Globuli von T bis Z

Tarantula Globuli

© panthermedia.net / Thomas Francois

Tarantula hispanica, kurz Tarantula, ist eine homöopathische Arznei, die aus der spanischen Wolfspinne (Tarantula hispanica) hergestellt wird und in erster Linie auf das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System wirkt. Zu den charakteristischen Leitsymptomen, die auf diese Arznei verweisen, zählen die scheinbar unkontrollierbaren Bewegungen, die große Unruhe und der große Bewegungsdrang der Patienten.[1][2] Bei einer Behandlung mit Tarantula sollte darauf geachtet werden, dass manche der unter Anwendungsmöglichkeiten aufgeführten Beschwerden und Erkrankungen einer ärztlichen Begleitung bedürfen. Aus diesem Grund sollte der Arzt von einer beabsichtigten homöopathischen Behandlung mit Tarantula in Kenntnis gesetzt werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Die Arznei Tarantula kann bei Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten hilfreich sein, besonders wenn diese von großer Unruhe, Ungeduld, manisch-depressiven Stimmungsschwankungen, Überempfindlichkeit gegen Sinneseindrücke, Neigung zu gewaltsamen Handlungen oder großem Bewegungsdrang begleitet sind. Bei Herzbeschwerden kann Tarantula ebenfalls eingesetzt werden, besonders bei Herzschmerzen, bei Herzklopfen mit Angst- und Beklemmungsgefühl am Herzen und bei Herzenge (Angina pectoris). Tarantula wird bei Erkrankungen verordnet, die mit einer starken Unruhe der Extremitäten einhergehen, wie zum Beispiel bei der Schüttellähmung (Morbus Parkinson), der multiplen Sklerose oder bei anderen neurologischen Erkrankungen, bei der es zu unwillkürlichen Muskelzuckungen kommt. Bei Kopfschmerzen und Nervenschmerzen (Neuralgien) kann die Arznei angezeigt sein, wenn die Schmerzen als stechend empfunden werden. Bei eitrigen Entzündungen der Haut ist das Mittel angezeigt, wenn eine blaurote Verfärbung der Haut und brennende Schmerzen eintreten.[2][4]

Wo wirkt es?: Zu den organischen Hauptangriffspunkten werden in erster Linie das zentralen Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System gezählt.

In welchem Alter?: Tarantula kann bei allen Alterstufen angewandt werden, falls die Symptomatik möglichst ähnlich ist.[1][2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristische Leitsymptome des Homöopathikums Tarantula sind heftige, extreme Ruhelosigkeit des Patienten, sein ständiger Bewegungsdrang, die scheinbar unkontrollierbaren Bewegungen, die Besserung der Beschwerden durch Musik und Tanz, die große Berührungsempfindlichkeit und Erregbarkeit der Geschlechtsorgane und der stechende Charakter der Schmerzen im Kopfbereich.[1][2][3]

Umstände der Besserung oder Verschlechterung der Beschwerden
Verschlechterung: Verschlechterungen treten durch Kälte, Berührung, laute Geräusche, bei Wetterwechsel, Feuchtigkeit, bei Waschen des Kopfes, beim Eintauchen der Hände in kaltes Wasser und abends auf.
Verbesserung: Durch Tanzen, Sonne, helle Farben, Musik, durch Bewegen, Reiben oder Massieren der betroffenen Glieder, frische Luft.[1][2]

Verbesserung: Durch Tanzen, Sonne, helle Farben, Musik, durch Bewegen, Reiben oder Massieren der betroffenen Glieder, frische Luft.[1][2]

