Globuli von A bis A

Agaricus Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Durch Verdünnung und Verschüttelung entsteht aus dem Fliegenpilz (Agaricus muscarius) das homöopathische Mittel Agaricus muscarius . Das Mittel wird gerne bei Unruhezuständen und Zuckungen eingesetzt. Ein typisches Symptom ist ein piksen auf der Haut aber auch für Erfrierungen und Verbrennungen ist der Einsatz der Arznei manches Mal geeignet. Auch bei Taubheitsgefühlen, vor allem in den Extremitäten, kann es verwendet werden. Die entsprechenden Patienten sind nervös, geschwätzig und erscheinen manchmal leichtsinnig. Kinder, die Agaricus muscarius benötigen, sind überaktiv und zeigen eine gewisse Ungeschicklichkeit. Sie entwickeln sich zu langsam, lernen also beispielsweise zu spät Laufen oder Sprechen. Außerdem wird Agaricus muscarius bei Ängsten, Nervosität und Unsicherheit eingesetzt, ebenso bei Neigung zu Manie, Epilepsie, Altersdemenz, multipler Sklerose oder bei Frostbeulen.[3]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Agaricus muscarius wird gerne Menschen gegeben, die häufig sehr nervös und unruhig sind und unter Zucken, Prickeln, Kitzeln, Taubheitsgefühlen und ähnlichen Empfindungen leiden. Diese treten häufig bei geistiger Anstrengung auf und verbessern sich durch Bewegung. Die Extremitäten sind im Allgemeinen kraftlos, sie zucken und sind schmerzhaft wie bei einem Elektroschlag. Die Zuckungen treten oft in der Einschlafphase auf. Der Gang ist unsicher und schwankend, wie unter Alkoholeinfluss. Ein Stechen in der linken Körperhälfte wird oft geschildert. Der Patient fällt geistig und körperlich durch seine Plumpheit und Ungeschicklichkeitauf. Morgens wirkt er stumpf, träge, dumm und müde. Erst wenn der Abend kommt geht er aus sich heraus und wird lebhaft. Der Patient ist dann poetisch und prophetisch. Er will bis in die Nacht hinein wach bleiben und an allem teilhaben. Er wird übermütig, geschwätzig und gestikuliert wild herum.

Menschen, die Agaricus muscarius benötigen mögen kein gebratenes Fleisch, sie verlangen nach Eiern und Salzhaltigem, und haben einen süßlichen Mundgeschmack. Sie klagen häufiger über Verdauungsbeschwerden wie Aufstoßen, Blähungen sowie ständigem Durst. Die Haut fühlt sich erfroren an, sie schmerzt bei Kälte und entwickelt leicht Frostbeulen. Außerdem juckt und brennt sie leicht und ist um die Nase leicht gerötet. Die Beschwerden verlagern sich nach dem Kratzen. Viele Agaricus muscarius Patienten fixieren sich stark auf eine Krankheit, die unter Umständen nicht existiert. Sie haben zum Beispiel irrationale Angst an Krebs zu erkranken und beschäftigen sich intensiv mit dem Tod.[1,2]

Wo wirkt es?: Organsysteme, die mit Agaricus muscarius behandelt werden können, sind vor allem das Nervensystem, die Atmungsorgane, das Herz-Kreislauf-System und die Haut. Hierbei fällt auf, dass fast ausschließlich unwillkürliche Körperfunktionen betroffen sind, dazu zählen das Rückenmark, die unwillkürliche Muskulatur, die Verdauung und die Harnwege. Dennoch kann ebenfalls die willkürliche Muskulatur, z.B. die Skelettmuskulatur beteiligt sein. Häufig betroffen ist ebenfalls das Gemüt, der Schlaf und der Kopf.[1]

In welchem Alter?: Agaricus muscarius kann prinzipiell in jedem Lebensalter genommen werden. Verlangsamte und späte Entwicklung von Kindern ist eine spezielle Indikation. Vor allem, wenn eine verspätete Sprachentwicklung und ein spätes gehen lernen vorliegen. Ebenso bei geistig zurückgebliebenen Kindern, die entweder verstärkt aktiv oder im Gegenteil wenig aktiv sind.[1] Bei älteren Menschen wird das Mittel bei motorischen Nervenerkrankungen wie Parkinson, multipler Sklerose, Epilepsie und ebenfalls bei Altersdemenz eingesetzt.[3]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, bei denen die Gabe von Agaricus muscarius angebracht ist, sind meist vom Auftreten einer Reihe von Symptomen gezeichnet, die miteinander nicht unbedingt in Verbindung stehen und aus denen sich kein homogenes Bild ableiten lässt. So wirkt der Patient beizeiten sehr ruhig und in sich gekehrt und kann sich nicht richtig ausdrücken. Dann wechselt der Zustand unter Umständen in eine Euphorie oder einen Wutanfall und eine Art Überlebendigkeit. Der vorerst ruhige Patient ist plötzlich von Zuckungen und Krämpfen betroffen.

