Globuli von A bis A

Asarum europaeum Globuli

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Asarum europaeum, in Deutschland als gewöhnliche Haselwurz bezeichnet, ist eine giftige Pflanze, die vielfältig in Homöopathie und Naturheilkunde eingesetzt werden kann. Als Heilpflanze gegen verschiedene Erkrankungen wurde Asarum europaeum bereits durch den griechischen Arzt Pedanios Dioskurides im 1. Jahrhundert n. Chr. bekannt und von ihm als Mittel gegen Ischias-Beschwerden und als Abführmittel eingesetzt. Auch Hildegard von Bingen bezog sich auf die Haselwurz und warnte bereits vor ihrer hohen Giftigkeit, welche in Reinform insbesondere bei schwangeren Frauen als tödlich beschrieben wird. Vor Hahnemann wurde Asarum europaeum oftmals auch als Brechmittel eingesetzt. Als Arzneimittel getestet wurde sie bereits vom Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Bestätigt wurde die Wirksamkeit als Homöpathikum durch eine erneute Testung durch J. Mezger, der das Mittel 1950 bei insgesamt 18 Versuchspersonen einsetzte und die von Hahnemann beschriebene Wirkung als Mittel gegen überempfindliche Nerven bestätigte. [1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Asarum europaeum eignet sich als homöopathisches Mittel auch für Kinder und Schwangere. Es kann somit von jedemeingenommen werden zu dem das Mittel passt.

Wo wirkt es?: Asarum europaeum werden spezifische Wirkungen auf denMagen-Darm-Trakt zugeschrieben. So soll es vor allem bei Magenschmerzen und Übelkeit hilfreich sein. Auch auf daszentrale Nervensystem soll die Haselwurz hilfreiche Wirkung haben und wird hier vor allem bei Überempfindlichkeit des Nervensystems eingesetzt. Auf die Nieren und ableitenden Harnwege kann sie harntreibend (diuretisch) wirken.

In welchem Alter?: Prinzipiell eignen sich Asarum europaeum Globuli zur Einnahme für alle Altersgruppen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Symptome der homöopathischen Arznei mit den Krankheitssymptomen des Patienten übereinstimmen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Folgende charakteristische Symptome, die darauf hindeuten, dass der Patient Asarum europaeum als Mittel benötigen könnte:

  • Geistige Überanstrengung mit Konzentrationsbeschwerden
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Überempfindlichkeit aller Nerven insbesondere des Gehörnervs mit Geräuschempfindlichkeit
  • starke Abneigung gegenüber dem Kratzen mit den Fingernägeln auf Leinen oder anderen Stoffen

Verbesserung: Aufenthalt im Freien, insbesondere bei kaltem und feuchtem Wetter. Auch eine Waschung des Gesichts mit kaltem Wasser kann hilfreich sein. Bei Übelkeit verspürt der Patient nach dem Erbrechen Linderung.

Verschlechterung: Durch Geräusche, da eine Überempfindlichkeit der Hörnerven besteht. Insbesondere Kratzgeräusche oder das Rascheln von Papier erscheinen dem Patienten unerträglich. Auch trockenes Wetter kann zu einer Verschlechterung beitragen. Bei Kopfschmerzen führen Emotionen und Nachdenken ebenfalls zu einer Verschlechterung der Beschwerden. [2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei nervösem Temperament und melancholischer Laune kann eine Therapie mit Asarum europaeum hilfreich sein. [3] Dabei ist der Patient oft leicht reizbar, gleichzeitig kann aber eine innere Traurigkeit und Angst bestehen. Äußerlich kommt es so zum plötzlichen abwechseln zwischen guter Laune und Ruhe mit Trübsinn.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auftretende Kopfschmerzen sind oft in der Stirn lokalisiert. Der Schmerzcharakter ist dabei pochend und drückend. Dieser drückende Schmerz kann so stark werden, dass der Patient den Eindruck bekommt als drücke etwas von innen im Kopf nach außen. Bei Neigung des Kopfes zur Brust hin können sich die Beschwerden verschlimmern. Besserung kann durch Gehen im Freien erreicht werden. Im weiteren Verlauf kann sich der Schwerpunkt des Schmerzes hin zum Hinterkopf verlagern.

Auch bei einer Erkältung mit Schnupfen kann Asarum europaeum hilfreich sein. Das Nasensekret ist oft dickflüssig und gelblich verfärbt. Zusätzlich besteht der charakteristische Stirnkopfschmerz.