Verschlechterung: Verschlechterungen treten durch Kälte, Berührung, laute Geräusche, bei Wetterwechsel, Feuchtigkeit, bei Waschen des Kopfes, beim Eintauchen der Hände in kaltes Wasser und abends auf.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Arznei Tarantula kann bei heftigen Gemütssymptomen angezeigt sein. Die charakteristischen Beschwerden sind die große Nervosität und Ruhelosigkeit des Patienten. Da er in keiner Lage Ruhe findet, ist er dauernd in Bewegung, obwohl Bewegung eigentlich alle seine sonstigen Beschwerden verschlimmern kann. Typisch ist ebenfalls der plötzliche Wechsel von Stimmungen, aber auch von Phantasien und Körperkräften. Der Patient kann erscheinen, als hätte er die Kontrolle über seine eigenen Handlungen verloren: Er kann unberechenbar, impulsiv oder zerstörerisch sein, sich selbst oder andere schlagen, nervöse Lachanfälle können in lautes Schreien übergehen. Mit beeindruckender Schnelligkeit vollführt er Handlungen oder Bewegungen. Er kann raffiniert, hinterlistig, schlau, egozentrisch, zornig und selbstsüchtig sein und Widerspruch schlecht ertragen. Aktivitäten wie Singen, Tanzen, Lachen, umher Rennen, Weinen und Scherzen können exzessiv bis zur Erschöpfung oder Heiserkeit betrieben werden.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Arznei kann bei heftigen Kopfschmerzen hilfreich sein, die bisweilen von anderen körperlichen Symptomen wie zum Beispiel Durchfall begleitet sein können. Die Kopfschmerzen können so stark sein, als ob Tausende von Nadeln in das Gehirn stechen würden. Treten Nervenschmerzen (Neuralgien) im Bereich des Kopfes auf, so bessern sich diese beim Reiben des Kopfes gegen das Kissen und verschlechtern sich durch Geräusche, helles Licht oder Berührung.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Tritt Nasenbluten auf, so werden davon Völlegefühl im Kopf oder ein Klopfen an den Halsschlagadern gelindert. Die Augen sind lichtscheu und können stechen wie von Sand oder Dornen. Das Gesicht ist entweder feuerrot oder sehr bleich, es kann faltig oder aufgedunsen sein und Entsetzen ausdrücken.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Tarantula kann bei Erstickungsanfällen angezeigt sein, wenn diese mit Weinen, Schreien und Unruhe einhergehen. Der Patient kann das angstvolle Bedürfnis haben, ständig frische Luft einatmen zu müssen. Der Puls kann hart, langsam und unregelmäßig, das Herz unruhig sein: Es kann zittern, pochen oder plötzliche Hüpfer machen. Herzbeschwerden verschlimmern sich, wenn die Hände in kaltem Wasser nass geworden sind.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Mund und Zähne können sich extrem trocken anfühlen. Der Patient zeigt Durst auf kaltes Wasser und bisweilen das Verlangen, Sand oder rohes Essen zu sich zu nehmen, während er Fleisch und Brot ablehnt. Verdauungsstörungen kommen oft in Verbindung mit Schmerzen am Kopf, im Gesicht oder an den Zähnen vor. Im Unterleib können brennende Schmerzen auftreten, mit dem Gefühl, etwas Schweres befände sich dort, das auch beim Gehen stört. Der Stuhl kann ölig, schwarz und übel riechend sein. Verstopfungen (Obstipation) können so heftig sein, dass kein Medikament zu wirken scheint.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Urin riecht bisweilen faulig, bei seiner Untersuchung kann ein sandiger Bodensatz festgestellt werden. Beim Lachen und Husten kann es zu unwillkürlichem Abgang von Urin kommen.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient kann sexuell sehr erregt sein, sein Verlangen kann durch Geschlechtsverkehr oft nicht befriedigt, sondern nur verstärkt werden. Zu Beginn der Monatsblutung können Mund, Zunge und Rachen unerträglich trocken sein, die Monatsblutung ist sehr stark und bisweilen von orgasmusähnliche Krämpfen begleitet. Die Vagina fühlt sich bisweilen trocken und heiß an und juckt. Von Männern kann beim Samenerguss ein Hitzegefühl in der Harnröhre wahrgenommen werden, ihre Geschlechtsteile sind sehr berührungsempfindlich.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Arme und Beine sind sehr unruhig, der Patient muss seine Gliedmaßen ständig beschäftigt halten. Die Muskulatur kann zucken, Arme und Beine scheinen sich unkontrolliert zu bewegen und zu verdrehen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut kann stellenweise blaurot verfärbt sein. Tritt Juckreiz auf, so empfindet der Patient diesen bisweilen, als würden Insekten auf ihm krabbeln. Das Mittel kann bei abgekapselten Eiteransammlungen (Abszessen), bakteriellen Haarwurzelentzündungen (Furunkeln) und Nagelbetteiterungen angezeigt sein, wenn zusätzlich zur blauroten Verfärbung auch fürchterlich brennende Schmerzen auftreten.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch ist der Wechsel von Frost und Hitze. Auch wenn der ganze Patient hitzig ist, können die Füße kalt sein. Der Schweiß kann wund machend sein.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient kann vor Mitternacht vor Aufregung schlaflos sein. Traurige Träume können ihn im Schlaf weinen lassen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Agaricus

