Globuli von T bis Z

Zincum metallicum Globuli

© PantherMedia / Frank Neuner

Zincum metallicum wird aus dem Element Zink gewonnen, welches zu den metallischen Verbindungen des Periodensystems gezählt wird. Für den Körper stellt Zink ein essentielles und somit lebensnotwendiges Spurenelement dar. Zink spielt nicht nur für Wachstum und Reifung von sämtlichen Zellen des Körpers eine zentrale Rolle, sondern gilt darüber hinaus auch noch als wichtigstes Element des Immunsystems. Zink wird deshalb von Experten zur Prophylaxe von Infekten oder deren Behandlung verwendet.

In der Homöopathie reicht die Verwendung von Zink jedoch über die Behandlung von Erkältungskrankheiten hinaus. Hier gilt Zincum metallicum als Arznei des Nervensystems. Im Rahmen der homöopathischen Arzneimittelprüfung konnte eine vergiftende und erschöpfende Wirkung von Zincum metallicum auf Nerven und Gehirn beobachtet werden. Nach dem Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie wird Zincum metallicum folglich vorrangig bei Erkrankungen des Nervensystems und der Psyche eingesetzt. Vor allem bei Angststörungen gilt die Arznei als altbewährtes Mittel. Jene Erkrankungen sollten in keinem Falle mithilfe einer Selbstmedikation versucht werden zu therapieren. Hier ist es ratsam einen Spezialisten aufsuchen, welcher über langjährige Erfahrung in der homöopathischen Therapie von Nervenerkrankungen verfügt.Zudem gilt Zincum metallicum als besonders wirksam bei nervösen Zuständen der Gliedmaßen. Klassischerweise wird die Arznei in diesem Zusammenhang zur Beschwerdelinderung bei Muskelzittern und Muskelkrämpfen eingesetzt, welche besonders abends zur Last werden. Bei solchen Beschwerden sollte ebenfalls ein erfahrener Arzt konsultiert werden, um die Krankheit effektiv therapieren zu können, da eine falsche Anwendung von Zincum metallicum zu einer Verschlimmerung der Symptome führen kann.Darüber hinaus, kann Zincum metallicum auch bei ausgeprägter Erschöpfung, Müdigkeit und körperlicher Schwäche angewandt werden. In diesem Zusammenhang eignet sich das Mittel durchaus für eine Selbstmedikation.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Der Zincum metallicum-Typ als Erwachsener. Besonders Menschen, die erschöpft und schwach zu sein scheinen, können von einer Zincum metallicum Behandlung profitieren. Betroffene zeichnen sich durch sehr blasse, fahl wirkende und vor allem trockene Haut sowie herabhängende Augenlieder (Ptosis) aus. Hierdurch erscheinen sie ausgesprochen müde. Der Zincum metallicum-Typ besitzt einen eher ängstlichen,schreckhaften Charakter, weshalb jene Menschen sich häufig zurückziehen. Dadurch wirkt der Zincum metallicum-Patient auf andere Personen unnahbar und teilweise auch desinteressiert oder kühl.Weiterhin verbindet jene Menschen, die von der Anwendung von Zincum metallicum profitieren können, häufig ein unverarbeitetes Trauma. Der Patient kann von seinem Kummer nicht loslassen, ist pessimistisch, gar hypochondrisch veranlagt. Häufig quälen ihnGedanken über den Tod.Außerdem typisch für den Zincum metallicum-Typ sind Zuckungen, die durch den gesamten Körper ziehen. Besonders stark sind jene unwillkürlichen Zitterbewegungen in den Beinen ausgeprägt. Sein Körper schüttelt sich unentwegt, wobei vorzugsweise nachts die Beschwerden schlimmer sind. Seine Beine kribbeln oder sind gar taub, während der Patient einen unüberwindbaren Bewegungsdrang verspürt („Restless Legs Syndrom“). Seine Hände und Füße schwitzen dann meist sehr stark und er empfindet am gesamten Körper brennende Nervenschmerzen.Zusätzlich treten häufig bei Zincum metallicum-Typ Kopfschmerzen auf, wodurch das Sehen erschwert sein kann. Der Patient sieht dann verschwommen und neigt zum Schielen.[1]
Der Zincum metallicum-Typ als Kind. Das Kind ist abends ausgesprochen müde und geht beinahe von selbst ins Bett. Jedoch hat es Schwierigkeiten zur Ruhe zu kommen und schläft deshalb nicht ein. Die Unruhe ist auch hier besonders in den Beinen ausgeprägt. Das Kind kann die Beine kaum stillhalten und wird nachts von Muskelzuckungen gequält. Gelegentlich schießt ein Schock durch die Beine, sodass es aus dem Schlaf gerissen wird und laut aufschreit. Durch den gestörten Schlaf ist das Kind tagsüber ausgeprägt müde und wirkt erschöpft. Es ist häufig abwesend und reagiert nur langsam und zögerlich auf Aufforderungen oder Fragen.Zudem ist bei jenen Kindern auffällig, dass sie über eine sehr ausgeprägte Beteiligung der Haut bei sämtlichen Kinderkrankheiten aufweisen. Das Kind hat Schwierigkeiten die Krankheit zu durchbrechen und verharrt lange in einem Krankheitsstadium. Oft bleiben Beschwerden zurück. Die Kinder leiden häufig an Hautausschlag und Kopfschmerzen.
Der Zincum metallicum-Typ als Säugling. Säuglinge, die von einer Zincum metallicum-Anwendung profitieren können, zeichnen sich vor allem durch ein verzögertes Wachstum und langsame Entwicklung aus. Sie nehmen nur schwer an Gewicht und Körpergröße zu. Darüber hinaus brechen die Zähne meist viel später und nur sehr langsam durch.
Als Kleinkinder (ab dem ersten Lebensjahr) fallen sie durch eine verlangsamte Entwicklung auf. Erst spät wird das Laufen und Sprechen erlernt. Die Kinder wirken im Denken verlangsamt und träge.[2]