Leitsymptome:

  • Unruhezustände und Zuckungen plagen den Agaricus muscariusPatienten. Er leidet unter Koordinationsstörungen, außerdem unter Krämpfen und Spasmen. Er lässt schnell Dinge fallen, ist ruhelos und zittrig und die Bewegungen der Finger wirken plump.
  • Erfrierungen und Frostbeulen sind ein typisches Symptom des Patienten. Diese brennen und jucken, röten sich und schwellen an. Außerdem können auch Verbrennungen auftreten.
  • Kinder zeigen Entwicklungsverzögerungen wie spätes und undeutliches sprechen lernen und spätes gehen lernen. Geistig können sie etwas zurückgeblieben sein. Bettnässen tritt ebenfalls häufig auf.[2]
  • Ängste, Nervosität und Unsicherheit kommen vor, dies kann Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen auslösen. Oft tritt bei diesen Menschen auch ein Stottern auf.
  • Der Patient leidet unter Hautekzemen und Akne. Die Haut juckt und es fühlt sich taub an. Es tritt die Empfindung auf, als ob Ameisen über den Körper laufen. Er fühlt sich wie von heißen oder kalten Nadeln durchbohrt.
  • Die Betroffenen leiden unter allergischen Beschwerden, die mit häufigem Niesen, jedoch ohne Schnupfen einhergehen. Aus der Nase tropft typischerweise ein wässriges Sekret.
  • Es treten Verdauungsbeschwerden wie starke Durchfälle auf. Der Patient hat das Gefühl, als würde der After hierbei platzen. [3,4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Den Agaricus muscarius Patienten überfällt oft eine heitere, rauschartige Stimmung, er fühlt sich unnatürlich munter und gehoben, sein Selbstbewusstsein ist gesteigert.

Kinder sind dann in einem Zustand der nervösen Überlebendigkeit mit psychischer und motorischer Unruhe. Sie lachen, singen, tanzen und rennen ausgelassen umher. Häufig sind sie von einer verlangsamten und späten Entwicklung betroffen und bewegen sich ungeschickt. Sie sind sowohl hyper- als auch hypoaktiv.

Bei Patienten mit bipolarer Störung können Halluzinationen und Delirien auftreten, begleitet von rasender Wut und Gewalttätigkeit. Die körperlichen und geistigen Kräfte sind dann gesteigert. Er spricht unzusammenhängend, wechselt schnell das Thema und zeigt eine große Schwatzhaftigkeit. Ihn beschäftigen verdrehte und exzentrische Phantasien, beispielsweise erscheint ihm ein kleines Loch wie ein schrecklicher Abgrund. Häufig zeigt er auch eine Abneigung dem Sprechen gegenüber und er ist schweigsam. Es kommt dann ebenfalls zuApathie, Benommenheit des Kopfes, Betäubung und Ängstlichkeit.Das Gedächtnis des Patienten ist schwach, die passenden Worte werden nicht gefunden und die Gedankengänge sind verworren. Es besteht eine Abscheu gegenüber allen Arten von Arbeit, besonders geistiger. Der Patient zeigt hierbei Gleichgültigkeit. Er kann ärgerlich sein, verdrossen und reizbar und hat große Furcht vor Krankheiten.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In der Sommerhitze, bei Gehen und während des Gähnens tritt Schwindel auf. Der Kopf ist in dauernder Bewegung, häufig fällt er nach hinten, als ob sich ein Gewicht im Hinterkopf befände.Es tritt häufig seitlicher, stechender Kopfschmerz auf. Nach langer Schreibtischarbeit kann auch dumpfer Kopfschmerz auftreten. Ebenso kommt es zu einem Gefühl von Kälte, wie von Eisnadeln oder Splittern ausgelöst. Nervenentzündungen- und Schmerzen (Neuralgien) sind ebenfalls typisch, der Kopf ist hierbei sehr kalt. Es besteht der Wunsch, den Kopf warm zu bedecken. Manchmal treten auch Nasenbluten oder dicke Schleimabsonderungen auf.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht juckt und ist gerötet. Es brennt wie bei starker Kälte und eine lähmende Schwäche liegt vor. Die Gesichtsmuskeln zucken, es kommt zu veitstanzartigen Krämpfen, Verzerrungen der Gesichtszüge und einem idiotischen Gesichtsausdruck. Manchmal zucken kleine Gesichtsmuskeln oder andere Muskeln vorübergehend für ein paar Minuten, kurz danach tritt die gleiche Erscheinung dann an einer anderen Seite des Gesichts wieder auf. Oder eine andere Gruppe von Muskeln ist plötzlich betroffen. Dies kann den Patienten verrückt machen.

