Globuli von A bis A

Aesculus Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Aesculus hippocastanum ist ein homöopathisches Einzelmittel, das aus den Samen der Rosskastanie gewonnen wird. Die Rosskastanie zählt zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) und ist in Europa weit verbreitet. Zwar wurde sie während der Eiszeiten in die Mittelgebirge Griechenlands, Mazedoniens und Albaniens zurück gedrängt, im 16. Jahrhundert wurde sie jedoch von den Türken bei ihren Eroberungsfeldzügen wieder nach Mitteleuropa eingetragen. Sie nutzten die Rosskastanie – getreu ihres Namens – als Futter für die Pferde. [11]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Aesculus hippocastanum Patienten wirken oft niedergeschlagen und mürrisch. Wenn sie morgens aufwachen, benötigen sie ein paar Minuten, um sich zu orientieren. Sie kommen schwer aus dem Bett und nur langsam in Schwung. Charakteristisch sind auch die immer wieder auftretenden Stauungen der Körperflüssigkeiten, die verlangsamten Körperfunktionen sowie eine ausgeprägte Trockenheit der Schleimhäute. Daher leiden die Betroffenen häufig unter Verstopfungen, trockenem Stuhlgang und Hämorrhoiden. [4]

Wo wirkt es?: Seine Hauptwirkung entfaltet Aesculus hippocastanum im Bereich des venösen Gefäßsystems. Daher eignet es sich zur Anwendung bei Hämorrhoiden, geschwollenen Beinen und Füßen, Besenreißern und Krampfadern. Menschen, für die Aesculus hippocastanum geeignet ist, erscheinen auf den ersten Blick meist traurig und reizbar. Es fällt ihnen schwer, sich zu konzentrieren und ihre Aufmerksamkeit zu bündeln. Sie fühlen sich schlapp und träge. [1][2]

Gelegentlich wird Aesculus hippocastanum auch bei Magen-Darm-Beschwerden empfohlen. Ein wichtiges Anwendungsgebiet sind Verstopfungen mit harten, trockenen Stühlen. Auch bei rheumatoiden Schmerzen in der Lenden- und Kreuzbeingegend kommt das Mittel zum Einsatz. [2]

In welchem Alter?: Grundsätzlich ist Aesculus hippocastanum in jedem Alter anwendbar. Lediglich von der Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit ist aufgrund der mangelnden Datenlage abzuraten. [2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, für die Aesculus hippocastanum geeignet ist, klagen in erster Linie über Beschwerden, die durch Stauungen des Blutes in den Venen verursacht werden. Folgende Leitsymptome können benannt werden:

  • Hämorrhoiden
  • Besenreiser und Krampfadern
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) in den unteren Extremitäten
  • drückender Kopfschmerz
  • trockene Schleimhäute
  • Völlegefühl nach dem Essen
  • asthmatische Beschwerden
  • durch Verstopfungen hervorgerufene Rückenschmerzen
  • ein schmerzhaftes Gefühl im After, als enthalte der Stuhl viele kleine Holzstückchen [4]

Verbesserung: Die Beschwerden der Patienten bessern sich meist bei kühler, feuchter Luft und im Freien. So werden die angegriffenen Schleimhäute befeuchtet und erfrischt. Zu niedrige Temperaturen werden dagegen als unangenehm empfunden. [4]

Verschlechterung: Besonders unwohl fühlen sich die Betroffenen morgens beim Aufwachen. Jegliche Bewegung, vor allem Gehen, beeinträchtigt sie in ihrem Befinden, ebenso wie langes Stehen. Nach dem Essen und nach dem Stuhlgang klagen Aesculus hippocastanum- Patienten oft über Schmerzen und Völlegefühl. [4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die typischen Anwender sind meist reizbar, mürrisch und niedergeschlagen. Es fällt ihnen schwer, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Ihnen ist oft schwindelig und sie wirken leicht verwirrt. [3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es wird über einen dumpfen, drückenden Kopfschmerz im Bereich des Hinterkopfes und der Stirn geklagt. Die Betroffenen beschreiben ein ständiges Flimmern vor den Augen, die Augen tränen und brennen. Im Mund macht sich ein metallischer Geschmack breit. Die Nasenschleimhäute sind trocken, sodass beim Einatmen ein unangenehmes Gefühl entsteht. [3]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Aesculus hippocastanum-Patienten erscheinen blass und elendig. Die linke Gesichtshälfte ist gelegentlich heiß und gerötet, das Gesicht schwillt nach dem Waschen an. [3]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Atmen fällt schwer. Die Atmung ist beschleunigt, ebenso wie der Puls, der im gesamten Körper spürbar ist. Die Beschwerden sind von einem stechenden Gefühl in Brust und Lunge begleitet. [3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Personen, für die sich Aesculus hippocastanum eignet, berichten häufig von einem drückenden Gefühl in der Magengegend, als würde ein Stein darin liegen. Auch saures Aufstoßen, ein Pulsieren im Bauchraum, zeitweise übelriechende Blähungen und ein Brennen im Magen zählen zum Symptomenkomplex. Kolik artige Schmerzen strahlen in den Rücken aus. Die Hämorrhoiden sind schmerzhaft, violett, bluten eher selten und fühlen sich an wie Holzstücke im Enddarm. [3]

Harn- und Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Harnabsonderung ist häufig, fällt aber spärlich aus und ist von Schmerzen in der Nierengegend begleitet. [3]

 

