Globuli von G bis I

Hamamelis Globuli

© PantherMedia / Martien van Gaalen

Hamamelis Globuli werden aus der virginischen Zaubernuss (Hamamelis virginia) gewonnen. Das ist eine in Nordamerika beheimatete Heilpflanze, die dem Haselnussstrauch sehr ähnlich sieht. Hamamelis ist Bestandteil von vielen kosmetischen Produkten, da es eine positive Wirkung auf die Haut hat. Es lindert leichten Juckreiz und stoppt leichte Blutungen. Es wird sowohl bei Venenerkrankungen wie zum Beispiel Hämorriden und Krampfadern angewandt als auch bei Quetschungen und anderen Verletzungen durch Stürze. Die Heilpflanze kann bedenkenlos in der Selbsttherapie eingesetzt werden. Besonders ältere Menschen, die Probleme mit ihren Venen haben und Frauen mit Zwischenblutungen während des Menstruationszyklus profitieren von dem Mittel. Sie fühlen sich häufig zerschlagen und sind leicht reizbar.[1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Hamamelis ist das wichtigste Venenmittel in der Homöopathie und kann für deren Erkrankungen im Bereich des Rachens, der Genitalien, des Urogenitalbereichs und der unteren Extremität verwendet werden. Dabei passt es besser in den Fällen, in denen der Zustand der Gefäßwände die Ursache der Beschwerden ist und nicht der des Blutes selbst. Es kann zu passiven Blutungen der verschiedensten Körperteile kommen. Die dünnen und brüchigen Gefäßwände am After reißen bei der Stuhlentleerung oder sogar spontan und stülpen sich zu Hämorriden hervor. Diejenigen in den Beinen weiten sich im Laufe der Zeit immer mehr aus. Auch ausgeweitete Schlundvenen, wie sie als Folge einer gestörten Leberfunktion oder einer varikösen Angina auftreten können, lassen sich mit Hamamelis behandeln. Allerdings sollten Menschen mit einem empfindlichen Magen vorsichtig bei der oralen Einnahme sein, das Hamamelis Übelkeit verursachen kann. Bei Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane, beim Mann eine Hodenentzündung (Orchitis), bei der Frau eine Entzündung der Eierstöcke (Oophoitis), sowie Nasenbluten und Quetschungen oder Blutergüssen kann Hamamelis verabreicht werden. Nach Verletzungen zeigen sich Betroffenen trotz geringen Blutverlusts übertrieben schwach. Menschen, zu denen Hamamelis passt sind generell eher reizbar und unruhig. Sie sind sehr gewissenhaft und beschäftigen sich nachdenklich mit ihrer Krankheit. Sie verlangen, dass man ihnen mit Respekt begegnet und ordnen sich selbst nicht gerne unter.[3][5]

Wo wirkt es?: Aus der Rinde und den Wurzeln der jungen Pflanze wird die Urtinktur hergestellt, die meistens äußerlich zur Anwendung kommt. Gerbstoffe, Tannine und ätherische Öle sind die enthaltenen Wirkstoffe. Sie sollen leichten Juckreiz lindern und Entzündungen eindämmen. Darüber hinaus stoppt Hamamelis leichte Blutungen und fördert die Wundheilung. Die enthaltenen Gerbstoffe sollen bewirken, dass sich die Struktur von körpereigenen Eiweißen verändert und die oberen Hautschichten sich deshalb zusammenziehen und undurchlässiger werden. Die Nervenenden in der Haut werden durch die Gerbstoffe wohl unempfindlicher. Die Wirksamkeit bei Hautekzemen gleicht nachgewiesen der von leichten Kortisonpräparaten. Einige andere Effekte als Arzneimittel müssen allerdings noch weiterhin geprüft werden.[4]

In welchem Alter?: Prinzipiell ist Hamamelis in jedem Lebensalter anwendbar. Es passt aufgrund seiner Wirkung am besten zu Frauen, bei denen sich im Klimakterium („Wechseljahre“) Krampfadern bilden. Sie haben eventuell ein starkes Verlangen nach kaltem Wasser, welches vorher nicht bestanden hat, und das Zahnfleisch fängt leicht an zu bluten. Soll es bei Verletzungen angewendet werden, so ist das Lebensalter egal. Bei einer anstehenden Operation, bei der venöse Nachblutungen zu erwarten sind (z.B. Zahnextraktion) kann Hamamelis schon vorbeugend gegeben werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient fühlt sich zerschlagen, als wenn sein ganzer Körper schmerzhaft gequetscht worden wäre. Die Leitsymptome, bei denen eine Hamamelis Gabe indiziert (angezeigt) ist, sind folgende:

