Globuli von A bis A

Apis mellifica Globuli

© PantherMedia / Lothar Hinz

Apis mellifera ist die Blüten besuchende Honigbiene. Die homöopathische Arznei besteht aus dem Gift der Honigbiene und wird aus dem ganzen Tier hergestellt. In der klassischen Homöopathie ist Apis mellifera ein wichtiges Mittel bei Folgen von Insektenstichen durch Bienen, Wespen oder anderen Insekten, die mit brennenden, stechenden oder beißenden Schmerzen sowie einer starken Schwellung einhergehen. Auch bei Entzündungen der Harnwege, Haut- und Schleimhäute, Allergien sowie Gelenkschmerzen findet die Honigbiene Anwendung. Die Schmerzen äußern sich auch hier meist als brennend, stechend oder beißend.[1]

Apis mellifera ist ein anschauliches Beispiel für das Ähnlichkeitsprinzip in der Homöopathie: nach einem Bienenstich entstehen stechende Schmerzen und eine blassrote Schwellung. Kälte wie Eis oder Wasser lindern die Beschwerden. Nach dem homöopathischen Wirkprinzip wird Apis bei Krankheitsbildern eingesetzt, die ähnliche Symptome hervorrufen.[2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Apis mellifera ist das richtige Mittel bei allen akuten Entzündungszuständen, welche die Haut und Schleimhaut betreffen, wenn diese mit einer Schwellung (Ödem) einhergehen. Weitere Indikationen für Apis mellifera sind Insektenstiche,Harnwegsinfekte und Halsbeschwerden, die mit brennenden, stechenden Schmerzen und einer deutlichen Schwellung einhergehen. Die betroffenen Bereiche sind aufgedunsen und rötlich verfärbt. Auch bei allergischen Reaktionen mit blassroter Schwellung und stechenden und juckenden Schmerzen oder einer Entzündungen der Gelenke kann Apis mellifera zum Einsatz kommen.Die Patienten, die Apis mellifera benötigen, sind im übertragenen Sinn wie die Königin eines Bienenstocks, die von anderen Menschen viel verlangen und bekommen, aber trotzdem oftmals unzufrieden sind, weil ihnen nichts recht gemacht werden kann. Apis-Menschen sind fleißig wie die Bienen und wollen ihre Mitmenschen und Freunde beschützen. Eifersüchtig passen sie auf, wer ihren engen Freunden und Bekannten zu nahe kommt. Sie sind ruhelos und sehr nervös, zittern, zucken und klagen über eine lähmende Schwäche, Erschöpfung und ein Zerschlagenheitsgefühl. Aus Nervosität werden häufig Dinge fallen gelassen, worüber dann gelacht wird.

Wo wirkt es?: Apis mellifera hat eine positive Wirkung bei Insektenstichen, Entzündungen, Allergien und Hautausschlägen. Die Symptome entwickeln sich schnell und die Schmerzen treten plötzlich auf. Nach einer Gabe des Mittels gehen die deutlichen Schwellungen und auch die brennenden, stechenden Schmerzen zurück. Das Mittel lindert außerdem Gelenkbeschwerden und Hals- sowie Blasenentzündungen, die ebenfalls mit sehr schmerzhaften, brennenden Beschwerden einhergehen. Der Patient wird ruhiger und entspannter. Apis mellifera hilft besonders gut, wenn die Beschwerden auf der rechten Körperhälfte lokalisiert sind.

In welchem Alter?: Apis mellifera kann in jedem Lebensalter angewendet werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, bei denen das homöopathische Mittel Apis mellifera angezeigt ist, zeigen folgende Leitsymptome:

