Globuli von T bis Z

Ustilago maydis Globuli

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Ustilago maydis ist die lateinische Bezeichnung für den sogenannten Maisbrand. Der Maisbrand ist ein Pilz aus der Gruppe der Brandpilze. Ustilago maydis kommt fast ausschließlich auf Maispflanzen vor und wird deshalb Maisbrand genannt.

Maisbrand kann überall dort auftreten, wo Mais wächst. Bevorzugt tritt er in tropischen und in der gemäßigten Zone auf, zu der auch Deutschland zählt.

Ustilago maydis betrifft sowohl Maiskolben als auch die Stängel der Pflanze. An der Frucht ruft er blasige, an den Stängeln eher knollenartige Wucherungen hervor. Das in der Homöopathie verwendete Ustilago maydis besteht aus den Sporen aus diesen Knollen.

Ustilago maydis kommt vorwiegend bei weiblichen Beschwerden zum Einsatz. So soll es gegen eine häufige und sehr starke Menstruationsblutung helfen. Ebenso soll es Uterusblutungen ohne ersichtlichen Grund entgegenwirken.[1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Ustilago maydis wird fast ausschließlich Frauen empfohlen. Das größte Anwendungsgebiet stellen häufige und übermäßig starke Menstruationsblutungen (Metrorrhagien) dar. Außerdem könne Ustilago maydis auch gegen plötzliche, ohne ersichtlichen Grund auftretende Uterusblutungen helfen.

Auch Blutungen vor und nach der Geburt sowie während der Menopause (Klimakterium) sollen durch Ustilago maydis gestillt werden. Außerdem soll Ustilago maydis lindernd auf Unterbauchkrämpfe während der Menstruation wirken.

Wo wirkt es?: Ustilago maydis soll in erster Linie auf die weiblichen Geschlechtsorgane entspannend und krampflösend wirken. Wahrscheinlich greift Ustilago maydis auch in den Hormonhaushalt ein. Die genauen Vorgänge sind allerdings noch nicht vollständig verstanden.[3]

In welchem Alter?: Ustilago maydis wird bei Frauen zwischen 16 und 60 Jahren angewandt. Eine genaue Altersgrenze festzulegen, ist schwierig. Grundsätzlich sollte eine Behandlung mit Ustilago maydis immer mit einem Heilpraktiker oder Homöopathen abgesprochen werden. Insbesondere bei Jugendlichen, bei denen die Menstruation frisch einsetzt, kann eine homöopathische Behandlung sinnvoll sein, wenn die Blutung reichlich ist und den Körper schwächt. Bei Frauen, bei denen eine starke oder von Schmerzen begleitete Blutung plötzlich auftritt, wird auch die Behandlung mit Ustilago maydis empfohlen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ustilago maydis wird in erster Linie Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) empfohlen. Es kann gegen übermäßige und schmerzhafte Blutungen helfen. Auch bei jüngeren Frauen vor den Wechseljahren kann es verschrieben werden. Es soll gegen übermäßig starke Blutungen (Metrorrhagien) sowie gegen alle Arten von Schmerzen während der Periode helfen. Auch bei stark riechendem und gelblich aussehendem Ausfluss kann Ustilago maydis verabreicht helfen.

Auch bei Gebärmutterblutungen soll die Arznei hilfreich sein. Gebärmutterblutungen zeigen sich meist durch dauerhafte Blutgerinnsel, die sehr dunkel gefärbt sind.

Auch gegen Schmerzen im Bereich der Gebärmutter und der Eierstöcke soll Ustilago maydis helfen. Es dient der Schmerzlinderung, ohne dass die genaue Ursache bekannt sein muss.[4]

Verbesserung: Eine Verbesserung des Zustands kann bei zusätzlicher Anwendung von Wärme beobachtet werden. Auch durch körperliche Ruhe oder Stressabbau durch Entspannungsübungen kann die Wirkung verbessert werden. Ebenso wird bei sonnigem Wetter eine schnellere Besserung der Beschwerden berichtet.

