Globuli von A bis A

Arundo mauritanica Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Das homöopathische Mittel Arundo mauritanica, auch Arundo donax genannt, wird aus einer schilfähnlichen Pflanze hergestellt, die im Deutschen auch als Pfahl- bzw. Wasserrohr oder Riesenschilf bezeichnet wird. Dazu wird eine Tinktur aus den Wurzelsprossen verwendet. Als homöopathisches Mittel kann Arundo mauritanica in manchen Fällen Heuschnupfen-Beschwerden lindern und bei brennenden Schmerzen an ganz verschiedenen Stellen des Körpers helfen.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Bei den Patienten, für die Arundo mauritanica das passende Mittel ist, stehen Heuschnupfen-Beschwerden im Vordergrund. Es beginnt mit einem Juckreiz an den Augen, am Gaumen und in den Nasenlöchern. Auch häufiges Niesen oder Schnupfen mit verstopfter oder laufender Nase können dazu kommen. Ursächlich dafür sind möglicherweise auch andere Allergien, zum Beispiel gegen Milben oder Hausstaub.
Arundo-mauritanica-Patienten klagen außerdem häufig über brennende Schmerzen. Diese können im Mund auftreten, aber auch in der Harnröhre oder an den Händen und Füßen.[1]

Wo wirkt es?: Arundo mauritanica ist ein Mittel, das von Kopf bis Fuß wirkt. In allen Bereichen des Körpers können Beschwerden auftreten, die durch die Einnahme gelindert werden könnten. Dies reicht von Kopfschmerzen bis zu Schwellungen der Fußsohlen.[2]

In welchem Alter?: Für die Einnahme von Arundo mauritanica gibt es keine Altersbeschränkung. Die Globuli können bereits Säuglingen gegeben werden, bei denen grünlicher Stuhl oder Durchfall zusammen mit weiteren für dieses Mittel typischen Symptomen auftritt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Allergische Symptome wie zum Beispiel Juckreiz an Augen und Gaumen, häufiges Niesen und verstärkter Tränenfluss. Diese treten vor allem jahreszeitlich bedingt auf (Pollenflug) oder bei Milben- und Hausstauballergie.
  • Krampfartige Niesanfälle, verstopfte Nase und vermindertes Riechvermögen.
  • Starker Husten mit Atemnot und Schmerzen in den Atemwegen.[1]
  • Brennen und Jucken im Mund, auch mit Zahnfleischbluten. Die Haut an den Mundwinkeln schält sich ab.
  • Grünlicher Stuhl, bei Kindern, die gestillt werden, auch als Durchfall möglich.
  • Jucken und Brennen an Händen und Füßen, dort können auch Wasseransammlungen (Ödeme) auftreten.
  • Juckende Hautausschläge (Ekzeme), besonders an Brust und Armen, rissige Haut an Fingern und Fersen.
  • Beim Wasserlassen kann eine rote sandähnliche Substanz austreten. Nach dem Wasserlassen brennendes Jucken in der Harnröhre.[2]

Verbesserung: Die Beschwerden nehmen an der frischen Luft und bei Bewegung ab.[3]

