Globuli von A bis A

Adonis vernalis Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Das homöopathische Mittel Adonis vernalis wird aus einer Heilpflanze, dem Adonisröschen, zubereitet. Die Pflanze wächst insbesondere auf kalk- und gipshaltigen, felsigen Böden in Ost- und Südeuropa. In Deutschland ist Adonis vernalis hingegen nur selten anzutreffen. Hier steht das Feuerröschen oder Teufelsauge, wie die goldgelb blühende Pflanze auch genannt wird, unter Naturschutz. Sie enthält Wirkstoffe, die auf das Herz wirken (sogenannte Herzglykoside) und wurde schon in der Volksheilkunde gegen verschiedene Herzleiden, bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und auch zum Austreiben von Blasen- und Nierensteinen angewendet. Zur Herstellung der homöopathischen Arznei Adonis vernalis wird die zur Blütezeit geerntete frische Pflanze ohne Wurzeln verwendet.

Bislang wurde die Wirkung von Adonis vernalis nach homöopathischen Grundsätzen nur an wenigen gesunden Personen geprüft, deshalb leiten sich viele Anwendungsempfehlungen aus dem Erfahrungsschatz der Pflanzenheilkunde ab. Viele dieser Angaben haben sich mittlerweile beim Einsatz von Adonis vernalis in Form einer homöopathischen Arznei bestätigt.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Adonis vernalis wird insbesondere eingesetzt bei Herzerkrankungen, rheumatischen Beschwerden oder Nierenleiden.

Wo wirkt es?: Adonis vernalis hat einen starken Bezug zum Herz. Es übt eine kräftigende Wirkung auf die Herzmuskeln aus, indem es die Kontraktionskraft erhöht. Bei Patienten, denen Adonis vernalis helfen kann, sind die Herzmuskeln angegriffen aufgrund einer rheumatischen Erkrankung, nach einer Grippe oder Niereninfektion. Die Muskeln können sich nicht mehr genügend zusammenziehen und durch die daraus resultierende Herzschwäche kommt es zu einem Blutrückstau im Lungenkreislauf.Atembeschwerden, Wasseransammlungen (Ödemen), verminderten Harnfluss oder andere Beschwerden können die Folge sein.

In welchem Alter?: Grundsätzlich kann Adonis vernalis in jedem Lebensalter eingesetzt werden. Die Beschwerden, bei denen das Mittel hilfreich ist, treten allerdings vorwiegend bei älteren Personen auf.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die führenden Leitsymptome, die auf die Anwendung von Adonis vernalis hinweisen, zeigen sich im Bereich von Herz- und Kreislaufbeschwerden. Charakteristisch ist die schwache Herztätigkeit mit nachfolgenden Wassereinlagerungen, Atemnot, Herzhusten, unregelmäßigem Puls und Einschnürungsgefühl. Das Mittel wird zudem bei fieberhaften Krankheiten mit beschleunigtem Herzschlag empfohlen sowie bei Kopfschmerzen, die vom Hinterkopf um die Schläfe herum zu den Augen ziehen.

Verbesserung: Durch Anstrengung, beispielsweise auch beim Gehen. Spaziergänge an der frischen Luft bringen zudem oft eine große Linderung.

Verschlechterung: Äußere Kälte, aber auch im Liegen.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gemütssymtpome sind bei Adonis vernalis grundsätzlich nicht stark ausgeprägt, die Mittelwahl richtet sich vorwiegend nach den körperlichen Beschwerden.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann ein Gefühl bestehen, als wäre die Kopfhaut zu eng. Patienten, die Adonis vernalis benötigen, klagen häufig über Schwindel, insbesondere bei schnellem Bewegen oder beim Drehen des Kopfes, aber auch bei Aufstehen vom Liegen. Der Schwindel bessert sich an der frischen Luft.

