Globuli von T bis Z

Thymus vulgaris Globuli

© PantherMedia / Marta Jonina

Im Gegensatz zu vielen anderen homöopathischen Arzneien liegt für Thymus vulgaris keine homöopathische Arzneimittelprüfung (AMP) vor. Eine Prüfung der Symptome einer Arznei an mehreren gesunden Menschen ist für eine homöopathische Verordnung aber immer die zwingende Voraussetzung. Für die Heilwirkung dieser homöopathischen Arznei wurde die Heilwirkung des getrockneten Thymiankrautes als Tee, Salbenzubereitungen, Aromaöl oder schleimlösenden Hustensaft übernommen, sowie weitere Symptome aus der Pflanzenheilkunde.

Ob die rein gedankliche Ableitung der Heilkraft von der Pflanzenheilkunde auf ein hochverdünntes Mittel (homöopathisch) zuverlässig eingeschätzt werden kann, ist sehr fraglich.
Die Informationen zur homöopathischen Wirksamkeit und Symptomatik  Arznei Thymus vulgaris sind sehr spärlich. Dieser Artikel beschränkt sich auf Informationen zur homöopathischen Anwendung, die mehrfach in der Literatur zu finden sind.

Als homöopathisches Arzneimittel ist Thymus vulgaris in Form von Streukügelchen (Globuli), Urtinkturen, Tabletten oder Tropfen erhältlich und wird zur Behandlung von Bronchialerkrankungen eingesetzt. Zur Aufbereitung der Präparate mit Thymus vulgaris werden dabei die frischen Anteile der blühenden Pflanze verwendet, die oberhalb der Erde wachsen.[1]
Thymus vulgaris („echter Thymian“) wird wegen seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung als Heilpflanze geschätzt. Das im Thymian enthaltene ätherische Öl besitzt eine schleimlösende (sekretolytische) und das Abhusten von Schleim fördernde (expektorierende) Wirkung, weswegen das Heilkraut bevorzugt Anwendung bei Erkrankungen der Atemwege findet. Insbesondere Halsschmerzen, Hustenbeschwerden, Bronchitis und Keuchhusten stellen Symptome dar, zu deren Behandlung sich Thymus vulgaris als homöopathisches Arzneimittel eignen kann.
Neben respiratorischen (die Atemwege betreffenden) Beschwerden ist auch eine Heilwirkung der Pflanze bei Infektionen der Haut, Kopfschmerzen und lethargischen Stimmungszuständen bekannt.[2]
Bereits zu Zeiten der Antike wurde Thymus vulgaris als geschätzte Arzneipflanze von griechischen Ärzten, beispielsweise Hippokrates und Dioskurides, zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt.[3]
Ob bei Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), Aromakunde  oder bei klassischer Medizin – Thymian wird als Heilkraut zur Behandlung organischer und psychischer Beschwerden, sowie zur Unterstützung der Gesundheit bis heute auf vielseitige Weise verwendet.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Die Arznei wird insbesondere zur symptomatischen Behandlung von Schleimhautentzündungen der oberen Atemwege, Bronchitis und Keuchhusten empfohlen.[4]
Der Übersetzung zufolge ergibt sich aus dem griechischen „thymos“ die Bedeutung „Kraft“ bzw. „Mut“. Diese belebende und aufbauende Wirkung kann als hilfreiches Behandlungskonzept bei Kraftlosigkeit (Asthenie) nach Erkrankungen, Depressionen, Erschöpfungszuständen und Antriebslosigkeit eingesetzt werden.[5]

Wo wirkt es?: Das Mittel kann seine Wirkung auf organischer Ebene entfalten.
Im Bereich der oberen Atemwege kann es zur Symptomlinderung bei Infektionen mit Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen beitragen.

In welchem Alter?:
Für die Anwendung von Thymus vulgaris Globuli gibt es keine Erfahrungswerte hinsichtlich des Alters des Patienten.
Abhängig von dem zugrundeliegenden Beschwerdebild, Begleiterkrankungen, sowie unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten des Patienten kann ein Beratungsgespräch bei einem Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ sinnvoll sein, um ein passendes Behandlungskonzept zu erstellen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

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Als homöopathisches Arzneimittel wird Thymus vulgaris in erster Linie zur Behandlung von Bronchialerkrankungen eingesetzt.Menschen, die unter Entzündungen des Mund- und Rachenraumes, Heiserkeit und Hustenbeschwerden mit Auswurf (produktiver Husten) oder ohne Schleimbildung (trockener Husten) leiden, können von einer Behandlung mit Thymus vulgaris profitieren.[1]

Verbesserung: Kopfschmerzen besser durch Liegen und äußere Wärme. Übelkeit gebessert durch / von Essen.

Verschlechterung: Magensymptome verschlimmern sich durch Tabakgenuss. (Rauchen)

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Zur Behandlung bei Erkrankungen der Atemwege können alternativ zum Thymian andere homöopathische Arzneimittel zum Einsatz kommen. Im Folgenden werden einige Arzneien vorgestellt, die sich ebenfalls zur Anwendung eignen können.