  • Schmerzcharakter: Der Patient leidet unter brennenden, stechenden oder beißenden Schmerzen, die sich wie heiße Nadelstiche anfühlen. Es besteht eine brennende Hitze oder ein brennender Juckreiz mit großem Verlangen nach Abkühlung jeglicher Art. Ein allgemeiner Wundschmerz geht mit einem Gefühl der Zerschlagenheit einher.
  • Die schmerzhaften Stellen sind sehr berührungsempfindlich, sodass auch die leichteste Berührung oder leichter Druck nicht ertragen wird.
  • Die Haut oder Schleimhaut der Betroffenen ist deutlich geschwollen, blassrot und brennend heiß.
  • Die Symptome entwickeln sich sehr schnell und plötzlich, dass sogar Schreie ausgepresst werden.
  • Folgen eines Insektenstichs: Der Patient zeigt die wohlbekannten Auswirkungen eines Bienenstichs mit brennenden, stechenden und beißenden Schmerzen sowie großer ödematöser Anschwellung.
  • Es besteht eine große Durstlosigkeit bei fast allen Beschwerden. Besonders bei Fieber ist der Patient durstlos, bei Schüttelfrost hingegen besteht großer Durst.
  • Rechtseitige Beschwerden oder rechtsseitiger Beginn der Beschwerden, die dann auf die linke Seite wandern.
  • Der Patient klagt über ein Gefühl, als wäre der Hals oder auch die Blase zugeschnürt.

Verbesserung: Jede Art von Kühlung verbessert deutlich den Zustand des Patienten: Ob draußen an der frischen, kühlen Luft oder durch kalte Anwendungen wie kalte Bäder und Umschläge. Auch durch Aufdecken im Bett und Entblößen von Kleidungsstücken erfahren die Patienten eine Besserung. Langsame Bewegung verbessert den Zustand.

