ängstlichen Gefühl führt. Bei Atemnot haben die Patienten das Gefühl, sie könnten keine Luft mehr einatmen. Krampfartiger, trockener Husten tritt in Anfällen auf. Die Hustenattacken werden durch ein Kitzelgefühl im Hals ausgelöst. Sie bessern sich, sobald etwas Schleim ausgehustet werden kann. Im Liegen und während des Schlafes verschlimmern sich die Hustenanfälle. Die Patienten haben das Gefühl, der Hals sei zusammengeschnürt.[17]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, die Apisinum benötigen könnten, leiden unter einem bitteren Geschmack im Mund, Aufstoßen, Sodbrennen, Erbrechen und Durchfall. Die Stühle sind gelblich-grün und schleimig. Morgens sind die Beschwerden am schlimmsten. Bei der geringsten körperlichen Bewegung kommt es zu unwillkürlichem Stuhlabgang.[18] Die Patienten haben das Gefühl, der Anus stünde ständig offen. Bei allen Beschwerden fällt auf, dass die Patienten keinen Durst verspüren. Sie haben ein Verlangen nach Milch und nach sauren Speisen und Getränken, welche die Beschwerden verbessern. Beim Aufstoßen breitet sich der Geschmack des Gegessenen im Mund aus. Der obere Bauch im Bereich des Magens ist sehr empfindlich gegenüber Berührungen.[19]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Wasserlassen ist sehr schmerzhaft. Während des Urinierens verspüren die Patienten schmerzhafte Stiche und ein starkes Brennen, welches besonders schlimm bei den letzten Tropfen ist. Die Harnmenge ist deutlich erhöht oder aber vermindert. Beim Husten und beim Niesen kann der Urin nicht gehalten werden. Bei Neugeborenen kann ein Harnverhalt auftreten, das heißt die Säuglinge können überhaupt kein Wasser lassen.[20]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö) während der Pubertät könnte ein Hinweis auf Apisinum sein. Zum Arzneibild gehören ferner Zysten an den Eierstöcken, Wassereinlagerungen (Ödeme) an den Schamlippen, schmerzhafte Regelblutung (Dysmenorrhö), zu frühe und zu schwache Blutungen. Die Schmerzen in den Eierstöcken und den Brüsten der Patientinnen sind brennend oder stechend. Während einer Schwangerschaft kann es zu einer Fehlgeburt in den ersten drei Monaten und zu Wassereinlagerungen im späteren Schwangerschaftsstadium kommen. Zwischen den monatlichen Blutungen leiden die Patientinnen unter einem grünlichen Ausfluss, welcher reichlich fließt und stark ätzend ist.Ödeme am Hodensack (Skrotum) bei Männern und Wasserbruch (Hydrozele) am Hoden sowie Prostatabeschwerden zählen zum Arzneibild von Apisinum.[21]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei den Patienten stehen rheumatische Beschwerden und geschwollene Gelenke im Rahmen von Entzündungen im Vordergrund. Der Nacken ist steif. Der Rücken fühlt sich wie zerschlagen an. In der Steißbeinregion fühlen die Patienten drückende und brennende Schmerzen, welche sich verschlimmern, sobald die Patienten auch nur versuchen, sich zu setzen. Hände und Füße fühlen sich wie taub an und zittern. Apisinum könnte ein hilfreiches Mittel bei beginnender Entzündung von Fingern oder Zehen (Panaritium) mit brennenden-stechenden Schmerzen, Schwellung und Röte sein. Zum Arzneibild gehören auch blasse Schwellungen an den Unterschenkeln und den Füßen.[22]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schwellungen der Haut, die zunächst hellrot sind und später blaurot werden. An den geschwollenen Hautpartien entwickeln sich Blasen, die Haut juckt, schmerzt und ist äußerst berührungsempfindlich. Die Schmerzen sind stechend oder brennend. Die Beschwerden bessern sich durch Kälte und kalte Anwendungen. Die Haut ist abwechselnd schweißnass oder trocken und heiß.[23][24]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zunächst tritt Schüttelfrost auf, dann Fieber und starkes Schwitzen. Trotz brennender Hitze frösteln die Patienten. Jede Bewegung verschlimmert. Während des Fiebers haben die Patienten keinen Durst.[25]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten sind zwar sehr müde und schläfrig, finden aber aufgrund der inneren Unruhe nicht in den Schlaf. Während der Nacht schieben sie immer wieder die Decke von sich und erwachen erschreckt und schreiend auf. Sie träumen von ihren Sorgen und Problemen.[26]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Cantharis

Sowohl Cantharis wie auch Apisinum sind bewährte Mittel zur Behandlung einer Blasenentzündung (Zystitis). Patienten, die Cantharis benötigen könnten, haben starke Krämpfe und einen so starken Harndrang, dass sie es kaum aushalten. Sie haben vor, während und nach dem Wasserlassen schneidende und brennende Schmerzen. Obwohl der Harndrang so stark ist, geht der Urin nur tröpfchenweise ab. Selbst nach dem Wasserlassen vergeht der Harndrang nicht. Der Urin kann blutig sein und Schleimhautfetzen enthalten. Mit Cantharis verbessern sich die Beschwerden durch Wärme und warme Anwendungen, während sich die Beschwerden bei Apisinum durch Wärme noch verschlimmern.[27]

Lachesis

Bei der Behandlung von Halsentzündungen können Lachesis und Apisinum angewendet werden. Bei Lachesis verstärken sich die Halsschmerzen beim Schlucken von Flüssigkeiten, insbesondere bei warmen Getränken. Patienten, die Lachesis benötigen könnten, ertragen nichts Enges am Hals. Die Schmerzen können bis ins Ohr ausstrahlen. Sie sind beim Leerschlucken sogar noch schlimmer als beim Schlucken von Speisen und Getränken.[28]

Hintergrundinformationen

Die Honigbiene lebt in Staaten mit verschiedenen Gruppen unterschiedlicher hierarchischer Ordnung. In einem Volk leben neben der Königin, die Arbeiterinnen und die Drohnen.

Die Arbeiterinnen sind für das Sammeln von Blütenpollen und die Pflege der Larven zuständig. Drohnen sind männliche Bienen und ihre einzige Funktion ist das Befruchten der Königin. Dazu werden sie von den Arbeiterinnen aufgezogen und nach Erledigung ihrer Aufgabe aus dem Bienenstock vertrieben oder getötet.

Die einzige Aufgabe der Königin ist das Eierlegen. Um ihrer Aufgabe nachzukommen wird sie von den Arbeiterinnen gefüttert und nur 1-mal während ihres Lebens von einem oder mehreren Männchen (Drohnen) befruchtet. Eine Königin lebt ungefähr 3-5 Jahre und legt während dieser Zeit zwischen 1 und 3 Millionen Eier. Ob sich aus den Eiern Arbeiterinnen, Drohnen oder Königinnen entwickeln, hängt davon ab, ob die Königin die Eier befruchtet und womit die Larven gefüttert werden. Eine Königin entwickelt sich bei der Verfütterung von Gelee royale.

Bienen sind sehr gut organisiert und sehr aufopfernd was die Brutpflege angeht. Dank hochentwickelter Sinnesorgane ist die Kommunikation innerhalb eines Bienenvolkes sehr stark ausgeprägt. In einer Angriffssituation verteidigen sie sich, indem sie den Angreifer stechen und ihr Gift in die Einstichstelle bringen. Beim Versuch den Giftstachel herauszuziehen, bleibt dieser und mit ihm lebenswichtige Organe meist stecken, was für die Bienen den Tod bedeutet.[29]