Globuli von D bis F

Digitalis Globuli

© panthermedia.net / Erich Teister

Das homöopathische Mittel Digitalis Purpurea wird aus dem roten Fingerhut gewonnen. Diese Pflanze mit ihrer glockenförmigen Blüte ist extrem giftig. Sie enthält in allen Pflanzenteilen stark wirksame Toxine, unter anderem Digitalis-Glykoside welche auf das Herz wirken. Das Homöopathikum wird aus den Blättern der in Europa heimischen Pflanze hergestellt. Eine Behandlung mit Digitalis Purpurea kann angezeigt sein, wenn man unter Herzproblemen leidet und deswegen große Angst empfindet. Die Herzbeschwerden können mit Ödemen einhergehen. Des Weiteren beeinflusst Digitalis Purpurea die Gefäße, wirkt urintreibend (diuretisch) auf die Nieren und wird bei einer Gelbfärbung der Haut (Ikterus), welche durch Probleme der Leber auftritt, eingesetzt. Auch auf die Lunge und die Geschlechtsorgane hat es Einfluss. Je nach Beschwerdebild und Stärke der Beschwerden kann eine homöopathische Einzelmitteltherapie gestartet werden oder eine Zusatzbehandlung zur Schulmedizin erfolgen. Gerade bei Problemen mit Herz oder Leber sollte unbedingt eine umfangreiche Diagnostik bei einem Facharzt erfolgen, um die Problemursache zu finden. [1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Digitalis findet sowohl in der Homöopathie, als auch in der Schulmedizin Anwendung in der Kardiologie. Typische Indikationen von Digitalis Purpurea sind Rhythmusstörungen des Herzens und ein sehr langsamer Puls (Bradykardie). Einige Patienten haben starke Schwindelanfälle. Weiterhin wird Digitalis Purpurea bei einer Schwäche (Insuffizienz) von Herz und/oder Nieren gegeben. Die Herzinsuffizienz kann zu Folgebeschwerden wie Atemnot und Wassereinlagerung in verschiedenen Geweben des Körpers führen. Atemnot und Husten können auch Symptome einer beginnenden Lungenentzündung (Pneumonie) sein. Gelbsucht, Schmerzen im rechten Oberbauch und eine auffällig helle Farbe des Stuhls können auf Leberprobleme hinweisen. [1][4]

Wo wirkt es?: Die Digitaliswirkung setzt vor allem am Herzen an. Dort wirkt es direkt auf den Muskel der Herzkammern und der Herzvorhöfe und auf das Reizleitungssystem. Ein wichtiger Nerv, der das Herz beeinflusst, ist der Nervus Vagus. Durch Digitalis wird das Herz für seinen regulierenden Einfluss sensibilisiert. Außerdem wirkt das Mittel auf die Leber und Verdauungsorgane . Ein Anwendungsgebiet, das vor allem Männer betrifft ist die Vergrößerung der Prostata (Hypertrophie) und nächtliche Samenverluste. Des Weiteren wirkt es auf die Atemwege, wenn die Lungenfunktion durch eine geringe Herzleistung oder durch eine lokale Erkrankung eingeschränkt ist. [1][4]

In welchem Alter?: Dieses Mittel kann bei Herzstörungen in jedem Alter eingenommen werden. Häufiger wird es allerdings bei Menschen im hohen Alter verordnet, da diese häufiger an den Problemen leiden, die für Digitalis typisch sind. [4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Puls der Patienten ist nur sehr schwach tastbar und extrem langsam, kann aber auch schnell und unregelmäßig schlagen, besonders beim Aufsetzen aus dem Liegen. Die Rhythmusstörungen des Herzens fühlen sich an, wie kleine Aussetzer oder ein Stolpern. Die Patienten haben eine große Angst vor der Zukunft. Sie malen sich aus, dass ihr Herz ganz stehen bleiben könne oder sie in der Nacht ersticken würden. Durch die kleinste Anstrengung fängt das Herz an, stark zu pochen. Sie leiden außerdem unter Atemnot. Besonders in der Nacht kommt es zu dem Gefühl, fast zu ersticken und zu Hustenanfällen, die teilweise von blutigem Auswurf begleitet sind. Weitere Zeichen für die unzureichende Fähigkeit des Herzens, sauerstoffreiches Blut durch den ganzen Körper zu pumpen, sind eine blass-bläuliche Verfärbung der Haut, der Lippen oder Nägel (Zyanose) und allgemeine Schwäche sowie schnelles ohnmächtig werden. Den Patienten wird übel, wenn sie den Geruch von Essen wahrnehmen oder wenn ihnen eine Mahlzeit zu schwer im Magen liegt. [1][3][4]

Verbesserung: Die Beschwerden bessern sich an der frischen Luft und wenn die Patienten nur Kleinigkeiten essen oder sogar fasten.