Wo wirkt es?: Zincum metallicum wirkt vorrangig auf Geist und Nerven. 

In welchem Alter?: Zincum metallicum kann in jedem Alter angewendet werden. Die Beschwerden verändern sich jedoch im Laufe der Entwicklung, weshalb regelmäßig die Indikation neu geprüft werden sollte, bevor mit einer Therapie begonnen wird.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zincum metallicum wird hauptsächlich zur Therapie körperlicher und geistiger Erschöpfung eingesetzt. Darüber hinaus eignet sich die Arznei zur Therapie von nervösen Zuständen, die sich in körperlicher Form als Muskelkrämpfe oder geistiger Form als Angstzustände präsentieren können. Folgende Leitsymptome können helfen, das Krankheitsbild des Zincum metallicum-Typs zu erkennen:

  • Besonders typisch für den Zincum metallicum-Patienten in beinahe jedem Lebensalter ist das beständige Gefühl von Unruhe in den Beinen. Er verspürt unentwegt aber vor allem nachts einen unüberwindbaren Bewegungsdrang (Restless Legs Syndrom). Hält er die Beine still, werden die Beschwerden schlimmer, sodass er häufig nachts durch den Raum laufen muss, um zur Ruhe zu kommen.
  • Sein Körper wird von einem heftigen Zittern und Muskelkrämpfen durchgeschüttelt (Spasmen). Einzelne Gliedmaßen beginnen plötzlich zu vibrieren und krampfen. Die Bewegungen kann der Leidende nicht kontrollieren.
  • Klassischerweise wird der Zincum metallicum-Typ von einem Kribbelgefühl in seinen Armen und Beinen geplagt, sodass der Eindruck entsteht, als liefen Dutzende Ameisen über seinen Körper (Dysästhesien). Kein Kratzen, kein Reiben entlastet ihn.
  • Häufig wird auch ein tiefer, sehr intensiver Schmerz in der unteren Rückengegend empfunden, welcher plötzlich einschießt. Meist ist der Schmerz beim Sitzen schlimmer und nimmt bei Bewegung ab.
  • Darüber hinaus, wird der Zincum metallicum-Typ gelegentlich von plötzlicher Atemnot eingeholt. Von einem Augenblick auf den anderen fühlt er ein beengendes Gefühl in der Brust, so als schnürte man sie ihm zu (asthmatische Beschwerden).
  • Besonders charakteristisch und deshalb als eigentümliches Symptom beschrieben, ist die Körperhaltung beim Urinieren. Der Patient hat Schwierigkeiten trotz voller Blase Wasserzulassen. Der Urinstrahl beginnt nicht zu fließen, bis er sich setzt und die Beine überkreuzt.
  • Zudem werden auch oft Verdauungsprobleme beobachtet. Hierbei zeichnet sich der Zincum metallicum-Patient durch ein Gefühl der Schwäche in der Magengegend meist morgens um 11 Uhr aus. Damit einhergehend überkommt ihn häufig ein Gefühl der Kraftlosigkeit in den Gliedmaßen. Er droht zu fallen. Außerdem leidet der er an harten und trocknen Stühlen, die bei emotionaler Belastung schnell in wässrigen Durchfall übergehen können.
  • Außerdem zeichnen sich die Patienten oft durch stechende, plötzlich einschießende Schmerzen in der Herzgegend aus, die von einer Sekunde auf die andere beginnen.[3]

