Globuli von T bis Z

Vitex agnus Castus Globuli

© panthermedia.net / Christine Müller

Vitex Agnus Castus, auch unter dem Namen Mönchspfeffer bekannt, gehört zur Familie der Strauchgewächse und ist vorwiegend in der Mittelmeergegend und in Kleinasien verbreitet.

Vitex Agnus Castus wird in erster Linie eine anaphrodisierende, Libido (lat. für sexuelle Begierde) reduzierende Wirkung nachgesagt. Dies trifft jedoch nur auf gewisse Dosierungen zu. Wird die Dosis verändert, kann sich die Wirkung potenzieren und zu einer Wirkungsumkehr führen: Der Mönchspfeffer kann dann aphrodisierend wirken und die sexuelle Lust steigern. Das Anwendungsgebiet umfasst neben Impotenz, Menstruationsbeschwerden und Beschwerden während der Menopause auch depressive Symptome und Stimmungsschwankungen.

Vitex Agnus Castus verliert in seinen Anwendungsgebieten zunehmend an Bedeutung. Andere homöopathische Mittel mit breiterem Anwendungsspektrum sind inzwischen weiter verbreitet. Vitex Agnus Castus wird daher immer weniger angewandt.[1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Vitex Agnus Castus wird vor allem bei Personen mit Beschwerden der Sexualität und der Sexualorgane empfohlen. Bei Frauen mit Menstruationsbeschwerden, bei starken Symptomen während des Klimakteriums (Menopause) und bei Unfruchtbarkeit soll Vitex Agnus Castus Abhilfe schaffen. Bei Männern liegt der Hauptanwendungsbereich bei Impotenz und Störungen der Libido. Zusätzlich kann Vitex Agnus Castus auch depressiv verstimmten, traurigen und lustlosen Personen empfohlen werden. Es wirkt stimmungsaufhellend.

Wo wirkt es?: Vitex Agnus Castus wirkt hauptsächlich auf die Geschlechtsorgane und den Hormonhaushalt. Hier kann es regulierend einwirken und so eine Vielzahl der Beschwerden, die durch einen gestörten Hormonhaushalt zustande kommen, lindern.

In welchem Alter?: Vitex Agnus Castus wird vor allem bei Erwachsenen angewendet. Bei Kindern findet Vitex Agnus Castus keine Anwendung, bei älteren Menschen nur in geringem Umfang.
Vitex Agnus Castus ist in verschiedene Potenzen erhältlich. Wichtig ist zu beachten, dass eine (langfristig) zu hohe Dosierung als nicht gesund eingestuft wird. Eine längerfristige Anwendung von Vitex Agnus Castus sollte daher immer mit einem Heilpraktiker oder Homöopathen abgestimmt werden.[3][4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vitex Agnus Castus kann das Sexualleben positiv beeinflussen. Bei Männern wird Vitex Agnus Castus vor allem bei Beschwerden der Potenz, Erektionsstörungen und einer allgemeiner Störung der Libido eingesetzt.

Bei Frauen soll Vitex Agnus Castus vor allem bei Menstruationsbeschwerden wie Krämpfen und Unwohlsein seine Wirkung entfalten. Außerdem soll es die Beschwerden während des Klimakteriums lindern. Dazu gehören Krämpfe, Schmerzen, Hitzewallungen und depressive Stimmungsschwankungen. Auch bei Unfruchtbarkeit soll Vitex Agnus Castus Abhilfe schaffen können.

Eine weitere Zielgruppe sind Menschen mit depressiven Verstimmungen. Allgemeine Müdigkeit und ein den ganzen Körper betreffendes Schwächegefühl zeichnen den typischerweise mit Vitex Agnus Castus behandelten Patienten aus. Zusätzlich soll die Heilpflanze bei Konzentrationsschwierigkeiten und bei starkem Frieren helfen.[5][6]

Verbesserung: Eine Verbesserung der Wirkung tritt bei Wärme und Ruhe ein.