Trockene Augen, welche vor allem beim Lesen auftreten sind ebenfalls ein häufiges Symptom. Gleichzeitig kann es zu einer Schwellung und Rötung des linken oberen Augenlids kommen. Beide Augen können dabei stark tränen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

An den Lippen, insbesondere an der Unterlippe besteht oft eine quälende Trockenheit der Schleimhäute. Der Patient hat den Eindruck einen schlechten Geschmack im Mund wahrzunehmen. Die Wangen können sich überhitzt anfühlen und dabei gerötet sein. Zusätzlich kann dort ein Brennen bestehen, welches meist in der linken Wange stärker ausgeprägt ist.

Alle Symptome verschwinden beim Waschen des Gesichts mit kaltem Wasser, bessern sich aber nur kurzfristig und erscheinen dann wieder.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auch bei Husten kann die Haselwurz als homöopathische Arznei hilfreich sein. Dieser geht oft mit einem starken schleimigen Auswurf einher, welcher im Hals verbleiben kann und dort erneuten Hustenreiz auslöst. Dieser wird insbesondere beim Einatmen verstärkt und zu Beginn des Hustens von einem pfeifenden Geräusch begleitet. Der Schleim führt zu einem trockenen Gefühl im Hals und kann zu einem starken Juckreiz führen. Der Patient räuspert sich daher häufig.

In der Brust kann ein brennendes Gefühl bestehen.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auch Durchfälle können gut auf eine Therapie mit Asarum europaeum ansprechen. Sie sind oft mit Schleim versetztund gräulich gefärbt.

In der Magengrube besteht oftmals ein zusammenschürendes Druckgefühl. Durch Abgang von Blähungen werden die Beschwerden verbessert. Kolikartige Beschwerden ausgehend von der Lebergegend können bis in den Rücken zum rechten Schulterblatt ziehen. Auslöser dafür ist meist ein übermäßiges Völlegefühl.

Bei Übelkeit mit Erbrechen besteht häufig Schluckauf als Begleitsymptom. Dieser kann zu einem leeren Würgen führen, welches die Beschwerden zusätzlich verstärkt. Das Erbrochene ist meist sauer und kann gelegentlich grünlich verfärbt sein.

Oftmals leiden die Patienten unter einem unüberwindlichenVerlangen nach Alkohol. Früh morgens besteht außerdem oft ein starkes Hungergefühl bei gleichzeitiger ständiger Übelkeit. Viele Patienten haben eine Neigung zum übermäßigen und gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Oftmals besteht ein vermehrter Harndrang, welche zu Schmerzen in der Harnröhre vor und nach dem Wasserlassen führen kann.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Frauen kommt es typischerweise zu einer Menstruation die 3 Tage zu früh oder zu spät auftritt. Auftretende Regelschmerzen sind oft von gelblichen und zähflüssigem Fluor begleitet. Als Begleitsymptome bestehen oft Rückenschmerzen und damit einhergehendes erschwertes Atmen. In der Schwangerschaft kann die übermäßige Empfindlichkeit der Nerven zu einem drohenden Abort führen.

Bei Männern besteht oft ein starker Schmerz in der linken Leiste, welcher sich entlang der Harnröhre bis in die Eichel zieht und dort als zusammenziehender schnürender Schmerz imponiert.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Asarum europaeum kann auch bei Gelenkschmerzenhilfreich sein. Diese sind vor allem in den Hüften und im Knie lokalisiert. Bewegung in den betroffenen Gelenken verstärkt die Beschwerden.

In den Schultern kann außerdem ein heftiger stechender Schmerz bestehen, der bis ins linke Handgelenk ausstrahlt und dort zwischen Daumen und Zeigefinger ein lähmendes Gefühl verbreiten kann. An der unteren Extremität kannAsarum europaeum bei bei rheumatischen Beschwerden in den Knien hilfreich sein. Hier besteht oft eine ausgeprägte Mattigkeit und ein Ziehen welches sich bis in die Kniekehlen ziehen kann.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auch bei rötlichen Hautquaddeln kann die Einnahme vonAsarum europaeum hilfreich sein. Zusätzlich besteht oft ein starker Juckreiz.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Fieber fühlen die Patienten oftmals einen vollen und starken Puls. Insbesondere nach dem Essen treten Kältegefühle auf. Die Patienten leiden oftmals unter übermäßig kalten Füßen und Händen.