Belladonna

Atropa Belladonna (kurz: Belladonna) zählt zu den bekanntesten homöopathischen Arzneimitteln, welches über ein breitgefächertes Wirkungsspektrum verfügt.[6]Besonders häufig kommt Belladonna im Anfangsstadium akuter, sich rasch entfachender entzündlicher Erkrankungen und Fieber zur Anwendung.
Sei es durch die feuchte Kälte des Novemberwetters, einen kalten Wind, Zugluft oder nach dem Waschen des Kopfes – Das Auftreten typischer Beschwerden kann besonders häufig nach Kälteeinwirkung auf den Kopf der Patienten beobachtet werden.  Die Fieberschübe kommen dabei oft abrupt und mit besonderer Vehemenz zutage und erreichen Körpertemperaturen von bis zu 40°. Der Fieber gipfelt oft gegen 15 Uhr in seinem Höhepunkt, wobei es nicht selten zu Fieberkrämpfen kommen kann. Die hohe Körpertemperatur zeigt sich dabei in einemroten und angeschwollenen Gesicht, sichtbar pulsierenden Halsschlagadern bei schnellem, hart klopfenden Puls. Im akuten Fieberschub kann es darüber hinaus zu deliranten Zuständen kommen.
Komplettieren zudem Hustenbeschwerden das Krankheitsbild, treten diese meist mit trockenem und bellendem Charakter in Erscheinung. Nicht selten beginnen Kinder vor den Hustenattacken zu weinen.[7]
Zudem können Betroffene sehr empfindlich auf Sinneseindrücke  reagieren. Licht, Geräusche oder Berührungen werden von ihnen deswegen oft auf aggressive Weise abgelehnt, während Ruhe und Rückzug bevorzugt werden.
Starke neuralgische Schmerzen, die schlagartig einsetzen und ebenso schnell wieder verschwinden, quälen den Patienten.

Ferrum phosphoricum

Ferrum phosphoricum wird häufig zur Behandlung akuter und subakuter Entzündungsprozesse mit Schmerzen, insbesondere in Begleitung von Fieber eingesetzt.[8] Auch ein Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) mit gerötetem Gesicht, Erkrankungen der Atemwege, wie etwa Schnupfen, Rachenentzündung (Pharyngitis), Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder ein grippaler Infekt zählen zu den Anwendungsgebieten dieser Arznei.Charakteristisch ist eine Trockenheit der Schleimhäute als Begleitsymptom der akuten Beschwerden. Vor allem im Bereich der Atemwegserkrankungen kommt es nicht selten zu Reizungen der Schleimhäute, die einen Hustenreiz begünstigen können.
Den Patienten ist häufig eine Empfindlichkeit gegenüber Kälte gemeinsam. Dabei kann beobachtet werden, dass Zugluft, Kälte, sowie kühler Wind im Freien eine Zunahme von Hustenbeschwerden begünstigt.
Während den Betroffenen die Zimmerwärme in der Regel gut tut, wirken sich paradoxerweise kalte örtliche Anwendungen positiv auf die Beschwerden aus. Es gibt wenige andere homöopathische Mittel, die diese Kombination an Symptomatik aufweisen. Hier hat das Eisenphosphat einen besonderen Stellenwert.
Den Beschwerden des Patienten gehen nicht selten eine unerwartete Abkühlung, eine Unterdrückung des Schweißes bei warmen Temperaturen oder Infektionen voraus. Auch kann die Symptomatik als Folge eines Traumas, wie einer Unfallverletzung nach Sturz, einem Schlag oder einem Überheben entstehen. Das Wirkungsspektrum des Ferrum phosphoricum ist breit gefächert.
Je nach zugrunde liegender Erkrankung kann der Betroffene auf Körpertemperaturen von bis zu 41° hochfiebern. Seine Beschwerden bessern sich unter Schonung durch das Vermeiden schneller oder anstrengender Bewegungen.
Als Hauptindikationen für eine Behandlung mit Ferrum phosphoricum können die folgenden Merkmale orientierend sein:
Ein Blutandrang, vor allem zum Kopf während Fieber (Kongestion), Blutleere (Anämie), Gesichtsröte, Besserung der Symptome durch leichte Bewegungen bei Verschlimmerung der Beschwerden durch schnelle Bewegungen, sowie eine allgemeine Verschlimmerung durch Kälte, bei gleichzeitiger Symptombesserung durch kalte Anwendungen.

