Globuli von D bis F

Drosera Globuli

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Drosera rotundifolia-Präparate werden aus der Pflanze des Rundblättrigen Sonnentaus gewonnen und entfalten ihre Wirkung vor allem in den unteren Atemwegen, also im Kehlkopf (Larynx), der Luftröhre (Trachea) und der Lunge. Nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern und alten Menschen kann es zur Behandlung von Keuchhusten, einer Bronchitis, einer Kehlkopfentzündung oder auch masernbedingtem Husten eingesetzt werden. Das Mittel kann ferner auch bei an Tuberkulose erkrankten Patienten angebracht (indiziert) sein. Vor allem bei unaufhörlichem Brechwürgen, welches die oben genannten Erkrankungen begleiten kann, wirken die Globuli sehr effektiv. Liegt eine Erkrankung der Atemwege vor, eignen sich Drosera-Globuli sehr gut zur Selbstbehandlung, während sie bei Tuberkulose nur begleitend und unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden. Führen die Atembeschwerden allerdings zu Erstickungsanfällen und tritt eine Besserung selbst unter der Therapie nicht ein, so ist eine ärztliche Konsultation unumgänglich.[1,2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Da sich Drosera rotundifolia vor allem positiv auf die unteren Atemwege auswirkt, wird es bevorzugt bei hier lokalisierten Erkrankungen eingesetzt. Ein typisches Symptom des Drosera-Patienten ist der krampfartige Reiszhusten mit Erstickungsangst, begleitet von einem ausgeprägtem Brech- und Würgereiz. Der Keuchhusten (Pertussis) ist eine der Hauptanzeigen für die Einnahme von Drosera. Dabei kann es sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt werden. Eine ärztliche Behandlung ist allerdings immer notwendig, weshalb Drosera in diesem Fall nur unterstützend zu Einsatz kommt. Die Patienten leiden typischerweise an trockenen Hustenanfällen, die sich vor allem nach Mitternacht häufen und sich bis zu fünfzig Mal am Tag wiederholen können. Diese Hustenanfälle sind häufig begleitet von Übelkeit und Erbrechen, wobei eine Mischung aus Blut und weißlichem Schleim erbrochen wird. Die Betroffenen leiden außerdem unter Heiserkeit und Fieberschüben. Sobald die Hustenanfälle mit Erstickungsängsten einhergehen oder öfter als zwanzig Mal am Tag in Erscheinung treten, so sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da unter Umständen eine Erstickungsgefahr besteht. Besonders bei Kindern sollte frühzeitig ein Arzt gerufen werden, da sie prädisponiert sind für einen schnellen und sehr drastischen Verlauf der Erkrankung.

Auch bei krampfartigen Hustenanfällen im Rahmen einer Bronchitis kann die Einnahme von Drosera sinnvoll sein. Dies ist vor allem Fall, sobald die Atmung des Betroffenen stark durch den ständigen Husten beeinträchtigt wird und Sprechen nur noch mit großer Anstrengung möglich ist. Gleichzeitig zeigen sich rot-bläuliche Flecken im Gesicht, es kommt zu Nasenbluten und der untere Brustbereich schmerzt durch die ständigen Hustenanfälle stark. Auch Übelkeit und Erbrechen können durch den unaufhörlichen Hustenreiz ausgelöst werden, wobei sich der Patient dabei typischerweise den Bauch hält. I In diesem Zusammenhang sei auch die durch das Masernvirus verursachte Bronchitis zu nennen. Durch die allgemeine Impfung von Kindern mit Beginn in einem Alter von elf bis vierzehn Monaten ist diese Erkrankung in Deutschland sehr selten geworden, tritt vereinzelt aber dennoch auf und kann neben der hier immer angezeigten schulmedizinischen Therapie mittels Drosera unterstützend behandelt werden. Eine weitere Erkrankung, welche mittels Drosera homöopathisch selbst behandelt werden kann, ist die Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Sobald die Erkrankung jedoch weiter fortgeschritten ist, gekennzeichnet durch begleitendes Fieber, so sollte unbedingt ärztlicher Rat gesucht werden und eine Selbstbehandlung abgebrochen werden. Ein an einer Kehlkopfentzündung erkrankter Patient leidet unter ständigen Hustenanfällen, die denen des Keuchhustens ähnlen. Der Husten ist vor allem am Abend nach den Zubettgehen und nach Mitternacht am schlimmsten und der Betroffene ist allgemein und auch zwischen den Hustenanfällen sehr unruhig.