Verschlechterung: Direkt nach dem Essen fühlen sie sich schlechter. Besonders kalte Speisen und Getränke werden nicht vertragen. Auch durch Bewegung oder aufrechtes Sitzen verschlimmern sich die Symptome. Musik und Aufregung beeinflussen die Psyche des Patienten negativ. [1][3]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die körperlichen Beschwerden bereiten den Patienten große Ängste. Eine ungewisse Angst vor der Zukunft, eine Art böse Vorahnung, steht dabei im Vordergrund. Sie haben eine pessimistische Grundeinstellung und sind häufig niedergeschlagen. Besonders Musik versetzt sie in eine melancholische Stimmung. Sie entwickeln einen Hang zur Einsamkeit. Ihre intellektuellen Fähigkeiten und ihr Gedächtnis verschlechtern sich.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es können migräneartige Kopfschmerzen auftreten. Sie sitzen unangenehm stechend direkt hinter der Stirn und können sich bis auf Augen und Nase ausbreiten. Durch kalte Getränke oder kalte Speisen kann dieser Schmerz plötzlich einschießen. Der Kopfschmerz kann auch mit starker Übelkeit einhergehen. Der Patient leidet unter Schwindel, besonders beim Gehen, Reiten oder Fahren.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Gesichtsfarbe der Patienten ist von einem blass-bläulichen Ton. Ihre Lippen laufen schnell blau an. Sie haben einen süßen Geschmack im Mund und eine verstärkte Speichelproduktion.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die geringste Bewegung erzeugt Herzklopfen oder der Patient hat das Gefühl das Herz bleibt stehen. Der Puls ist langsam und unregelmässig, das Herz stolpert. Durch eine verminderte Herzleistung bedingt kann es zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem) kommen, die die Atmung sehr beeinträchtigt. Die Patienten müssen tief Luft holen und atmen in langsamen Zügen, teilweise mit tiefen Seufzern. Zum Teil sind rasselnde Atemgeräusche zu hören. Der Husten hat oftmals einen schwer löslichen Auswurf, der Blut enthalten kann. Er kann aber auch ganz trocken sein.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Magen ist empfindlich und sie leiden unter Übelkeit wenn sie Essensgerüche wahrnehmen. Durch eine Schwellung und Verhärtung der Leber kommt es zu Schmerzen im rechten Oberbauch. Äußerlich macht sich die Leberproblematik durch eine Gelbsucht oder Bleichsucht bemerkbar. Der Stuhl ist gräulich bis farblos und hat eine breiige Konsistenz.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Urin ist meist heiß, brennend und kann auch Blut enthalten. Es besteht häufiger Harndrang, aber es kommen nur einige Tropfen.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Geschlechtsorgane: Beim Mann kann es zu einer Schwellung der Geschlechtsorgane kommen. Vor allem die Prostata ist vergrößert (hypertrophiert) und er verliert nächtlich Samen. Bei Frauen treten wellenartige Schmerzen im Unterbauch und im Rücken auf, bevor die Menstruation anfängt.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Glieder sind aufgrund einer unzureichenden Durchblutung oft kalt und stellenweise taub. Außerdem kommt es zu einem Gefühl in den Beinen, als ob ein rotglühender Draht plötzlich durch sie hindurchschießt.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Erkrankten leiden unter Schlafstörungen. Sie schrecken aus dem Schlaf durch einen Traum vom Fallen. Tagsüber sind sie schläfrig, da sie in der Nacht nicht ausreichend Ruhe finden konnten.

