Globuli von G bis I

Helleborus Globuli

© PantherMedia / Carmen Steiner

Helleborus ist eine homöopathische Arznei, die aus der Christrose (Helleborus niger) hergestellt wird und  es ist ein wichtiges Mittel bei Erkrankungen des Gehirns und der Nerven. So ist es zum Beispiel bei der Hirnhautentzündung (Meningitis), der Demenz oder bei neurologischen Symptomen nach Kopfverletzungen Helleborus eines von wenigen Mitteln, das Homöopathen zur Verordnung in Erwägung ziehen würden. Auch bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Harntraktes kann Helleborus angezeigt sein, besonders wenn eine Neigung zu Wassereinlagerungen (Ödemen) besteht.[1] Zu den Heilanzeigen von Helleborus zählen vor allem schwere, zum Teil auch lebensbedrohliche Erkrankungen und Symptome, bei denen der Einsatz des Mittels nur begleitend zur schulmedizinischen Behandlung erfolgen kann und immer erst mit dem jeweiligen Arzt abgesprochen werden sollte.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Zu den Heilanzeigen (Indikationen) von Helleborus zählen die Hirnhautentzündung (Meningitis), die Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die krankhafte Vergesslichkeit (Demenz) alter Menschen, Zustände nach Kopfverletzungen, Schlaganfall (Apoplex) oder Kopfoperationen mit charakteristischer Faltenbildung der Stirn und reaktionslosen Pupillen, Nierenentzündung (Nephritis), Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), Depressionen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) mit Neigung zu Wassereinlagerungen (Ödemen), Kreislaufkollaps, akute Psychosenwährend der Pubertät und psychische Störungen infolge von ausbleibender oder geringer Menstruationsblutung, im Wochenbett oder in der Schwangerschaft.
Zu den organischen Hauptangriffspunkten werden in erster Linie das zentrale Nervensystem und die Harnwege (Nieren) gezählt.

In welchem Alter?: Helleborus wird aufgrund der Häufigkeit der neurologischen Symptome im Alter häufig bei älteren Patienten verschrieben. Es kann jedoch für alle Altersklassen verwendet werden, wenn die Symptomatik übereinstimmt.[1][2][4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristische Leitsymptome der Arznei Helleborus sind die Abstumpfung der geistigen Fähigkeiten, die Stumpfsinnigkeit und Langsamkeit in Wahrnehmen und Denken, die starke Schläfrigkeit, die Muskelschwäche, die bis zur Lähmung führen kann, Kopfschmerzen, der nur spärlich fließende Urin und die Neigung zu Wassereinlagerungen am Körper.


Verbesserung: Durch Denken an die Beschwerden oder durch Ablenkung der Aufmerksamkeit. Wenn wieder genügend Harn ausgeschieden werden kann.[1][4]


