Einzelmittel: Globuli von A bis A

Aconitum Napellus Globuli

PantherMedia / Petra Nehmeyer
© PantherMedia / Petra Nehmeyer

Aconitum napellus ist im Deutschen auch unter den Namen Blauer Eisenhut oder Mönchskappe bekannt. Dabei handelt es sich um eine in Mitteleuropa weit verbreitete hochgiftige Pflanze, die in der Homöopathie vielfältig eingesetzt wird. So wird Aconitum napellus eine gute Wirkung insbesondere bei plötzlich und heftig eintretenden Beschwerden zugeschrieben und er gilt als eines der stärksten Mittel in der Homöopathie überhaupt.

Erste Erwähnungen für die Verwendung von Aconitum napellus finden sich bereits in der Antike. So wurde er bereits als Gegengift bei Skorpionstichen vom griechischen Militärarzt Pedanios Dioskurides im 1. Jahrhundert eingesetzt. Auch in der griechischen Mythologie findet der Eisenhut Erwähnung und wird dort als Produkt des Speichels des Hundes Kerebros beschrieben. [1]

Auch Samuel Hahnemann, der als Begründer der Homöopathie gilt, war von der Wirkung des
Blauen Eisenhuts überzeugt und erwähnt in in seinen Aufzeichnungen.

Aconitum napellus wird in der Homöopathie insbesondere bei Schocks und Erkältungsbeschwerden eingesetzt. Es gilt dabei als Mittel gegen akute Beschwerden und sollte bei chronischen Erkrankungen nur bedingt eingesetzt werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei Wem?: Das Beschwerdebild bei Aconitum napellus ist zunächst sehr vielfältig. Wichtig ist insbesondere der Beginn der Beschwerden. Hier ist ein plötzlicher und heftiger Beginn der Symptome typisch. Häufiges Einsatzgebiet sind außerdem Erkältungszustände. Diese gehen oft mit einem trockenen Husten und Kurzatmigkeit einher und können insbesondere im
Anfangsstadium gut auf Aconitum napellus ansprechen. Auch bei plötzlich auftretenden Neuralgien oder bei Erkrankungen der Herz-Kreislaufsystems kann er gut eingesetzt werden. Panikattacken und andere psychische Nervositätsstörungen eignen sich ebenfalls für eine Therapie. Typisch ist hier zudem ein dauerhaftes Angstgefühl.

In welchem Alter?:Aconitum napellus ist zunächst auch gut im Kindesalter als Homöopathikum einsetzbar. Hier kann es insbesondere bei Erkältungs- oder Zahnbeschwerden verwendet werden. Auch Frauen im gebährfähigem Alter können sehr gut darauf ansprechen, weshalb er auch zur Geburtsbegleitung zum Einsatz kommt. Prinzipiell ist eine Verwendung in allen Altersgruppen möglich, insofern Leitsymptomatik, Beschwerdebild und Charakterzüge des Patienten gut zu Aconitum napellus passen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wie bei den meisten homöopathischen Mitteln gibt es auch für Aconitum napellus einige charakteristische Symptome, die wenn sie in Kombination vorhanden sind, die Verwendung des Mittels empfehlen. Für Aconitum napellus sind dies:

  • Ruhelosigkeit und Ängstlichkeit bis hin zurTodesangst
  • Entzündungen mit starker Überhitzung
  • brennender Durst


Verbesserung: Eine Verbesserung ihrer Beschwerden erfahren die betroffenen Personen durch Ruhe, Alleinsein und frische Luft. Schmerzen können auch durch Wärme auf den betroffenen Gebieten und das damit verbundene Schwitzen gut gelindert werden.


Verschlechterung: Eine Verschlechterung tritt meist während des Schlafens, insbesondere um Mitternacht ein. Auch Druck, Zugluft, Unterkühlung und Schockzustände können nicht nur Auslöser für Beschwerden sein, sondern diese noch zusätzlich verschlimmern. Bei Frauen kann es außerdem auch im Rahmen der Menstruation zu einer Verschlechterung kommen. [2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Geeignete betroffene Personen sind oft von lebhaftem und robusten Charakter. Sie erkranken zwar schnell, werden aber auch immer schnell wieder gesund. [3] Auslöser der Beschwerden sind oft Schocks oder schlimmer Ereignisse, die den ansonsten starken Charakteren zu schaffen machen. Betroffene Kinder sind hyperaktiv und können sich schwer konzentrieren, wodurch insbesondere die schulischen Leistungen leiden können.

Bei Erkrankung kommt es häufig zu einer paradoxen Todessehensucht. Obwohl sich die betroffenen Personen den Tod zur Linderung ihrer Beschwerden wünschen, haben sie dabei eine große, schwer beruhigbare Todesangst. Diese Angst kann sich bis zu Panikattacken steigern. Zusätzlich besteht eine permanente Ruhelosigkeit mit Stimmungsschwankungen.