Verschlechterung: Die Beschwerden nehmen in warmen Räumen und bei Anstrengung zu. Meistens sind sie nachts und direkt nach dem Aufstehen am stärksten.[1]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Arundo mauritanica ist möglicherweise das passende Mittel, wenn der Kopf juckt und die Haare ausfallen. Meistens werden die Haarwurzeln als schmerzhaft empfunden. Das Jucken kann durch kleine, mit Eiter gefüllte Bläschen verursacht werden.Auch bei Kopfschmerzen könnte Arundo mauritanica das geeignete Mittel sein. Der Schmerz strahlt entweder vom Hinterkopf bis zur Mitte des rechten Auges aus oder er sitzt tief an den Seiten des Kopfes.[4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typische Symptome sind Augenbrennen, Jucken in der Nase und Kribbeln am Gaumen. Die Patienten müssen ständig niesen[5], die Nase kann verstopft sein oder laufen. Häufig können sie kaum noch riechen.[1] Ursache dafür sind oft Heuschnupfen oder andere Allergien, zum Beispiel gegen Hausstaub oder Milben.Tief in den Ohren kann es auch jucken und brennen. Vor allem hinter den Ohren treten oft juckende Hautausschläge auf.
Die Betroffenen klagen häufig über Jucken und Brennen im Mund. An den Mundwinkeln reißt die Haut bisweilen oder schält sich ab. Auch Risse in der Zunge oder Zahnfleischbluten sind Symptome, die auf Arundo mauritanica als passendes Mittel hinweisen könnten.[2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Starker Husten mit Atemnot und Schmerzen in den Atemwegen wird vielleicht durch dieses Mittel gelindert. Der Schleim, den Arundo-mauritanica-Patienten aushusten, hat bisweilen eine bläuliche Färbung.[4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Arundo-mauritanica-Kranke hat ein Verlangen nach Saurem und fühlt Kälte im Magen. Außerdem kann es sein, dass er glaubt, etwas Lebendiges, etwa ein Wurm, krieche in seinem Bauch. Blähungen verursachen bei diesen Patienten Schmerzen im Schambereich. Außerdem haben sie gelegentlich grünlichen Stuhlgang, bei Säuglingen kann auch Durchfall auftreten. Der After brennt bei diesen Menschen.[4]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wasserlassen bereitet den Patienten Schmerzen – diese treten auf, wenn kein Urin mehr fließt – und es ist möglich, dass eine Art roter körniger Sand aus der Harnröhre austritt.[2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männliche Patienten haben nach dem Geschlechtsverkehr Schmerzen in der Leiste, dort wo der Samenstrang verläuft.Bei Frauen setzt die Periode zu früh ein und ist sehr stark. Die Patientinnen leiden unter Nervenschmerzen (Neuralgien), die vom Gesicht über die Schultern bis zum Schambein ziehen. Wenn diese Frauen sexuell erregt sind, bekommen sie einen Juckreiz in der Vagina und ihre Brustwarzen jucken und schmerzen.[2] Es ist möglich, dass Frauen, die nicht entbunden haben, Muttermilch produzieren, während bei stillenden Müttern zu wenig Milch gebildet wird.[3]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen mit Arundo-typischen Symptomen leiden unter juckenden, brennenden Füßen. An Händen und Füßen sammelt sich Wasser (Ödeme) und sie schwitzen vor allem an den Füßen stark. Der Schweiß riecht dort sehr unangenehm.[4]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Juckende Hautausschläge entstehen vor allem auf der Brust und an den Armen. An Fingern und Fersen ist die Haut rissig.[2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Allium cepa

Dieses homöopathische Mittel wird aus der Küchenzwiebel hergestellt. Es wird vor allem bei Schnupfen mit laufender Nase und tränenden Augen eingesetzt. Anders als bei Arundo mauritanica steht bei Allium cepa kein Juckreiz im Mittelpunkt der Beschwerden. Hier ist vor allem das scharfe Nasensekret auffällig, das die Haut in und unter der Nase wund macht. Auch die Augenbindehäute sind gereizt.Ein weiterer Anwendungsbereich sind Schmerzen im Hals- und Brustbereich. Erkältungen greifen bei den Allium-cepa-Patienten schnell auf die Bronchien über. In der Folge entwickelt sich ein kräftiger Husten, der starke Schmerzen im Hals, vor allem am Kehlkopf, verursacht.[6] In diesen Fällen ist die Stimme heiser, die Atmung fällt schwer und klingt pfeifend, es kommt aber nicht, wie bei Arundo mauritanica, zu Atemnot.[7] Auch Menschen, deren Füße wundgescheuert sind, jucken, brennen und voller Blasen sind, sollten die Einnahme dieses Mittels in Betracht ziehen. Arundo-mauritanica-Patienten klagen zwar auch über Brennen und Jucken der Extremitäten, statt Blasen treten bei ihnen aber eher Wassereinlagerungen (Ödeme) auf.
Allium cepa ist möglicherweise das passende Mittel, wenn sich die Beschwerden an der frischen Luft, vor allem bei kühlem Wetter, und bei Bewegung verbessern. Eine Verschlechterung tritt bei feucht-kaltem Wetter, im warmen Zimmer und abends auf.[6]