Verschlechterung: Jede Form von Wärme oder Hitze führt zu einer Verschlimmerung der Beschwerden: Warme, geschlossene und geheizte Räume, im warmen Bett, warmes Wetter, warme Anwendungen jeglicher Art oder heiße Getränke tun dem Patienten nicht gut. Auch die geringste Berührung der entzündeten Region oder nach einem leichten Druck auf die schmerzhafte Stelle verschlechtert den Zustand. Ebenso fühlen sich die Beschwerden nach dem Schlaf, im Liegen oder am späten Nachmittag schlimmer an.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Apis-Menschen sind fleißig wie die Bienen und verfügen über einen großen Beschützerinstinkt. Sie wachen eifersüchtig über enge Freunde und Verwandte und wenn ihnen andere Personen zu nahe kommen, stechen sie zu wie die Bienen. Bei ihnen besteht eine nervöse Ruhelosigkeit mit zittern und zucken. Die Apis-Patienten klagen über Erschöpfungszustände, die mit einer großen Schläfrigkeit und mit dem Verlangen, sich hinzulegen, einhergehen. Häufig sind es ungeschickte, unbeholfene Personen, die Dinge fallen lassen, weil sie sehr unkonzentriert sind. Danach überspielen sie ihre ungeschickte Art, indem sie darüber lachen. Apis-Menschen verlangen viel von ihren Mitmenschen und meist geht auch alles in Erfüllung, trotzdem sind sie immer unzufrieden, weil ihnen nichts recht gemacht werden kann. Zudem besteht eine große Neigung zum Weinen und die Tränen können nicht zurückgehalten werden. Eigentlich gibt es gibt keinen Grund zum Weinen, aber die Tränen kommen trotzdem am Tag und in der Nacht.[3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Beschwerden am Kopf äußern sich durch klopfende, bohrende und stechende Schmerzen mit Schwindelgefühl und Blutandrang. Der Kopf fühlt sich vergrößert an und leichter Druck führt zu einer Verbesserung, obwohl bei allen anderen Apis-Beschwerden eine große Empfindlichkeit bei Berührung besteht.Die Augen sind aufgedunsen und die Lider sind geschwollen, blassrot und brennen. Heiße Tränen fließen aus den Augen.Der Patient leidet unter stechenden Ohrenschmerzen, die keinerlei Wärme vertragen. Die stechenden Schmerzen im Ohr entstehen plötzlich, als hätte eine Biene hineingestochen. Kühle Kompressen wirken schmerzlindernd, die leichteste Berührung am Ohr wird kaum ertragen.[3]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist aufgedunsen, rot und heiß mit stechenden Schmerzen. Die Lippen sind bläulich verfärbt und ödematös. Es kann zu einer rechtseitigen Lähmung kommen mit einem kribbeligen Gefühl.[3]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Nase ist geschwollen, rot und verstopft infolge einer Schleimhautschwellung und geht mit einem Trockenheitsgefühl einher.Der Patient leidet unter stechenden Schmerzen im Rachen, der rot und angeschwollen ist. Der Kranke möchte nur Kaltes trinken und ist sehr unruhig berührungsempfindlich. Bei Halsentzündungen ist das Zäpfchen angeschwollen und rot. Es besteht ein Gefühl von Zusammenschnüren und Ersticken mit mühsamer, ängstlicher und schneller Atmung.Ein trockener und krampfartiger Husten erscheint anfallsartig und wird von einer großen Unruhe begleitet. Löst sich der Schleim, verbessert das den Zustand.[3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht Durstlosigkeit bei allen Beschwerden. Die Patienten möchten weder essen noch trinken und das wochenlang. Sie verspüren aber ein großes Verlangen nach Saurem und Milch. Die Magengrube ist berührungsempfindlich. Der gespannte Bauch fühlt sich an wie zerschlagen mit einem brennenden und schmerzhaften Oberbauch.[3]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Beschwerden bei Harnwegsentzündungen äußern sich durch stechende, schneidende Schmerzen, die sich wund und verbrüht anfühlen. Eine Blasentzündung geht mit dem Gefühl einher, als wäre die Blase zugeschnürt. Die Urinproduktion ist vermindert oder es besteht ein häufiger, brennender Harndrang mit einer sehr schmerzhaften Entleerung. Besonders die letzten Tropfen brennen stark und sind sehr schmerzhaft.Es besteht eine Harninkontinenz mit einer großen Reizung der Harnorgane. Urin kann fast keinen Moment zurückgehalten werden.[3]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann zu Schwellungen, Ödemen oder Zysten des rechten Eierstocks (Ovars) bei Frauen oder des rechten Hodens bei Männern kommen.[3]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Hände und Fingerspitzen fühlen sich taub an und die Handflächen sind heiß und geschwollen. Gelenkentzündungen äußern sich durch stechende, pochende und brennende Schmerzen. Die Gliedmaßen und Füße sind steif, unbeweglich und gefühllos.[3]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch für Apis mellifera sind Ekzeme mit Bläschen, die dicht nebeneinander auftreten und stark jucken. Beim Reiben fängt die juckende Stelle zu brennen an. Auch die Augenlider oder die Nase können betroffen und leicht geschwollen sein. Während kalte Bäder die Beschwerden lindern, führt Wärme zu einem erneuten Jucken der Bläschen. Die Haut oder Schleimhäute sind geschwollen (Ödeme), heiß und sind meist blass oder blassrot verfärbt.Bei allergischen Reaktionen und Nesselausschlag mit blassrot-geschwollener und brennender, juckender Haut, auch der Augenlider und Nase, muss ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden. Die Quaddelbildung auf der Haut juckt und brennt.
Hautausschläge können sich sehr rau anfühlen oder eine trockene, heiße Haut wechselt sich mit strömenden Schweiß und ödematösen Schwellungen ab.
Bei einem Sonnenstich kommt es neben einer großen Benommenheit zu einem blassroten Gesicht mit stechenden Schmerzen, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden.[3]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu Fieber mit einem fröstelnden Gefühl um 15.00 Uhr. Der Patient verspürt keinen Durst während des Fiebers, bei Schüttelfrost besteht jedoch großer Durst auf kalte Getränke.[3]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient ist sehr schläfrig, kann aber aufgrund seiner großen Unruhe und Nervosität nicht einschlafen. Seine Träume sind voller Sorge.[3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Atropa Belladonna

Atropa belladonna, die Tollkirsche, gehört zu den Nachtschattengewächsen und findet wie Apis mellifera Anwendung bei akuten Entzündungen von Haut und Schleimhaut, Sonnenbrand oder Sonnenstich mit brennender Hitze. Bei Belladonna-Patienten besteht ebenfalls eine große Empfindlichkeit bei jeglicher Berührung und Hitze verschlimmert auch die Beschwerden. Im Gegensatz zu Apis ist die Verfärbung der Haut aber nicht blassrot, sondern sie ist leuchtend rot, knallrot und heiß. Das entzündete Gebiet wird bei Belladonna auch von keiner deutlichen Schwellung begleitet und die Schmerzen sind eher heftig, klopfend, pochend, scharf und schneidend.[4]