Darüber hinaus können Drosera-Präparate auch bei verschiedenen Beschwerden tuberkulosekranker Patienten eingesetzt werden. Die Tuberkulose ist eine durch Bakterien verursachte und chronisch verlaufende Infektionskrankheit, welche sich insbesondere in der Lunge abspielt, grundsätzlich und vor allem bei einem geschwächten Immunsystem aber alle Organe befallen kann. So kann es beispielsweise bei eine tuberkulösen Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder auch bei einem Knochenbefall im Rahmen dieser Erkrankung indiziert sein. In diesen Fällen ist eine Selbstbehandlung aber niemals ausreichend und es sollte immer eine fachärztliche Begleitung bestehen.

Wo wirkt es?: Drosera rotundifolia wirkt sich positiv auf die gesamten unteren Atemwege aus. Durch die in ihm enthaltenen Naphthochinonderivate, eine Reihe chemischer Verbindungen, welche aus Oxidationsvorgängen des Sonnentaus hervorgehen, wirkt es sowohl krampflösend (spasmolytisch), hustenhemmend (antitussiv) und schleimlösend (sekretolytisch) als auch gegen Bakterien (antibakteriell). Damit wirkt es bei gewissen Atemwegserkrankungen nicht nur symptomlindernd, sondern fördert auch den Heilungsprozess.

In welchem Alter?: Drosera kann in jedem Alter verordnet werden und wird sowohl bei Säuglingen und Kindern als auch bei Erwachsenen und hochbetagten Menschen vorwiegend im Rahmen von Atemwegserkrankungen eingesetzt. Je nach Altersklasse unterscheiden sich jedoch die benötigten Dosen, weshalb vor Verabreichung in der Packungsbeilage genau nachgeschaut werden sollte, wieviel für den jeweiligen Patienten nötig ist. [1][2][3][4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Drosera wird vorwiegend bei Patienten mit Atemwegserkrankungen verordnet. Der krampfartige Husten dieser Patienten ist typischerweise von einem ständigen Brech- und Würgereiz begleitet. Die Beschwerden nehmen vor allem abends nach dem Hinlegen und nach Mitternacht zu. Folgende Auflistung soll einen Überblick über die Leitsymptome geben:

  • Der Patient ist von krampfartigem Reizhusten geplagt, der durch einen Kitzelreiz im Bereich des Kehlkopfes hervorgerufen wird und mit einer Neigung zum Erbrechen sowie Erstickungsgefühlen einhergeht. Die Hustenattacken folgen sehr schnell aufeinander und sind heftig. Zugleich bestehen Heiserkeit und ein Kältegefühl, selbst nach dem Zudecken. Die eher trockenen Hustenanfälle ereignen sich nach Mitternacht; muss sich der Patient übergeben, so erbricht er zunächst Speisen, gefolgt von einer Mischung aus Blut und Schleim. Gleichzeitig blutet er aus Mund und Nase und auch das abgehustete Sekret kann blutig sein.
  • Trockene Hustenanfälle folgen in sehr kurzen Abständen aufeinander, dass sie das Atmen so stark erschweren und Sprechen kaum möglich ist. Gleichzeitig erscheinen rot-bläuliche Flecken im Gesicht des Patienten und der untere Brustbereich beginnt ihm heftig zu schmerzen.
  • Kinder klagen über kitzelnden Husten, bleiben jedoch tagsüber völlig anfallsfrei. Erst bei Berühren des Kopfes mit dem Kopfkissen beginnen die Beschwerden. Durch Bewegung verspüren sie eine Linderung, weshalb sie meist nicht im Bett bleiben möchten.
  • Der Patient ist heiser und die Stimme erscheint belegt. In den Abendstunden wird die Heiserkeit von einem immer wiederkehrendem Hustenreiz begleitet. Während der Hustenanfälle hält er sich den Bauch und ist auch zwischen den Anfällen sehr unruhig. [1][2][3][4]

Verbesserung: Der Zustand des Drosera-Patienten bessert sich deutlich nach dem Aufsetzen und durch langsame Bewegung.