Gut behandelt werden kann auch eine Platzangst (Klaustrophobie), Zukunftsängste oder Lampenfieber.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene Personen können bereits durch einen einzigen kalten Luftzug Kopfschmerzen bekommen. Diese treten plötzlich und mit großer Intensität auf. Das Gesicht ist bis auf die geröteten Wangen blass und wirkt aufgedunsen. Zusätzlich kann es zu Taubheitsgefühlen und Schwindel kommen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Aconitum napellus kann gut gegen Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen eingesetzt werden. Bei Kindern kann es auch gegen Schmerzen beim Zahnen gut hilfreich sein.

Auch bei Augen- und Ohrenentzündungen, die gleichzeitig mit einer starken Lichtempfindlichkeit einhergehen, kann Aconitum napellus eingesetzt werden.
Zusätzlich besteht dabei oft Lärmempfindlichkeit, Fieber, Unruhe und Angst. Bei Bindehautentzündungen besteht oft das Gefühl als hätte der Betroffene Sand im Auge. Die Schmerzen sind dabei stark brennend, während das Auge kaum tränt. Die Schmerzen verschlechtern sich durch Bewegung der Augenmuskeln.

Aufgrund einer Trockenheit der Schleimhäute kommt es häufig zu Nasenbluten. Die Schleimhäutekönnen dabei stark brennen und von Taubheitsgefühl geplagt werden. Oftmals haben die betroffenen Personen bei Erkrankung einen bitteren Geschmack im Mund.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch ist ein heiserer trockener Husten und ein starkes Lungenbrennen. Die meist stechenden Schmerzen können dabei bis in den Rücken ausstrahlen, sodass sie zunächst als Rückenschmerz fehlgedeutet werden können. Zusätzlich kann Herzrasen bestehen, welches eine bereits vorhandene Ängstlichkeit noch weiter steigern kann. Bei Kindern liegt oft Krupp-Husten vor, welche zu häufigem nächtlichen Erwachen führt. Ursächlich ist oft die Exposition gegenüber kalten und trockenem Wetter. [4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Aconitum napellus kann auch gut gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden. Ursächlich kann beispielsweise ein Magengeschwür sein, welches durch dauerhafte Angstzustände und den damit verbundenen Stress entstanden ist. Begleitet werden die Beschwerden von Schweißausbrüchen und einem starken Durstgefühl, insbesondere auf kalte und saure Getränke. Während der gesamten Dauer der Beschwerden sind die Betroffenen ruhelos.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Neugeborenen kann Aconitum napellus bei einer Verringerung der Harnmenge eingesetzt werden. Beim Erwachsenen kann ein häufiger Harndrang, der zusätzlich schmerzend und von geringer Harnabgabe begleitet ist, ebenfalls gut behandelt werden. Der Urin kann dabei bräunlich verfärbt sein und in der Nierengegend kann ein stechender Schmerz bestehen. Ursächlich können banale Erkältungen sein. Auch Blasenentzündungen können mit Aconitum napellus behandelt werden. Sie sind meist durch Schreck, Kälte oder kalte Zugluft ausgelöst. Als Begleitsymptome bestehen Fieber, brennende Schmerzen und ein häufiger Harndrang.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Männern kann es zu einem gesteigerten sexuellen Verlangen mit Episoden der Lüsternheit kommen. Dabei sind die Hoden oft geschwollen und schmerzhaft.

Bei Frauen kann ein wehenartiger Druck in der Gebährmutter gut mit Aconitum napellus behandelt werden. Die Menstruation ist dabei von scharfen und einschießenden Schmerzen begleitet. [5]

In der Schwangerschaft kann bei Aconitum-Patientinnen Unruhe und Todesangst bestehen, welche von heftigen Wehen und erhöhter Atemfrequenz begleitet wird. Alpträume und Berührungsängste gehören ebenfalls zum Beschwerdebild.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch sind Neuralgien oder ein steifer Hals, ausgelöst durch Zugluft. Auch akute Gichtanfälle können gut auf eine Therapie mit Aconitum napellus ansprechen.

Die Patienten leiden unter schwitzigen Händen und kalten Füßen. Krämpfe können ebenfalls gehäuft auftreten. Des weiteren können auch Verstauchungen und Verrenkungen gut behandelt werden. Das betroffene Körperglied ist dabei stark überwärmt und gerötet. Kühlende Umschläge können lindernd wirken.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch ist eine heiße und trockene Haut. Auch Hautausschläge können therapiert werden. Diese sind typischerweise von masernartigem Aussehen und von glänzend heißen Schwellungen begleitet. Ein Juckreiz besteht üblicherweise nicht, stattdessen dominieren Brennen und Schmerzen in den betroffenen Arealen. Fieber ist ein häufiges Begleitsymptom bei Hauterkrankungen. Außerdem kann es zu einem tauben Kribbeln der Haut an den Extremitäten kommen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Fieber ist insbesondere bei Entzündungen ein häufiges Begleitsymptom und kann gutbehandelt werden. Dabei treten oft hohe Temperaturen auf, die auch mit einer starken (subjektiven) Überhitzung des Betroffenen einhergehen. Diese können sich mit Frostschauern abwechseln.

