Globuli von A bis A

Arum triphyllum Globuli

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Arum triphyllum ist ein homöopathisches Einzelmittel, das aus dem Wurzelstock des Dreiblättrigen Aronstabs hergestellt wird. Die Pflanze wird auch Zehrwurzel oder Indianerrübe genannt und kommt hauptsächlich in Nordamerika vor. [1] [5] Aufgrund seiner Giftigkeit findet der Aronstab medizinisch ausschließlich in der Homöopathie Anwendung. Sein Gift verursacht Entzündungen der Schleimhäute starke, übelriechende und ätzende Sekretionen und Gewebezerstörung. [2] Primär sind die Schleimhäute von Nase, Mund, Hals und Kehlkopf betroffen, weshalb das homöopathische Mittel vor allem bei sekretreichem Schnupfen (Rhinitis), Heiserkeit (Laryngitis), vollständigem Stimmverlust (Aphonie) und Wundheit von Mund- und Rachenraum angewendet wird. Auch Symptome, die an Scharlach erinnern, können mit Arum triphyllum behandelt werden. Das Einzelmittel wirkt überwiegend linksseitig. [3] [4]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Arum triphyllum passt auf Menschen die beruflich oder privat gezwungen sind, viel zu sprechen oder zu singen und damit ihre Stimme überanstrengen. Die daraus reslutierende Heiserkeit (Laryngitis) oder der vollständige Stimmverlust (Aphonie), beides womöglich immer wiederkehrend, können gut mit Arum triphyllum behandelt werden.
Charakteristisch für das Mittel sind gerötete Lippen und Nasenlöcher und wunde Schleimhäute im Mund- und Rachenraum bzw. im Naseninneren. Die Schärfe der durch die Entzündungen entstehenden Sekrete und das schmerzhafte Brennen und Jucken der entzündeten Stellen gehört ebenfalls zu den typischen Merkmalen des Mittels. Die Patienten sind nervös und gereizt und zupfen, kratzen und bohren die ganze Zeit über an den wunden Arealen herum, obwohl sie vor Schmerzen bereits klagen und schreien. Das trifft vor allem auf Kinder zu. Auch Appetitlosigkeit aufgrund der Mund-, Rachen und Kehlkopfentzündungen ist kennzeichnend für Arum triphyllum. [2] [3] [4]

Wo wirkt es?: Arum triyphyllum wirkt vor allem auf die Schleimhäute des Mundes, der Nase, des Rachens und des Kehlkopfes. Ferner gehören die Haut, die Harnwege, die Verdauungsorgane, der Kopf und das Gemüt zu den Anwendungsgebieten des Einzelmittels. Überwiegend greift Arum triphyllum linksseitig an. [4]


In welchem Alter?
: Arum triphyllum kann grundsätzlich in jedem Lebensalter verabreicht werden, wenn die Symptome passen. Von Scharlach, eine Infektionserkrankung, die ebenfalls unterstützend mit dem homöopathischen Arzneimittel behandelt werden kann, sind hauptsächlich Kinder betroffen; aber auch Erwachsene können von Scharlach befallen sein. [3] [6] Kinder allerdings empfinden die Wundheits- und Entzündungsschmerzen, die für das Mittel charakteristisch sind, besonders stark. [4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient leidet unter einem ätzenden, ständig fließenden Schnupfen (Rhinitis). Seine Nasenlöcher sind gerötet und wund. Allergischer Schnupfen oder Heuschnupfen (Rhinitis pollinosa acuta) mit starker Sekretion gehört ebenfalls zu den Anwendungsgebieten von Arum triphyllum. Vor allem das linke Nasenloch ist von den entsprechenden Symptomen betroffen. Die Nase des Patienten fühlt sich verstopft an, obwohl wässriges Sekret abgesondert wird. Vor allem nachts verschlimmert sich der Niesreiz. Das Nasensekret ist ätzend und jauchig und verursacht Wundheit des Naseninnenraums, der Nasenflügel und der Oberlippe. Vor allem Kinder, aber auch betroffene Erwachsene zupfen an ihrer Nase bzw.bohren in der Nase, bis Blut fließt. Die Patienten sind nicht in der Lage, ihre Wundflächen in Ruhe zu lassen, obwohl sie bei ihrem nervösen Zupfen starke Schmerzen empfinden. Diese Symptomatik ist für Patienten, auf die das Mittel passt, mit Scharlach oder Diphterie typisch. (Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um Infektionskrankheiten, die unter anderem die Schleimhäute der oberen Atemwege betreffen.) [6] [7] Der Wundheitsschmerz kann als zuckend-schießender Schmerz beschrieben werden.Der Patient leidet unter Heiserkeit (Laryngitis) oder Stimmverlust (Aphonie) infolge von übermäßigem Gebrauch der Stimme beim Sprechen oder Singen. Der Patient ist gereizt und nervös. Der Patient leidet unter Kopfschmerzen.