Verschlechterung: Eine Verschlimmerung des Zustandes des Drosera-Patienten hingegen erfolgt durch Husten, Essen und Trinken, Lachen, Singen, Weinen, Bettwärme, nach dem Schlafengehen und besonders nach Mitternacht sowie in den frühen Morgenstunden.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ist ein Patient von Keuchhusten geplagt, so ist er oft traurig verstimmt und leidet unter Appetitmangel. Folgen die Hustenanfälle so schnell und heftig aufeinander, das der Patient Luftnot bekommt, so kann dies bis hin zu Erstickungs- und Todesängsten führen und der Betroffene erscheint stark erregt und umhergetrieben.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Rahmen einer Bronchitis können im Gesicht rötlich-bläuliche Flecken entstehen, die sich vor allem bei sehr häufigen Hustenanfällen bilden und verstärken. Diese können zusammen mit Blutungen aus Mund und Nase auftreten, vor allem wenn der Patient unter häufigem Erbrechen und Würgereiz leidet.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die trockenen Hustenanfälle bei Keuchhusten sind kurz, plötzlich und heftig. Sie folgen rasch aufeinander und werden typischerweise durch einen Kitzelreiz im Bereich des Kehlkopfes ausgelöst. In der Regel sind sie nicht von Auswurf begleitet, nur nach mehrmaligem Erbrechen kann es zu schleimigen Auswürfen mit Blutbeimengungen kommen. Der Husten wird verschlimmert durch die Bettwärme und ist nach Mitternacht am stärksten ausgeprägt. Patienten mit einer Bronchitis sind geplagt von einem trockenen, krampfhaften und unaufhörlichen Hustenreiz. Durch die ständigen Hustenanfälle ist die Atmung erschwert und sie haben deutlicheSchwierigkeiten zu sprechen. Auch diese Art von Husten tritt vorwiegend während der Nacht auf und besonders Kinder werden tagsüber nicht durch Anfälle geplagt.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ist der Patient von Husten geplagt, so leidet er charakteristischerweise auch unter ständigem Brech- und Würgereiz. Dieser ist ein sehr charakteristisches Symptom des Drosera- Patienten und wird durch den unablässigem Husten verursacht. Die körperliche Anstrengung durch das immer wiederkehrende Erbrechen bereitet ihm stärkste Schmerzen im unteren Brustbereich und er hält sich den Bauch um eine Besserung herbeizuführen. Erbrochen werden zunächst Speisen, gefolgt von einer weißlich wässrigen und auch blutigen Masse.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vor allem Patienten mit Keuchhusten leiden oft unter gleichzeitigem Fieber, welches entweder morgens oder abends auftritt. Nachts werden sie durch heiße Schweißausbrüche geweckt. Leidet ein Patient unter einer Kehlkopfentzündung, so treten erhöhte Temperaturen und Fieberschübe nur in fortgeschrittenen Krankheitsstadien auf. Dies bedeutet, dass der Betroffene nicht mehr ohne fachärztliche Hilfe und unter homöopathischer Selbstbehandlung therapiert werden kann.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Immer wiederkehrende Hustenanfälle und auch Schweißausbrüche plagen den Patienten vor allem in der Nacht mit einem Höhepunkt nach Mitternacht. Diese rauben dem Betroffenen eine aureichende Nachtruhe und schwächen ihn zusätzlich zu den eigentlichen Beschwerden.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Alternative Homöopathische Mittel

Belladonna

Belladonna Globuli werden aus der mehrjährigen Pflanze der Tollkirsche hergestellt. Die natürliche Wirkung von Belladonna beruht auf einer Erregung zentraler Nervenzentren sowie der Lähmung peripherer Nerven. Der Belladonna-Patient ist charakterisiert durch sein nervöses und sensibles Auftreten, seine starke Empfindsamkeit und seine heftigen Reaktionen. Belladonna ist ein Heilmittel, das vor allem bei plötzlich auftretenden, fieberhaften Entzündungen unterschiedlicher Organe eingesetzt werden kann. Wie auch Drosera kann die homöopathische Belladonna-Arznei bei Keuchhusten sowie bronchitisbedingtem Husten angezeigt (indiziert) sein, allerdings gibt im Gegensatz zu Drosera noch eine Vielzahl weiterer Heilanzeigen (Indikationen), wie beispielsweise neurologische und Hauterkrankungen oder auch Krankheiten des Verdauungstraktes. So kann sie unterstützend bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis), bei Masern oder bakteriell bedingten Infektionen der Haut sowie auch bei einer Entzündung des Magens (Gastritis) eingesetzt werden. Belladonna kann ebenfalls sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen verordnet werden. [5]