Abends kann es zu Schüttelfrost und Hitzewallungen kommen. Nach dem Essen haben die Patienten ein Hitzegefühl im Kopf, welches sich im Freien noch verschlimmern kann. Besteht ein Kältegefühl, kann dieses auch nicht durch Zudecken gebessert werden. Nachts besteht eine starke Neigung zu Schweißausbrüchen, insbesondere am Oberkörper und in der Achsel, was auch zu einem säuerlichen Geruch führen kann.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch ist eine verstärkte Tagesmüdigkeit mit häufigem Gähnen. Ursächlich ist meist ein unruhiger Nachtschlaf, welcher von ärgerlichen und aufwühlenden Träumen begleitet wird.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Ipecacuanha

Ipecacuanha (Brechwurzel) wird benötigt, wenn Beschwerden mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Das können Kopfschmerzen, neuralgische Schmerzen oder einfach Infekte mit Fieber sein. So wird es bei bestimmten Symptomen von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Auch bei Beschwerden der Atemwege wie Husten mit und ohne Auswurf oder Atemnot kann die Brechwurzel eine hilfreiche Therapie darstellen. Genau wie beiAsarum europaeum werden die Patienten auch hier von vielSchleim in den Atemwegen geplagt. Ipecacuanha kann außerdem bei Menstruationsbeschwerden und Kopfschmerzen eingesetzt werden.

Nux moschata

Genau wie Asarum lässt sich auch Nux moschata (Muskatnuss) gut gegen spezifische Magen-Darm-Beschwerden einsetzen. Anders als bei Asarum europaeum zeichnet sich hier der Zustand des Patienten durch starke Stimmungsschwankungen aus. Oftmals kommt es zu einem plötzlichen Wechsel zwischen Erregung, Benommenheit und Schläfrigkeit. Nux moschata könnte auch gegen extreme Tagesschläfrigkeit, Schwindel und Ohnmachtsanfälle eingesetzt werden. Auch in der Naturheilkunde wird die Muskatnuss vielfältig als Heilmittel gegen Krankheiten des Verdauungstraktes eingesetzt. Bekannt ist die Arznei vor allem in ihrer ursprünglichen Form: Als Gewürz in der europäischen Küche.

Cuprum metallicum

Cuprum metallicum (rotbrauner Kupfer) ist eines der vorzüglichsten homöopathischen Krampfmittel. [4] Als Alternative für die Haselwurz eignet es sich insbesondere zur Therapie vonErkrankungen des Nervensystems. Cuprum wird nachgesagt, eine ähnlich gute Wirkung auf Nerven zu haben und kann so insbesondere bei Krämpfen, Epilepsie und emotionaler Erschöpfung hilfreich sein. Genau wie Asarum europaeum leidet auch hier der Patient unter kalten Füßen und Händen mit Gänsehaut. Cuprum metallicum kann außerdem gegen verschiedene Atemwegsbeschwerden, Schmerzen in den Gelenken und bei Übelkeit eingesetzt werden.

Hintergrundinformationen

Die gewöhnliche Haselwurz (Asarum europeaum) wird zur Familie der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae) und der Gattung der Haselwurzen (Asarum) gezählt. Es handelt sich dabei um eine immergrüne krautige Pflanze, die nur geringe Wuchshöhen von maximal 10 Zentimetern erreicht. Jeder Spross trägt zwei lang gestielte Blätter, welche genau wie die Stängel der Pflanze von einem dichten Flaum bedeckt sind. Im Winter können sich die Blätter leicht rötlich verfärben und so an Efeu erinnern. In der Blütezeit von März bis Mai trägt die Pflanze braun-rote krugförmige Blüten, welche stark nach Pfeffer riechen. Die Früchte reifen im Frühsommer aus und werden dann vor allem von Ameisen verbreitet.

Asarum europaeum ist eine sehr anpassungsfähige Pflanzeund ist so in fast ganz Europa und Asien weit verbreitet. Bevorzugt werden feuchte und kalkhaltige Böden besiedelt, weshalb sie in Laub- und Mischwäldern häufig anzutreffen ist. [5] Dort wird sie auch als Indikator für das Vorkommen von lehmhaltigen Böden interpretiert.
Die gesamte Pflanze enthält verschiedene ätherische Öle, Zitronensäure und sogenanntes Asaron, welche für den Menschen hochgiftig ist. Es verursacht bei Kontakt mit den Schleimhäuten zunächst ein starkes Brennen, später ein Taubheitsgefühl. Bei Verschlucken können Magenschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen und im Extremfall innere Blutungen eintreten. Nur in sehr hohen Dosen, die durch reinen Verzehr der Pflanze aufgrund der Brechwirkung kaum zu erreichen sind, kann der Tod durch Atemlähmung eintreten.
Pulverisierte Pflanzenteile wurden lange Zeit als Zusatz für Schnupftabak verwendet. Heute wird sie nur noch als Zusatz für ätherische Öle eingesetzt.
Zur Herstellung von Globuli wird vor allem der untere Wurzelstock der Pflanze verwendet. [5]