Verbesserung: Die Beschwerden bessern sich klassischerweise durch Bewegung. Ebenfalls lindernd wirken harter Druck, frische Außenluft sowie ungehemmte, fließende Ausscheidung von Stuhl, Urin oder Menstruationsblut.

Verschlechterung: Eine deutliche Zunahme der Symptome kann durch den Genuss von Wein beobachtet werden. Die Betroffenen könnenabsolut keinen Wein ertragen. Aber auch Berührungen der Haut oder Geräusche führen zu einer Verschlechterung der Beschwerden, sowie körperliche und geistige Erschöpfung. Meist fühlt sich der Patient zwischen 5 und 6 Uhr abends am schlimmsten. Außerdem kann ein Unterdrücken oder Zurückhalten von Ausschlägen die Beschwerden verschlimmern.[1]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Zincum metallicum-Typ zeichnet sich durch einen ängstlich, nervösen Charakter aus. Er ist leicht zu erschrecken, aber genauso schnell auch zu verärgern.Der Patient hat Schwierigkeiten mit tief einschneidenden Ereignissen in seinem Leben umzugehen. Er kann ein geschehenes Trauma, wie einen Unfall oder den Verlust eines geliebten Menschen nicht verarbeiten und wird von starken Emotionen immer wieder eingeholt. Meist gelingt es ihm nicht loszulassen und nach einer gewissen Zeit Abstand zu jenen Ereignissen zu gewinnen.
Für Reize aus seiner Umwelt ist der Patient sehr anfällig, so dass sowohl Geräusche, als auch andere Eindrücke ihn belasten. Er wirkt folglich oft überempfindliche gegen das Sprechen andere Menschen und meidet daher Konversationen mit anderen Personen.
Ferner ist geistige Erschöpfung ein klassisches Merkmal des Zincum metallicum-Typs. Dies kann sich sogar bis in ein Stadium der Bewusstlosigkeit steigern. Er wirkt verwirrt, ist vergesslich und teilnahmslos. Bevor er auf eine Frage antwortet, wiederholt er diese häufig (Echolalie).
Das Kind hingegen weint typischerweise viel, wobei sowohl Ärger, als auch emotionale Unruhe hierfür ursächlich sein können. Selbst im Schlaf kann das Kind gelegentlich weinen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient wird häufig von heftigstem Schwindel geplagt, sowie Kopfschmerzen mit wechselnder Intensität. Meist empfindet er einen drückenden Schmerz, welcher vorrangig auf den Scheitel und an der Nasenwurzel drückt. Hierbei kann es zu einer Ausstrahlung des Schmerzes bis in die Augen führen, wodurch er in seinem Sehvermögen beeinträchtigt ist. Bei warmen Temperaturen verschlimmert sich dieser Zustand, weshalb der Zincum metallicum-Typ in der Regel in warmen Räumen verschwommen zu sehen scheint oder gar das Bild vor seinen Augen verschwindet. Durch festen Druck mit beiden Händen auf die Kopfseiten, werden die Beschwerden besser. Meist reicht aber auch der Gang an die frische, kühle Außenluft aus. Im Freien nimmt dann der Kopfschmerz ab und das Sehvermögen kehrt zurück.Darüber hinaus leidet der Kranke nicht selten an Kopfschmerzen im Hinterkopf, die bis in den Rücken hinabziehen. Seine Beine werden dann von einem Augenblick auf den anderen weich und schwach. Er rollt dann mit dem Kopf oder drückt ihn tief in ein Kissen, als gingen dadurch die Schmerzen wieder weg. Die Stirn ist hierbei kalt, während der Hinterkopf zu glühen scheint.
Ferner ist Haarausfall ein typisches Zeichen eines Zincum metallicum-Typs. Sein Haar ist spröde, dünn und berührungsempfindlich. Es fällt schnell aus und hinterlässt kahle Stellen, wobei besonders der Scheitel betroffen ist. Zurück bleibt ein wundes Gefühl auf der Kopfhaut.