Die Augen zucken und jucken ebenfalls. Wenn die Augen ein bewegtes Objekt fixieren, treten unkontrollierte Augenbewegungen auf (Nystagmus). Ebenso kann es zu bemerkenswerten Farb- und Sehtäuschungen und Flimmern vor den Augen kommen. Das Lesen ist mühsam. Eine Muskelschwäche der Augen führt zu unregelmäßigenAugenbewegungen, die Dinge erscheinen dort, wo sie nicht wirklich sind, die Pupillen sind erweitert oder verengt. Der Patient klagt über Nebel vor den Augen.Die Ohren sind gerötet, brennen und zucken. Ein Gefühl wie bei Frostbeulen tritt ein. Es kommt auch hier zu Zucken und Kitzeln, des Weiteren zu Schwerhörigkeit, Taubheit, unter Umständen aber auch zu scharfem Gehör. Der Patient tendiert zu Nasenbluten und reichlich stinkendem Ausfluss aus der Nase. Agaricus muscarius wirkt bei chronischen Schleimabsonderungen mit Trockenheit und Schorfbildung. Die Nase ist ebenfalls rot und wie erfroren, sie ist abwechselnd links wie rechts verstopft (Fließschnupfen). Heuschnupfen tritt auf, begleitet von Jucken, besonders der Ohren und des Gaumens. Die Nasenspitze kann bläulich sein. Niesen tritt häufig nach einem heftigen, krampfhaften Anfall von Reizhusten auf.

Die Zunge zittert, zuckt, bebt und es kommt dadurch zu undeutlichem oder stoßweisem Sprechen. Das Sprechen lernen fällt Kindern schwer. Zungenkrämpfe und unartikuliertes Sprechen treten auf. Am Zungengrund entstehen fressende Geschwüre mit Schmerzen. Säuglinge zeigen kleine, weiße Bläschen bei Mundentzündungen. Die Zunge wirkt im Allgemeinen trocken.Die Zähne erscheinen, als seien sie zu lang und sind empfindlich gegenüber Berührung. Im Oberkiefer und in den Zähnen kommt es zu Knochenschmerzen.

Hals: Schwierigkeiten beim Schlucken treten auf, in Kombination mit Heißhunger. Der Patient wirft einige Flocken oder feste Klumpen von Schleim aus, hierbei tritt kaum Husten auf. In der Schilddrüse kommt es zu einem Spannungsgefühl und Schals oder Halstücher werden als zu eng empfunden.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auf der Brust spürt der Patient ein ständiges Kribbeln und Kitzeln, auf dem Rücken ein Prickeln, das auf und ab wandert.

Es besteht ein Engegefühl und ein Zusammenschnüren der Brust. Der Patient muss tief einatmen, damit eine hinreichende Sauerstoffversorgung gewährleistet ist. Anfälle von krampfhaftem Husten erschüttern den ganzen Körper, wie wenn er ersticken wollte. Der Patient muss sich aufsetzen, um Luft zu bekommen. Der Husten tritt meist nachts und morgens auf und ist trocken. Er hört nicht auf, bis die volle Blase entleert ist. In anderen Fällen kommt es zu reichlichem Auswurf von dünnem, gelatineartigem oder stärkebreiähnlichem, durchsichtigen Klumpen von Schleim. Beim Essen und beim Rauchen verschlimmert sich der Husten.