Phosphorus

Der Schmerzcharakter des chemischen Elements Phosphor äußert sich ähnlich wie bei Apis mellifera durch starke, brennende Schmerzen bei Reizungen und Entzündungen. Die Augen sind geschwollen und auch Kälte und kalte Anwendungen verbessern die Beschwerden.Im Gegensatz zu Apis mellifera besteht bei Phosphor jedoch ein großer Durst auf kalte Getränke und die Haut neigt zur Bildung von blauen Flecken. Vom Gemüt her sind die Phosphor-Patienten ängstlich und möchten nicht alleine sein. Berührung und Druck wie Massagen oder Reiben verbessern zudem die Beschwerden.[4]

Sulfur

Das chemische Element Sulfur (Schwefel) äußert sich wie Apis mellifera durch juckende, trockene Hautausschläge, die mit Hitze und Brennen einhergehen. Der Juckreiz kann bei den Hauterscheinungen sehr stark ausgeprägt sein. Kratzen wird anfangs als angenehm empfunden, danach brennt die Haut. Im Gegensatz zu Apis sind die betroffenen Stellen jedoch gekennzeichnet durch eine leuchtende Röte, statt einer blassroten Verfärbung. Bei Sulfur sind auch alle Körperöffnungen wie Mund, Lippen, Nase und After rot und Schwellungen sind untypisch. Charakteristisch sind übelriechende, reichliche Schweiße. Allen Ausscheidungen haftet zudem ein sehr unangenehmer Geruch an. Sulfur-Patienten trinken sehr viel und essen sehr wenig. Es kommt zum faulig riechenden Aufstoßen.[4]

Pulsatilla

Pulsatilla pratensis, die Wiesenküchenschelle, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist bezüglich der Symptomatik leicht von Apis mellifera abzugrenzen. Ähnlichkeit der beiden Mittel besteht bei der deutlichen Durstlosigkeit und der Weinerlichkeit. Die Beschwerden verschlimmern sich durch Wärme, warme Räume und warme Anwendungen und verbessern sich durch Kälte, Abdecken und Entblößen. Im Gegensatz zu Apis sind die Pulsatilla-Beschwerden veränderlich und wechselhaft mit milden, gelben Schleimhautabsonderungen.[4]

Hintergrundinformationen

Apis mellifera ist der lat. Name der Westlichen Honigbiene. Mellifera bedeutet Honigträger. Sie wird auch Europäische Honigbiene, einfach Biene oder Honigbiene genannt und gehört zur Familie der Echten Bienen (Apidae), innerhalb derer sie eine Vertreterin der Gattung der Honigbienen (Apis) ist.

Honigbienen stammen ursprünglich aus Asien, Afrika und Europa. Sie gehören zu den Insekten mit vier transparenten Flügeln. Wie auch die Hummeln gehören sie zu den staatenbildenden und höchstentwickelten Bienen. Der Lebensraum der Honigbienen sind hohle Äste oder Baumstümpfe. Sie sorgen sich intensiv um ihren Nachwuchs und füttern die Larven fortlaufend mit Honig und Blütenpollen. Nur die Larve der Königin wird mit einer besonderen Substanz der Verdauungsdrüse der Arbeiterinnen gefüttert, mit dem besonderen Gelée Royale.
Eigentlich sind Bienen keine aggressiven Tiere. Bei grellen Farben, rauen Stoffen, Wolle, Leder, Parfüm, Schweißgerüche und Haarspray können sie doch mal angreifen und zustechen. Der Stachel liegt in einer Stachelkammer im Hinterleib der Biene. Der Stachel selbst besteht aus zwei Stechborsten mit Widerhaken und einer Stachelrinne. Das Bienengift wird in einer Giftdrüse gebildet, die sich zu einer Blase erweitert, in der das Gift gesammelt wird.
Wenn die Biene einen Menschen sticht, treibt sie das Gift mit den scharfen Stechborsten in die Haut des Opfers. Beim Entfernen des Stachels stirbt die Biene, weil die Widerhaken an den Stechborsten in der Haut verankert bleiben und ihr Körper dadurch stark verletzt wird.[5]