Verbesserung:


Verschlechterung: Scharfer, kalter Nordwind, trockenes Wetter, Nebel, Anstrengung, der Aufenthalt in geschlossenen Räumen, eine liegende Position, der Verzehr von Äpfeln und Tabakrauch verschlimmern die Symptome. Kopfschmerzen und Nervenschmerzen (Neuralgien) werden durch heißen Kaffee, Wärme, stark beheizte Räume und Sonne verschlechtert. Durch übermäßigen Gebrauch der Stimme entsteht Heiserkeit oder Stimmverlust. [3] [4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient fällt dadurch auf, dass er übermäßiggereizt und nervös wirkt. Er zupft an seinen wunden Stellen herum und bohrt in der Nase bis Blut fließt. Manche Patienten neigen auch dazu, an ihren Fingernägeln zu kauen. Besonders bei Kindern macht sich die Reizbarkeit und Nervosität bemerkbar.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vor lauter Kopfschmerzen bohrt der Patient seinen Kopf ins Kissen. Kinder legen ihre Hand auf ihren Hinterkopf und schreien vor Schmerzen. Die Kopfsymptome verschlimmern sich durch zu warme Kleidung und heißen Kaffee.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen des Patienten wirken schwer und schläfrig. Ein Zucken der oberen Augenlidertritt mitunter auf, vor allem linksseitig.Der Patient leidet unter scharfem und ätzendem Fließschnupfen. Das Sekret kann als blutgestreifte, wässrige Absonderung beschrieben werden. Die Nase ist dauerhaft verstopft, weshalb der Patient durch den Mund atmen muss. Mitunter stinkt das Nasensekret, das trotz verstopfter Nasenlöcher austritt, auffällig. Vor allem nachts muss der Patient niesen. Die Nasenlöcher sind beidseitig wund. Im rechten Nasenloch, weit oben, bilden sich große Borken. Auch der vor allem im Frühjahr auftretende Heuschnupfen (Rhinitis pollinosa acuta) mit Schmerzen über der Nasenwurzel gehört zu den Nasensymptomen von Arum triphyllum.
Die Lippen des Patienten sind trocken, geschwollen, wund und aufgesprungen. Die Wundheit empfindet er als Brennen. Auch die Mundwinkel sind entzündet und mitunter eingerissen. Das Innere des Mundes ist ebenfalls schmerhaft entzündet und fühlt sich roh an. Das rohe Gefühl betrifft besonders die Zungenwurzel. Kleine, lokale, weißliche Entzündungen der Schleimhaut (Aphte) treten häufig auf. Der Speichel ist reichlichvorhanden und zeichnet sich durch die für Arum triphyllum charakteristische Schärfe aus. Die Zunge ist aufgesprungen und mitunter gerötet (Erdbeer- oder Himbeerzunge). Wunde Stellen beginnen zu bluten. Gerade Kinder leiden sehr unter den Mundsymptomen, weisen deshalb Nahrung zurück und können nicht schlafen.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wie der Mund ist der Hals roh, zusammengezogen und wund. Räuspern oder Husten ist für den Patienten äußerst schmerzhaft, obwohl er zum ständigen Räuspern neigt. Die Drüsen und Lymphknoten im Inneren des Halses und außen sind geschwollen. Sein Auswurf ist schleimig und reichlich vorhanden.Der Patient leidet unter Heiserkeit (Laryngitis). Seine Stimme schnappt über oder bricht, sie ist unkontrollierbar. Hin und wieder geht die Heiserkeit in totalen Stimmverlust (Aphonie) über. Besonders bei Patienten in Sprechberufen oder bei Sängern treten diese Symptome auf. Alle Beschwerden, die die Stimme betreffen, können durch kalten Nordostwind verschlimmert werden. Das Rohheitsgefühl, das Hals und Mund betrifft, empfindet der Patient ebenfalls in der Brust. Die Lungen schmerzen ihn. Auch Asthma, das durch eine Pollenallergie ausgelöst wird, kann mit Arum triphyllum behandelt werden.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient leidet an Durchfall. Die Stühle sind dünn und erinnern an Brei aus Maismehl. Der Kot entschlüpft aufgrund seiner flüssigen Konsistenz dem After, der durch die charakteristische Schärfe, zu der Arum triphyllum passt, ständig roh und wund ist.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Urinausscheidungen des Patienten sind spärlich. Auch eine Harnvergiftung (Urämie), die Folge einer Niereninsuffizienz ist, passt zu Arum triphyllum. Bei einer Urämie ist die Niere geschädigt und kann alle nierenpflichtigen Substanzen, vor allem den Harnstoff, nicht mehr ausscheiden, weshalb diese Substanzen sich im Körper sammeln und Vergiftungssymptome verursachen. [8]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Hautausschläge hinterlassen glänzende, rote Flecken. Bei manchen Patienten tritt eineAbschuppung großer Hautstücke auf, auch mehrmals hintereinander an derselben Stelle. Finger und Zehen jucken unerträglich. Jede Form von blasenbildenden Hauterkrankungen (Pemphigus) kann mit Arum triphyllum behandelt werden. Die Blasen enthalten scharfe Flüssigkeit und schmerzen stechend. Die rötlichen, leicht erhabenen Flecken auf der Haut, die bei Scharlach auftreten können, nennt man Scharlachexanthem. Auch bei diesem Symptom passt Arum triphyllum gut. Wie an allen anderen wunden Stellen zupft der Patient auch an seinen Hauterkrankungen ständig herum.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Ammonium carbonicum