Die ganze Wirbelsäule ist steif. Es besteht ein Gefühl, als ob sie beim Bücken entzwei bräche. Die Rückenmuskeln verkrampfen, es besteht ein Jucken tief im Inneren. Heftige, schießende, brennende Schmerzenplagen den Patienten. Die Schmerzen verlaufen längs der Wirbelsäule, verschlimmern sich beim Bücken und kommen in allen Qualitäten vor. Sie ziehen den Rücken hinauf und hinab. Die Wirbelsäule ist empfindlich gegen Druck, besonders im Genick und zwischen den Schulterblättern.Es kommt häufig zu einem Gefühl, als ob kalte Luft über den Rücken streiche, wie bei der Aura eines epileptischen Anfalls oder als ob der Körper mit Eis in Berührung käme. Es bestehen kalte Stellen, ein Frösteln über dem Rücken, ein Gefühl von Krabbeln, Kriechen und Ameisenlaufen. Die Rückenhaut ist unempfindlich, manchmal sogar taub. Die Lenden- und Kreuzbeinregion schmerzt, besonders bei Anstrengung und beim Sitzen. Das Kreuzbein fühlt sich an, als sei es zerschlagen und wolle zerbrechen. Bei Frauen kommt es häufig zu Schmerzen unterhalb der Taille. 

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Den Patienten plagt ein brennender Durst und rasender und nagender Hunger. Dabei besteht kein großes Verlangen nach Essen. Weitere Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Aufstoßen, starke Aufgetriebenheit des Bauches, Kollern und Unruhe im Leib, stinkende Blähungen, dumpfes Glucksen und kneifende Koliken können auftreten. Eine schleichende Form von Typhus (Typhus abdominalis) mitAufgetriebenheit liegt vor, außerdem ein Zucken der Muskeln und eine paralytische Schwäche. Der Stuhlgang ist schmerzhaft.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Drang zu urinieren ist ebenso stark wie der Stuhldrang, der Urin tröpfelt aber nur. Der Urin ist kalt und die Tropfen können längs der Harnröhre gezählt werden. Er ist milchig, ölig oder hat eine schillernde Oberfläche. Es können auch fettige, schimmernde Häutchen auf der Oberfläche erscheinen.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Männern liegt ein starkes Verlangen nach Geschlechtsverkehr bei gleichzeitig schlaffem Glied vor. Unwillkürliche Samenergüsse geschehen in mehreren Nächten hintereinander. Nach dem Geschlechtsverkehr wirken sie mehrere Tage lang auffallend geschwächt, sind niedergeschlagen und alle Beschwerden verschlimmern sich. Manchmal zeigen sie auch völlige Gleichgültigkeit gegenüber geschlechtlichen Handlungen.Bei Frauen liegt eine vermehrte geschlechtliche Erregung vor. Der nervöse Zustand verschlimmert sich während der Regel und nach dem Geschlechtsverkehr. Schamteile jucken häufig. Frauen, bei denen dies auftritt, befinden sie sich häufig in der Phase des Klimakterium, also zwischen Geschlechtsreife und dem Erlöschen der ovariellen Hormonproduktion.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Alle Muskeln im Körper zucken, überall tritt ein Kribbelgefühl wie von Ameisen auf, das aber nicht in der Haut, sondern in der Muskulatur empfunden wird. Im Schlaf hören Zuckungen und Krämpfe auf. Es bestehen Koordinationsstörungen der willkürlichen Muskulatur. Finger und Hände bewegen sich plump, was der Patient in der Hand hält, wird fallen gelassen und es entstehen Fingerkrämpfe.Es kann zu einer beginnenden Lähmung der unteren Glieder mit Zucken der Muskeln und Brennen längs der Wirbelsäule kommen. Die Gliedmaßen sind taub und wie von einem Veitstanz bewegt, es kommt zu Brennen hier und da und stellenweise zu Kältegefühl und Lähmigkeit. Die Glieder und Hände zittern, alle Bewegungen sind schwerfällig. Gicht und Rheumatismus der Gelenke kommen vor, sowie brennendes Jucken der Hände wie von Frost ausgelöst. Dies vor allem in den kleineren Gelenken, wo die Zirkulation schwach ist. Die Zehen und Finger sind steif. Knochen scheinen zerbrechen zu wollen, besonders die der unteren Gliedmaßen, das Schienbein scheint zu brechen, es kommt aber typischerweise nicht wirklich zu einem Bruch. Bei Kindern treten Wachstumsschmerzen auf, besonders in den Beinen. Die Patienten wollen gerne am Ofen sitzen, sonst bekommen sie kalte Füße. Zu Beginn der Schwangerschaft kann paralytische Schwäche in den unteren Extremitäten vorkommen, die außerdem auch zittern und jucken.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut juckt beim Agaricus muscarius Patienten heftig und entwickelt kleine Pickel. Außerdem hirsekorngroße, dicht beisammen stehende,juckende Hautausschläge. Es kommt zu einem prickeln auf der Haut, Stechen wie mit Nadeln, Brennen, Ameisenlaufen, einem Gefühl von Kälte, wie von Eis auf dem Kopf, obwohl dieser sich warm anfühlt. Es scheint, als wären Eisnadeln unter der Haut. Erfrierungen und Verbrennungen mit Parästhesie und Schädigung der Blutkapillaren treten auf.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf ist schlecht und unerquicklich. Der Patient kann trotz großer Müdigkeit keinen Schlaf finden. Sein Schlaf ist unterbrochen. Er muss etwa zwei- oder dreimal in der Minute gähnen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Tuberculinum bovinum