Verschlechterung: Eine Verschlechterung der Symptome kann in einem lauten und unruhigen Umfeld beobachtet werden. Auch bei Kälte und Regen, sowie bei Wetterumschwüngen oder Temperaturwechseln kann es zu einer Verschlechterung kommen. Außerdem sollen Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder Nikotin die Beschwerden verschlimmern können.[6][7]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Mit Vitex Agnus Castus behandelte Patienten sind häufig traurig bis hin zu depressiv. Sie sind geistesabwesend und finden an keiner Aktivität Freude. Häufige Müdigkeit und ein allgemeines Schwächegefühl kommen hinzu.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig gehen mit depressiven Verstimmungen leichte, drückende Kopfschmerzen einher. Diese kann Vitex Agnus Castus ebenfalls lindern.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vitex Agnus Castus kann gegen Akne im Gesicht helfen. Damit ist nicht die Pubertätsakne gemeint, sondern vor allem die Akne bei älteren Frauen, die durch eine Störung des Hormonhaushalts verursacht wird.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei schmerzhaftem Harnlassen oder bei verfärbtem Harn kann Vitex Agnus Castus die Beschwerden lindern. Bei Männern kann es zum Ausfluss von Sekret aus der Harnröhre kommen, das ebenfalls durch Vitex Agnus Castus gemindert werden kann.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Männern und Frauen hat Vitex Agnus Castus Auswirkungen auf verschiedene Beschwerden. Bei Männern führt Vitex Agnus Castus vor allem zu einer Steigerung der Libido. Es hilft bei Erektionsstörungen und bei Impotenz. Weitere häufige Beschwerden sind kalte oder geschwollene Hoden. Bei Frauen  kann Vitex Agnus Castus bei Menstruationsbeschwerden wie starken Krämpfen oder sehr starken Blutungen (Dysmenorrhoe) helfen. Auch Hitzewallungen oder Depressionen während des Klimakteriums können reduziert werden. Auch bei einer schmerzhaft geschwollenen Brust (Mastodynie) kann Vitex Agnus Castus eingesetzt werden.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vitex Agnus Castus kann bei einem allgemeinen Schwächegefühl aufbauend wirken. Betroffene Personen fühlen sich gestärkt und beschwingter.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Bereich der dermatologischen Beschwerden ist es vor allem die Akne, die durch Vitex Agnus Castus reduziert werden kann. Akne kann auch noch nach der Pubertät im Rahmen von Hormonstörungen auftreten. Vitex Agnus Castus greift regulierend in den Hormonhaushalt ein und reduziert die Akne sichtlich.[5][6]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vitex Agnus Castus kann sowohl gegen starkes Schwitzen als auch bei Frösteln helfen.[8][9][10][11][12]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Conium

Conium kann bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt werden. Insbesondere kann es als Alternative zum Mönchspfeffer bei Potenzstörungen zum Einsatz kommen. Diese Potenzstörungen gehen in der Regel mit einem allgemeinen Mangel an Selbstvertrauen einher. Auch bei Angst, Unruhe und Nervosität sowie bei hierdurch bedingten Schmerzen wirkt Conium maculatum beruhigend und lindernd.

Belladonna

Belladonna, besser als die Tollkirsche bekannt, kann als Alternativmittel bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden. Anwendung findet Belladonna vor allem bei schmerzhaften Blutungen, wobei die Schmerzen häufig bis in den Rücken und die Flanken ausstrahlen.

Lycopodium

Lycopodium ist die botanische Bezeichnung für Bärlapp. Bärlapp wird ebenfalls gegen Potenzstörungen angewandt. Zur Anwendung kommt es insbesondere dann, wenn sich Symptome wie Erschöpfung, Angst und Unsicherheit dazugesellen. Außerdem hilft Lycopodium clavatum bei Verdauungsstörungen, Verstopfung und Übelkeit.[13]

Hintergrundinformationen

Der Mönchspfeffer trägt kleine, violette Blüten. Diese wandeln sich später im Jahr in kleine dunkelrote Beeren um. Aus diesen Beeren wird die Grundsubstanz der homöopathischen Mittel gewonnen. Im Inneren der Beeren befinden sich die Samen der Pflanze. Im Mittelalter wurden diese als Gewürz verwendet. Heute finden sie jedoch kaum noch Anwendung.

Vitex Agnus Castus ist bereits seit der Antike als Heilpflanze bekannt. Schon damals zählten zu seinen Hauptanwendungsbereichen Unterleibsschmerzen der Frauen. Im Mittelalter bekam der Mönchspfeffer eine religiöse Bedeutung. Er sollte bei Nonnen und Mönchen dafür sorgen, dass sie keine unreinen Gelüste mehr verspürten.
Wichtig zu wissen ist, dass Vitex Agnus Castus nachgewiesenermaßen Wirkungen auf die Regulation der Geschlechtshormone hat. Er sollte daher nicht während der Schwangerschaft oder der Stillzeit angewendet werden. Vereinzelt wird Vitex Agnus Castus bei Störungen der Milchproduktion (Laktation) während der Stillzeit empfohlen. Die Angaben hierzu sind jedoch widersprüchlich. Es gibt keine eindeutigen Studien zu Auswirkungen auf Mutter und/oder Kind während der Schwangerschaft und Stillzeit. Vorsichtshalber sollte daher auf eine Anwendung verzichtet werden.
Die Einnahme von Mönchspfeffer soll bei unerfülltem Kinderwunsch die Chancen einer Schwangerschaft erhöhen. Über die Wirksamkeit dieser Methode kann allerdings keine eindeutige Aussage getroffen werden. Klinische Studien gibt es zur Wirksamkeit von Vitex Agnus Castus noch nicht. Seine Wirksamkeit wird daher von der Schulmedizin immer wieder angezweifelt. Heilpraktiker und Homöopathen sind allerdings von seiner Wirksamkeit überzeugt. Eine eindeutige Aussage zu seiner Wirksamkeit kann anhand des derzeitigen Wissensstands nicht getroffen werden. Mönchspfeffer kann auch im eigenen Garten angebaut werden. Es ist eine genügsame Pflanze, benötigt aber viel Licht.[14][15]