Aus Hirschornsalz wird das homöopathische Einzelmittel Ammonium carbonicumhergestellt. Es eignet sich besonders für müde, erschöpfte, etwas korpulente Frauen mit sitzender Lebensweise und Erkältungsneigung. Mit Arum triphyllum gemein hat Ammonium carbonicum die schmerzhaften Schleimhautentzündungen der Atmungsorgane und die brennenden und scharfen Absonderungen. Wie Arum triphyllum kann es bei Scharlach mitgeschwollenen Drüsen, leicht erhabenen, roten Flecken auf der Haut (Scharlachexanthem) und dunkelroter Halsentzündung angewendet werden und wird auch bei Harnvergiftungen (Urämie) eingesetzt. Ammonium carbonicum wirkt außerdem auf Herz,Kreislauf und Blut. Im Gegensatz zu den nervösen Arum-triphyllum-Patienten sindAmmonum-carbonicum-Patienten eher träge und langsam. [2] [3] [4]

Ailanthus glandulosa

Aufgrund seiner Anwendbarkeit bei bösartigem Scharlach und Diphterie und den damit einhergehenden Symptomen ähnelt Ailanthus glandulosa in mancherlei Hinsicht Arum triphyllum. Es wird aus den Blüten des Götterbaumes hergestellt. Diese Arznei zersetzt das Blut und ruft fiebrige Zustände hervor.  Ailanthus glandulosa passt auf eine auffällige Hautsypmtomatik; die Haut ist blassblau oder purpurn verfärbt. Langsam erscheinen Hautausschläge, die durch Infektionen hervorgerufen werden. Die Absonderungen des Patienten sind dünn, scharf und wundmachend. Wie bei Arum triphyllum ist der Rachen entzündet. Das Mittel kann bei nervösen und empfindlichen Patienten angewendet werden, eignet sich aber auch für Choleriker. [2] [4]

Allium cepa

Allium cepa wird aus dem Saft der roten Küchenzwiebel hergestellt. Wie Arum triphyllumpasst es auf Schleimhautentzündungen von Nase, Mund und Atemwegen mit starker Sekretion. Bei Allium cepa können auch die Augen von diesen Entzündungen betroffen sein (Bindehautentzündnung). Üblicherweise sind die Absonderungen, vor allem das Nasensekret bei diesem Mittel scharf, die Augensekretion allerdings kann eher als mild beschrieben werden. Während Arum triphyllum Heiserkeit (Laryngitis) und Stimmverlust (Aphonie) bei Sängern und Menschen in Sprechberufen behandelt, kann Allium cepaeingesetzt werden, wenn Sänger an Schnupfen leiden. Außerdem eignet es sich für Nervenschmerzen (neuralgische Schmerzen), z.B. Phantomschmerzen nach Amputationen. Die Symptome von Allium cepa beginnen in der Regel auf der linken Seite und gehen dann auf die rechte Seite über. [2] [3] [4]

Hintergrundinformationen

Der Dreiblättrige Aronstab ist eine Staude, die hauptsächlich in den Laubwäldern Nordamerikas vorkommt. Die Pflanze kann bis zu 30 cm hoch wachsen, hat pfeilförmige, weißlich grüne Blätter und eine knollige Wurzel. [5] Ihr Name ist vom biblischen Bruder des Moses, Aron, abgeleitet. Jeder der zwölf israelitischen Stämme sollte Moses, als das Volk durch die Wüste wanderte, einen Stab überreichen. Moses brachte alle zwölf Stäbe zu Gott, der den Stab, den Aron ihm gegeben hatte, ergrünen und erblühen ließ. Die Israeliten verstanden das als Zeichen für Arons Eignung zum Hohepriester. Nachzulesen ist diese Geschichte im Alten Testament (Numeri 17).

Obwohl der Aronstab frisch geerntet Toxine enthält, wurde seine Wurzel in getrocknetem Zustand von Indianern als scharfes Gewürz verwendet, weshalb man die Pflanze auch als Indianerrübe bezeichnet. [9]