Tuberculinum wird aus dem Sputum eines an Tuberkulose Erkrankten oder auch aus tuberkulösem Lungengewebe mit Kaverneninhalt gewonnen. Tuberculinum wird auch für den Geist und das Gemüt angewendet, ebenso bei Lungenerkrankungen. Der Tuberculinum Patient ist ebenfalls unzufrieden und ruhelos, mit unstillbarem Wunsch nach Veränderung. Kinder neigen auch zu Verhaltensstörungen und Hyperaktivität.Der Patient hat Probleme beim Atmen, teilweise sogar mit Erstickungsgefühlen in warmen Räumen mit Verlangen nach kalter Luft. Es tritt wie bei Agaricus muscarius trockener Husten auf, der allerdings nicht morgens, sondern nur abends und nachts vermehrt auftritt. Der Auswurf ist nicht durchsichtig, sondern dick, gelb oder gelb-grünlich und kann leicht abgehustet werden.Da das Mittel aus infektiösen Material gewonnen wird, eignet es sich nicht zur Selbstbehandlung und sollte unter Anleitung eines Homöopathen eingenommen werden.

Hintergrundinformationen

Agaricus muscarius oder auch Amanita muscaria genannt, ist ein in unseren Breitengraden als Fliegenpilz bekannter Giftpilz. Er gehört zur Gattung der Wulstlinge und wächst in den Wäldern von Mitteleuropa in der Nähe von Birken und Fichten. Zwischen Juli und Oktober tritt er besonders in Erscheinung. Er trägt einen rot-orangefarbigen Hut, der mit weißen erhabenen Schuppen überzogen ist. Dies verleiht ihm das charakteristische Aussehen. Diese Schuppen oder Tupfer sind Überreste der Hülle, Velum genannt, in der der Pilz in seiner Jugend zum Schutze der Sporen steckt. Wenn es stark regnet, können die Tupfer weggespült werden.[9]

Der Fliegenpilz enthält neben Cholin und Ibotensäure auch die Spurenelemente Vanadium und Selen. Cholin ist ein Vitamin B und ist essenziell für den Körper, sollte ihm also regelmäßig zugeführt werden.[5]Dem Spurenelement Selen wird eine krebsvorbeugende Wirkung zugesprochen.[6] Anderen Studien zufolge ist das Gegenteil der Fall, besonders das Prostatakrebsrisiko soll durch Selen gesteigert werden.[7]Ibotensäure ist eine Aminosäure, die im Körper normalerweise nicht vorkommt. Wird sie dem Körper trotzdem in bestimmten Mengen zugeführt, löst sie Unwohlsein aus. Dennoch ist ihre Wirkung auf den Körper eher schwach. Erst nach längerer Lagerung wandelt sich der Wirkstoff um (in Muscimol) und bekommt stärkere halluzinogene Wirkungen.[8]Aufgrund all dieser Inhaltsstoffe wirkt der Fliegenpilz bei Einnahmeleicht giftig. Es können nach dem Verzehr halluzinogene Zustände, sowie Krämpfe und Lähmungen auftreten.Für die Herstellung als homöopathisches Präparat wird die frische Frucht verwendet.In Japan ist der Fliegenpilz eine besondere Spezialität. Auch in Norddeutschland stand der Fliegenpilz in früherer Zeit auf dem Speiseplan. Die giftigen Inhaltsstoffe befinden sich hauptsächlich in der Huthaut und sind größtenteils wasserlöslich. Um das Gift zu entfernen wurde der Pilz für 24 Stunden in Wasser eingelegt und danach in der Pfanne gebraten. Trotz dieser Prozedur bleibt hierbei ein großes Vergiftungsrisiko. Vom Selbstversuch ist dringend abzuraten.[9]Fliegenpilzvergiftungen können zu schweren Gesundheitsstörungen, aber nur in seltenen Fällen zum Tode führen. Das Nervengift des Pilzes ist besonders für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich.[1]