Globuli von A bis A

Alumen Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Das homöopathische Einzelmittel Alumen wird aus dem Doppelsalz des Aluminium, also Kalium-Aluminiumsulfat(KAl(SO4)2) hergestellt.[1] Kalium-Aluminiumsulfat wird umgangssprachlich auch als Alaun bezeichnet. Alaun wird zur Koagulation, d.h. als Gerinnungsmittel verwendet. Auf organisches Gewebe wirkt das Doppelsalz zusammenziehend. So wird es beispielsweise beim Gerbenvon Häuten und Fellen benutzt, um das Leder zu verhärten und ihm eine festere Struktur zu verleihen. Medizinisch kann es als Gerinnungsmittel bei kleineren Blutungen angewendet werden.[2][3] Auch in der Homöopathie schreibt man dem Einzelmittel Alumen eine zusammenziehende Wirkung zu. Darüber hinaus gehören Muskelschwächen,Lähmungen (Paralysen) und Verhärtungen zu den Symptomen der Arznei.[4][5]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Alumen passt zu lähmungsartigen Muskelschwächen in allen Körperteilen. Das Mittel ist angezeigt bei der Erschlaffung der Muskeln während dieser Zustände.Verhärtungen des Gewebes sind typisch für die Arznei. Drüsen, Lymphknoten, die Zunge, das Rektum, die Gebärmutter und andere Organe können betroffen sein. Patienten beschreiben ein Gefühl extremer Trockenheit, das mit Zusammenschnürung einhergeht. So kann Alumen verabreicht werden, wenn der Patient unter schwerstenVerstopfungen (Obstipationen) leidet, die mehrere Tage andauern. Befällt den Patienten eine Erkältung, so legt diese sich vor allem auf den Hals und auf die Stimmbänder;Stimmverlust (Aphonie) und die Vergrößerung der Mandeln können die Folge sein. Auch bei Blutungen, beispielsweise durch Blutegelbisse oder nach dem Zähneziehen (Zahnextraktion), aber auch bei Darmblutungen ist Alumen angezeigt. Patienten, auf die die Arznei passt, sind besonders kälteempfindich. Unter Kälte wird ihre Haut hart und spröde. Darüber hinaus gehört gelblicher, chronischer Ausfluss bei weiblichen Patientinnen zu den Indikationen des Einzelmittels.[1][4]

Wo wirkt es?: Alumen wirkt auf die Muskeln, das Gewebe und das Blut. Vor allem die Atemwege, die weiblichen Geschlechtsorgane, der Verdauungstrakt, ferner derKopf, das Herz und die Haut sind von der Wirkung des Mittels betroffen.[1][4]

In welchem Alter?: Wenn die Symptome passen, kann Alumen in jedem Lebensalter, bei Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen verabreicht werden. Häufig leiden aber vor allem ältere Patienten unter den Beschwerden, die für das Mittel charakteristisch sind, also unter Geschwüren, Entzündungen, Blutungen, Trockenheit und Gewebsverhärtung.[4][5]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Der Patient leidet unter hartnäckiger Verstopfungund/oder Darmblutungen
  • Der Patient klagt über lähmungsartige (paralytische) Zustände in manchen oder allen Teilen des Körpers. Seine Muskulatur ist erschlafft
  • Der Patient leidet unter einer Verhärtung des Gewebes, beispielsweise der Zunge, des Rektums oder des Uterus bei weiblichen Patientinnen, aber auch der Drüsen und Lymphknoten
  • Der Patient erkältet sich häufig. Die Erkältung legt sich vor allem auf die Stimmbänder und die Bronchien. Es kann während der Erkrankungen zu völligem Stimmverlust (Aphonie) kommen. Die Mandeln des Patienten sind vergrößert
  • Der Patient ist besonders kälteempfindlich
  • Die Patientin leidet unter chronischem, gelben Ausfluss.

Verbesserung: Während sich beinahe alle Symptome durch Kälte verschlechtern, bessern sich die Kopfschmerzen des Patienten durch Kälte.

Verschlechterung: Der Zustand des Patienten verschlechtert sich im Schlaf, beim Liegen auf der rechten Seite, durch Kälte, durch schlechte Nachrichten und durch das Grübeln über die Symptome.[1][4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient hegt große Zweifel an der Wirkung der Arznei. Erhält er schlechte Nachrichten, beginnt er nervös zu zittern. Einige Patienten bleiben scheinbar grundlos im Bett, andere wieder meiden das Bett, den Schlaf oder ihr Zimmer, weil sie sich vor der Zustandsverschlechterung fürchten, die sich mit dem Schlaf einstellt. Häufig verschlechtert auch das Grübeln über die Symptome den Zustand des Patienten.