  • Die Venen sind prall gefüllt und berührungsempfindlich.
  • Bei Frauen ist die Regelblutung sehr stark und verursacht Schmerzen im Unterbauch und im Rücken. Außerdem kann es zu Zwischenblutungen kommen. Eventuell sind entzündete Eierstöcke oder ein Abszess an den Eierstöcken (Ovarialabszess) die Ursache dafür.
  • Die Venen an den Beinen sind zu Krampfadern (Varizen) ausgeweitet und mit Blut gestaut. Sie sind berührungsempfindlich und bereiten dem Patienten stechende, wunde Schmerzen und ein Schweregefühl. Zur äußerlichen Anwendung werden Kompressen mit Hamamelis Urtinktur getränkt und auf die betroffenen Stellen aufgebracht, was ein Zusammenziehen der Gefäßwände bewirken soll. Dicke Varizen, die wie Schlangen aussehen werden durch Hamamelis vor dem Aufbrechen geschützt.
  • In der Schwangerschaft schmerzende Varizen, die mit starken Krämpfen einhergehen, werden ebenfalls positiv beeinflusst.
  • Bei Quetschungen und kleineren Verletzungen kann Hamamelis ebenfalls als Kompresse aufgelegt werden.
  • Bei varikösen Schlundvenen sind die Schleimhäute bläulich verfärbt, das Schlucken bereitet Mühe und es wird ein blutiger Schleim abgesondert.
  • Wenn Hämorriden vorhanden sind, so sind diese knotig und dunkelrot bis bläulich verfärbt. Sie jucken, brennen und bluten. Vor allem der Blutverlust ist typisch und kann in schweren Fällen sogar eine Anämie (Blutarmut) nach sich ziehen. Der Patient fühlt sich wund und als ob ihm der Rücken brechen würde. Hamamelis wird üblicherweise als Salbe aufgetragen oder es werden Hamamelis-Sitzbäder genommen.
  • Hat der Patient Nasenbluten, so sickert das Blut langsam und dunkel heraus. In der Stirnhöhle herrscht ein Druckgefühl und in der Nase ein Engegefühl. Das Nasenbluten kann häufig wiederkehrend sein.
  • Bei einer Hodenentzündung sind die Schmerzen und die Schwellung besonders stark. Eine mögliche Ursache für die Entzündung ist die Gonorrhoe (ugs. „Tripper“).

Wenn nicht zumindest eins dieser charakteristischen Symptome vorliegt, so wird die Behandlung mit Hamamelis wenig erfolgreich sein.[5]

Verbesserung: An der frischen Luft und durch Nachdenken und Reden bessern sich die Beschwerden bei einem Hamamelis-Patienten. 

Verschlechterung: Wärme und feuchte Witterung tun dem Patienten nicht gut, er erkältet sich leicht und es kommt häufig zu schleimig-blutigem Auswurf. Berührung und Druck sind ihm unangenehm und sollten vermieden werden. Auch Bewegung verschlechtert den Zustand eines Hamamelis-Patienten. 