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen jucken unentwegt und fühlen sich wund an. In diesem Rahmen tritt häufig eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) auf, die dann zusätzlich zu einem Fremdkörpergefühl im Auge führt. Der Betroffene rollte aus diesem Grund ständig das Auge hin und her und versucht so den Fremdkörper loszuwerden. Kinder schielen dabei meist. Zudem besteht gesteigerter Tränenfluss, welcher sich typischerweise beim Essen verschlimmert. Zusätzlich wird oft eine Überempfindlichkeit gegen helles Licht beobachtet. Die Lider hängen herab und es besteht das Gefühl, als würden die Augen zusammengezogen werden (Ptosis). Der daraus folgende Gesichtsausdruck lässt den Patienten teilnahmslos, erschöpft und traurig wirken.Häufig verspürt der Zinkum metallicum-Typ einen stechenden Schmerz im Ohr, wobei besonders Kinder, meist Jungen, von diesem Symptom betroffen sind. In diesem Zusammenhang tritt oft auch ein überriechendes Sekret aus dem Gehörgang aus (Otorrhoe). Die Kinder kratzen sich dann häufig im Ohr, da es zu starkem Jucken kommen kann.
Beim Einschlafen hören die Patienten nicht selten ein Klirren, als zerspringe ein Glas. Dieses Phänomen kann sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen auftreten.
Das Gesicht scheint insgesamt blass bis sogar blau zu sein. Der Zincum metallicum-Typ sieht hierdurch elendig und krank aus. Diegesamte Haut aber besonders die Lippen sind trocken und meist aufgesprungen oder eingerissen. Gelegentlich findet sich ein gelbliches Geschwür (Herpes) auf den Lippen, welches wiederkehrend (rezidivierend) in Erscheinung tritt.
Als besonders charakteristisch gilt darüber hinaus das Zähneknirschen. Besonders bei emotionaler Anspannung, Kopfschmerzen oder im Schlaf beißen die Patienten den Mund fest zusammen oder verkrampfen sogar im Kiefer.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Atmen fällt dem Patienten schwer. Unter Umständen kann sogar das Gefühl von Luftnot (Dyspnoe) auftreten. Jene Beschwerden verschlimmern sich häufig bei gleichzeitigem Auftreten von Blähungen.Darüber hinaus, leidet der Zincum metallicum-Typ nicht selten an schwerem Husten, welcher einen krampfenden Charakter aufweist. Der Husten ist sowohl schmerzhaft, als auch kräfteraubend und führt zu einem Engegefühl in der Brust, als schnürte man ihm den Brustkorb mit einer Schnur zu. Hierdurch kommt es meist zu körperlicher Erschöpfung. Besonders Kinder weisen bei starken Hustenanfällen typische Gesten, wie das Greifen nach den Geschlechtsteilen, auf. Der Husten hält meist die gesamte Nacht an und hindert den Schlaf.
In der Herzgegend verspüren die Betroffenen sehr oft einen stechenden Schmerz, der plötzlich und völlig überraschend durch ihren Körper schießt. Das Herz fühlt sich beklemmt und eingeengt an, als säße eine Kappe darauf und hindere jeden Schlag. In diesem Zusammenhang kann es auch zu dem Eindruck eines unregelmäßigen und krampfenden Herzschlages kommen. Ferner wird häufig ein heftiger, unregelmäßiger Pulsschlag wahrgenommen, welcher morgens meist langsam und durch den Genuss von Wein fast nicht mehr wahrnehmbar scheint.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Zincum metallicum-Typ wird sehr oft von Heißhunger überfallen, wobei jene Heißhungerattacken sich besonders gegen 11 Uhr anhäufen und zuspitzen. Er isst dann mit großer Eile und kann kaum hastig genug sein Essen hinunterschlingen. Anschließend wird er von Sodbrennen geklagt. Es entwickelt sich das Gefühl, als würde ein Wurm aus der Magengrube den Hals hinaufkriechen. Durch die Irritation wird sein Hustenreiz ausgelöst. Jene Beschwerden sind vor allem nach dem Genuss von Süßigkeiten besonders stark ausgeprägt. Hierbei kann auch ein Globusgefühl im Hals entstehen, welches zu erschwertem Schlucken (Dysphagie) führt.Klassischerweise leider der Zincum metallicum-Typ an Blähungen. Die im Bauchraum überflüssige Luft führt zu ausgeprägten Dehnungszuständen der Darmwand, wodurch starke Schmerzen entstehen können. Sehr häufig sind jene Symptome im Unterbauch lokalisiert.
Zusätzlich findet sich oft auch eine vergrößerte Leber, welche eine verhärtete Konsistenz aufweist. Das Organ ist sehr schmerzhaft und daher druckempfindlich. Der Patient hat das Gefühl, als säße einen großer Klumpen in seinem Bauch.
