Globuli von A bis A

Anacardium occidentale Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Der westindische Elefantenlausbaum (Anacardium occidentale), auch als Cashewbaum benannt, ist im gesamten tropische Zentral- und Mittelamerika verbreitet. Die Naturvölker bedienten sich seiner Nüsse gegen Krätze, Flechten und Hautausschläge, die Rinde wurde gegen Hautunreinigkeiten verwendet. Der Samen wird zur Vertilgung von Warzen und Hühneraugen angewandt. Die Afrikaner bedienen sich der Früchte als Mittel gegen Magenbeschwerden. Entsprechend des Ähnlichkeitsprinzips nach Samuel Hahnemann wird das homöopathische Mittel Anacardium occidentale bei diesen Symptomen gerne eingesetzt. Anacardium occidentale ist in der Homöopathie bei vielen Indikationen hilfreich, die auch bei Anacardium orientale eingesetzt werden. [6][7]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Anacardium-Patienten leben in einem unerträglichen Widerstreit zwischen Gefühl und Verstand und sind sehr nervenschwach. Es besteht ein großes Verlangen nach Aufmerksamkeit. Das Grundthema ist, dass der Anacardium-Patient das Gefühl hat zwei Personen oder zwei Willen in sich zu haben. Meist haben sie einen ausgeprägten Mangel an Selbstvertrauen mit krankhaften Minderwertigkeitsgefühlen und sind übertrieben ängstlich. [3][4]

Wo wirkt es?: Anacardium occidentale kann bei seelischen Beschwerden hilfreich sein. Es wird eine positive Wirkung auf Geist und Gemüt beschrieben. Körperlich wird Anacardium occidentale hauptsächlich bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, der Haut sowie bei psychischen Beschwerden verabreicht. Bei Hauterkrankungen mit Gefäßstauungen (Dermatopathien) wird es ebenfalls besonders dann eingesetzt, wenn diese mit heftigstem Juckreiz und Blasenbildung verbunden sind. [3][4]

In welchem Alter?: Der Einsatz der Arznei erstreckt sich vom Kleinkindalter bis ins hohe Lebensalter. Im Kindesalter und im hohen Lebensalter steht eher die Psyche im Vordergrund, im Erwachsenalter kommt das Mittel vor allem für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie bei Hauterkrankungen zum Einsatz. [1][3][4]

 

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Fühlt sich zerrissen im Körperlichen als auch im Geistigen. Das zeigt sich in den Träumen und auch an der körperlichen Symptomen
  • Besserung vieler Beschwerden durch Essen: das gilt für körperliche Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder juckende Hautausschläge wie auch psychische und geistige Beschwerden
  • Intensiv juckende, brennende Hauterscheinungen
  • Reißende Schmerzen
  • Übertriebene Angst krank zu sein (Hypochondrie)
  • Lähmungserscheinungen

Heilanzeigen von Anacardium occidentale bei Kindern sind möglich bei Symptomen wie:

  • Gewalttätig und sanft im Wechsel
  • Prüfungsängste und plötzliche Gedächtnisschwäche bei Schülern und Studenten mit Heißhunger auf Süßes und dem Drang zu fluchen
  • Selbstmordgedanken wegen schlechter Zensuren
  • ADHS [5]

Heilanzeigen von Anacardium occidentale bei Erwachsenen sind zu beobachten bei:

  • Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwüre, Zwölffingerdarmgeschwüre mit Nüchternschmerz oder nervöse Magenbeschwerden, die durch Essen leichter werden
  • Verstopfung oder Rheuma, was sich beim Essen vorrübergehend bessert, nach ein bis zwei Stunden aber wieder verschlimmert
  • Schwächezustände durch Überanstrengung des Gehirns
  • Juckende, brennende Hautauschläge mit Schwellung und Wundheit, später entwickeln sich Blasen, die teuflisch brennen
  • Bläschen, Pusteln, Quaddeln, Herpes oder Hautverdickungen, die sich von einer Stelle aus über den ganzen Körper ausbreiten können, auch Genitalherpes
  • Schlaganfall

Verbesserung: Die Symptome werden durch Essen, warme Umschläge, beim Liegen auf der Seite, heißes Wasser und kalte Getränke besser

Verschlechterung: Heißwasseranwendungen, 2-3 Stunden nach dem Essen, geistige oder körperliche Anstrengung, Gemütsbewegungen, wie Zorn, Schreck, Sorge oder Kränkung wirken sich negativ aus. Desweiteren verschlechtern Kälte, Zugluft oder frische Luft die Symptome. Die Verschlechterung kann auch die Folge eines unterdrückten Hautausschlages sein. 