Sabadilla officinalis

Das homöopathische Mittel Sabadilla officinalis wird aus dem sogenannten Läusekraut hergestellt, einem Liliengewächs, das vor allem in Südamerika und Mittelindien vorkommt. Es sind überwiegend Frauen, für die Sabadilla das passende Mittel ist. Ihre Beschwerden treten in regelmäßigen Abständen, immer zur gleichen Zeit auf. Sie beginnen auf einer Körperhälfte und wandern dann auf die andere Seite. Typisch ist eine starke Allergieneigung, bei der am ganzen Körper ein Kribbeln und Jucken auftreten kann.Während bei Arundo mauritanica-Patienten Kopfschmerzen vom Hinterkopf bis zum Auge ausstrahlen, beginnen die Sabadilla-Kopfschmerzen auf einer Seite und wechseln dann auf die andere Seite. Die Schmerzen sind brennend, die Kopfhaut kann gleichzeitig jucken. Drehschwindel und ein Ohnmachtsgefühl sind typische Begleiter der Kopfschmerzen. Der Sabadilla-Kranke bekommt häufig Bindehautentzündungen mit starker Rötung, Jucken, Brennen und tränenden Augen. Die Niesanfälle, die durch Nasenkribbeln ausgelöst werden, sind heftiger als das Niesen bei Arundo-Kranken. Sie können bis zum Nasenbluten führen. Bei Schnupfen ist das Nasensekret wässrig. Dass Sabadilla das passende Mittel ist, erkennt man möglicherweise daran, dass die Nasenlöcher abwechselnd verstopft sind, obwohl die Nase läuft. Im Gegensatz zu den Modalitäten bei Arundo mauritanica verstärkt frische Luft bei Sabadilla die Beschwerden.[8] Sabadilla kann möglicherweise
Linderung bringen, wenn die Füße während des Gehens anschwellen, sich schwer anfühlen und die Fußsohlen sehr empfindlich sind. Jucken und Brennen, wie es bei Arundo-mauritanica-Patienten üblich ist, ist für Sabadilla nicht typisch. Die Betroffenen haben Lust auf süßes und heißes Essen, mögen aber zeitweise kein Fleisch und nichts Saures. Nach dem Stuhlgang und nach dem Wasserlassen spüren sie ein Brennen im Rektum oder in der Harnröhre.[9]

Silicea

Silizium ist ein Halbmetall, das zum Beispiel als Kieselerde in Seesand oder Quarz vorkommt. Silicea-Patienten spüren kein Jucken in der Nase wie bei Arundo mauritanica, sondern leiden chronisch unter einer verstopften Nase. In der Nase bilden sich Krusten, die beim Lösen bluten können. Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen sind mögliche Begleiterscheinungen. Auch bei ihnen juckt die Haut häufig und es treten Pusteln, eitrige Entzündungen oder Blasen auf. Die Haut ist rissig und heilt schlecht. Die Fußballen entzünden sich bei diesen Menschen und die Füße schwitzen und riechen dabei unangenehm. Probleme bereitet häufig auch die Verdauung. Während bei den Arundo mauritanica-Patienten eher Durchfall im Vordergrund steht, sind bei Silicea Verstopfung, Aufstoßen, Blähungen und Magendrücken zu nennen. Der Stuhlgang ist schmerzhaft und mit dem Gefühl verbunden, dass der Stuhl wieder zurückschlüpft.[10]

Hintergrundinformationen

Arundo mauritanica ist eine Schilfpflanze, die aufrecht und sehr schnell wächst. Ähnlich wie Bambus verholzt sie und bildet dabei außerdem buschige Zweige. Die Pflanze bevorzugt feuchte Standorte in den Tropen und Subtropen. Ursprünglich kommt sie vermutlich aus Indien. Sie kann zur Papierherstellung verwendet werden.[1]