Verschlechterung: Zu einer Verschlechterung der Beschwerden kann es vor allem bei psychischem Stress kommen. Außerdem können Regen, kalte Temperaturen und plötzliche Wetterumschwünge eine Verschlechterung hervorrufen. [5]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Dazu kommen schnelle Stimmungswechsel, von einem Augenblick auf den anderen kann die Stimmung komplett umschlagen. Häufiges Weinen und eine allgemeine Traurigkeit sind ebenfalls klassische Symptome.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Viele Frauen klagen zusätzlich zu Beschwerden im Unterbauch auch über Kopfschmerzen: Nervös bedingter Natur während der Menstruation. Meist ist dieser Schmerz dumpf und nicht genau lokalisierbar.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist trocken, heiß. Es können immer wieder kleine Furunkel entstehen

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Während der Wechseljahre und auch während problematischer Menstruationsblutungen kann es auch zu Verdauungsbeschwerden kommen. Von Frau zu Frau treten dabei ganz verschiedene Symptome auf. Sowohl Verstopfung (Obstipation) als auch Durchfall (Diarrhoe) sind häufige Begleiterscheinungen. Auch gegen diese kann Ustilago maydis helfen.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ustilago maydis kann gegen alle Arten von Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane eingesetzt werden. Dazu gehören übermäßige und häufige Blutungen (Metrorrhagie) sowie Krämpfe während der Monatsblutung. Aber auch Zwischenblutungen und Uterusblutungen können gemildert werden. Auch bei Beschwerden während der Wechseljahre wie Krämpfen, unregelmäßige Blutungen oder allgemeines körperliches Unwohlsein kann Ustilago maydis helfen.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig sind Arme und Beine schwach und kraftlos, es kann zu unwillkürlichen Zuckungen in den Beinen kommen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ustilago maydis soll auch bei Hautbeschwerden helfen: Fleckweiser Haarausfall (Alopezie areata), Schuppenflechte (Psoriasis). Trockene juckende Haut, wenn gleichzeitig Probleme mit dem Unterleib bestehen. Die Anwendung von Ustilago maydis in diesem Bereich ist jedoch eher unüblich und wird von anderen homöopathischen Mitteln überlagert.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ustilago maydis kann auch starkes Schwitzen während der Menopause reduzieren. Ebenso lindert es Temperaturwechsel im Körper, die während der Menopause häufig auftreten können.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Einhergehend mit Schmerzen können auch Schlafschwierigkeiten auftreten. Diese werden dann ebenfalls durch die Einnahme von Ustilago maydis reduziert.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Sabina

Gegen Menstruationsbeschwerden und sehr starke Monatsblutungen kann auch Sabina helfen. Die Substanz wird aus dem Stinkwacholder gewonnen. Das Mittel soll auch bei Rückenschmerzen, die sich von einer zur anderen Seite ziehen, Linderung verschaffen. Bei leichter Bewegung, Hitze und warmer Luft können Betroffene eine Verbesserung der Beschwerden spüren, bei kalter Luft eine Verschlechterung. [9]

Lachesis

Die Buschmeisterschlange, auch Lachesis genannt, gehört zur Familie der Vipern. Um das homöopathische Mittel herzustellen, wird das Sekret aus den Giftdrüsen verwendet. Bei Anwendung zeigt sich typischerweise, dass sich alle Symptome vor der Blutung verschlechtern, bei Beginn der Blutung ist jedoch sofort eine Besserung spürbar. [10]

Acidum phosphoricum

Dieses alternative homöopathische Mittel wird aus der Phosphorsäure gewonnen und soll neben den Menstruationsbeschwerden auch bei Antriebsschwäche, Kummer und Frieren helfen. [11]

Hintergrundinformationen

Ustilago maydis ist in Europa erst seit wenigen Jahren als homöopathisches Mittel bekannt. Vor allem in Amerika wurde es schon sehr früh eingesetzt. Erste Überlieferungen stammen aus den Sklavendörfern. Hier wurde die Substanz vor allem zur Verhinderung einer Früh- oder Fehlgeburt eingesetzt.

Ustilago maydis wird vor allem im späten Sommer und im frühen Herbst gesammelt. Dabei muss sehr vorsichtig vorgegangen werden. Für die homöopathische Weiterverarbeitung werden vor allem die braunen Sporen verwendet.

Bei der Anwendung von Ustilago maydis muss auf eine genaue Dosierung geachtet werden. Bei der Einnahme von Dosen, die die empfohlene Mindestdosis überschreiten, kann sich die Wirkung von Ustilago maydis umkehren: Ustilago maydis wirkt dann giftig (toxisch).[12]