Globuli von G bis I

Galphimia glauca Globuli

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Galphimia glauca ist ein in Mittelamerika heimischer Strauch der zu der botanischen Familie der Malpighiengewächse (Malpighiaceae) gezählt wird. Er erreicht Wuchshöhen von bis zu 1,5 Metern und zeigt zur Blütezeit seine typischen 5-blättrigen, gelben Blüten. Für das Wachstum bevorzugt er sonnige Standorte und trockene Böden.[11]

In der Volksmedizin Mittelamerikas wird die Pflanze bisweilen „gute Nacht“ genannt und als schlaffördernde Arzneipflanze und als Beruhigungsmittel eingesetzt. In den letzten Jahrzehnten konnten für die Arzneipflanze Galphimia glauca antidepressive, beruhigende sowie antiasthmatische Wirkungen nachgewiesen werden.[12][13][14]

Auch die homöopathische Aufbereitung der Pflanze und der Einsatz der Arznei bei Heuschnupfen wurde- vor allem- an Patienten in Studien erforscht. Mittlerweile liegen mehrere Studienreihen zu diesem Thema vor, in denen die Wirksamkeit des Homöopathikums Galphimia glauca deutlich oberhalb der Placebowirkung liegt.[15]

Eine Behandlung mit Galphimia glauca bei Heuschnupfen oder anderen Beschwerden sollte prinzipiell mit dem Arzt abgesprochen werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Die Arznei Galphimia glauca kann bei Menschen mit Heuschnupfen (Rhinitis allergica) hilfreich sein, besonders wenn dieser mit Fließschnupfen und allergischer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) einhergeht.

Wo wirkt es?: Zu den organischen Hauptangriffspunkten wird in erster Linie der obere Atemtrakt gezählt.

In welchem Alter?: Galphimia glauca kann bei allen Alterstufen angewandt werden.[1][2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristische Leitsymptome des Homöopathikums Galphimia glauca sind der starke Fließschnupfen, das Jucken und Brennen der Augen, der Niesreiz und das Kribbeln und Brennen der Nasenschleimhäute.[1][4][5]

Verbesserung:

Verschlechterung: Durch Wärme[4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient kann verwirrt sein, die Koordination seiner Bewegungen kann ihm schwer fallen. Neben körperlicher Erschöpfung und Schwäche können bisweilen auch Symptome geistiger Erschöpfung wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen auftreten. Tritt innere Unruhe auf, so kann diese von Herzklopfen begleitet sein.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Arznei Galphimia glauca kann bei drückenden Kopfschmerzen hilfreich sein, die knapp oberhalb der Nasenwurzel, an der Stirn oder an den Schläfen wahrgenommen werden. Auch bei pochenden und pulsierenden Kopfschmerzen kann ihr Einsatz hilfreich sein, besonders wenn die Schmerzen an Stirn oder Schläfen wahrgenommen werden, von einem leichten Kribbeln begleitet sind und sich durch Bewegung, kalte Luft und Anstrengung verschlechtern, durch Ruhe, Wärme und Massieren aber verbessern.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch für die Arznei Galphimia glauca ist das Auftreten von Tränen und Brennen am Auge. Meist sind diese Beschwerden von Fließschnupfen begleitet. Brennen und Juckreiz am Auge kann durch Reiben verschlimmert werden. Die Augen können geschwollen sein und die Augenlider sich schwer anfühlen. Der Patient kann das Gefühl haben, nicht mehr deutlich und nur noch durch einen Schleier sehen zu können.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Homöopathikum Galphimia glauca wird bei den typischen Heuschnupfen-Symptomen verordnet. Ausschlaggebend für die Verordnung ist das Auftreten von starkem Fließschnupfen, welcher von Niesreiz und Kribbeln und Brennen der Nasenschleimhäute begleitet sein kann.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch für die Arznei Galphimia glauca ist die Mundtrockenheit, unter der Patient leidet.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Je nach individueller Symptomatik können bei Heuschnupfen-Patienten auch andere homöopathische Arzneien angezeigt sein.[7]

Euphrasia

Die aus dem gemeinen Augentrost (Euphrasia officinalis) gewonnene Arznei Euphrasia kann bei Heuschnupfen-Patienten hilfreich sein, die unter deutlichen Beschwerden am Auge bei mildem Schnupfen leiden. Dazu werden zum Beispiel starker, oft beißender Tränenfluss, das Auftreten von schleimigem, dickem Augensekret, das Verkleben oder die Schwellung der Augenlider und die Rötung der Bindehaut gezählt. Der Patient kann das Bedürfnis haben, seine Augen öfters reiben zu müssen. Die Symptomatik kann sich im Zimmer, abends und durch Wärme verschlimmern.[8]

Allium cepa

Allium cepa, ein Homöopathikum, das aus der Küchenzwiebel (Allium cepa) hergestellt wird, kann ähnlich wie Euphrasia bei Tränenfluss und Fließschnupfen eingesetzt werden. Im Unterschied zu Euphrasia wirkt Allium cepa vor allem dann lindernd, wenn die Absonderung aus der Nase als scharf empfunden werden und nicht der Tränenfluss. Allium cepa kann bei Personen hilfreich sein, deren Nase verstopft oder wund und heftig juckend ist und deren Nasenabsonderungen reichlich und wässrig sind. Die Beschwerden verschlechtern sich typischerweise in Wärme und werden durch Kälte gebessert.[9]

Luffa

Die homöopathische Arznei Luffa wird aus dem Luffaschwamm (Luffa operculata) hergestellt und ist dann angezeigt, wenn die Nase sich vorwiegend trocken und verstopft anfühlt und deren Absonderungen krustig sind. Morgens kann Schnupfen mit wässrigen und weißlichen Absonderungen auftreten. Begleitend zu den Beschwerden an der Nase können bei Heuschnupfen-Patienten auch Stirnkopfschmerz, Abgeschlagenheit und Müdigkeit auftreten. Die Symptome verschlechtern sich in Wärme.[10]

Hintergrundinformationen

Galphimia glauca ist eine homöopathische Arznei, die aus dem kleinen Goldregen (Galphimia glauca, synonyme Bezeichnung: Thryallis glauca) hergestellt wird und in erster Linie bei allergisch bedingtem Heuschnupfen (Rhinits allergica) eingesetzt wird. Die Verwendung von Galphimia glauca bei Heuschnupfen ist vor allem seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gebräuchlich, als mit der Arznei diverse Studien durchgeführt wurden.[1] Die Auswertung deren Resultate scheint denpositiven Effekt der Arznei für Heuschnupfen-Patienten zu bestätigen.[2] Neben der Verordnung als Einzelmittel finden homöopathische Aufbereitungen von Galphimia glauca auch als Bestandteil von Komplexmitteln Anwendung, in deren mehrere homöopathische Arzneien enthalten sind.[3]

Das homöopathische Mittel Galphimia glauca wird aus dem kleinen Goldregen (Galphimia glauca) anhand der Vorschriften 4a und 7 des homöopathischen Arzneibuches (HAB) hergestellt.[4]