Verschlechterung: Durch Entblößen, durch kalte Luft, in der Pubertät, während der Zahnung, durch körperliche Anstrengung, durch Trost, beim Bücken, abends von 16-20 Uhr und vom Abend bis zum Morgen.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Unter den Gemütssymptomen finden sich Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit, Unaufmerksamkeit, Abgestumpftheit, fixe Ideen, Langsamkeit im Wahrnehmen und im Auffassen,Gefühllosigkeit, Pessimismus,, Trübsinn, Traurigkeit und totale Verzweiflung. Der Patient fühlt sich unglücklich und wird neidisch, wenn er andere glücklich sieht, gütliches Zureden erzürnt ihn, er möchte nicht gestört werden und hegt eine große Abneigung gegen seine Familie. Er mag nicht essen oder sprechen. Alle Gegenstände kommen ihm verändert oder neu vor. Der Patient zupft an Lippen und Kleidung, seufzt oft.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betäubender Kopfschmerz, der sich beim Bücken verschlimmert. Stechende Kopfschmerzen, die zu plötzlichem Schreien führen.Der Patient dreht den Kopf ständig hin und her oder bohrt ihn in das Kissen, vor allem bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Gefühl, als ob im Kopf Wasser plätscherte. Kopfschmerzen können zu Erbrechen führen. Wenn die homöopathische Arznei Arnica nicht geholfen hat, so ist Helleborus eine Option bei Gehirnerschütterung (Commotio cerebri). Schwindel beim Bücken.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen sind halb offen, eingesunken mit aufwärts gekehrten oder schielenden Pupillen. Stumpfer, stierer Blick, Nachtblindheit, Lichtscheu, ohne dass eine Entzündung am Auge vorliegt. Der Geruchssinn ist vermindert. Das Gesicht ist aufgedunsen, heiß oder kalt mit kaltem Schweiß. Vor Nervenschmerzen im Gesicht (Gesichtsneuralgien) ist das Kauen unmöglich. Bei Kopfverletzungen oder Hirnschäden legt sich die Stirn in Falten.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Seufzende Atmung, Patient schnappt mit weit aufgesperrtem Mund nach Luft. Langsamer, weicher Puls.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Fürchterlicher Geruch aus dem Mund, gefühllose, trockene und zitternde Zunge, die ebenso wie die ganze Mundhöhle mit gelblichen Geschwüren belegt sein kann. Abneigung gegen grünes Gemüse und Sauerkraut. Fehlender Appetit (Inappetenz) bei zentralnervalen Störungen. Durstlosigkeit bei den meisten Beschwerden, schmerzhaftes Brennen im Magen, Erbrechen eines grün-schwärzlichen Stoffes. Gluckern im Bauch, als wären die Gedärme voller Wasser, Wassereinlagerungen im Bauchraum (Aszites), durchfallartige Stühle, entweder wässrig oder aus weißlichem Schleim bestehend.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Fehlende Harnausscheidung (Anurie) oder nur spärlicher Urin (Oligurie) mit dunklen, kaffeesatzartigen Flocken. Trotz spärlichen Wasserlassens häufiger Harndrang.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ausbleiben der Menstruationsblutung (Amenorrhoe) aufgrund einer Erkältung oder enttäuschter Liebe (Kummerfolge).

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beständige, automatische Bewegung eines Arms und eines Beins, die nur während des Schlafs zum Stillstand kommt. Wassereinlagerungen (Ödeme) an den Unterschenkeln.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wassereinlagerungen (Ödeme) unter der Haut, Haare und Nägel fallen aus.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Fieber tritt ein Schaudern auf, das an den Armen anfängt, der Schweiß ist meist kalt, der Körper ebenfalls. Patient will bei Fieber aus dem Bett steigen. Schüttelfrost mit Gänsehaut.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Benommenheit mit abnormer Schläfrigkeit(Somnolenz), der Patient ist nicht völlig wach zu bekommen. Plötzliches Aufschreien undMuskelzuckungen im Schlaf.

[2][3][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Da sich beim Mittel Helleborus verschiedene Erkrankungen unter den Heilanzeigen finden, existieren entsprechend viele Alternativmittel, deren möglicher Einsatz im Krankheitsfall abzuwägen ist. Ein paar der wichtigsten Alternativen sollen im Folgenden vorgestellt werden.[1][5]

Apis mellifica

Das aus einer Honigbiene herstellte homöopathische Mittel Apis ist eine wichtige Option bei Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis) oder der Nieren (Nephritis). Typisch ist die Durstlosigkeit des Patienten, die brennenden, stechenden Schmerzen, die durch kühle Anwendungen gebessert werden können. Besserung der Symptomatik findet sich hierbei generell durch Kälte, während Wärme, der Aufenthalt im geschlossenen, überheizten Zimmer oder jede Berührung nicht vertragen wird. Typisch für das Mittel ist das Auftreten von roten Schwellungen auf der Haut oder den Augenlidern.

Bryonia dioica

Ausgangssubstanz für die Arznei Bryonia ist die rotbeerige Zaunrübe (Bryonia dioica). Bryonia kann ebenfalls bei Hirnhautentzündung (Meningitis) angezeigt sein. Charakteristische Leitsymptome sind hierbei das langsam ansteigende Fieber, die Trockenheit der Schleimhäute, der große Durst, die stechenden Schmerzen und die Besserung der Beschwerden durch Druck. Der Kopfschmerz wird als dumpf und drückend erlebt. Jegliche Berührung und Bewegung verschlechtert den Zustand, während Druck, das Liegen auf der schmerzhaften Seite und Ruhe Linderungen bringen können.

Cuprum metallicum

Das zentrale Nervensystem zählt ebenfalls zu den Hauptangriffspunkten der Arznei Cuprum metallicum, die aus metallischem Kupfer hergestellt wird. Sie ist ein wichtiges Mittel bei verschiedenen Arten von Krämpfen und im Besonderen von Krämpfen, deren Ursache im zentralen Nervensystem zu finden ist. So wird es zum Beispiel bei Epilepsie und bei Muskelspastiken verordnet. Verschlimmerungen finden sich vor der Menses, bei Berührung, nachts und durch Erbrechen, während das Trinken von kaltem Wasser die Beschwerden lindern kann.