Die Verdauung ist gestört, was sich durch harten, trockenen Stuhlgang bemerkbar machen kann. Der Patient neigt zu Verstopfung (Obstipation). Durch das vermehrte Pressen entstehen häufig Hämorrhoiden (knotige, venöse Ausstülpungen am Anus, die durch Pressen an Größe zunehmen). Während meist eher ein zu fester Stuhl besteht, kann er besonders bei emotionaler Belastung, Stresssituationen oder allgemeiner Nervosität an wässrigen Durchfällen leiden (Reizdarmsyndrom). Neugeborene leiden hingegen eher an Verstopfungen.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Betroffene verspürt meist einen heftigen Harndrang, jedoch ist ihm das Wasserlassen nur in seltsamen Körperhaltungen möglich. Klassischerweise muss der Zincum metallicum-Typ im Sitzen mit überkreuzten Beinen urinieren. Anders gelingt es ihm kaum, obwohl die Blase ausgesprochen voll ist. Hingegen kann er den Urin bei Husten, Niesen oder teilweise im Gehen nicht halten und verliert kleinere Mengen an Harn (Belastungsinkontinenz).Zusätzlich kann ein drückender oder schneidender Schmerz in der Nierengegend vernommen werden.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männer vom Zincum metallicum-Typ geraten leicht in Erregung und kommen beim Koitus meist zu einem schnellen Samenerguss (Ejakulation).Zudem wird oft ohne jeglichen Anlass ein reichlicher Abgang von Sekret aus der Vorsteherdrüse (Prostatasekret) beobachtet. Darüber hinaus, fallen dem Mann vermehrt Schamhaare aus.Bei Frauen wird häufig ein bohrender Schmerz am linken Eierstock (Ovar) vernommen, welcher durch Druck von außen gelindert werden kann. Ein vollständiges Abklingen der Schmerzen wird jedoch ausschließlich während der Menstruation erreicht. In dieser Phase des Zyklus ist die Frau von fast allen Symptomen befreit. Es geht ihr während der Menstruation klassischerweise am besten. Die Monatsblutung fällt dann meist stark aus, wobei es zum Abgang ganzer Stücke geronnen Blutes kommen kann. Besonders nachts wird ein vermehrter Abgang von Blut beobachtet. Des Weiteren zeichnen sich Frauen vom Zincum metallicum-Typ durch einen gesteigerten Sexualtrieb aus.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Symptome der Extremitäten sind geradezu charakteristisch für den Zincum metallicum-Typ. Seine Gliedmaßen werden von Muskelkrämpfen durchzogen, sodass sie zu zittern und schütteln beginnen. Jene Zuckungen sind besonders stark an den Beinen ausgeprägt und verschlimmern sich nachts. Er kann kaum still liegen und verspürt einen heftigen Bewegungsdrang und unerträgliche Unruhe in seinen Gliedmaßen. Der Patient ist gezwungen, seine Beine ständig in Bewegung zu halten, da sonst einschießende Schmerzen seinen Körper durchfahren. Abwechselnd tritt ein ausgeprägtes Gefühl der Schwäche auf, welches sich meist bei Heißhunger äußert.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut juckt ständig. Besonders stark ist der Juckreiz in den Beugeseiten der Gelenke ausgeprägt. Die gesamte Haut erscheint trocken, rissig und spröde.Außerdem treten häufig blasenartige Läsionen bestimmter Körperregionen auf, die mit stechenden, brennenden Schmerzen einhergehen (Herpes). Der Patient ist zu dieser Zeit besonders berührungsempfindlich und meidet körperlichen Kontakt.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zincum metallicum-Patienten sind meist von Frost geplagt. Sie frieren am gesamten Körper und zittern heftig, während ihr Gesicht und Atem heiß erscheint. Obwohl sie innerlich frieren,schwitzen sie reichlich.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Betroffene ist ausgesprochen müde und erschöpft, da sein Schlaf nicht erholsam ist. Er schreit nachts auf und erwacht aus Angst aus seinem Schlaf, während die Glieder heftig zucken.[1]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Ignatia