Darüber hinaus können Patienten, die zu Ohnmachten und Bewusstlosigkeit neigen, womöglich auch im Zusammenhang mit einem Magengeschwür, ebenfalls mit Alumen behandelt werden.[1][5]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient klagt über brennende Schmerzen im Scheitel, die durch das Auflegen der Hand, durch Druck oder ein kühles, feuchtes Tuch gebessert werden können. Durch das Trinken kalten Wassers bessert sich diese Art von Kopfweh ebenfalls. Einige Patienten leiden unter plötzlich auftretenden Hitzewallungen im Kopfbereich.

Schwindel, der mit einem flauen Gefühl in der Magengrube einhergeht und vor allem in Rückenlage auftritt, kann mit Alumen behandelt werden. Der Schwindel bessert sich beim Öffnen der Augen oder beim Drehen auf die rechte Seite.

Alumen passt auch zu eitrigem Ausfluss aus den Ohren und zu Haarausfall.[1][4][5]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht des Patienten ist blass, seine Lippen wirken bläulich. Er beschreibt ein Gefühl wie von Spinnweben überall im Gesicht.

Alumen kann verabreicht werden, wenn sich nach einer Staroperation an einem der Augen des Patienten ein Teil der Iris hervorwölbt (Irisprolaps). Auch zu einer bestimmten Form des Schielens (Strabismus) passt das Einzelmittel: das rechte Auge des Patienten ist ganz zur Nase hin ausgerichtet. Nicht nur gelblicher Ausfluss aus der Vagina kann mit Alumen therapiert werden, Augenentzündungen, die mit einem solchen milden, gelblichen Ausflusseinhergehen, gehören ebenfalls zu den Symptomen der Arznei. Einige Patienten leiden im Zusammenhang mit derartigen Entzündungen unter einer getrübten Sicht.

Nase, Mund, Zunge und Hals des Patienten sind extremtrocken. Schnäuzt der Patient sich, kann es zu Nasenblutenkommen. Eitrige Geschwüre im Mundinnenraum,Zahnfleischentzündungen und Parodontitis, also eine komplexe Erkrankung des Zahnhalteapparates, können auftreten. Der Speichel des Patienten ist übelriechend. Nachanhaltenden Blutungen infolge von Zahnoperationen kann ebenfalls Alumen verabreicht werden. Das Mittel passt auch zu Patienten, die unter bösartigen Geschwüren an der Zunge leiden.[1][5]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient leidet häufig unter Erkältungen, die sich vor allem auf die Atemwege legen. Die Schleimhäute sind rot und geschwollen, er hustet und es kitzelt ihn im Hals. Seine Mandeln (Tonsilien) sind vergrößert, vernarbt und verhärtet. Die Lymphknoten sind ebenfalls verhärtet. Das Gaumenzäpfchen (Uvula) ist verlängert; es baumelt herab wie eine an einem Faden hängende Beere. Mitunter kommt es im Laufe dieser Erkältungen zu einem völligen Stimmverlust (Aphonie).

Einige Patienten klagen über Bluthusten (Hämoptyse), der auch im Zusammenhang mit Lungenkrebs auftreten kann. Bei älteren Menschen kann es zu reichlichem, zähnen Auswurf am Morgen kommen. Vielen Patienten fällt das Auswerfen des Schleimes schwer. Dementsprechend kann das Einzelmittel bei einer chronischen Entzündung der Bronchien (Bronchitis) verabreicht werden. Alles fühlt sich trocken und zusammengezogen an. Der Patient hat das Gefühl, ein Stein läge auf seiner Brust. Er möchte tief durchatmen. Alumen passt auch zu Asthmapatienten.

Es kann zu Herzklopfen kommen, wenn der Patient auf der rechten Seite liegt oder über seine Symptome grübelt.[1][4][5]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Speiseröhre (Ösophagus) des Patienten schmerzt und zieht sich zusammen. Er kann kaum schlucken, selbst Flüssiges bringt er nur schwer herunter. Er verspürt ein Verlangen nach kalten Getränken, nach Obst und sauren Speisen.