[3][4][5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Kalmia

Kalmia (Berglorbeer): Es kann bei Herzrhythmusstörungen und rheumatischen Beschwerden gegeben werden. Außerdem wird Kalmia bei Nervenschmerzen (Neuralgien) gegeben. Die Patienten sind, wie auch bei Digitalis, häufig schwach, ängstlich und haben Schlafprobleme. Sie haben ebenfalls einen langsamen Puls und Bewegung verschlimmert ihre Symptome. Im Gegensatz zu Digitalis sorgt Essen hier allerdings für eine Besserung.

Spigelia

Spigelia (Indianisches Wurmkraut): Einsatzgebiete für Spigelia sind Herzerkrankungen, von den Nerven herrührende (neurologische) Beschwerden und migräneartige Kopfschmerzen. Typisch sind wiederkehrende, stechende bis bohrende Schmerzen, die links schlimmer sind als rechts. Obwohl sich die Schmerzen nachts bessern haben diese Patienten Schlafstörungen, da sie eine beklemmende Atemnot entwickeln. Auch hier verstärkt Bewegung die Symptome. Wärme hingegen verschafft Linderung.

Apocynum

Apocynum (Indianerhanf): Die Hauptangriffspunkte dieses Mittels sind das Herz und die Nieren. Es soll urintreibend wirken, weshalb es bei Wassereinlagerungen (Ödemen) infolge von Herzinsuffizienz gegeben wird. Diese Ödeme können im Bereich der Beine auftreten oder auch in der Bauchhöhle( Aszites). Im Gegensatz zu Digitalis ist der Urin meistens sehr hell. Die Patienten wirken niedergeschlagen. Sie haben einen bitteren Geschmack im Mund und haben ständig Durst. Durch Trinken verstärken sich jedoch die Beschwerden und sie müssen zum Teil sogar erbrechen.

Gelsemium

Gelsemium (gelber Jasmin): Gemeinsamkeiten von Gelsemium und Digitalis sind die Schlafstörungen und die Furcht, zu fallen. Gelsemium wird angewendet, wenn Patienten durch eine Angst wie gelähmt sind. Betroffene sind nervös, sensibel und haben Erwartungsängste. Körperlich sind sie sehr schwach. Zusätzlich können Kopf- und Nackenschmerzen, grippale Infekte oder Lähmungserscheinungen auftreten. [4][6]

Hintergrundinformationen

Der rote Fingerhut, aus dem das homöopathische Mittel Digitalis Purpurea gewonnen wird, gehört zur botanischen Familie der Wegerichgewächse. Es handelt sich um eine sehr giftige Pflanze, die in West- und Mitteleuropa heimisch ist. Man trifft sie sowohl als Zierpflanze in Gärten an, als auch verwildert in lichten Wäldern. Der rote Fingerhut bevorzugt leicht saure und kalkarme Böden. Die Blütezeit ist in der Regel im Juni und Juli, kann sich aber bis September ausdehnen. Ein typisches Merkmal ist die kräftige, krautartige Rosette, die im ersten Jahr wächst. Im zweiten Jahr entwickelt sich ein aufrechter, bis zu 2 Meter hoher Blütenstengel, der viele, in Trauben angeordnete Blüten trägt. Danach stirbt die Pflanze ab. Die Blüten sind glockenförmig und von einem leuchtenden Rosa. Die Blätter sind länglich, am Rand gekerbt und an der Unterseite behaart. Alle Pflanzenteile enthalten herzwirksame Glykoside und andere biologisch wirksame Substanzen. Die Wirkung der Pflanze ist schon seit dem Altertum bekannt und heutzutage in zahlreichen Studien bestätigt. In der Schulmedizin werden Arzneimittel mit standardisierten Wirkstoffkonzentrationen angewendet, um das Herz zu stärken. Bei der Dosierung von Digitalis ist höchste Vorsicht geboten, denn schon bei einer leichten Überdosierung kann die heilende Wirkung in die giftige Wirkung umschlagen. In diesem Fall kommt es zuerst zu einem Abfall der Herzfrequenz, weiterhin zu Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, Lähmungen und Krämpfen. Bei einer fortschreitenden Schädigung des Herzmuskels kann es im schlimmsten Fall sogar zu einem Herzstillstand kommen. Eine Vergiftung mit der frischen Pflanze ist höchst selten, da sie extrem bitter schmeckt. [7][8]