Im Bereich der Entzündungen ist eine starke Überhitzung charakteristisch. Kalter Wind kann außerdem zu Ruhelosigkeit und Ängstlichkeit führen. [6]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schlaflosigkeit kann als Folge von Schreck, Schock oder Zorn auftreten. Der Schlaf ist dabei sehr unruhig und wird häufig von Alpträumen begleitet. Zusätzlich besteht oft ein starkes Schwitzen, wodurch sich die Patienten nachts aufdecken. [7]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Nux vomicaPantherMedia / Willy Brüchle

Nux vomica gilt als eines der belibtesten Mittel bei Magen-Darm-Beschwerden. Ursächlich ist dabei oft Stress, insbesondere am Arbeitsplatz, woher auch die Bezeichung als Manager-Globuli herrührt. Zusätzlich besteht oft eine ungesunde Lebensweise mit starkem Alkohol- und Nikotinkonsum. Charakteristisch für Nux vomica Patienten ist zudem, dass sie in der gleichen Haltung aufwachen in der sie auch abends eingeschlafen sind. Typisches Beschwerdebild ist ein Völlegefühl mit Übelkeit und Erbrechen nach ausgiebiger Nahrungsaufnahme, das sich durch Nahrungskarenz verbessert.

Chamomilla recutita

Insbesondere als Alternative zu Aconitum napellus bei psychischer Unruhe eignet sich Chamomilla ideal zur Therapie von übermäßiger Reizbarkeit
und Hysterie. Auch Bauchschmerzen im Rahmen von Menstruationsbeschwerden oder Magen-Darm-Infekten eignen sich gut für eine Therapie. Bei Kindern ist Chamomilla eine gute Alternative bei der Therapie von Zahnungsschmerzen. Auch besteht hier eine starke Neigung zu Fieber und Überhitzung. Schmerzen gehen oft mit einer weinerlichen oder reizbaren Stimmung einher.

Atropa BelladonnaPantherMedia / Christa Eder

Genau wie Aconitum napellus wird auch Belladonna bei plötzlich und sehr heftig einsetzenden Beschwerden verabreicht.
Hauptanwendungsgebiet sind dabei Erkältungskrankheiten mit Fieber und Atemwegsentzündungen. Weiteres Überschneidungsgebiet ist die oftmals bestehende Todesangst bei Erkrankung. Beschwerden gehen bei Belladonna üblicherweise mit großer Hitze und Überwärmung der betroffenen Stellen einher. Die Wirkung wird als krampflösend und beruhigend auf der zentrale Nervensystem beschrieben.

Hintergrundinformationen

Aconitum napellus wird zu der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und der Gattung der Eisenhüte (Aconitum) gezählt. Wörtlich übersetzt bedeutet Aconitum „ohne Staub“, was vermutlich ein Hinweis darauf sein soll, dass die Pflanze mit minimalen Ansprüchen an Erde und Nährstoffe auskommt. Trotz seiner weiten Verbreitung in fast allen europäischen Gebirgen und Mittelgebirgen steht die Pflanze unter Naturschutz. Am häufigsten zu finden ist der blaue Eisenhut in Höhen zwischen 1000 und 3000 Metern auf kalkhaltigen Lehm- und Tonböden.

Charakteristisch
sind die helmartigen dunkel-blauen
Blüten, welche das Aussehen der Pflanze in der Blütezeit von Juli bis September bestimmen. Das helmartige der Form der fünf Blütenblätter gibt dem Eisenhut seinen deutschen Namen.

Das von ihm produzierte Gift Aconitin gilt als eines der giftigsten Stoffe des Planzenreichs. In seiner Reinform führt es nicht nur beim Verschlucken zu Vergiftungserscheinungen, sondern kann auch über Haut und Schleimhäute resorbiert werden. Es wirkt an Ionenkanälen insbesondere in Nerven und anderen reizleitenden Strukturen. Es kommt somit zu Lähmungserscheinugen und tödlichen Herzrhythmusstörungen. Das meiste Gift ist in der Pflanzenwurzel enthalten, hier kann bereits eine Aufnahme von zwei Gramm
tödlich sein. Bei einer Vergiftung kommt es zunächst zu einem Taubheitsgefühl an Zunge und Lippen, welche sich dann auf den gesamten Körper ausbreitet. Aufgrund seiner bemerkenswerten Giftigkeit ist Aconitum napellus in Deutschland bis zur Potenz D3 verschreibungspflichtig.

Weitere Anwendungsgebiete finden sich unter anderem in der tradionellen chinesischen Heilkust wo die Pflanze gegen Erkältungen, Rheuma und Nervenschmerzen eingesetzt wird. Auch eine Verwendung als Pfeilgift ist belegt. [8]

Bei uns ist der Blaue Eisenhut vor allem als Zier- und Schnittpflanze beliebt. Es gibt
zahlreiche Züchtungen mit vielfältigen Blütenfarben, die sich stark von der
Wildform unterscheiden.