Aconitum napellus

Aconitum napellus (kurz: Aconit) ist vor allem im Anfangsstadium einer akuten Erkrankung angezeigt. Die Beschwerden treten bevorzugt auf, nachdem der Patient einer kühlen Zugluft, kaltem und trockenen Wetter oder auch sehr heißen Temperaturen ausgesetzt war. Während sich die Krankheit mit rapidem Tempo undintensiver Ausprägung des Schweregrades entwickelt, vermag der im Volksmund auch als „Sturmhut“ bezeichnete Aconitum seine Wirkung ebenfalls mit großer Rasanz zu entfalten.Die Anfangsphase einer entzündlichen, hochakuten Erkrankung, in der der Patient von einem Einsatz des Aconitprofitieren kann, ist meist nur von kurzer Dauer. Sobald Eiterungen auftreten, ist Aconit nicht mehr das Mittel der Wahl.
Das Fieber zeigt oft einen plötzlichen, heftigen Beginn und wird häufig begleitet von Unruhezuständen bei hartem, stark beschleunigtem Puls. Starke Gefühle der Furcht und der Ruhelosigkeit quälen den Patienten. Seine Körpertemperatur kann im Rahmen eines akuten Fiebers auf bis zu 40° und mehr ansteigen und erreicht meist gegen Mitternacht ihren Höhepunkt. Schweiß ist dagegen nur an beispielsweise durch Kleidung bedeckten Körperteilen zu beobachten. Die Kopf- und Gesichtshaut erscheint jedoch heiß und trocken. Zudem zeigt sich eine ausgeprägte Ängstlichkeit, die sich sogar bis zu einer Todesangst steigern kann.
Husten kann ebenfalls eher trocken, heiser und kruppartig in Erscheinung treten.[9]
Der Patient empfindet nicht selten ein Gefühl des Zusammenschnürens in der Brust während der Hustensalven. Bei spärlichem Auswurf kann dieser fest und schwer löslich erscheinen. Oft geht mit den Hustenattacken ein Gefühl der Angst einher.[10]

Bei einem Vergleich der drei vorgestellten Alternativpräparate lassen sich zunächst deutliche Unterschiede zwischen den Gemütssymptomen erkennen.Während bei dem Aconitum-Patienten Angst, Unruhe bis hin zur Todesangst im Vordergrund stehen, zeigen sich Belladonna-Patienten eher  verwirrt, halluzinierend, in einigen Fällen manisch und phantasierend. Ferrum phosphoricum-Patienten dagegen oft fröhlich, erregt, redselig oder schweigsam, wobei Gesellschaft eher abgelehnt wird.[8] Auf Kälte, Bewegung und Berührung reagieren alle drei Patienten-Typen mit Verschlimmerung der Beschwerden ähnlich, wobei dieses Phänomen bei Belladonna-Patienten am stärksten ausgeprägt ist.
Bezüglich der Pulsqualitäten kann festgehalten werden, dass Ferrum phos. Patienten häufig einen vollen, wallenden Puls aufweisen, während  der von  Aconitum-Patienten eher als voll, schnellend charakterisiert werden kann. Belladonna-Patienten hingegen heben sich durch ihren harten, schnellen und einem Pistolenschuss gleichenden Puls von den anderen beiden Typen ab.

Hintergrundinformationen

Thymus vulgaris (auch: Echter Thymian, Quendel, Kuttelkraut) zählt zu der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und entstammt ursprünglich dem westlichen europäischen Mittelmeerraum. Neben Flavonoiden und Gerbstoffen verfügt der Thymian auch über ein ätherisches Öl mit den Hauptkomponenten Thymol und Carvacrol. Seinen schleimlösenden, auswurffördernden, krampflösenden und antibakteriellen Eigenschaften verdankt der bereits in der Antike verwendete „Thymos“ die Auszeichnung „Arzneipflanze des Jahres 2006“.[3]

Der Thymian bildet mehrere Chemotypen aus, die verschiedene Eigenschaften ausbilden können. Die als Zwergstrauch wachsende Pflanze steht in der Regel in den Monaten Mai bis Juli in voller Blüte und zeichnet sich durch einen ährenförmigen Blütenstand mit blass-violetter Blütenfarbe aus. Zum Gedeihen bevorzugt das Heilkraut vor allem trockene Plätze mit reichlich Sonneneinfall. Ein würzig-aromatischer Duft charakterisiert den Thymian, der inzwischen bevorzugt auch in Gärten kultiviert wird. Neben Atemwegsinfekten kann die anästhesierende und durchblutungsfördernde Heilkraft des Thymians auch zur Beschwerdelinderung bei Blasenentzündungen, Muskelverspannungen und Arthrose eingesetzt werden. Zudem besitzt das Heilkraut auch Pilzsporen eindämmende (antimykotische) Eigenschaften, weswegen es ebenfalls bei Pilzinfektionen (Mykose) zur Anwendung kommen kann.[11]
In der Phytotherapie wird Thymian unter anderem als Hustentee oder – saft zubereitet. Auch Mundspülungen kommen nicht selten zum Einsatz.
Anwendungen von Thymus vulgaris bei Inhalationen, Wickeln oder Bädern können dagegen eher im Rahmen der Aromapflege, einem Teilgebiet der Aromakunde, eingesetzt werden.[2]