Das Mittel Agaricus, das aus dem Fliegenpilz (Agaricus muscaricus) hergestellt wird, kann eine Alternative zu Tarantula darstellen, wenn Teile des Körpers oder der ganze Patient unregelmäßig und übertrieben zu zittern, zu zucken oder zu tanzen beginnen. Typisch für Agaricus ist die Unsicherheit des Patienten sich zu bewegen oder zu gehen und seine Geschwätzigkeit. Agaricus kann zudem bei dumpfen Kopfschmerzen angezeigt sein, bei denen der Patient den Kopf hin und her bewegen muss. Die Symptome verstärken sich an der kalten Luft, bei Frostluft, bei geistiger Anstrengung und Überforderung, bei Druck auf die Wirbelsäule, bei Berührung und am Morgen.[5]

Mygale

Das aus der Vogelspinne (Avicularia avicularia) gewonnene Mittel Mygale kann ebenfalls bei Erkrankungen angezeigt sein, die mit unwillkürlichen Zuckungen der Muskulatur und unkontrollierbaren Bewegungen einhergehen. Typischerweise wird der Kopf bei Zuckungen im Gesicht auf die rechte Seite geworfen und die Augen und der Mund können sich in schneller Abfolge öffnen und schließen. Der Patient kann einen unsteten Gang haben und die Beine beim Gehen nachschleppen. Die Symptome bessern sich im Schlaf und verschlechtern sich im Sitzen und morgens.[6]

Hintergrundinformationen

Das homöopathische Mittel Tarantula wird aus der spanischen Tarantel (Tarantula hispanica), die auch spanische Wolfspinne genannt wird, anhand den Vorschriften des homöopathischen Arzneibuches (HAB) hergestellt.

Tarantula hispanica wird zur Familie der Wolfsspinnen (Lycosidae) gezählt und kommt vor allem im Mittelmeerraum vor, wo sie in Erdhöhlen lebt. Die Spinne wird 4 bis 7 Zentimeter groß, ist meist nachtaktiv und fängt ihre Beute mit Hilfe ihrer kräftigen Beißwerkzeugen. Anschließend wird die Beute mittels Gift unschädlich gemacht und verspeist. Der Name Tarantel geht auf die in Italien gelegene apulische Stadt Tarent (Taranto) zurück. Die spanische Tarantel wurde wie die apulische Tarantel (Lycosa tarantula) in Verbindung mit dem sogenannten Tarantismu gebracht, ein auch als Tanzwut oder Tanzkrankheit bekanntes Krankheitsphänomen im Mittelalter. Davon Betroffene tanzten scheinbar unbeherrscht bis zur Erschöpfung, wobei ihnen bisweilen Schaum aus dem Mund trat. Aus dieser Zeit stammt die Redensart „von der Tarantel gestochen“, ein Ausdruck für unkontrollierten, ekstatischen Bewegungs- und Tanzdrang. Die genauen Ursachen der Tanzwut sind auch heute nicht geklärt, der für einen Menschen eher harmlose Biss einer Tarantel scheint nicht dafür verantwortlich zu sein. Eine der besten damals bekannten Therapien für die Tanzwut ist die sogenannte Tarantella gewesen, ein nach der Tarantel benannter italienischer Volkstanz. Typisch für die Tarantella sind die wilden Tanzbewegungen zu schneller Musik.[4][7][8]