Die Zunge ist schmutzig-gelb belegt, manchmal haben die Patienten ein Gefühl, als wäre sie verbrüht.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Inhalt

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Adonis vernalis kann bei zahlreichen Herzbeschwerden angezeigt sein, beispielsweise bei einer Entzündung des Herzmuskels (Myocarditis) oder einerrheumatischen Entzündung der Herzinnenhaut (Endocarditis). Das Herz schlägt unregelmäßig, die Patienten klagen über ein Einschnürungsgefühl in der Brust und leiden zudem häufig unter Schwindel. Der Puls ist schnell und unregelmäßig.

Bei der sogenannten& Herzverfettung, auch Fettherz genannt, kommt es zu Fetteinlagerungen im Bereich des Bindegewebes am Herzen. Durch eine verminderte Pumpleistung kann es zu Atemproblemen wie dem sogenannten Herzasthma (Asthma cardiale) kommen. Aufgrund des Blutrückstaus in die Lunge (Stauungslunge) wird Flüssigkeit in die Lungen gedrückt, wodurch die Lungen nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen können. Die Patienten leiden an Atembeschwerden wie nächtlicher Atemnot oder einem trockenem, kitzelndem Husten. Sie haben ein Verlangen, einen tiefen Atemzug zu nehmen. Manchmal beschreiben sie auch das Gefühl, als läge ein schweres Gewicht auf der Brust. Auch ein Schmerz in der Herzgegend (Präcordialschmerz) und eine Stauung im venösen Blutkreislauf sind charakteristisch.

Das Mittel ist zudem hilfreich bei Entzündungen des Herzbeutels (Pericarditis) mit nachfolgender Herzverfettung. Außerdem bei Erkrankungen der Herzklappen wie der Mitral- oder Aortenklappeninsuffizienz.[3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, bei denen Adonis vernalis angezeigt sein kann, klagen über ein Druckgefühl im Magen oder im Darm, als würde dort ein schweres Gewicht liegen. Teilweise besteht auch ein Schwächegefühl im Oberbauch oder ein nagender Hunger, die Patienten sind aber oft bereits nach wenigen Bissen satt.[3]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Harnmenge der Patienten ist oft vermindert. Es kann zu Eiweiß im Urin (Albuminurie) kommen. An der Oberfläche des Urins findet sich ein Ölhäutchen.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Aufgrund der verminderten Herzleistung kann es bei Adonis vernalis-Patienten zu Wassereinlagerungen (Ödemen) im Bereich der Extremitäten kommen. Rücken und Nacken können zudem steif und schmerzhaft sein.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf ist sehr unruhig, und häufig berichten die Betroffenen von schrecklichen Träumen. Manchmal finden sie aufgrund von umherschweifenden Gedanken nicht in den Schlaf.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Crataegus

Das homöopathische Mittel Crataegus oxyacantha wird aus den Früchten des Weißdornstrauches zubereitet, einer Heilpflanze mit großer Wirkung auf das Herz. In der Pflanzenheilkunde wird es bei Herzschwäche empfohlen, und auch in der Homöopathie zeigen sich viele Parallelen zu diesem Beschwerdekomplex. Die Patienten klagen über Atemnot, Kurzatmigkeit, unregelmäßige Herztätigkeit, der Puls ist typischerweise beschleunigt, schwach und unregelmäßig. Es kann auch zu nervösem Herzklopfen kommen, zu Brustbeklemmung, Wassereinlagerungen, Schwäche und Erschöpfung. Oftmals sind die Herzklappen angegriffen und in ihrer Funktion gestört (Klappeninsuffizienz). Die Patienten, bei denen Crataegus angezeigt sein kann, beschreiben häufig einen Schmerz unter dem linken Schlüsselbein. Sie sind oft reizbar, mürrisch und nervös. Im Gegensatz zu Adonis vernalis fühlen sich schlechter im warmen Zimmer und besonders auch bei der geringsten Anstrengung. An diesen sogenannten Modalitäten kann man die beiden Mittel voneinander unterscheiden.