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Anacardium-Patient glaubt aus zwei Personen zu bestehen oder von zwei Willen besessen zu sein. „Ein Teufel sitzt auf dem einen Ohr, ein Engel auf dem anderen“. Alle Dinge erscheinen wie ein Traum, Gegenstände scheinen wie weit entfernt. Er glaubt, alles, was er wahrnimmt entspricht nicht der Realität. Es besteht eine große Gedächtnisschwäche, er vergisst plötzlich Namen oder erkennt Leute nicht mehr, die neben ihm stehen. Es besteht eine übertriebene Angst krank zu sein. Anacardium occidentale kann sehr hilfreich sein, wenn Missbrauch, Misshandlung in Familie, Ehe oder persönlichen Beziehungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch im Vordergrund stehen. [1][3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Anacardium occidentale-Patienten fühlen sich zerrissen im Kopf und haben reißende Kopfschmerzen auf der linken Seite [3][4][6][7]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Anacardium occidentale-Patienten kann das Gesicht durch Hautauschläge bis zur Unkenntlichkeit entstellt sein. Die Gesichtszüge haben eine lepraartige Veränderung und die Lippen fühlen sich ledrig an. Es kann zum Einreißen der Mundwinkel kommen. Auch nässende Hautrisse (Intertrigo) hinter den Ohren oder Schwellungen der Ohren mit Jucken und Brennen treten auf. Durch eine Lähmung mit geistiger Behinderung (Imbezillität) fließt während dem Trinken die Flüssigkeit aus dem Mund. Das Mittel wirkt auch bei Entzündungen im Mundraum (Aphten). [3][4][6][7]

Atmungsorgane/Brust/Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Puls ist eher langsam und mäßig. Es kann beim Atmen zur Lähmung mit geistiger Behinderung (Imbezillität) kommen. [7]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Stuhlgang hat der Anacardium-Patient das Gefühl am After reißt etwas ein. Es bestehen ein Leeregefühl im Magen und eine schwache Verdauung. Es treten allergische Reaktionen bei der Nahrungsaufnahme von Nüssen auf. [6][7]

Harn- und Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Anacardium-Patienten neigen zu gehäufterem Ausscheiden von Urin. Beim Wasserlassen brennt es feurig. [7]

Weibliche Genitalien: Wundheit und Jucken an den Genitalien, dass beim Kratzen höllisch brennt, können auf Anacardium occidentale hinweisen. [6][7]

Männliche Genitalien: Es kann ein „wollüstiges Jucken“ am Hodensack auftreten, das sexuelle Begierde auslöst. [7]

Extremitäten Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Anacardium occidentale hilft gut bei Sehnenentzündungen. [7]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Anacardium occidentale-Patienten können unter intensiv juckenden Hauterkrankungen (Ekzemen) leiden, die mit einer reizbaren Gemütsverfassung einhergehen. Es kann zu blasenartigen Ausschlägen, juckend nässenden Hautausschlägen vor, unter oder hinter den Ohren oder auch Jucken und Brennen von Gesicht und Ohren kommen. Die Haut zwischen den Fingernägeln ist wie eingeschnitten. Die Haut verfärbt sich zwischen feuerrot und blau. [7]

Fieber/Schwitzen/Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Anacardium occidentale-Patienten frieren leicht. Der Schweiß brennt auf der Haut wie die Säure eines Ameisenhaufens. [7]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Anacardium-Patienten bezeichnen ihre Träume als „hirnrissig“. [7]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Anacardium orientale

In der Homöopathie wird meist Anacardium orientale (ostindischer Elefantenlausbaum) verwendet, es ist oft schwer zu unterscheiden, ob Anacardium occidentale passender für die Behandlung wäre, bei Hautbeschwerden ist Anacardium occidentale allerdings oft das bessere Mittel. Es entspricht dem Charakteristikum dieser homöopathischen Medikamente, das Anacardium occidentale und Anacardium orientale an zwei so unterschiedlichen Stellen auf der Erde wachsen, denn die Zweiteilung zieht sich wie ein roter Faden durch die Mittelbilder beider Arzneien.

Rhus toxicodendron

Rhus toxicodendron, die Gifteiche, gehört wie Anacardium occidentale zu den Sumachgewächsen. Die Hautausschläge von Rhus toxicodendron-Patienten ähneln in vieler Hinsicht denen von Anacardium occidentale-Patienten. Der ganze Körper kann von einem Ausschlag bedeckt sein. Die Ausschläge jucken fürchterlich. Anacardium occidentale kann als Gegenmittel bei Rhus-toxicodendron-Vergiftungen gegeben. Im Vergleich zu Anacardium occidentale besteht bei Rhus toxicodendron eine extreme Unruhe. Typisch für die Gabe von Rhus toxicodendron wäre eine dreieckig belegte Zunge mit roter Zungenspitze.