Bei Frauen tritt oft ein gelber, klebriger Vaginal Ausfluss auf, der nach der Periode und im Gehen zunimmt. Bei Kontakt mit den Schamlippen werden diese wund. [3]

Extremitäten Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Gelenke sind steif, empfindlich und schmerzhaft, im Rücken und in den Beinen macht sich ein Schwächegefühl breit. Der linke Arm und die linke Hand sind viel wärmer als die rechte Seite. Häufig sind die Fingernägel bläulich verfärbt, die Hände schwellen nach dem Waschen an. [3]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden


Charakteristisch für Aesculus hippocastanum-Patienten ist ein Jucken, das beschrieben wird, als würden Ameisen über den Körper wandern. Besonders ausgeprägt ist dieses Gefühl um die Taillie herum, an der Kopfhaut, in der Nase und im Rachen. [3]

Fieber / Schwitzen / Kält Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein fröstelndes Gefühl kriecht den Rücken hinauf und hinab. Fieber steigt in den Abendstunden an, die Haut ist dann heiß und trocken, die Handflächen und Sohlen brennen. In Kombination mit Fieber tritt reichliche Schweißabsonderung auf. [3]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen neigen dazu, sich zu strecken und zu gähnen. Morgens beim Erwachen sind sie orientierungslos, fühlen sich müde und krank. [3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Aloe

Die in Afrika und Indien heimische Aloe (Aloe ferox) aus der Familie der Spargelgewächse (Asphodelaceae) enthält in ihren Blättern einen milchigen Saft, welcher zur Herstellung von Aloe-Globuli verwendet wird. Diese wirken vor allem auf den Dickdarm und das venöse Gefäßsystem. Eingesetzt werden sie bei übelriechenden Durchfällen, die bevorzugt morgens zwischen 5 und 10 Uhr auftreten, aber auch bei wunden, stechenden und brennenden Hämorrhoiden. Die Beschwerden sind oft die Folgen einer hauptsächlich sitzenden Lebensweise und daraus entstehenden venösen Stauungszuständen. Die typischen Anwender sind phlegmatisch und sträuben sich gegen jede körperliche oder geistige Tätigkeit. [5]

Hamamelis

Zur Herstellung von Hamamelis-Globuli werden die frische Rinde der Wurzel sowie Zweige der nordamerikanischen Zaubernuss (Hamamelis virginiana) aus der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae) verwendet. Sie beeinflussen vor allem das venöse Gefäßsystem und die Haut.

Häufig auftretende Symptome, bei denen Hamamelis eingesetzt wird, sind blutende Hämorrhoiden, verstärkte Regelblutungen, Krampfadern, Besenreißer, Nasenbluten, offene Wunden und Entzündungen der Haut. [7]

Nux vomica

Die Brechnuss (Strychnos nux-vomica) zählt zur Familie der Brechnussgewächse (Loganiaceae). Potenziert werden die reifen, getrockneten Samen der in Südostasien und Nordaustralien beheimateten Pflanze. Die fertigen Globuli wirken vor allem auf das zentrale Nervensystem, den Magen-Darm-Trakt, die Leber sowie den Stütz- und Bewegungsapparat.

Klassische Anwendungsgebiete sind Magenschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfungen, Blähungskoliken, Hämorrhoiden, Regelbeschwerden, Migräne, Kreislaufkollaps und Beschwerden in Folge von Arzei- und Genussmittelmissbrauch. [8]

Pulsatilla

Pulsatilla Globuli werden zur Blütezeit aus der Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis), die zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) zählt, angefertigt. Ihre Wirkung entfalten sie in erster Linie im Bereich des zentralen Nervensystems, im Magen-Darm- Trakt, an den weiblichen Geschlechtsorganen sowie am Stütz- und Bewegungsapparat. Charakteristisch für Pulsatilla-Patienten ist die große Veränderlichkeit des Beschwerdebildes. Es können migräneartige Kopfschmerzen, Entzündungen der Augen und der Atemwege, Regelbeschwerden, Venenschwäche, Krampfadern, Erkältungsneigung oder auch Magenschleimhautentzündung auftreten. Die Betroffenen sind häufig sanfte, schüchterne und gefühlsbetonte, aber dennoch launenhafte Menschen. [9]

Sulfur

Schwefel (Sulfur) ist ein Element des Periodensystems. Die daraus angefertigten homöopathischen Mittel beeinflussen vor allem die Atemwege, den Magen-Darm-Trakt, die Leber, den Stütz- und Bewegungsapparat, das venöse Gefäßsystem, die Haut und Schleimhäute.
Das Arzneimittelbild von Sulfur ist ungewöhnlich vielfältig. Die Globuli können beispielsweise bei venösen Stauungen des Blutes, verschlepptem Fieber, Entzündungen der Augen, der Magenschleimhaut und der Haut, bei morgendlichem Durchfall, Sodbrennen, Akne, rheumatischen Beschwerden, Hitzewallungen, Hämorrhoiden und Schuppenflechte angewendet werden. [10]

Hintergrundwissen

Neben dem hohen Stärkeanteil, der vor allem für die Verwendung als Futtermittel wichtig ist, enthält die Rosskastanie Substanzen, die die Venenfunktion unterstützen. Von besonderem Interesse ist das Aescin, ein Triterpen-Glykosid, das vor allem die Durchlässigkeit (Permeabilität) der kleinen Venengefäße (Kapillaren) reduziert und somit die Einlagerung von Wasser ins Gewebe (Ödembildung) mindert. Der exakte Wirkmechanismus ist unbekannt. [12]