Convallaria

Convallaria majalis, das Maiglöckchen, ist ebenfalls ein Mittel, das in der Pflanzenheilkunde und auch in der Homöopathie vorwiegend bei Herzerkrankungen angewendet wird. Wie bei Adonis vernalis und Crataegus besteht auch hier eine Atemnot aufgrund einer Herzschwäche, außerdem kommt es zu Wassereinlagerungen in einzelnen Organen oder aber im ganzen Körper. Die Patienten klagen über ein Gefühl, als ob das Herz aufgehört hätte zu schlagen, bevor es dann mit einem kräftigen Schlag wieder einsetzt. Charakteristisch ist auch ein Gefühl im Bauch wie von der Faust eines kleinen Kindes. Diese Empfindung wird am stärksten in Rückenlage verspürt. Die Kleidung am Bauch wird als zu eng empfunden. Der Urin ist spärlich, aber hat auch einen stinkenden Geruch. Patienten, bei denen Convallaria angezeigt sein kann, geht es üblicherweise im Liegen auf dem Rücken und im warmen Zimmer schlechter.

Digitalis

Ein weiteres wichtiges homöopathisches Mittel bei Erkrankungen des Herzens ist Digitalis purpurea, das aus dem Purpurfingerhut zubereitet wird. Diese Pflanze wird auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde bei vielen Formen von Herzleiden angewendet, außerdem ist sie ein wichtiges Mittel in der Schulmedizin. Eine Schwäche der Herzmuskeln mit den nachfolgenden Beschwerden ist charakteristisch für Digitalis, aber auch die Herzklappen können angegriffen sein. Der Puls bei Digitalis-Patienten ist charakteristischerweise sehr langsam, schwach und unregelmäßig. Bei der geringsten Bewegung ist er jedoch beschleunigt und es kommt zu Herzklopfen. Die Betroffenen haben das Gefühl, als würde das Herz aufhören zu schlagen, wenn sie sich bewegen. Das Gesicht des Patienten ist bläulich, außerdem besteht eine große Schwäche, so dass sie kaum sprechen können. Die Betroffenen klagen häufig über eine große Atemnot und haben andauernd das Verlangen, einen tiefen Atemzug zu nehmen. Bei jedem Atemzug haben sie das Gefühl, es sei ihr letzter. Sie fürchten sich nachts vor dem Ersticken. Auch Leberbeschwerden können auftreten, mit Verhärtung oder Vergrößerung (Hypertrophie) der Leber und Schmerzen in der Lebergegend, es kann auch Gelbsucht (Ikterus) vorhanden sein.

Hintergrundinformationen

Adonis, der schöne Jüngling aus der griechischen und römischen Mythologie und Geliebter der Aphrodite, ist der Namensvater des Adonisröschens. Zahlreiche Geschichten erzählen vom Ursprung der Pflanze. Eine dieser Geschichten findet sich beispielsweise in den Metamorphosen des römischen Dichters Ovid, einer alten Textsammlung der Mythologie über die Entstehung der Welt. Demzufolge wurde Adonis auf der Jagd durch einen Eber, der vom eifersüchtigen Mars geschickt wurde, getötet. Persephone, Göttin der Unterwelt und Tochter des obersten olympischen Gottes Zeus, hatte sich die Liebe des Adonis mit Aphrodite geteilt. Nach dem Tod des Adonis bat Aphrodite Persephone, bei ihrem Vater vorzusprechen und darum zu bitten, dass Adonis jedes Jahr für den Frühling und Sommer auf die Erde zurückkehren durfte.[6] Die Bezeichnung vernalis (= im Frühjahr blühend) deutet auf diesen Zusammenhang hin.

Traditionell begingen Frauen aus diesem Anlass die sogenannten Adonisfeste oder Adonien, bei denen mit Klageliedern und Adonisgärten sowohl das Verschwinden des Adonis betrauert als auch sein Wiedererscheinen gefeiert wurde. Bei den Adonisgärten handelte es sich um schnell aufkeimende und ebenso rasch verblühende Blumen, die in kostbaren Gefäßen eingesät waren.[8]

Obwohl die Heilkraft von Adonis vernalis gegen verschiedene Leiden schon in der alten Literatur beschrieben ist, wurde die Pflanze erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts als herzstärkendes Mittel entdeckt.[1]