Das Symptombild ähnelt dem Zincum metallicum-Typ. Die Patienten sind ebenso nervös, verwirrt und zeichnen sich durch ausgeprägte Zuckungen der Arme und Beine aus. Diese werden im Gegensatz zu Zincum metallicum jedoch durch emotionale Belastung hervorgerufen. Zudem ist der Ignatia-Typ von ständigen Stimmungsschwankungen geplagt. Er ist sehr schnell verletzbar und verträgt keine Kritik.

Hintergrundinformationen

Zink ist ein essenzielles Spurenelement, welches für den Körper lebensnotwendig ist. Aus diesem Grund ist eine tägliche Aufnahme über die Nahrung unverzichtbar. Hierzu eignen sich vor allem tierische Produkte mit einem hohen Zinkgehalt, wie beispielsweise Austern (bis zu 160 mg Zink pro 100 g). Ein Zinkmangel, der bei bis zu 13 % der Bevölkerung festgestellt werden konnte, geht mit folgenden Symptomen einher:

  • ausgeprägte Infektanfälligkeit durch Immundefizite
  • trockene, spröde Haut
  • Haarausfall

Zink ist hauptsächlich für das Wachstum und die Reifung von sämtlichen Körperzellen verantwortlich. Aus diesem Grund leiden jene Zellpopulationen, welche sich viel vermehren müssen, besonders schnell an einem Zinkmangel. Hierzu gehören Haar- und Hautzellen sowie Zellen des Immunsystems. Zink stellt eines der wichtigsten Spurenelemente für das Immunsystem dar.Demnach können durch die Einnahme von Zinkpräparaten bei Zinkmangel Infekte vorbeugt, aber auch bereits bestehende Erkältungskrankheiten schneller bekämpft werden. Dies konnte mittlerweile in mehreren Studien nachgewiesen werden, weshalb Experten zu einer zinkreichen Ernährung raten. An dieser Stelle soll jedoch darauf hingewiesen werden, dass ein Zinküberschuss wiederum genauso schädlich für den Körper ist wie ein Zinkmangel.[4]