Bryonia alba

Gewonnen aus der Wurzel der Weißen Zaunrübe, wirkt sich das Mittel Bryonia alba vor allem auf die Schleimhaut der Atemwege, den Verdauungstrakt und als eines von wenigen Heilmitteln auch auf das Muskelgewebe des Menschen aus. Zudem ist es jenes homöopathische Mittel, welches sich am stärksten auf die serösen Häute, also das Rippenfell (Pleura), das Bauchfell (Peritoneum) und den Herzbeutel (Perikard) auswirkt. Das für Bryonia charakteristische Symptom ist ein stechender und reißender Schmerz, der sich bei Bewegung verschlimmert. Der Bryonia-Patient ist gekennzeichnet durch seinen gelblichen Teint, seine leichte Gereiztheit sowie seine magere Gestalt. Er ist sehr empfindlich gegenüber feuchter Kälte und neigt zu Erkältungskrankheiten. Präparate aus Drosera und Byronia können neben Erwachsenen und älteren Menschen auch bei Kindern zum Einsatz kommen. Zu den Heilanzeigen zählen einfache Erkältungserkrankungen mit Husten, Bronchitis und asthmaartige Beschwerden. Die Hustensymptomatik des Bryonia-Patienten ist jedoch eine andere und vor allem durch morgendlichen Husten charakterisiert. Dieser, teilweise auch mit Auswurf, ist eher selten von Erbrechen begleitet, führt aber ebenfalls zu stechenden Schmerzen im Bereich des unteren Brustkorbs. [6]

Cuprum aceticum

Für die Herstellung des homöopathischen Mittels Cuprum werden nicht nur das chemisch reine Kupfer, sondern auch verschiedene Kupfersalze verwendet. Leitsymptome von Cuprum-Patienten sind Krämpfe, allgemeine Müdigkeit und Schwäche, stärkste Übelkeit und Magenschmerzen. Cuprum Globuli sind bei allen von Spasmen und Krämpfen begleiteten Erkrankungen indiziert. Und wie Drosera Globuli werden sie bei einer Kehlkopfentzündung, Keuchhusten und bronchitis- oder asthmabedingtem Husten eingesetzt, insebsondere dann, wenn die Beschwerden sehr lang andauern. Auch bei Kindern kommt es zum Einsatz, wobei der krampfartige Charakter einer Erkrankung das vorherrschende und leitende Symptom ist. [7]

Rumex

Rumex crispus wird aus den frischen Blättern und Blüten des Wilden Ampfers gewonnen und entfaltet seine homöopathische Wirkung neben Haut und Verdauungstrakt vor allem am Kehlkopf. Rumex Globuli sind ein bewährtes Mittel bei anhaltendem Reiz- und Kitzelhusten, wobei dieser nur selten in Anfällen auftritt, was ihn vom Husten des Drosera- Patienten unterscheidet. Charakteristisch sind außerdem eine Verschlimmerung durch kalte Luft, ein stechender Schmerz quer durch die linke Brust sowie eine Abneigung gegen F leisch, da dieses nicht gegessen werden kann, ohne dass Aufstoßen und Juckreiz der Haut hervorgerufen werden. Im Gegensatz zu Drosera werden Heilmittel aus Rumex bevorzugt bei Erwachsenen eingesetzt. [8]

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Hintergrundinformationen

Das Mittel Drosera wird aus dem Rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia) der Gattung Drosera aus der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae) gewonnen. Der Sonnentau wächst in Europa, Nordamerika sowie in nordöstlichen Teilen Asiens und ist eine sehr ausdauernde Pflanze mit rötlichen Blättern und klebrigen Drüsententakeln. In Mitteleuropa ist er sehr selten anzutreffen und zählt zu den sogenannten fleischfressenden Pflanzen (Karnivoren). Er ernährt sich von kleinen Insekten, welche seinen Bedarf an Stickstoff decken, der in den Sümpfen, auf denen die Pflanze wächst, sehr rar ist. Heute zählt der Rundblättrige Sonnentau zu den gesetzlich geschützten Pflanzenarten. Für die Herstellung homöopathischer Arzneien werden Essenzen aus der frischen, zu Beginn der Blüte gesammelten ganzen Pflanze verwendet. Die in Drosera enthaltenen Naphthochinonderivate entfalten ihre Wirkung in den menschlichen Atemwegen und wirken dort hustenstillend, schleimlösend, krampflösend und hemmen auch die Vermehrung von Bakterien (bakteriostatisch). Sonnentauextrakte sind daher auch Bestandteil vonKombinationspräparaten, beispielsweise zusammen mit Thymian, und finden sich in einigen Hustenstillern, die zur Behandlung von Keuchhusten oder auch bei Bronchitis von Kindern eingesetzt werden.[1][2][9][10]