Cantharis

Die spanische Fliege (Cantharis), auch Blasenkäfer benannt, hat wie Anacardium occidentale einen großen Bezug zur Haut und der Psyche. Wie bei Anacardium occidentale kann es im Genitalbereich zu brennenden Schmerzen kommen und der Urin brennt beim Wasserlassen feurig. Die Haut ist stark gerötet. Im Gegensatz zu Anacardium occidentale besteht bei Cantharis ein unerträglicher dauernder Harndrang. Auf den Urin muss man aber warten und durch Pressen kommt er nur tröpfelnd heraus. [8]

Barium carbonicum

Barium carbonicum ist ein farbloses Salz. Es wirkt reizend auf die Schleimhäute, stört das Nervensystem den Magen-Darmtrakt sowie das Herz-Kreislaufsystem. Barium carbonicum-Patienten leiden wie Anacardium occidentale-Patienten unter Gedächtnisverlust. Es kommt hauptsächlich im Kleinkindalter oder hohen Alter zum Einsatz. Auch eine Magen-Darmsymptomatik ist bei Barium carbonicum-Patienten vorhanden. Typisch für Barium carbonicum-Patienten sind geschwollene Lymphdrüsen, was für Anacardium occidentale nicht in Frage kommt. [8]

Hintergrundwissen

Der Kaschunuß- oder westindische Elefantenlausbaum, der in seinem Erscheinen an den Walnussbaum erinnert, wird 6-10 m hoch. Die Zweige sind kahl und glatt und nach oben dicht beblättert. Die wechselständigen Blätter sind lederartig, verkehrt-eiförmig etwa 12-14 cm lang und 6-8 cm breit, ganzrandig und am oberen Ende stumpf oder ausgerandet. Die kräftige Mittelrippe und die davon ausgehenden Seitennerven treten auf der Blattunterseite stark hervor. Die Blüten stehen in trugdoldigen, endständigen Rispen. Die Blütenstiele sind 2-3 mm lang. Der Kelch ist tief fünfteilig, die Kelchblätter lanzettlich, aufrecht, sich dachziegelartig deckend, außen dicht und kurz grau behaart. Die Blumenblätter sind fünf, lineal – lanzettlich, 7-8 mm lang, 1 mm breit, sehr spitz, außen zart grau behaart, innen kahl, gelb mit rotem Streifen, zuletzt nach außen gekrümmt. Der Kelch besitzt sieben bis zehn Staubblätter, die an der Basis verwachsen sind, bis auf eins sind sie unfruchtbar. Das Fruchtbare ist 8-9 mm lang, die unfruchtbaren Blätter sind nur 3-4 mm. In der Frucht befindet sich ein Fruchtknoten mit langem pfriemförmigem Griffel und punktförmiger Narbe. Die Frucht ist eine nierenförmige, zusammengedrückte Steinfrucht, die in der Einbuchtung mit einem Nabel versehen ist. Der Fruchtstiel verdickt sich bei der Reife zu einem birnenförmigen, schwammigen, 6-7 mm langen und oben 4-5 cm breiten, gelben und rötlichen Organ. Der nierenförmige Samen besitzt kein Nährgewebe.

Die Früchte dienen bei den Indianern als blasenziehendes Mittel und werden zu diesem Zwecke als Amulett auf der bloßen Brust getragen. Die sehr saftigen, birnenförmigen Fruchtstiele mit süß-säuerlichem, apfelartig-herbem Geschmack werden zur Erzeugung einer Limonade, sowie zur Herstellung des alkoholischen Kaschuweines benützt. Die Afrikaner, die die Fruchtböden roh oder als Speise zubereitet essen, sollen sich ihrer als Mittel gegen Magenbeschwerden bedienen. In dem als Mandelersatz verwendeten Samen ist ein angenehm schmeckendes Öl, das Acajouöl, das in Brasilien seit Jahrhunderten als Speiseöl gebraucht wird, enthalten. Der Samen eignet sich auch zur Vertreibung von Termiten.

Aus dem schwarzen Saft der Samen wird eine sehr haltbare Leinwandfarbe gewonnen. Das schwach rötliche Holz dient zum Kisten- und Bootsbau. Zur Herstellung des homöopathischen Mittels Anacardium occidentale werden die reifen getrockneten Früchte verwendet [1]