Opium

Bei ausgeprägter Schläfrigkeit, träumerischer Benommenheit und Bewusstlosigkeit könnte das Mittel Opium aus dem Schlafmohn (Papaver somniferum) eine Alternative darstellen. Die Schläfrigkeit kann bei Opium bis zum Verlust des Bewusstseins führen. Die Symptome können zum Beispiel in Folge eines Schlaganfalls (Apoplex) oder durch Schreckentstanden sein. Das Gesicht des Patienten ist geschwollen, blutunterlaufen und heiß. Es besteht eine Neigung zu Verstopfung (Obstipation) und ungewolltem Harnabgang(Harninkontinenz). Der Patient lässt sich nur schwer aus dem Schlaf erwecken. Beschwerden verstärken sich bei Wärme und vor und nach dem Schlaf und bessern sich durch Abkühlung.

Zincum metallicum

Auch das Mittel Zincum metallicum, das aus metallischem Zink hergestellt wird, weist eine Beziehung zum zentralen Nervensystem auf. Es wird bei Schwäche und Erschöpfung, die von nervöser Unruhe begleitet sein können, verordnet, sowie bei Tagesschläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Unzufriedenheit, Schwindel und Geräuschempfindlichkeit. Die Kopfschmerzen sind von einem Druck an der Nasenwurzel begleitet. Besserung bringt jede Form von Ausscheidung und das Auftreten von Hautausschlägen, Verschlimmerung der Beschwerden treten nach dem Essen, nach dem Genuss von Wein und während der Menses auf.

Hintergrundinformationen

Das homöopathische Mittel Helleborus wird aus den getrockneten Wurzeln der Christrose (Helleborus niger)anhand den Vorschriften 4 a und 7 des homöopathischen Arzneibuches (HAB) hergestellt.[1]

Die Christrose, die der botanischen Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) zugeordnet wird, ist eine bis zu 30 cm hohe, ausdauernde Pflanze, die in Süd- und Westeuropa auf kalkhaltigen, steinigen Abhängen gedeiht. Ihre Blütezeit fällt in die Wintermonate rund um die Weihnachtszeit, weshalb die Pflanze – in Abwesenheit von Insekten während der kalten Jahreszeit – auf Selbstbestäubung angewiesen ist. Charakteristisch sind ihre leuchtend weißen, fünfteiligen Blüten, die sieben- bis neunteiligen Blätter und der kahle, schwarzbraune Wurzelstock. Synonym gebräuchliche Bezeichnungen für die Christrose sind zum Beispiel Schneerose, Weihnachtsrose, schwarze Nieswurz und Eisblume.
Die Wurzel der Christrose wird seit dem Altertum als Heilpflanze geschätzt, wobei sie zunächst vor allem als Brech- und Abführmittel verwendet wurde. Belege über ihre Anwendung bei Geisteskrankheiten und Wahnsinn reichen ebenfalls bis in die Antike. Der Gründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, stellte in Versuchen fest, dass eine wiederholte Einnahme der Christrosenwurzel Kopfschmerzen und Fieber verursacht, weshalb ihre homöopathische Verdünnung nach dem Ähnlichkeitsprinzip bei eben diesen Beschwerden seither eingesetzt wird.
In der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) des frühen 20. Jahrhunderts galt die Wurzel von Helleborus niger lange Zeit als wichtiges Mittel bei Erkrankungen des Gehirns, der Gebärmutter und der Nieren und wurde zum Beispiel bei Hirnhautentzündung (Meningitis), Depression, melancholischen Zuständen, psychischen Beschwerden bei Ausbleiben der Menstruationsblutung, Demenz, Kopfschmerzen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Nierenentzündung (Nephritis) und Wassereinlagerungen (Ödemen) verordnet.[2][6] Aufgrund ihrer potentiellen Giftigkeit wird Helleborus niger in der heutigen Pflanzenheilkunde nicht mehr verwendet, stößt aber aufgrund ihrer beobachteten schädigenden Wirkung auf Krebszellen in der pharmakologischen Grundlagenforschung auf Interesse.[7][8]