Globuli von T bis Z

Trifolium pratense Globuli

© panthermedia.net / Peter Vollmert

Das homöopathische Arzneimittel Trifolium pratense wird aus dem Rotklee oder auch Wiesenklee hergestellt, einer Heilpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae).[1]

In der Naturheilkunde wird Rotklee bei Reizungen des Kehlkopfes, spastischem Husten, Keuchhusten, Husten bei Masern und bei weiteren Erkrankungen der Bronchien und der Lunge eingesetzt. Rotklee soll bei Überarbeitung des Gehirns mit Wortfindungsstörungen helfen und bei Schwäche der Arme oder Füße bei Mangeldurchblutung.[2]

Rotklee enthält unter anderem Phytoöstrogene, die Wechseljahrsbeschwerden lindern sollen.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Trifolium pratense kann Menschen helfen, die Probleme mit den Schleimhäuten, insbesondere der Atmungsorgane, haben.

Wo wirkt es?:
Trifolium pratense wirkt auf die Schleimhäute insbesondere der Atmungsorgane, den Kreislauf sowie die Nieren.

In welchem Alter?:
Bisher liegen keine Erfahrungen vor, in welchem Alter Trifolium pratense besonders häufig angezeigt ist. Grundsätzlich können homöopathische Arzneimittel in jedem Alter helfen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Trifolium pratense kann angezeigt sein bei Engegefühl in der Brust mit Husten und Atemnot, die sich an der frischen Luft bessern.

Verbesserung: an der frischen Luft.

Verschlechterung: morgens.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen, denen Trifolium pratense hilft, können darüber klagen, nicht denken und sich nicht erinnern zu können. Insbesondere morgens können sie sich verwirrt fühlen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Erwachen können dumpfe Kopfschmerzen auftreten. Der Kopf kann sich heiß anfühlen bei kalten Händen und Füßen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen können wund sein oder dumpf schmerzen.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Trifolium pratense kann bei Schnupfen mit reichlichem Schleim helfen. Die Nasenschleimhäute fühlen sich trocken an. Der Hals kann sich rau anfühlen oder, als stecke ein Fremdkörper darin, der sich nicht loswerden lässt.

Menschen, denen Trifolium pratense hilft, können das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen. Die Brust kann sich eng und zusammengedrückt anfühlen. An der frischen Luft ist es besser. Die Bronchien können gereizt sein und die Patienten husten. Viel Schleim im Hals; Speichelfluss; Keuchhusten; Heiserkeit – bitte integrieren.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Trifolium pratense kann bei Appetitlosigkeit, großem Durst und Schluckauf angezeigt sein. Die Bauchschmerzenkönnen krampf- und kolikartig sein. Die Patienten leiden unter Verstopfung.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Bereich der Nieren können Schmerzen bestehen. Die Betroffenen müssen häufig reichlich Wasser lassen.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die rechte Handfläche und der rechte Arm können prickeln.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Menschen, denen Trifolium pratense hilft, ist der Schlaf oft unerquicklich. Sie können sich fühlen, als hätten sie gar nicht geschlafen.[3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Trifolium pratense

Ähnlichkeiten und Unterschiede:

Wenn Menschen über ein Engegefühl der Brust mit Atemnot und Besserung an der frischen Luft sowie über Verwirrung klagen, kommen neben Trifolium pratense noch folgende weitere homöopathische Arzneimittel infrage. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Lachesis

Charakteristisch für Menschen, denen Lachesis hilft, ist ein Beengungsgefühl, so dass sie enge Kleidung nicht ertragen. Sie mögen keine Rollkragenpullover und keine Gürtel. Ähnlich wie bei Trifolium pratense können die Beschwerden, beispielsweise Kopfschmerzen, morgens nach dem Schlafen schlimmer sein. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Arzneimittel ist das Kloßgefühl im Hals. In Bezug auf den Appetit können bei Lachesis beide Extreme auftreten, Appetitlosigkeit und großer, unerträglicher Hunger. Der Urin kann bei Lachesis dunkel und schäumend sein, bei häufigem Harndrang.

Auf der Gemütsebene können die Patienten nervös, ruhelos, misstrauisch und eifersüchtig sein und durch ihre Geschwätzigkeit auffallen. Möglicherweise können sie nicht schlafen oder nach dem Schlaf sind die Beschwerden generell schlechter, egal zu welcher Tageszeit.

Sulphur

Bei Sulphur-Patienten werden die Beschwerden nicht am Morgen direkt nach dem Erwachen schlechter, sondern in der Regel gegen 11 Uhr. Ähnlich wie bei Trifolium pratense können sie ständig müde sein und Schwierigkeiten haben, klar zu denken.

Weitere Gemeinsamkeiten sind der heiße Kopf bei Kälte der Füße, das Bedürfnis, viel zu trinken bei wenig Appetit, die koliartigen Bauchschmerzen, die großen Urin-Mengen sowie die mangelnde Erholung durch Schlaf. Die Augenschmerzen sind bei Sulphur eher brennend.

Carbo vegetabilis

Menschen, denen Carbo vegetabilis hilft, können geistig verlangsamt sein oder plötzlich ihr Gedächtnis verlieren. Gemeinsamkeiten beider Mittel sind dumpfe Kopfschmerzen, Augenschmerzen, die jedoch bei Carbo vegetabilis eher brennend sind, Schnupfen und Halsreizung,  Appetitlosigkeit, Husten und Keuchhustensowie fehlende Erholung im Schlaf.Charakteristisch für Carbo vegetabilis sind blau verfärbte Lippen (Zyanose) bei Atemnot und das Bedürfnis, sich Luft zuzufächeln.

Bryonia alba

Besondere Kennzeichen von Zuständen, in denen Bryonia helfen kann, sind die Verschlimmerung durch die kleinste Bewegung sowie die Besserung durch Druck. In folgenden Beschwerden sind sich beide Mittel ähnlich:Augenschmerzen, großer Durst, Halsschmerzen wie rau, Verstopfung sowie Bauchschmerzen.[4]

Hintergrundinformationen

Die Wurzeln des Wiesenklee reichen in eine Tiefe von bis zu zwei Metern hinab. Die Blütenkelche sind so lang und schmal, dass nur Hummeln mit ihren langen Rüsseln den Honig auf die vorgesehene Weise sammeln und die Blüten effektiv bestäuben können. Bienen können den Nektar nicht erreichen, sondern sammeln nur die Pollen. Die dunklen Erdhummeln nagen von der Seite ein Loch in den Kelch, um an den Nektar zu kommen, und tragen so gar nicht zur Bestäubung bei. In Ländern, in denen die Hummel-Populationen zurückgehen, trägt daher der Klee weniger Samen.

Weitere Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosae), die in der Homöopathie Verwendung finden, sind auch bekanntere homöopathische Arzneimittel wie Baptisia tinctoria (Wilder Indigo) und Melilotus officinalis (Steinklee).[1]