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Aufstehen hat der Hamamelis-Patient oft ein schwimmendes, unsicheres Gefühl. Es herrscht ein Gefühl von riesigem Druck im Schädel, welches zu klopfenden Kopfschmerzen werden kann. Wenn Nasenbluten eintritt, bessern sich die Kopfschmerzen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Augen und Ohren können vom pochenden Kopfschmerz betroffen sein. Zuweilen empfindet man eine Taubheit auf dem rechten Ohr, die am Nachmittag verschwindet. Im Mund herrscht ein metallischer Geschmack und die Zunge fühlt sich verbrannt an. Nach einer Zahnextraktion oder bei Verletzungen des Zahnfleisches blutet es auffällig stark.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Nach der Entbindung oder im Rahmen einer Entzündung sondern die Brustwarzen Blut ab. Im zweiten Fall schmerzt die ganze Brust und es können Knoten tastbar sein.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Hamamelis-Frauen kann es während der Menstruation zu Harnverhalt kommen.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Periode bei Frauen kann in vielerlei Hinsicht gestört sein. Sie ist meistens stark und von Schmerzen begleitet, kann jedoch abrupt aufhören. Die Blutung kann nur tagsüber einsetzen und im Liegen aufhören. Durch Erschütterung oder Verletzungen kommt es zu Zwischenblutungen oder blutigem Ausfluss, die von Schwächegefühlen begleitet sind. Bei Männern sind die Hoden schmerzhaft vergrößert und der Entzündungsschmerz aus den Samensträngen schießt bis in den Magen oder die Hoden.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Rücken fühlt sich an, als wolle er brechen und infolge von Verletzungen können sich die Extremitäten entzündet und schwach anfühlen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arnica

Arnica ist das Mittel der ersten Wahl bei jeglicher Art von Trauma und Verletzung. Es kann gegen Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen und offene Wunden eingesetzt werden. Dabei hilft Arnica auch gegen den Schock, der nach einem Trauma eventuell eintritt.

Pulsatilla

Pulsatilla gleicht Hamamelis in seiner Wirksamkeit bei Venenentzündungen (Phlebitis). Bei schmerzhafter, unregelmäßiger oder unregelmäßig starker Periode, bei der sich die Brüste gespannt anfühlen kann Pulsatilla helfen.

Sulfur

Sulfur hilft ebenfalls bei brennenden und juckenden Hämorriden. Der After fühlt sich wund und entzündet an. Die Beschwerden verschlechtern sich bei Wärmezufuhr. Andere Arten von Hautbeschwerden und Unregelmäßigkeiten in der Menstruation können mit Sulfur behandelt werden.

Aesculus

Aesculus wird bei Hämorriden in allen Stadien angewendet. Im Enddarm verspürt man einen stechenden Schmerz, als ob sich ein Holzsplitter festgesetzt hätte. Außerdem schmerzt der untere Rücken. Der Stuhlgang ist voluminös.

Lachesis

Lachesis wird bei berührungsempfindlichen und bläulich gestauten Krampfadern verabreicht. Weder Verbände noch Strümpfe werden vertragen, weil die Venen so schmerzhaft entzündet sind. Weitere Indikationen sind Nasenbluten, vor allem bei älteren Menschen mit wiederholten Blutungen, und Wechseljahrsbeschwerden bei der Frau.[6]

Hintergrundwissen

Hamamelis virginiana, die virginische Zaubernuss, gehört zur Familie der Zaubernussgewächse. Ihren Namen bekam die Zaubernuss, da sie einige Besonderheiten aufweist. Die Früchte bilden sich vor den Blüten und werden mit einem Knall aus ihrer Kapsel geschleudert, um Meter entfernt zu landen. Außerdem gibt es spät blühende Arten, die im späten Winter in voller Pracht stehen. Sie werden in Europa gerne als Ziersträucher verwendet. Die normale Blütezeit liegt im Herbst. Es handelt sich bei der Zaubernuss um einen 6-7 Meter hoch wachsenden, mehrjährigen Strauch, der der Haselnuss sehr ähnlich sieht. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika, wächst aber auch gut in anderen gemäßigten Zonen. Die jungen Zweige und Blätter der Pflanze werden verwendet, um die medizinisch wirksamen Stoffe zu extrahieren. In den Blättern befinden sich Gerbstoffe, vor allem vom Catechin-Typ und in der Rinde solche vom Tannin-Typ. Außerdem sind ätherische Öle enthalten. Diese Stoffe wirken lindernd auf leichten Juckreiz durch eine Desensibilisierung der Nervenenden und positiv auf die Wundheilung, da sich die Struktur der Haut oder Schleimhaut unter ihrer Einwirkung zusammen zieht. Alte indianische Völker haben Hamamelis wohl auch gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt. Neuste Forschungen bestätigen einen antiviralen Effekt der in Hamamelis enthaltenen Tannine. Dabei wirken diese vor allem gegen das Influenza A Virus und das Humane Papillomavirus (HPV).[7]