Viele Patienten leiden unter hartnäckigen Verstopfungen(Obstipation) und sind zum Teil tagelang nicht zum Stuhlgang fähig oder verspüren keinen Stuhldrang. Das Rektum ist wie gelähmt, der Patient ist unfähig, Stuhl herauszupressen. Der Stuhl ist hart und wirkt wie mehre aus Stuhl geformte Murmeln, die aneinanderkleben. Bei einigen Patienten ist der Stuhl aber auch gelb, wie der eines Kleinkindes. Nach dem Stuhlgang vergeht der Stuhldrang nicht. Es stellt sich ein brennendes, beißendes Gefühl im unteren Darmbereich (Mastdarm) ein. Auch langanhaltende, starke Schmerzen im After und Rektum (Tenesmus) können auftreten. Mitunter juckt der After. Hin und wieder kommt es zum Abgehen großer Mengen Blutes aus dem Anus. Starke Trinker erbrechen Blut. Alumen passt darüber hinaus zu Entzündungen des Magens (Gastritis) mit Erbrechen und Übelkeit, aber auch zu Magengeschwüren oder Darmkrebserkrankungen.[1][4][5]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Entsprechend der zusammenziehenden Wirkung des Mittels passt Alumen zu einer Verengung der Harnröhre(Urethrastriktur), vor allem im Zusammenhang mit einer Gonorrhoe, einer sexuell übertragbaren Infektionserkrankung, die umgangssprachlich auch Tripper genannt wird.[6] Der Urin des Patienten geht nur schwer und in kleinen Mengen ab. Ein öliger Film auf dem abgegangenen Harn gehört zu den Symptomen des Einzelmittels.[5]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weibliche Genitalien: Der Gebärmutterhals oder die Brustdrüsen können verhärtet sein. Alumen kann verwendet werden, um chronischen, gelben Vaginalausfluss zu behandeln, auch dann, wenn er im Zusammenhang mit einer Gonorrhoe, einer sexuell übertragbaren Infektionserkrankung, auftritt. Es kann zu kleinen, entzündeten Flecken (Aphten) und Geschwüren in der Vagina kommen. Die Vagina ist zusammengezogen und trocken. Die Monatsblutung der Patientin ist wässrig. Während der Menses stellt sich eine Schwäche der Hände ein, sodass die Patientin ständig Dinge fallen lässt. Alumen passt auch zu bösartigen Gebärmuttergeschwüren (Uteruskarzinom).

Männliche Genitalien: Der Patient klagt über ein Ekzem, also einen nicht ansteckenden Ausschlag am Hoden (Skrotum) und Penisrücken.[1][4][5]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient klagt über eine Schwäche aller Muskeln, besonders der Muskulatur der Arme und der Beine (paralytische Muskelschwäche). Seine Glieder fühlen sich wie abgeschnürt an. Arme, Beine, Hände und Füße prickeln, kribbeln, sind taub oder äußerlich gefühllos. Die Extremitäten sind ständig kalt. Es können außerdem Schmerzen zwischen den Schulterblättern auftreten, die sich durch Ruhe verschlimmern und durch Bewegung gelindert werden.[4][5]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei männlichen Patienten kann ein Ekzem am Hoden (Skrotum) oder am Penisrücken auftreten. Die Haut des Patienten ist extrem kälteempfindlich und wird, wenn sie kalter Luft ausgesetzt ist, trocken und rissig. Die Drüsen und Schleimhäute sind verhärtet und kleine Wunden bluten leicht. Auch Haarausfall passt zu Alumen.[1][4][5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Alumina

Alumina ist ein homöopathisches Einzelmittel, das ausAluminiumoxyd, also ausgeglühter Tonerde hergestellt wird. Es teilt viele, wenn nicht gar die meisten Symptome mit Alumen. Beide Mittel zeichnen die Trockenheit der Schleimhäute und die Neigung zu lähmungsartigen Zuständen der Muskeln aus. Auch eine hartnäckigeVerstopfung kann mit Alumina und Alumen behandelt werden. So könnten noch eine Reihe anderer Symptome aufgezählt werden, die beide Mittel verbinden. Alumina passt allerdings darüber hinaus zu einer Reihe von auffälligen Gemütszuständen, wie Niedergeschlagenheit, Stimmungsschwankungen und Unsicherheit über die persönliche Identität.[1][4]

Bryonia alba aut dioica

Bryonia alba aut dioica ist ein homöopathisches Einzelmittel, das aus der Weißen und der Roten Zaunrübe hergestellt wird. Mit Alumen teilt es seine Wirksamkeit bei hartnäckigen Verstopfungen mit harten und trockenen Stühlen. Charakteristisch für beide Mittel sind die trockenen Schleimhäute der Patienten. Bryonia alba aut dioica kann außerdem bei stechenden, rheumatischen Schmerzen, die durch Bewegung verschlimmert werden, bei Schwindel und einem reizbaren Gemüt angewendet werden.[1][4]

Hintergrundinformationen

Bis 1890 wurde Alaun durch den Abbau von Alaunschiefer gewonnen. Alaunschiefer ist ein (spaltbares) Sedimentgestein, das in einer sehr tiefen Erdschicht, dem Paläozoikum (Erdaltertum) vorkommt.[8] Der Abbau des Schiefergesteins wurde jedoch eingestellt, da er große Schäden an Landschaft und Natur verursachte.[7] Alaun verwendete man damals als Gerbstoff. Das Doppelsalz spielte auch eine wichtige Rolle bei der Papierherstellung. Heute wird Alaun weitestgehend im Labor gewonnen. Aufgrund seiner Wirksamkeit als Gerinnungsmittel verwendet man noch heute in einigen Ländern Alaunsteine und Alaunpräparate zum Stillen kleinerer Blutungen. Eine heute leider nicht mehr erhältliche europäische Variante des Alaunsteines ist der Rasierstift.[2][3]